DE2415249B2 - Verfahren zur herstellung von polychlor-polybromkupferphthalocyaninen - Google Patents

Verfahren zur herstellung von polychlor-polybromkupferphthalocyaninen

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DE2415249B2 DE19742415249 DE2415249A DE2415249B2 DE 2415249 B2 DE2415249 B2 DE 2415249B2 DE 19742415249 DE19742415249 DE 19742415249 DE 2415249 A DE2415249 A DE 2415249A DE 2415249 B2 DE2415249 B2 DE 2415249B2
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polychlor-polybromkupferphthalocyaninen durch Behandlung einer Kupferphthalocyanin enthaltenden Schmelze aus Aluminiumchlorid, Natriumbromid und gegebenenfalls Natriumchlorid mit Chlor.
Durch Chlor und Brom polysubstituierte Kupferphthalocyanine - im folgenden als Polychlorbromkupferphthalocyanine bezeichnet - werden nach den Verfahren des Standes der Technik (GB-PS 925 266, 932943 und 933242) durch Einleiten von Chlor in Kupferphthalocyanin enthaltende Schmelzen aus Aluminiumchlorid, Natriumchlorid und Natriumbromid erhalten. Dabei wird so lange Chlor eingeleitet, bis die gewünschte Farbtonnuance bzw. das gewünschte Verhältnis von Chlor: Brom im Halogenkupferphthalocyanin erreicht ist. Die Verfahren des Standes der Technik haben verschiedene Mängel, z.B. geringe Raum-Zeit-Ausbeuten oder unterschiedliche Qualität der Halogenierungsprodukte bei verschiedenen Ansätzen. So muß z.B. die zugeführte Menge an Chlor sorgfältig dosiert werden, um größere Verluste an Brom zu vermeiden, wodurch die Halogenierungszeit verlängert und die Qualität des Verfahrensprodukts verschlechtert wird. Nach den Verfahren des Standes der Technik erhält man Halogenierungsprodukte von stark wechselnder Qualität, insbesondere hinsichtlich der erzielbaren Farbstärke, weshalb die Produkte nicht £ür alle in Betracht kommenden Finishverfahren gleich gut geeignet sind.
Insbesondere lassen sicn nach den Verfahren des ' Standes der Technik nur schwierig solche Polyhalogenkupferphthalocyanine mit 14 bis 16 Halogenatomen herstellen, die mindestens 7 Bromatome enthalten. So erhält man nach der in der GB-PS 925 266, Beispiele I bis VI, beschriebenen Verfahrensweise zwar polyhalogenierte Verfahrensprodukte. Ein aliquoter Einbau des in der Schmelze in Form von Natrium- oder Kaliumbromid vorliegenden Broms er-
>5 folgt jedoch nur dann, wenn die Zugabe von Chlor in das Reaktionsgemisch sehr langsam erfolgt. Hierdurch ergibt sich, daß bei technischen Ansätzen sehr lange Reaktionszeiten erforderlich sind. So sind z.B. bei der Halogenierung nach Beispiel VI der GB-PS
so 925 266 - wobei für »parts« Kilogramm zu setzen ist - entgegen den Angaben in der PS mindestens 70 Stunden erforderlich. Die nach diesen Verfahren erhaltenen Pigmente lassen sich nur sehr schwierig oder nicht mehr nach bekannten Verfahren (z.B. DT-PS
»5 1242180oder US-PS 3 730750) in eine Pigmentform überführen. Ein Einbau von weiteren Bromatomen in das Phthalocyaninmolekül gelingt nur durch zusätzliche Anwendung von elementarem Brom. Nur in diesem Fall wird ein Polychlorbromkupferphthalocyanin erhalten, das bis zu 67 Gewichtsprozent Brom enthält, entsprechend 15 Bromatome je Mol Kupferphthalocyanin.
Aus der GB-PS 933242 ist bekannt, daß außer im Chlor auch mit anderen Oxidationsmitteln in der Aluminiumchlorid / Natriumbromid Natriumchloridschmelze eine Perhalogenierung des Kupferphthalocyanins erzielt werden kann. Der nach diesem Verfahren erreichbare Einbau von Bromatomen in das Kupferphthalocyanin erreicht jedoch nicht den nach
dem in der GB-PS 925 266 beschriebenen Verfahren erzielbaren Bromierungsgrad. Auch dieses Verfahren liefert ein Polychlorbromkupferphthalocyanin von wechselnder Zusammensetzung.
