DE128727C - - Google Patents

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DE128727C
DE128727C DENDAT128727D DE128727DA DE128727C DE 128727 C DE128727 C DE 128727C DE NDAT128727 D DENDAT128727 D DE NDAT128727D DE 128727D A DE128727D A DE 128727DA DE 128727 C DE128727 C DE 128727C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B7/00Indigoid dyes
    • C09B7/02Bis-indole indigos

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Halogensubstitutionsproducte des Indigos sind bereits wiederholt synthetisch dargestellt worden. . Sp werden in den Patentschriften 30329 und 33064 m-Dichlor- und -m-Dibromindigo beschrieben, welche aus m-Chlor- bezw. m-Brom-o-nitrobenzaldehyd mittels Aceton und Natronlauge nach dem Verfahren der bekannten Ba ey er'sehen Indigosynthese erhalten wurden (vergl. a. Ad. Baeyer, Ann. 284, S. 154). In gleicher Weise gelang die Darstellung eines Tetrachlorindigos aus dem durch Nitriren des Dichlorbenzaldehyds gewonnenen Mononitrodichlorbenzaldehyd (vergl. Patentschrift 32238 und Ber. 17 [1884], S. 752).
Alle diese Halogenderivate des Indigos theilen mit dem gewöhnlichen Indigo die wesentlichen Eigenschaften, wie die blaue Farbe, Sublimirbarkeit, Küpenbildung u. s. w., und sind ihm täuschend ähnlich.
Während man auf Grund der in den erwähnten Patentschriften angegebenen Thatsachen den Schlufs zu ziehen berechtigt schien, dafs der Eintritt von Halogen in das Indigomolecül keinerlei wesentlichen Einflufs auf die physikalischen und chemischen Eigenschaften, besonders die Nuance, des Farbstoffs ausüben würde, ist es gelungen, einen Dichlorindigo darzustellen, welcher denjenigen der Patentschriften 30329 und 33064 isomer ist, aber eine leuchtend rothviolette Nuance besitzt. Dieser weist trotz dieser grofs.en Abweichung im Farbenton sämmtliche dem Indigoblau zukommenden Echtheitseigenschaften auf, läfst sich genau wie dieser küpen u. s. w. Durch Sulfirung mit rauchender Schwefelsäure geht wasserlösliche Sulfosäure über,
er in
eine
welche Wolle merkwürdiger Weise in blauen Tönen anfärbt. Die Stellung des Halogens in den substituirten Indigofarbstoffen ist somit .von gröfster Bedeutung·, während die Meta-· stellung zur. Seitenkette, einen blauen Indigo liefert, verursacht die ParaStellung die Bildung, eines .violetten Farbstoffs.
Das vorliegende Verfahren besteht darin, dafs man p-Chlor-o-nitro.benzaldehyd nach bekannten Methoden in den Indigofarbstoff verwandelt. , .: ■ :
Zur . Darstellung des p-Chlor-o-nitrobenzaldehyds verfährt man in der Weise,, dafs man entweder p-Chlortoluol durch Chloriren der Seitenkette, oder Benzylchlorid durch Chloriren im Kern in p-Chlorbenzylchlorid überführt (s. Annalen der Chemie 146, S. 320), dieses in üblicher Weise nitrirt und das Nitrochlorbenzylchlorid nach bekannten Methoden in p-Chloro-nitrobenzaldehyd umwandelt, sei es durch Behandeln mit Natriumacetat oder Soda, oder durch deren successive Einwirkung (vergl. Patentschrift 48722 und, 104360) oder ,gemäfs dem Verfahren des Patentes 91503 und dessen Zusätzen; oder man führt p-Chlor-o-nitrotoluol, erhältlich durch Nitriren von p-Chlortoluol (Ber. d. deutsch, ehem. Ges. Bd. 7, S. 797, und Bd. 19, 2439) sowie aus o-Nitro-p-toluidin (Annalen der Chemie 158, 336) durch Chloriren in p-Chlor-o-nitrobenzylchlorid und dies wie oben weiter in den entsprechenden Aldehyd über. Endlich kann das Verfahren darin bestehen, dafs man p-Chlor-o-nitrotoluol durch Oxydation mit Braunstein und Schwefelsäure von ca. 30 bis 45 ° B. bei Temperaturen von über ioo° (z. B. 145 bis 165°) unter An-

