DE23237C - Entfernungsmesser - Google Patents
EntfernungsmesserInfo
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- DE23237C DE23237C DENDAT23237D DE23237DA DE23237C DE 23237 C DE23237 C DE 23237C DE NDAT23237 D DENDAT23237 D DE NDAT23237D DE 23237D A DE23237D A DE 23237DA DE 23237 C DE23237 C DE 23237C
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- G01C3/00—Measuring distances in line of sight; Optical rangefinders
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Description
KAISERLICHES
PATENTAM
Zweck der Erfindung ist die indirecte Messung der Entfernung zweier Punkte von dem einen
dieser Punkte aus, ohne den anderen Punkt weiter als durch Anvisiren aus dem ersteren in
Mitleidenschaft zu ziehen.
Zu erreichen gesucht wurde dieses (unter Hinzuziehung eines dritten, dem ersten möglichst
nahe liegenden Punktes) mit Hülfe der Gesetze der einfachen Reflexion an ebenen Flächen, durch Bestimmung eines der gesuchten
Entfernung proportionalen Mafses. Im übrigen gründet sich das Verfahren auf die Proportionalität
entsprechender Seiten ähnlicher Dreiecke.
In Fig. i, Blatt I, sei AB die zu messende Entfernung E, und A der Punkt, von wo aus
die Messung gemacht werden soll. In einem Hülfspunkt C, welcher auf der in A zu. AB
errichteten Senkrechten liege, befinde sich eine reflectirende Ebene, oder kurz ein Spiegel a b
unter 450 gegen die Linie A-B (also auch gegen
die Linie A-C) geneigt, ferner so, dafs die genannten Linien in seiner Reflexionsebene liegen.
Der Strahl Coo, welcher parallel A B, wird demnach in Richtung CA reflectirt, und der
von B kommende Strahl B C, welcher mit A B (bezw. mit Coo) den Winkel φ bildet, wird
sodann offenbar derart reflectirt, dafs der Reflexionsstrahl C D mit C A den gleichen Winkel
φ bildet und im Punkt D die Linie A-B schneidet.
Die Dreiecke AB Cund A CD sind ähnliche
Dreiecke; demnach ist:
AB: AC= AC: AD.
Zur einfacheren Bezeichnung setzen wir A C = B und nennen diese Linie die Basis der
Messung; ferner A D = e, als das Mafs der Entfernung AB (= E). Somit ist:
E: B = B: e
oder E-e —B*.
oder E-e —B*.
B"
Die gesuchte Entfernung ist also E ■=. ,
und da die Basis B willkürlich angenommen, also (z. B. durch directe Messung) gegeben ist,
so ist, wenn das Entfernungsmais e gemessen werden kann, die Entfernung E bestimmt.
Die Bestimmung des Entfernungsmafses e, sowie die Hülfsoperationen (die Feststellung des
Punktes C, die genaue Einstellung des Spiegels α b gegen die Linie A-B, endlich auch die
Messung der Basis B) soll mit vorliegendem Instrument bewirkt werden.
Die Formel zeigt, dafs E um so gröfser wird, je gröfser B und je kleiner e. Die Genauigkeit
der Messung aber bedingt ein bequem mefsbares, also möglichst grofses e, die Sicherheit
und Bequemlichkeit der Ausführung derselben ein nicht zu grofses B, und endlich die
praktische Construction des Instruments ein nicht sehr grofses e. Eine passende Vermittelung
zwischen diesen sich widersprechenden Bedingungen beansprucht das durch die Zeichnungen
als Beispiel gegebene Instrument erreicht zu haben, jedoch sind in mehrfacher Richtung Varianten möglich, deren einige zum
Schlufs kurz Erwähnung finden mögen.
Die Messungen mit vorliegendem Instrument sind (nach Mafsgabe der theoretischen Untersuchungen,
unter Berücksichtigung der aus der praktischen Construction der Instrumente, wie
aus der Mefsoperation selbst · entspringenden
möglichen und unvermeidlichen Fehler) im
.· Maximum mit derselben Genauigkeit ausführbar, wie gewöhnliche directe Längenmessungen
(Fehler 0,2 bis 0,3 pCt.), und zwar ganz gleichmäfsig für Längen von 0,25 bis zu 25 km;
mit geringerer Genauigkeit für noch gröfsere Längen.
Einrichtung und Gebrauch des Instruments sind folgende. .
Einrichtung.
Dasselbe zerfällt in zwei Theile: das Hauptinstrument, Blatt I und II, welches die Visirvorrichtung
und den Mafsstab für das Entfernungsmafs e, und das Hülfsinstrument, Blatt III,
welches den Spiegel trägt.