Zur Verbesserung der Reproduzierbarkeit und der Raum-Zeit-Ausbeute wird nach den Angaben der GB-PS 923 943 mit flüssigem Brom und Gemischen aus flüssigem oder gasförmigem Brom und Chlorgas gearbeitet. Durch diese Verfahrensweise wird zwar Aluminiumchlorid eingespart, dafür ist aber ein höherer Überschuß an Halogen, insbesondere an Brom erforderlich. Gegenüber den Verfahrensweisen nach den GB-PS 925266 und 933242 ist nach den Angaben des Beispiels 3 ein Überschuß von 30% an Brom und ungefähr 100% an Chlor, nach dem Beispiel 1 sogar ein Überschuß von 100% Brom erforderlich. Ein schwerwiegender Nachteil der Verfahren des Standes der Technik ist die Instabilität der Verfahrensprodukte unter den Reaktionsbedingungen vor allem zu Beginn der Halogenierung. Dabei wird ein Teil des Kupfers im Kupferphthalocyanin durch Aluminium ersetzt* so daß man ein Gemisch aus polyhalogeniertem Kupfer- und Aluminiumphthalocyanin erhält. Aus diesen Gemischen hergestellte Pigmenifor-" men sind wesentlich weniger farbstark bzw. ergiebig
βδ und trüber als die aus reinen Polyhalogenkupferphthalocyaninen erhaltenen. Ein weiterer Nachteil dieser polyhalogenierten Kupfer/Aluminiumphthalocyaningemische ist, daß damit gefärbte Lacke eine
schlechtere Wetterechtheit aufweisen als solche die 8& reinen Polyhalogenkupferphthalocyaninen' ee färbt werden. 6
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, ein technisches Verfahren zur Herstellung von PolycbJorbromfcupferphttialocvanin aufzufinden, das mit guter Haum-Zeit-Ausbeute Polychlorbromkupferphthalocyanine mit hohen und gleichbleibenden coloristischen und anwendungstechnischen Eigenschaften liefert.
Es wurde gefunden, daß man Polychlor-poiybromiMpferphthalocyanin in sehr wirtschaftlicher Weise in hoher und gleichbleibender Qualität durch Behandeln einer Kupferphthalocyanin enthaltenden Schmelze ans Aiuminiumchlorid, Natriumbromid und gegebenenfalls Natriumchlorid mit Chlor bei Temperataren von 90 bis 180° C erhalten kann, wenn man in eine Schmelze aus Aiuminiumchlorid, Natriumbromid und gegebenenfalls Natriumchlorid bei 110 bis 170° C unter gleichzeitigem Einleiten von Chlor eine pulverformige Mischung aus Kupferphthalocyanin, Aiuminiumchlorid, Natriumbromid und gegebenenfalls Natriumchlorid einträgt und anschlieöend die Halogenierung durch Einleiten von Chlor zu Ende führt, wobei man a) insgesamt 6 bis K) Gewichtsteile an Aiuminiumchlorid und Natriumchlorid bei einem Gewichtsverhältnis von Aluminiumchiorid zu Natriumbromid gleich 1:0,2 bis 0,4 und gegebenenfalls Natriumchlorid je Gewichtsteil Kupferphthalocyanin verwendet, und b) 40 bis 80 Gewichtsprozent der ingesamt benötigten Menge an Aiuminiumchlorid, Natriumbromid und gegebenenfalls Natriumchlorid als Schmelze vorlegt.
Nach dem Verfahren der Erfindung erhält man Polychlorbromkupferphthalocyanine in hoher Raum-Zeit-Ausbeute und sehr gleichmäßiger hoher Qualität. Die Verfahrensprodukte weisen einen hohen Gehalt an Reinpigment auf. Die Halogenierungszeit beträgt bei dem Verfahren gemäß der Erfindung nur ungefähr 30 bis 40% der bei den Verfahren des Standes der Technik benötigten Zeit.