Claims (2)

Wendung von Druck direct in den p-Chloro-nitrobenzaldehyd überführt. Der auf die eine oder andere Weise dargestellte p-Chloro-nitrobenzaldehyd schmilzt bei 67 bis 68° C; er ist in Aceton sehr leicht löslich und liefert eine kristallinische Bisulfitverbindung. Die Umwandlung des nach diesen Verfahren erhaltenen p-Chlor-o-nitrobenzaldehyds in den Indigofarbstoff wird nach den für die Darstellung von Indigo aus o-Nitrobenzaldehyd bekannten Methoden bewirkt, insbesondere durch Behandeln mit Aceton und Alkali. Es kann dies sowohl direct geschehen, als auch in der Weise, dafs man das intermediär entstehende ρ - Chl'or - ο - nitrophenylmilchsäuremethylketon zuerst isolirt und entweder als solches oder nach vorheriger Umwandlung in seine Bisulfitverbindung aufserhalb oder auf der Faser durch Alkali in den Indigo überführt. Das Verfahren sei an folgendem Beispiel erläutert: Darstellung von p-Dichlorindigo. In ein Gemisch von iooTheilen p-Ghloro-nitrobenzaldehyd, 400 Theilen Aceton und 100 Theilen Wasser läfst man unter Abkühlung 1000 Theile Natronlauge von 1 pCt. Gehaltan 2Va OH einfliefsen. Der p-Dichlorindigo fällt alsbald aus. Er wird abfiltrirt, ausgewaschen und getrocknet. Der Farbstoff bildet ein braunrothes Pulver, das beim Streichen mit einem harten Gegenstand intensiven schwarzen Metallglanz annimmt und beim Erhitzen in bordeauxrothen Dämpfen sublimirt, die sich krystallinisch niederschlagen. Er ist in den üblichen Lösungsmitteln unlöslich, dagegen in siedendem Nitrobenzol oder Anilin mit bordeauxrother Farbe löslich und scheidet sich beim Erkalten aus der Lösung wieder aus. Er lä'fst sich wie gewöhnlicher Indigo küpen und färbt Wolle und Baumwolle in der Küpe mit violettrother Farbe wasch- und lichtecht an. Beim Behandeln mit rauchender Schwefelsäure bildet er eine wasserlösliche Sulfosäure, die Wolle schön blau anfärbt. Die Sulfirung findet am leichtesten statt durch Eintragen des p-Chlorindigos in Schwefelsäure, welche die berechnete Menge freies Anhydrid enthält, und zwar in Form von 3 bis 4 proc. Oleum; die Reaction verläuft bei gewöhnlicher Temperatur. Das erhaltene Product enthält Chlor als wesentlichen Bestandtheil, ist von der gewöhnlichen Indigosulfosäure verschieden und färbt Wolle rothstichiger als letztere an. Die Sulfosäure ist u. A. charakterisirt durch ein schwer lösliches Barytsalz, welches sich aus siedendem Wasser umkrystallisiren läfst. Patent-A ν Sprüche:
1. Verfahren zur Darstellung eines violettrothen Indigofarbstoffs, darin bestehend, dafs man den in beliebiger Weise hergestellten p-Chlor-o-nitrobenzaldehyd nach bekannten Methoden, insbesondere durch Behandeln mit Aceton und Alkali, mit oder ohne vorherige Isolirung des ρ - Chlor-onitrophenylmilchsäuremethylketons bezw. seiner Bisulfitverbindung aufserhalb oder auf der Faser in den Indigofarbstoff umwandelt.
2. Ueberführung des nach Anspruch 1 dargestellten Indigofarbstoffs in wasserlösliche Sulfosäure durch Behandeln mit rauchender Schwefelsäure oder anderen sulfirenden Mitteln.
Berlin, gedruckt in der reichsdruckere:.
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