Das Hauptinstrument, Fig. 3 bis 11, zum Befestigen auf einem gebräuchlichen Stativ eingerichtet,
trägt auf seinem Dreifufs den um eine für seine Bewegungen mit Klemm- und Mikrometerschrauben d und c, Fig. 3, versehene
verticale Achse (Achsbüchse X) drehbaren Lagerträger PP der in y-förmigen Lagern
ruhenden horizontalen Achse YY, Fig. 4, welche die verticale Achse rechtwinklig schneidet (deshalb
an einem Arm des Lagerträgers die Justirschräubchen β β). Rechtwinklig zur horizontalen
Achse (Justirschräubchen α α, in Fig. 6 detaillirt) und starr mit derselben verbunden,
trägt diese in der Mitte die Führungsschiene L L, an dem einen Ende den mit ihr und der Führungsschiene
zugleich drehbaren Verticalkreis VV, und an dem anderen Ende zum Ausgleich der
Last auf beide Achslager das Gegengewicht J (letzteres in Fig. 3 weggelassen), während der
eine Arm des Lagerträgers PP die fest mit ihm verbundenen horizontal liegenden Alhidadenarme
h h, Fig. 7, mit ihren Nonien η η (Justirschräubchen
μ μ) und den verticalen Arm g für die Klemm- und Mikrometerschrauben t
und s hält. Der Verticalkreis ermöglicht eine Messung der Höhen- und Tiefenwinkel bis zu
etwa 5 2°, und ist jeder seiner Quadranten dementsprechend für sich, von o° (horizontaler
Durchmesser) anfangend, getheilt.
Auf der Führungsschiene L L befindet sich, parallel zu den Führungskanten der Schiene,
der Mafsstab MM, Fig. 3 und 8, für das Entfernimgsmafs
e, wie der Querschnitt, Fig. 5, andeuten soll, als eingelegter Silberstreifen. Die
Führungsschiene hat eine Länge von 0,70 m, der Mafsstab eine solche von 0,60 m, und ist
derselbe derart in ganze Millimeter, getheilt zu denken, dafs an der Stelle, woselbst sich unterhalb
an dem Steg der Führungsschiene das Loth /, Fig. 3, befindet; der Nullpunkt der
Theilung liegt, sodann die Theilung nach links bis zu 50 mm, nach rechts bis zu 550 mm
fortschreitet, Fig. 8. Die Bezifferung der Theilung ist nach Millimetern geschehen.
Der weiter folgende Theil des Hauptinstruments läfst sich mittelst des Schlittens S S, Fig. 9
(obere Ansicht des Schlittens in Fig. 3) auf der Führungsschiene L L beliebig verschieben und
mittelst der Klemm- und Mikrometerschrauben/ und ο zur feineren Einstellung bringen. Die
Klemmplatten pressen gegen die auf der Führungsschiene befestigte Klemmschiene k k. 'Die
grobe Verschiebung des Schlittens auf der Führungsschiene könnte etwa dadurch noch erleichtert
werden, dafs ein kleiner Trieb angebracht wird, für welchen die Klemmschiene k k
als Zahnstange ausgebildet wird. Zwischen den beiden vorderen Schlittenfüfsen, Fig. 3 und 9,
liegt der zur Theilung MM gehörige Nonius N justirbar befestigt, welcher mit dem Schlitten
zugleich an der Theilung entlang geführt wird. Der Nonius soll im vorliegenden Fall derart
getheilt sein, dafs 1J10 mm des Mafsstabes mit
Sicherheit gemessen werden kann; Y20 mm läfst
sich dann noch schätzen.
Die obere Fortsetzung des Schlittens bildet die Achsbüchse Z, Fig. 4, der (verticalen) Drehachse des Fernrohres R, und der Horizontalkreis
HH, beides mit dem Schlitten ein festes Ganze bildend. Zum Verticalstellen der genannten
Drehachse dienen die Justirschräubchen tr <r an den Schlittenfüfsen, zum Centralstellen
derselben die Schräubchen -π tv daselbst,
während die Schräubchen ρ ρ zur Regulirung der Reibung und zur Sicherung des Ganges
des Schlittens angebracht sind. Mit der verticalen Achse Z drehen sich zugleich die
Alhidadenarme u u, Fig. 8, und das auf dem Lagerträger T T in y-förmigen Lagern ruhende,
als Umlegeniveau gedachte Fernrohr R. Der Horizontalkreis HH bedarf nur einer einfachen,
aber genauen Markirung der vier rechten Winkel, derart, dafs die Theilstriche von ο und i8o°
möglichst normal zur Führungsschiene LL liegen. Die Alhidadenarme tragen keine Nonien,
sondern nur einfache Marken m m, indefs justirbar
(Schräubchen γ γ), denn Bedingung ist, dafs das Fernrohr in der Nullstellung, Fig. 2, Blatt I,
genau parallel der Führungsschiene liege, und in der 900-Stellung genau rechtwinklig zu derselben.