Das Verfahren gemäß der Erfindung wird in der Regel so durchgeführt, daß man 40 bis 80 Gewichtsprozent der insgesamt für die Halogenierung benötigten Mischung aus Aiuminiumchlorid, Natriumbromid und gegebenenfalls Natriumchlorid im Reaktionsgefäß vorlegt und aufschmilzt. Bei Temperaturen zwischen 110 und 170° C trägt man dann unter gleichzeitigem Einleiten von Chlor die Mischung aus dem Kupferphthalocyanin, dem restlichen Aiuminiumchlorid, Natriumbromid und gegebenenfalls Natriumchlorid ein. Nachdem alles eingetragen ist, wird so lange Chlor eingeleitet, bis das gewünschte Verhältnis von Chlor zu Brom im Reaktionsprodukt vorhanden ist. Nachdem Erreichen des Endpunktes wird das Reaktionsgemisch in Wasser, dem Salzsäure zugegeben wurde, eingetragen und das Verfahrensprodukt gefällt. Die Isolierung erfoljjt in bekannter Weise.
Das Verhältnis von Aiuminiumchlorid zu Natriumbromid beträgt im allgemeinen 0,2 bis 0,4 Gewichts-„teile Natriumbromid je Gewichtsteil Aiuminiumchlorid, um eine Schmelze zu erhalten, die bei 100 bis ' 110° C noch gut rührbar ist. Gegebenenfalls kann der Schmelze auch bereits vor dem Einleiten von Chlor „ nbch Natriumchlorid zugegeben werden. ' Die Menge an den Bestandteilen, welche die Schmelze bilden, hängt vom gewünschten Verhältnis von Chlor zu Brom in den Verfahrensprodukten ab, deren coloristische Eigenschaften bei einem Halogenierungsgrad von 14 bis 16 Halogenatomen je Mol Kupferphthalocyanin über das Verhältnis der eingebauten Chlor- zu Bromatomen gezielt gesteuert wer-
S den kann. So bewirkt eine Erhöhung des Bromgehalts eine Farbtonverschiebung in Richtung gelbstichiges Grün.
In der Regel wird man, bezogen auf Kupferphthalocyanin, die 4- bis 20-, vorzugsweise die 6- bis
lOfache Menge an Aiuminiumchlorid und Natriumbromid anwenden.
Von dieser Menge werden im allgemeinen 40 bis 80 Gewichtsprozent, vorzugsweise 60 bis 70 Gewichtsprozent vorgelegt und durch Erwärmen ge-
»5 schmolzen. In diese Schmelze wird dann bei 110 bis 170° C, vorzugsweise bei 110 bis 140° C das Kupferphthalocyanin zusammen mit dem restlichen Aiuminiumchlorid und Natriumbromid und gleichzeitigem Einleiten von Chlor eingetragen. Dieses Eintragen geschieht im allgemeinen in 1 bis 3 Stunden.
Nachdem die Mischung aus Kupferphthalocyanin, Aiuminiumchlorid und Natriumbromid eingetragen ist, kann man in die Schmelze weiter Chlor einleiten, bis das gewünschte Verhältnis von Chlor zu Brom im
»5 Kupfcrphthalocyanin erreicht ist. Vorzugsweise leitet man ohne Rücksicht auf das Verhältnis von Chlor zu Brom im Halogenierungsprodukt so lange Chlor in die Schmeäe ein, bis im Abgas kräftige Bromdampfe auftreten. In diesem Fall erhält man nach der Aufarbeitungein Pigment von besonders guter Qualität und hohem Gehalt an reinem Pigment.
Nach Beendingung des Einleitens von Chlor sollte die Schmelze vorteilhafterweise möglichst rasch in Wasser, dem Salzsäure zugegeben wurde, eingtragen und so das Polychlorbromkupferphthalocyanin gefällt werden. Die Isolierung des Verfahrensprodukts erfolgt in bekannter Weise.
