DE24263C - Anordnung des Magneten zu der Schallmembran und der Induktionsspirale bei Fernsprechapparaten - Google Patents
Anordnung des Magneten zu der Schallmembran und der Induktionsspirale bei FernsprechapparatenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Fernsprechapparaten.
Die Erfindung bezieht sich auf jene Klasse von telephonischen Instrumenten, in denen die
beiden Pole eines Magneten so auf einander wirken, dafs sie die Vibrationen zur Erzielung
der Laute hervorbringen und die zur Tonübertragung erforderlichen elektrischen Ströme induciren.
Die Erfindung hat den Zweck, ein Instrument ohne metallische Membran oder Diaphragma
herzustellen, welches dabei doch leicht auf alle Töne der menschlichen Stimme respondirt,
dieselben wiedergiebt und überträgt. Sie besteht in der Anwendung eines Elektromagneten,
dessen einer Pol mit einer Wand des Kastens oder Gehäuses des Instrumentes in Verbindung ist, welch letzteres aus irgend
einem passenden Material, wie Holz, Gummi, Glas etc., bestehen kann. Die durch die Veränderungen
der elektrischen Ströme hervorgerufenen Schwingungen des in Contact mit dem Gehäuse des Instrumentes befindlichen
magnetischen Poles werden auf die Wand des Gehäuses übertragen und von hier durch die
Luft weiter befördert und hörbar wiedergegeben, wodurch dem Instrument der Charakter
eines · telephonischen Empfangsapparates verliehen wird. Wenn das Instrument als Transmitter
benutzt wird, so bringen die in der Nähe der Wand des Gehäuses, mit der der Magnetpol in Contact ist, geäufserten Töne
Vibrationen in dieser Wand hervor, welche auf den Magnetpol übertragen werden, wodurch
das magnetische Feld derart erregt wird, dafs in der Spirale des Magneten Ströme oder Stromänderungen
erzeugt werden, welche die Wiedergabe der Töne durch ein anderes Empfangsinstrument, welches mit ihr mittelst einer
Drahtleitung in elektrischer Verbindung steht, veranlassen.
Fig. ι ist ein Längsschnitt durch ein Instrument,
welches hauptsächlich für den Gebrauch als Empfangsinstrument bestimmt ist. Diese
Figur zeigt auch im Entwurf die gewöhnlichen Stromleitungen der Inductionsspule und die
Verbindungen eines Transmitters auf einer Telephonstation.
Fig. 2 bis 6 veranschaulichen modificirte Formen von Magneten, welche in dem Instrument
verwendet werden können.
In Fig. ι ist A das Gehäuse des Instrumentes.
Es kann aus beliebigem nichtleitenden Material hergestellt sein und ist mit dem Handgriff
Ax versehen, welcher von dem Operateur in die Hand zu nehmen ist. Das Gehäuse
bildet eine Kammer, welche bei α eine offene Seite hat, in die der Magnet M eingesetzt und
durch Schrauben b oder auf andere Weise befestigt wird. Nachdem der Magnet richtig eingesetzt
worden ist, wird die Seite des Gehäuses durch eine Wand geschlossen, die aus dem
Resonanzstück B und dem Flantsch P besteht, von denen der letztere am Gehäuse festgeschraubt
ist.
Das Polende des Schenkels des am Gehäuse befestigten Magnetes M ist verlängert und
rechtwinklig umgebogen, und der vorstehende Theil m trägt die gewöhnliche Umwickelung
oder Spirale H, welche mit dem Draht der
Leitung L und der secundären Spule der Inductionsrolle / eines Transmitters auf die gewöhnliche
Weise verbunden ist. Das Ende des anderen Schenkels Mx des Magneten befindet
sich in unmittelbarer Nähe des vorspringenden Poles in und ist mit dem Resonanzstück B des
Gehäuses in Contact. Die Wirkung wird leicht verständlich sein, und es ist einleuchtend, dafs
das Instrument entweder als Transmissionsoder als Empfangsinstrament gebraucht werden
kann. Das Resonanzstück B ist am besten mit einer concaven Fläche 2?1 versehen und hat mit
seinem ringsum laufenden Flantsch bl das Aussehen
eines gewöhnlichen Mund- oder Ohrstückes. Es sollte an der Stelle, die mit dem Schenkel des Magneten in Contact ist, ein
wenig dünner als an den anderen Stellen und dünner als der Flantsch P sein.
Eine besondere Gestaltung braucht das in Contact mit dem Schenkel M1 des Magneten
befindliche Resonanzstück nicht zu haben; es kann von glatter Oberfläche und rund, oval
oder winklig sein. Die concav gestaltete Fläche ist indefs die zweckmäfsigste, um den Ton zu
concentriren und den besten Punkt anzuzeigen, gegen welchen man zu sprechen oder an welchen
man das Ohr zu halten hat.
In Fig. 2 hat der Magnet auf seinem Polvorsprung m zwei Spiralen H, die, wie ersichtlich,
mit verschiedenen Hauptleitungen verbunden sein können.
Fig. 3 veranschaulicht einen Magnet, dessen beide Schenkel rechtwinklig zu einander ge-.
bogen sind, wobei die auf diese Weise gebildeten Polverlängerungen je eine Drahtspirale H
tragen, die mit verschiedenen elektrischen Hauptleitungen verbunden werden können.