Erhält der Horizontalskreis eine VoIltheilung, die Alhidaden Nonien, so kann das
Instrument auch in besonderer, jedoch beschränkter Weise als Theodolit dienen. Einer
der Alhidadenarme trägt zugleich die Kiemmund Mikrometerschranben q und r, Fig. 3 und 7,
für die Ausführung feiner Drehungen. Um die Fernrohrachse normal zur Verticalachse Z zu
stellen, ist das eine y-förmige Lager des Fernrohres vertical verschiebbar (Justirschräuhchen
γ γ).
Zum Horizontalstellen des ganzen Instruments dient und genügt die auf dem Fernrohr sitzende
Libelle W, jedoch bedient man sich mit Vortheil auch wohl noch einer zweiten Libelle Uj
Fig. 4, welche auf die horizontale Drehachse
YY des Instruments gesetzt werden kann. Bezüglich des Fernrohres ist noch zu bemerken,
dafs dasselbe an seinem Objectivende ein Markenkreuz w w (Fig. 11 Vorderansicht) trägt,
dessen Marken sich rechtwinklig in der Fernrohrachse schneiden (Justirschräubchen b b) und
parallel zu den Fadenkreuzfaden des Oculars liegen. Das Fadenkreuz ist ein doppeltes,
Fig. io, und sind daran die beiden sich senkrecht
in der Fernrohrachse schneidenden Haupt- - fäden und die beiden dazu parallelen, seitwärts
liegenden Nebenfäden zu unterscheiden. Die beiden horizontalen Fäden haben einen gröfseren
Abstand von einander, als die beiden verticalen Fäden. Auf den Zweck dieser doppelten Fäden
kommen wir beim Gebrauch des Instruments zu sprechend Das Fernrohr ist als Umlegeniveau
gedacht, theils um eventuell für verschiedene Entfernungen mehrere Fernrohre von
verschiedener Tragweite anwenden, theils auch, um den Einflufs von Fehlern des Instruments
beseitigen zu können.
Das Hülfsinstrument, Fig. 12 bis 20, III,
zerfällt in zwei gesonderte Theile, in das Hülfsinstrument im engeren Sinne, Fig. 12 bis 15,
und in die demselben eigentümliche Aufstellungsvorrichtung, Fig. 16 bis 20, welche indefs
bei ebenem Terrain auch durch ein gewöhnliches Stativ ersetzt werden kann.
Das eigentliche Hülfsinstrument besteht aus einem Dreifufs, welcher (ganz analog dem
Hauptinstrument) einen um eine für seine Bewegungen mit den Klemm- und Mikrometerschrauben
d und c, Fig. 13, versehene verticale Achse (Achsbüchse X) drehbaren Lagerträger
PP einer in y-förmigen Lagern ruhenden horizontalen Drehachse YY trägt, welche Achse
die verticale Achse X rechtwinklig schneidet (Justirung des einen Lagers durch die Schräubchen
β β), und an deren einem Ende sich ein Verticalkreis VV, entsprechend demjenigen des
Hauptinstruments, befindet, während an dem neben dem Verticalkreis liegenden Arm des
Lagerträgers PP ebenso die horizontal gerichteten
Alhidadenarme h h mit ihren Nonien η η, Fig. 12 (hier Beides auf derselben Seite des
Kreises), und der verticale Arm g mit der Klemm- und Mikrometervorrichtung t und s,
Fig. 13, angebracht sind.
An der horizontalen Achse Y Y hängt ferner die zur Horizontirung des Instruments dienende
Libelle W (welche sich mit der Achse dreht), und in der Mitte der horizontalen Achse sitzt
die (verticale) Drehachse Z des Spiegels S, Fig.,12 und 13, detaillirt in Fig. 15, innerhalb der
Achsbüchse Z0, mit welch letzterer an ihrem
oberen Ende der Horizontalkreis HH fest verbunden ist. An der verticalen Achse Z befindet
sich oben der Spiegelträger u u, welcher zugleich die Alhidadenarme abgiebt, und an
welchem rechtwinklig der Arm / für die Mikrometerschrauben q und r befestigt ist. Behufs
Verticalstellung dieser Achse ist dieselbe an ihrem oberen Ende mittelst Kugelgelenkes nach
allen Seiten drehbar in der Achsbuchse Z0 eingesezt
und an ihrem unteren Ende durch drei Justirschräubchen ii verstellbar. Als Hülfsinstrument
für diese Justirung dient die in Fig. 12 angedeutete Libelle U, welche auf die
freien Enden des Spiegelträgers u u aufgesetzt werden kann. Um dieser Justirung nicht hinderlich
zu sein, schweben die Arme u u und / frei über dem Horizontalkreis HH, und sind
die die Marken m m tragenden Alhidadenstücke π π, sowie das entsprechende, die
Klemm- und Mikrometervorrichtung haltende Ansatzstück w, Fig. 14, an die Enden der
bezw. Arme u u und p mittelst der in Schitzen dieser Ansatzstücke sitzenden Schräubchen ε ε
entsprechend angeschlossen.