Nach dem Verfahren der Erfindung können Polychlor-polybromkupferphthalocyanine in hoher Raum-Zeit-Ausbeute hergestellt werden. So kann ein Polychlorbromkupferphthalocyanin, das etwa 13 Bromatome enthält, in nur 30 bis 40% der Zeit, die nach den Verfahren des Standes der Technik erforderlich ist. hergestellt werden. Gleichzeitig weist das erfindungsgemäße Verfahrensprodukt einen deutlich erhöhten Gehalt an reinem Pigment auf: mehr als 95 Gewichtsprozent gegenüber 85 bis 95 Gewichtsprozent bei den Produkten gemäß den Verfahren des Standes der Technik. Ein weiterer Vorteil der nach dem Verfahren gemäß der Erfindung erhaltenen Polychiorbromkupferphthalocyanine ist, daß diese für alle Finishverfahren geeignet sind und nach diesen in Pigmentformen überführt werden können.
Nach dem in der BE-PS 597220 beschriebenen Verfahren wird Kupferphthalocyanin in einer Aluminiumchlorid-Natriumchlorid-Schmelze mit Hilfe von Chlorsulfonsäure und Brom halogeniert. Das Verfahren ist schwierig durchzuführen, da das Reaktionsgemisch spontan zum Schäumen neigt, weshalb man nur in maximal zur Hälfte gefüllten Reaktionsgefäßen arbeiten kann, d.h. die Raum-Zeit-Ausbeute ist gering. Nach der BE-PS 601218 wird die Halogenierung von Kupferphthalocyanin mit Brom und Kupfer-I-chlorid als Katalysator durchgeführt. Da die Haloge-
nierung verhältnismäßig langsam erfolgt, benötigt man nach diesem Verfahren sehr lange Reaktionszeiten, um die für Phthalocyaningrünpigmente erforderliche Menge Halogen einzubauen. Ein weiterer Nach'-
teU ist, daß die Mutterlauge aus ökologischen Gründen von dem als Katalysator verwendeten Kupfersalz befreit werden muß. Außerdem findet bei der Halogenierung ein erheblicher Austausch des Kupfers im Phthalocyanin durch Aluminium statt. Hierdurch wird der Farbton des Pigmentes abgetrabt.
Die in der DT-AS 1231371 beschriebene Halogenierung von Kupferphthalocyanin verläuft langsam, so daß lange Reaktionszeiten erforderlich sind. Man erhält nach diesem Verfahren Polychlor-poJybromkupferphthalocyanine, die im Verhältnis zum eingetretenen Brom hohe Chlorgehalte aufweisen. Aus diesem Grunde weisen die Verfahrensprodukte einen deutlichen Blaustich auf. Zusätzlich tritt bei der Halogenierung ein erheblicher Austausch des Kupfers im Phthalocyanin durch Aluminium auf.
Bei dem in der DT-OS 2052937 beschriebenen Verfahren erfolgt die Halogenierung in Chlorsulfonsäure mit flüssigem Brom und flüssigem Chlor. Man erhält dabei sehr zähe Reaktionsgemische, die nicht mehr rührbar sind. Das Reaktionsgemisch nimmt daher bald kein Chlor und Brom mehr auf. Man erhält als Verfahrensprodukt - wegen des geringen Gehalts an Halogen - einn Blaupigment.
Nach dem in der GB-PS 925266 beschriebenen Verfahren erhält man Polychlor-polybromkupferphthalocyanine, die gegenüber den nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Produkten blauere und auch trübere und zum Teil auch schwächere Färbungen geben.
In der US-PS 3 332 961 wird die Halogenierung von Kupferphthalocyanin in einer Schmelze aus Aluminiumchlorid und Schwefeldioxid beschrieben. Nachteilig ist bei diesem Verfahren, daß erhebliche Mengen an Schwefeldioxid im Reaktionsgefäß kondensiert (verflüssigt) werden müssen und daß die Schmelze während der Halogenierung zum spontanen Schäumen neigt. Ein weiterer Nachteil ist, daß beim Zersetzen des Reaktionsgemisches große Mengen an gasförmigem Schwefeldioxid frei werden, die aus ökologischen Gründen beseitigt werden müssen. Auch nach diesem Verfahren werden deutlich blaustichigere Pigmente erhalten als nach dem erfindungsgemäßen Verfahren.