Dieser Magnet kann ähnlich wie der in Fig. ι veranschaulichte angewendet werden, indem man
den einen Schenkel, mit der Resonanzwandung in Verbindung bringt; die Wirkung ist dieselbe
wie die des Magneten in Fig. i.
Fig. 4 zeigt einen ringförmigen Magnet, der an jedem Pol eine Drahtspirale trägt, Fig. 5
einen permanenten Hufeisenmagnet M2 mit Polstücken m"2 von weichem Eisen, wobei nur
der eine Pol des Magneten mit einer Drahtspirale versehen ist, und Fig. 6 einen zusammengesetzten
und ähnlich ausgestatteten Hufeisenmagnet.
Irgend eine dieser Modificationen kann im Gehäuse A an Stelle des in Fig. ι veranschaulichten
Magneten angewendet werden.
Wie ersichtlich, ist bei diesem Instrument keine OefFnung im Gehäuse und kommt eine
Membran oder ein Diaphragma in telephonischem Sinne gar nicht vor.
In den Fig. 7 bis 9 ist ein mit einer anderen Modification zum Uebertragen und Wiedergeben
von Tönen versehenes Telephon veranschaulicht. Bei dieser Ausführung wird ein permanenter
Magnet M% verwendet, der ungefähr Hufeisenform hat und dessen Schenkelenden einander
gegenüberliegen; letztere, obgleich an Gestalt verschieden, enthalten fast dieselbe Menge Metall,
so dafs jeder der Pole beinahe die gleiche magnetische Kraft ausübt; überhaupt haben alle
einander gegenüberliegenden Punkte der verschiedenen Schenkel im Querschnitt denselben
Flächeninhalt, obgleich die Form des Querschnittes verschieden sein mag. Der eine
Schenkel m3 des Magneten mufs unbeweglich sein, und sein Metall ist deshalb auch so zusammengedrängt,
dafs der Querschnitt annähernd quadratförmig erscheint, während das Polende des anderen Schenkels wie bei m5 abgeflacht
und wie bei m6 innerhalb des ringförmigen
Randes oder Rahmens ganz dünn construirt ist, wobei dieser dünne Theil wie ein Diaphragma oder eine Membran wirkt.
Der feststehende Schenkel ms wird mit einem
justirbaren Polstück JP aus weichem Eisen versehen, das in· einer Lochung des Schenkels
steckt und von einer Schraube ß1 in seiner Lage gehalten wird. Dieses Polstück trägt eine
Drahtspirale H2 und ist mit einem das Gehäuse
A% durchbrechenden Griff/2 zum Justiren
versehen.
Der ringförmige Rahmentheil m5 des Schenkels
ml hat entsprechende Schraubenlöcher und
wird mittelst Schrauben P P an die Gehäusewandung
angeschraubt.
In der Vorderwand des Gehäuses befindet sich eine mit dem dünnen Theil oder Diaphragma
ms des Magneten concentrische Oeffnung,
in welche ein Mund- und Ohrstück E mit mittlerer, der Mitte des Diaphragmas gegenüberliegender
Oeffnung in der gewöhnlichen Weise eingeschraubt wird.
Am Ende des Gehäuses befindet sich eine mittelst Schraubenstöpsels a3 verschliefsbare
Oeffnung. Durch Abnehmen von as kann man
an die Schraube fi1 gelangen, um behufs Justirung
das Polstück JP lose zu machen.
Bei geeigneter Einschliefsung der Drahtspirale ZT2 in eine Leitung in der bei Fernsprechsystemen
gebräuchlichen Weise kann der in Fig. 7 veranschaulichte Apparat zugleich als Transmissionsinstrument und als Empfangstelephon
gebraucht werden.
Claims (2)
1. Die Anordnung eines Magneten im Gehäuse eines Fernsprechapparates derart, dafs der
eine Schenkel dieses Magneten mit der vibrirenden Schallwand in directer Verbindung
steht;
2. Die Construction der wesentlichen Theile eines nach Anspruch 1. ausgeführten Apparates,
charakterisirt durch:
a) die in Fig. ι dargestellte Combination des Gehäuses A mit dem darin befestigten
Magnet M, dessen umgebogenes Polende in eine Drahtspirale H
trägt, die in der Hauptleitung eingeschlossen ist, und mit einer festen Schallwand B mit concaver Mundfläche
B1, gegen deren Rückseite der freie Pol oder Schenkel M1 des Magneten
M sich anlegt;
b) die in Fig. 7 veranschaulichte Combination des mit Mundstück E versehenen
Gehäuses Az mit dem Magnet Mz, dessen einer Schenkel unbeweglich
ist und dessen anderer Schenkel zu einem mit festem, einen Theil des Poles bildenden Rahmen m*
umgebenen Diaphragma oder Membran Ot6 verdünnt und an der Vorderwand
des Gehäuses so befestigt ist, dafs die Mitte der Membran hinter der Mundstücköffnung liegt.
Die Regulirung der Stellung der mit dem einen Pol des Magneten verbundenen Spirale
derart, dafs die Entfernung des Polstückes der letzteren von dem anderen Pol des
Magneten beliebig verändert werden kann, wie in Fig. 7 veranschaulicht ist.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE24263C true DE24263C (de) |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT24263D Active DE24263C (de) | Anordnung des Magneten zu der Schallmembran und der Induktionsspirale bei Fernsprechapparaten |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE24263C (de) |
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