Der Horizontalkreis HH, Fig. 14, zeigt an seinem Rande die Theilstriche für o° (dieser
Durchmesser möglichst rechtwinklig zur horizontalen Achse Y Y) und auf beiden Seiten
der Nulllinie die Theilstriche für den Winkel von 450. Die Marken m m der Alhidade sind
mit Hülfe der Schräubchen γ γ justirbar, denn Bedingung ist, dafs in der Nullstellung die Ebene
des Spiegels 5 genau rechtwinklig zur Horizontalachse Y Y stehe.
Der Spiegel 5 sitzt innerhalb eines Rahmens auf dem Spiegelträger u u und trägt in der
Mitte der Spiegelebene eine verticale Marke, eine dunkle, nicht spiegelnde Linie v-v, Fig. 12.
Innerhalb des Rahmens ist der Spiegel mittelst mehrerer Justirschräubchen stellbar, und zwar
dienen die Schräubchen α α dazu, die Spiegelebene senkrecht zu stellen und in die Verlängerung
ihrer Drehachse Z zu bringen,' die Schräubchen &d und γ γ aber dazu, die Visirlinie v-v
mit der Verlängerung der Achse Z zu identificiren.
Die Aufstellungsvorrichtung für dieses Hülfsinstrument, welche in Fig. 16 bis 20 dargestellt
ist, hat den Zweck, das Hülfsinstrument auf möglichst bequeme und exacte Weise derart
aufzustellen, wie es das Hauptinstrument in jedem besonderen Fall verlangt.
Das Hülfsinstrument wird hiernach auf dem Consolschlitten i? befestigt, (Fig. 13 und 18 obere
Ansicht des Schlittens) und kann mit Hülfe desselben auf der Führungslatte L L, Fig. 16
und 17, beliebig vertical verschoben und mittelst der Klemmschraube k des Schlittens in jeder
beliebigen Höhe der Latte festgestellt werden. Die Führungslatte L L wird durch ein besonderes
Stativ, welches einen unbeweglichen Fufs F F und zwei bewegliche und verlängerbare
Füfse G G besitzt, gehalten und ist derart an demselben befestigt, dafs ein Verticalstellen
der Latte nach Feststellung des Stativs
bewirkt werden kann. Hierzu dient die auf der Kopfplatte des letzteren aufgelagerte gelenkartige
Verbindung, welche durch die beiden Drehachsen χ und y, Fig. 17 (in Fig. 19
obere Ansicht) eine Bewegung nach zwei rechtwinklig sich schneidenden Richtungen ermöglicht,
und die am unteren Ende des festen Fufses F angebrachte Führung / mit den Stellschrauben
ζ und w, von denen die eine w gleichzeitig als Mutter der anderen gedacht ist.
Hierzu giebt Fig. 20 die Details. Die senkrechte Stellung der Latte markirt das an derselben
hängende Loth / und das Korn 0.
Die Führungslatte zeigt auf ihrer vorderen Fläche noch eine nach Metern bezifferte Theilung
in ganzen Centimetern, auf deren speciellen Zweck wir beim Gebrauch des Instruments zu
sprechen kommen werden. Uebrigens läfst sich diese getheilte Latte an der Drehachse χ und
der Stellschraube ζ von dem Stativ bequem ablösen (Transport, Aufbewahrung), und kann
dieselbe sodann auch gemeinsam mit dem Hauptinstrument zum Nivelliren benutzt werden,
zu welchem Zweck die 2,50 m lange Latte mit passenden Verlängerungsstücken bis zur gebräuchlichen
Länge von 5 m versehen werden kann.
Gebrauch des Instruments.
Zur Darstellung des Gebrauches vorliegenden Entfernungsmessers geben wir vorerst kurz die
Hauptmomente der Handhabung desselben, um sodann die genaue Ausführung einer Messung
specieller zu verfolgen, wobei vorausgesetzt ist, dafs Haupt- wie Hülfsinstrument an und für sich
genau justirt sind.
Hauptmomente (Fig. 2). Zu unterscheiden ist die Aufstellung des Hauptinstruments, die
Aufstellung des Hülfsinstruments und die Messung im engeren Sinne. Am Punkt A wird das
Hauptinstrument aufgestellt und das entfernte Object B durch das parallel dem Mafsstab
auf dem Nullpunkt der Theilung desselben stellende Fernrohr direct anvisirt, Fig. 2, II.