Demgegenüber erhält man nach dem erfindungsgemäßen Verfahren Polychlor-polybromkupferphthaloxyanine, die einen gelberen und in vielen Fällen auch einen reineren Farbton aufweisen. Außerdem sind die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Polychlor-polybromkupferphthalocyanine in der Regel leichter dispergierbar als die nach Verfahren des Standes der Technik erhaltenen Produkte.
Das Verfahren gemäß der Erfindung soll durch die folgenden Beispiele weiter erläutert werden. Die im folgenden genannten Teile und Prozentangaben beziehen sich auf das Gewicht.
AlCl3 = Aluminiumchlorid
NaBr = Natriumbromid
NaCl = Natriumchlorid
Beispiel 1
600 Teile AlCl3 und 240 Teile NaBr werden ge-. mischt und bei 90 bis 160° C geschmolzen. Während man 15 Teile Chlor pro Stunde einleitet, fügt man im Verlauf von 1 bis 3 Stunden in etwa gleichen Anteilen das Gemisch aus 400 Teilen AlCl3, 120 Teilen NaBr und 130Teilen Kupferphthalocyanin zu. Sobald die leichten Bromdämpfe verschwunden sind, erhöht man die Chlorzufuhr auf 30 Teile pro Stunde, wobei die Temperatur bis auf 160° C steigen darf, und leitet so lange Chlor ein, bis starke Bromdampfe auftreten. Das Reaktionsgemisch wird in der lOfachen Wasser-
menge gefällt und aufgearbeitet Man erhält 365 Teile Rohpigment, das 8,6% Chlor und 57% Brom enthält und das sowohl in Schwefelsäure als auch in organischen Lösungsmitteln zu sehr wertvollen Pigmenten formiert werden kann.
ίο Der Aluminiumgehalt einer getrockneten und aus der lOfachen Menge Schwefelsäure umgefällten Probe, wie in Beispiel 3 näher erläutert, beträgt 0,09%, der Reinpigmentgehalt 97%.
Beispiel 2
Man verfährt wie in Beispiel 1, kühlt aber die Schmelze vor der Zugabe der Mischung aus Kupferphthalocyanin, Aluminiumchlorid und Natriumbromid und des Chlors auf 120° C ab und läßt im
ao Verlauf der Reaktion die Temperatur auf maximal 170° C steigen.
Man erhält nach der Aufarbeitung 374 Teile eines Rohpigments, das 6,2 % Chlor und 61 % Brom enthält. Das Rohpigment läßt sich durch Behandlung mit or-
a5 ganischen Lösungsmitteln in wertvolle Pigmentformen überführen. Reinpigmentgehalt: 97%.
Beispiel 3
a) 600 Teile AlCl3, 60 Teile NaCI und 130 Teile NaBr werden gemischt und bei 90 bis 160° C geschmolzen. Während man 15 Teile Chlor pro Stunde einleitet, fügt man im Verlauf von 1 bis 3 Stunden das Gemisch aus 400 Teilen AlCl3 200 Teilen NaBr und 200 Teilen Kupferphthalocyanin gleichmäßig zu. Sobald die anfänglich auftretenden leichten Bromdämpfe verschwunden sind, erhöht man die Chlorzufuhr auf 30 Teile pro Stunde und chloriert so lange, bis starke Bromdämpfe auftreten. Die Temperatur steigt dabei bis auf 170° C an. Das Reaktionsgemisch wird durch Eintragen in die 1Of ache Menge Wasser gefällt und in üblicher Weise aufgearbeitet. Man erhält 486 Teile eines Rohpigments, das 22,2% Cl und 39% Br enthält. Das Rohpigment kann sowohl in Schwefelsäure als auch in organischen Lösungsmitteln zu sehr wertvollen Pigmenten formiert werden. Reinpigmentgehalt: 97%.
b) Eine Probe des erhaltenen wasserfeuchten Rohpigments wird nach den Angaben gemäß DT-PS
1242180, Beispiel 1, 3 Stunden bei 100° C formiert und wie üblich aufgearbeitet.
In gleicher Weise wird eine wasserfeuchte Probe des nach Beispiel IV der GB-PS 925 266 erhalte-
nen Rohpigments formiert und aufgeabeitet.
Beide so hergestellten Pulverpigmente werden in lösungsmittelfreiem Einbrennfirnis bei bestimmter Farbtiefe (= V9 Standardfarbtiefe) coloristisch geprüft und miteinander verglichen.