Sodann dreht man das Fernrohr um 900 und stellt in Richtung seiner jetzigen Visirlinie in
einem Punkt C das Hülfsinstrument derart auf, dafs der auf o° stehende Spiegel a b senkrecht
auf diese Visirlinie zu stehen kommt, d. Jh. man bringt das Bild des Fernrohres im Spiegel mit
dem Fernrohr selbst in eine gerade Linie, die verlängerte (Visir-) Linie A-C, Fig. 2, II. Nunmehr
dreht man den Spiegel ab um 45°, Fig. 2, III, und verschiebt das Fernrohr auf dem
Mafsstabe, indem man dasselbe entsprechend dreht, so lange, bis man das Bild des Objectes B
im Spiegel findet und anvisirt. Somit erhält man den Punkt D (auf dem Mafsstab) und das
Entfernungsmafs AD^e. Die Basis AC=B
mufs nun noch gemessen werden. Dies geschieht entweder durch eine directe Messung
von A bis C mit Latte oder Kette; einfacher jedoch auch indirect mit dem Instrument, indem
man das Fernrohr aus der Visur, Fig. 2, II, parallel mit sich auf dem Mafstab so weit
verschiebt, bis der zweite verticale Faden' des Fadenkreuzes den Punkt C (Spiegelmarke ν ν)
deckt. Dies ist z. B. der Fall im Punkt F, Fig. 2, III, und das Mafs AF, mit einer Constanten
multiplicirt, ergiebt die Basis B. Das Instrument bestimmt also die Basis B wie ein
Porro'scher Distanzmesser.
Genaue Ausführung einer Messung.
Aufstellung des Hauptinstruments (Fig. 2, I). Das Hauptinstrument wird am Punkt A aufgestellt
und mit Hülfe der Libelle W (oder U) horizontirt, der Nonius YV auf den Nullpunkt
des Mafsstabes MM gebracht und das Fernrohr auf den Nullpunkt seines Horizontalkreises
eingestellt. Durch Drehung der verticalen Achse X und der horizontalen Achse Y Y wird
nunmehr das entfernte Object B mit dem Fernrohr genau anvisirt (indem mittelst der
Schrauben d c und t s die feine Einstellung bewirkt wird) und der sich ergebende Höhenwinkel
an den Nonien η η abgelesen. Sodann
dreht man das Fernrohr um seine Achse Z bis auf 900.
Aufstellung des Hülfsinstruments (Fig. 2, II). In der jetzigen Visirlinie des Fernrohres, in
nicht zu grofsem, durch Abschreiten oder Augenmafs bestimmtem Abstand A C (etwa
S bis 50 m, was sich nach der Gröfse der zu messenden Entfernung A B richtet, die man
einer groben Schätzung auf Kilometer unterzieht)*), richtet man 'mm die Aufstellungsvorrichtung,
Fig. 16, des Hülfsinstruments so ein, dafs etwa die Mittellinie der Führungslatte L L
in die Visirlinie fällt und die Latte senkrecht steht. Das Hülfsinstrument selbst, Fig. 12, wird
hiernach auf dem Consolschlitten K befestigt,
*) Das max e ist bei vorliegendem Instrument (Mafsstab) im allgemeinen gleich 500 mm oder 0,50 m.
Dem max e entspricht aber nach der Formel
B2
E = ein min E, also bei unserem Instrument
~l/ min E
min E = = 2 B2 (in Metern) oder B ■.
0,5
Wird nun B (A C) von vornherein zu grofs genommen,
so kann es leicht geschehen, dafs das (dazu gehörige) gesuchte e über das Ende des Maßstabes MM hinausfällt,
also gröfser als 500 mm sein würde. Man thut also gut
(namentlich bei kleinen Entfernungen) die Entfernung erst grob auf ihr Minimum zu schätzen und das dazu
passende B überschläglich auszurechnen. . Z. B. eine gesuchte Entfernung läfst sich nach dem Auge auf 5
bis 10 km schätzen: so berechnet man zu E= 5 000 m
die Basis B=V — = 50 m, und stellt nunmehr
' 2
das Hülfsinstrument in einem Abstand von höchstens 50 m, um sicher zu gehen etwa nur in 40 m Abstand
vom Hauptinsirument auf.
mittelst der Libelle W horizontirt und der Spiegel S so weit um seine Achse Y Y gedreht,
bis der am Hauptinstrument abgelesene Höhenwinkel auch am Hülfsinstrument fixirt ist. Das
derart aufgestellte Instrument wird nunmehr auf der Führungslatte so lange vertical verschoben,
bis die Visirlinie des Fernrohres möglichst mitten auf die Spiegelfläche trifft, und in dieser
Stellung durch die Klemmschraube k befestigt. Die Horizontirung des Instruments wird jetzt
noch einmal berichtigt.
Um nun ferner die Spiegelebene (deren Alhidadenarme m m auf den Nullpunkten des
Horizontalkreises stehen müssen) normal zur Visirlinie des Fernrohres zu bringen, wird .die
Mikrometerschraube c so lange gedreht, bis das Bild des Fernrohres im Spiegel anvisirt wird
und das (Haupt-) Fadenkreuz des Fernrohres und das Markenkreuz w w des Spiegelbildes
des Fernrohres sich decken. (Bei nicht vollkommen übereinstimmender Horizontirung beider
Instrumente würde, indem das Spiegelbild nach oben oder unten abweicht, auch noch eine
Correctur der Horizontalstellung am Hülfsinstrument derart vorzunehmen sein, dafs die
nach vorn gerichtete Dreifufsstellschraube gedreht wird, bis der horizontale (Haupt-) Faden
des Fadenkreuzes und die entsprechenden Marken des Markenkreuzes (im Bilde) sich decken.)
Das Bild des Fernrohres zeigt sich an einer beliebigen Stelle des Spiegels: es mufs aber so
liegen, dafs auch die ■ in der Spiegelfläche vorhandene Visirmarke (Spiegelmarke) »»in die
"Visirlinie fällt. Dies wird erreicht durch Verschieben des Fernrohres (Schlitten) auf der Führungsschiene
mittelst der Mikrometerschraube o, bis sich Fadenkreuz und Spiegelmarke ν ν
decken. Der Nullpunkt des Nonius N verschiebt sich dabei gegen den Nullpunkt des
Mafsstabes MM (nach rechts oder links), und ist als erste Ablesung die Gröfse e0 dieser Verschiebung
(Indexfehler) zu notiren (positiv oder negativ). Sollten Fadenkreuz (verticaler Faden)
und Marken ν ν nicht parallel sein, so wäre am Hülfsinstrument der Höhenwinkel durch
Drehen der Mikrometerschraube ί zu corrigiren, bis Fadenkreuz und Marke parallel sind, sodann
-wie oben weiter zu verfahren, bis sie sich vollkommen decken, und dann erst die Ablesung
e0 zu machen. Somit befinden sich schliefslich Fernrohr (Fadenkreuz), Spiegelmarke
ν ν und Fernrohrbild (Markenkreuz w w) in einer Geraden, der Spiegel steht normal zu
dieser Geraden, und die Aufstellungsoperation des gesammten Instruments wäre damit, dafs
man den Spiegel nunmehr um seine Achse Z gegen das entfernte Object B hin um 450 dreht,
beendet.
Messung im engeren Sinne (Fig. 2, III). Die eigentliche Messung kann jetzt geschehen.
Zu bestimmen ist die Basis B und das Entfernungsmafs e. Die Messung der Basis B erfolgt
vorteilhaft zuerst. Durch das Fernrohr in seiner bisherigen Lage wurde die Spiegelmarke
ν υ von dem verticalen Hauptfaden des Fadenkreuzes gedeckt. Dieser Hauptfaden bildet
aber gemeinsam mit seinem parallelen Nebenfaden einen Porro'schen Distanzmesser, dessen
»Latte« der Mafsstab MM ist. Das ; Fernrohr wird nun auf dem Mafsstab parallel mit seiner
bisherigen Lage so weit verschoben, bis der verticale Nebenfaden des Fadenkreuzes und 'die
Spiegelmarke ν ν sich decken. Hier ergiebt sich auf dem Mafsstab eine zweite Ablesung blt
deren Differenz b mit der ersten Ablesung e0
das Mafs für die Basis B liefert.*)
Beispiel. Die Constante dieses Porro'schen Distanzmessers sei 200, dann ist B= 200 b.
Nun sei gewesen
e0 =— 11,70 mm; es sei O1 = 201,65 mm,
also ist
also ist
b = b, — ^0 = 201,65 + 11,70 = 213,35 mm,
demnach ist also
B = 200 · 213,35 mm = 42,67 m.
(Das ursprünglich für B abgeschrittene Mafs war ca. 40 m (s. Anmerkung).
(Das ursprünglich für B abgeschrittene Mafs war ca. 40 m (s. Anmerkung).
Als letzte Operation erfolgt schliefslich das Aufsuchen des Objectes B im Spiegel, indem
das Fernrohr um seine Achse Z gedreht und der Schlitten auf dem Mafsstab verschoben wird.
Hat man das Bild des Objectes im allgemeinen im Spiegel gefunden, so stellt man den Schlitten
und das Fernrohr durch die Klemmschrauben p und q fest, dreht sodann das Fernrohr mittelst
der Mikrometerschraube r, bis das Fadenkreuz und das Bild des Objectes sich ebenso decken,
wie Fadenkreuz und Object selbst sich bei der directen (ersten) Visur, Fig. 2,1, gedeckt haben;
und man verschiebt endlich durch Drehung der Mikrometerschraube ο den Schlitten noch so
weit, dafs sich Fadenkreuz (verticaler Hauptfaden) und Spiegelmarke ν ν decken. Im allgemeinen
werden sodann schon die drei Punkte: Fadenkreuz, Spiegelmarke und Objectbild in einer Geraden liegen, anderenfalls ist die Operation
mit r und ο zu wiederholen, bis die genannten drei Punkte in einer Visirlinie liegen.