Dabei wird je eine Probe der Pulverpigmente in Grinding Base S. 100 (Hersteller: Lawter Chemical Inc., Chicago) auf einem Dreiwalzenstuhl angerieben. Die coloristische Auswertung so hergestellter Färbungen erfolgt nach dem
FIAF-Programm Farbe und Lack 75j 854 bis 802 (1969), mit Aussagen über Farbton und Sättigung' der Färbungen gemäß DIN 6164. Die Farbstärke in V9 RT gemäß DiN 53235 wird
nach dem FIAF-Programm über die AV-Zahl ausgedrückt. Die Ergebnisse dieser Prüfung sind in folgenden Tabellen zusammengestellt:
AV- FÄ T
Zahl
DH
Beispiel 3 30,70 100 20,46 4,89 38
GB-PS 925 266,
Beispiel IV 24,42 125,5 20,49 4,91 23
Das gemäß dem Verfahren der Erfindung erhaltene Pigment ist demnach um 25,5 Färbeäquivälente ergiebiger oder, in Prozent ausgedrückt, 22% stärker und bei praktisch gleichem Farbton und gleicher Farbsättigung bei einer Dispergierhärte von 38 fast doppelt so gut dispergierbar »5 als das nach dem Verfahren des Standes der Technik erhaltene Pigment mit einer Dispergierhärte von 23.
c) Die Reinheit der Pigmente wird in folgender Weise bestimmt: ao
Eine getrocknete Probe des erhaltenen Verfah-
rensprödukts a) und eine getrocknete Probe des nach Beispiel IV der GB-PS 925 266 erhaltenen Pigments werden in der lOfachen Menge 96%iger Schwefelsäure 16 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Die Suspension wird in die lOfacheMenge Wasser ausgetragen, das Pigment wird abgesaugt, neutral und salzfrei gewaschen und getrocknet. In den Proben wird dann der Aluminium- und Küpfergehalt bestimmt.
% Al %Cu %Cuber.
Beispiel 3a) 0,007 4^1 ~Äß
GB-PS 925 266
Beispiel IV 0,58 3,0 4,3
Danach enthält das gemäß dem Verfahren des Standes der Technik erhaltene Polychlorbromkupferphthalocyanin 30 % Aluminiumpolychlorphthalocyanin. Das gemäß dem Verfahren der Erfindung erhaltene Pigment enthält demgegenüber weniger als 5 % Aluminiumpolychlorbromphthalocyanin.

Claims (4)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Polychlor-polybromkupferphthalocyaninen durch Behandlung von Kupferphthalocyanin enthaltenden Schmelzen aus Aiuminiumchlorid, Natriumbromid und gegebenenfalls Natriumchlorid mit Chlor bei Temperaturen von 90 bis 180° C, dadurch gekennzeichnet, daß man in eine Schmelze aus Aluminiumchlorid, Natriumbromid und gegebenenfalls Natriumchlorid bei UO bis 170° C unUt gleichzeitigem Einleiten von Chlor eine pulverför mige Mischung aus Kupferphthalocyanin, Aluminiumchlorid und Natriumbromid einträgt und anschließend die Halogenierung durch Einleiten von Chlor zu Ende führt, wobei man
a) insgesamt 6 bis 10 Gewichtsteile an Aluminiumchlorid und Natriumbromid bei einem Gewichtsverhältnis von Aluminiumchlorid zu Natriumbromid gleich 1:0,2 bis 0,4 und gegebenenfalls Natriumchlorid je Gewichtsteil Kupferphthalocyanin verwendet, und
b) 40 bis 80 Gewichtsprozent der insgesamt benötigten Menge an Aluminiumchlorid, Natriumbromid und gegebenenfalls Natriumchlorid als Schmelze vorlegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Gemisch aus Kupferphthalocyanin, Aluminiumchlorid und Natriumbromid bei 110 bis 140° C einträgt.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man so lange Chlor in die Schmelze einleitet, bis starke Bromdämpfe aus der Schmelze entweichen.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Schmelze sofort nach der Beendigung der Halogenierung in Wasser einträgt.
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