Ist dieses erreicht, so machen wir auf dem Mafsstab MM (am Nonius N) eine dritte Ablesung
e,, deren Differenz mit der ersten (e0)
das gesuchte Entfernungsmafs e ergiebt.
*) Eine möglichst sorgfältige directe Messung der Basis B würde von dem Punkt, den das Loth unter dem
Nullpunkt des Mafsstabes des Hauptinstruments angiebt, bis zu dem Punkt, den ein an der Befestigungsschraube
des Hülfsinstruments auf dem ConsolscMitten aufgehängtes Loth angiebt, gemacht werden können. Diese Linie
repräsentirt nicht genau die Linie C-A, weicht indefs für die Rechnung unwesentlich davon ab. Die oben dargestellte
indirecte Messung durch das Instrument selbst hat den Vorzug einer constanten Genauigkeit.
Beispiel. Es sei gefunden
eL ■=. 224,25 mm; es war e0 = — 11,70 mm,
also ist
e = ex — e0 = 224,25 + 11,70 = 235,95 mm.
also ist
e = ex — e0 = 224,25 + 11,70 = 235,95 mm.
Die Basis war gefunden zu B = 42,67 m,
alsdann ist die Entfernung
alsdann ist die Entfernung
42,67'm
= 7,7166 km,
e 235,95 mm
oder es ist E= 7 716,6 m.
Die Ausrechnung des Ausdruckes
schieht mit Hülfe einer gewöhnlichen (fünfstelligen) Logarithmentafel.
Zweite Messung.
Will man die Entfernung E mit dem möglichsten Grade von Genauigkeit (welche derjenigen
einer gewöhnlichen directen Messung gleich kommen wird) bestimmen, so mufs im allgemeinen noch eine zweite Messung vorgenommen
werden, die zugleich in gewissem Sinne auch als Controlmessung gelten kann, und durch Vergleich und Mittelung mit der
ersten Messung ein Resultat liefert, das der wahren Gröfse von E noch näher kommen
dürfte.
Das Maximum der Genauigkeit der Gröfse E wird erreicht, wenn das Maximum der Gröfse e
in die Rechnung tritt, wie aus der allgemeinen Formel Ee = 2?2 leicht nachzuweisen. Dieses
Maximum von e ist bei vorliegendem Instrument etwa rund 500 mm. Zu derselben und
der nun schon möglichst genau bekannten Entfernung E gehört aber eine bestimmte
Basis B.
Beispiel. Verfolgen wir die Operation des Weiteren an unserem Beispiel, so wäre diese
Basis B = VEe max
-V-
-η*
in Metern), also
7716,6
= 62,12 mf also rund 62 m. Nunmehr
hätte also eine zweite Aufstellung des Hülfsinstruments in der Verlängerung des früheren A C (= 42,67 m) zu erfolgen, so dafs
die Basis möglichst gleich 62 m wird. Um die Bestimmung dieser gegebenen Basis auf dem
Felde (welche auch wieder durch directe Messung erfolgen kann) zu erleichtern, ist das
Messungsprincip des P orr ο'sehen Distanzmessers
durch die beiden horizontalen Fäden des Fadenkreuzes und die auf der Führungslatte des
Hülfsinstruments vorgesehene Centimetertheilung nochmals an dem Instrument vertreten.
Die Constante dieses Distanzmessers sei 100, so gehört zu der Basis B= 62 m das Mafs
(Lattenstück) von = 0,62m. DasHülfsinstru-
100
ment wird also nun auf der Verlängerung von A C so lange fortgerückt, bis zwischen den
horizontalen Fäden des Fadenkreuzes ein Lattenstück von 62 cm Gröfse (der vertical gehaltenen
Latte) erscheint. Das Hauptinstrument befindet sich bei dieser Operation in der Stellung
Fig. 2, II. Nunmehr erfolgt die Aufstellung des Hülfsinstruments an der gefundenen Stelle in
der früher beschriebenen Weise.
Es möge diesmal eine erste Ablesung (Indexfehler e0 = -\- 38,55 mm gemacht werden. Die
sodann wie früher erfolgende (genauere) Messung der neuen Basis B mit dem ersten Porro'schen
Distanzmesser (verticale Fäden) liefern eine zweite Ablesung &, = 347,40 mm.
Das Mafs der Basis B ist demnach
b = O1 — e0 = 347,40 — 38,55 = 308,85 mm, und mithin die Basis selbst
b = O1 — e0 = 347,40 — 38,55 = 308,85 mm, und mithin die Basis selbst
B = 200 · 308,85 mm = 61,77 m.
Endlich finde man als dritte Ablesung diesmal die Gröfse e1 = 534,70 mm, also das Entfernungsmafs
e = e1 — <?„ = 534,70 — 38,55 — 496,15 mm.
Alsdann wäre jetzt die Entfernung
2 2
2 2
7,6903 km,
e 490,15 mm
oder es ist
E= 7690,3 m,
was wieder logarithmisch berechnet wird.
was wieder logarithmisch berechnet wird.
Die Controle der Messung besteht nun darin, dafs die jetzt gefundene Länge von 7 690,3 m
gegen die früher gefundene von 7716,6m nur
eine beschränkte Gröfse der Differenz zeigen darf.
Vorausgesetzt, es ergebe die erste Messung mit mittlerem e (von 200 bis 300 mm) eine
Genauigkeit von 0,5 pCt., so wäre die gefundene Gröfse von 7716,6 m um (77,166 · 0,5 =) rund
38,5 m in max unrichtig; die wahre Länge von E läge also zwischen den Ganzen 7 678,1 m
und 7755,1 m. Die zweite Messung kann also
nur ein Resultat ergeben, welches zwischen diesen Grenzen liegt; anderenfalls wäre die eine
oder die andere, oder beide Messungen als fehlerhaft zu bezeichnen. Die zweite Messung
ergab die Länge von 7690,3 m, also ein durchaus befriedigendes Resultat. Vorausgesetzt, eine'
Messung mit maximalem e (von 475 bis 525 mm)
ergebe eine Genauigkeit von o,* pCt., so läge1
ferner das wahre Mafs von E^ zwischen den;
Grenzen 7675,3 m und 7705,3 m. Die gröfste
Wahrscheinlichkeit aber hat es für sich, dafs das wahre E zwischen beiden gefundenen
Wer'then von 7716,6 m und 7690,3 m liege,
und gemäfs der vorausgesetzten Genauigkeit der beiden Messungen dürfte etwa E = 1J 697,2 m
der wahren Gröfse der gesuchten Entfernung am nächsten kommen.
Höhenmessung.
Das Instrument gestattet ferner die für die Vollständigkeit der Messung richtige Bestimmung der Höhenlage des entfernten Object-.
punktes B über dem Standpunkt A des Instruments,
und zwar in verschiedener Weise.
Nennen wir diesen Höhenunterschied H und den am Verticalkreis abgelesenen Höhenwinkel
ψ, so ist bekanntlich H = E sin ψ durch Rechnung leicht zu bestimmen.
Ist der Höhenwinkel nicht sehr grofs (und bei sehr entfernten Objecten wird dies die
Regel sein), so bestimmt sich die Höhe H (ohne Winkelrechnung) mit Hülfe der getheilten
Latte am Hülfsinstrument folgendermafsen:
Erste Methode. Der Schlitten SS wird auf die Mitte der Führungsschiene L L geschoben,
so dafs der Nonius N (Nullpunkt) etwa mit dem Tfheilstrich 250 des Mafsstabes zusammenfällt,
und das Fernrohr durch Drehung um die Achse Z in die Lage von Fig. 2, II (900-Stellung),
gebracht, sodann das ganze Instrument ein wenig um die Achse X gedreht, bis durch das Fernrohr
die Führungslatte L L des Hülfsinstruments anvisirt wird. An der Theilung derselben machen
wir eine Ablesung A0. Nunmehr wird das Fernrohr in seine ursprüngliche Lage (Nullstellung),
Fig. 2, I, gebracht, und in dieser Lage das ganze Hauptinstrument weiter um seine verticale
Achse X gedreht, bis im Fernrohr wiederum die Führungslatte sichtbar ist. Wir machen an der
Theilung derselben eine zweite Ablesung A1. Die Differenz Λ, -A0 beider Ablesungen setzen
wir gleich h. Alsdann ist:
H: E=A: ]/' B* + A*,
also
also
H=
Eh
(E ist Hypotenuse, B dagegen Kathete eines rechtwinkligen Dreiecks, dessen zweiter Winkel
ψ ist.)
Zu bemerken ist, dafs der Werth von B hier jedoch, um das Stück von der Achse Z
des Hülfsinstruments bis zur Vorderfläche (Theilung) der Latte L L vermehrt, in die Rechnung
zu führen ist. Aufserdem bedingt die geneigte Lage der Achse Z des Hauptinstruments bei
der Drehung des letzteren um die Achse X eine Verschiebung der zweiten Ziellinie A1 gegen
die erste (A0), wodurch ein merklicher (jedoch bestimmbarer) Fehler der Messung entsteht.
Unwesentlicher ist der Fehler, dafs die beiden Visuren nicht genau in Richtung der Basis A C
vollzogen werden.
Zweite Methode. Die Höhe A ergiebt sich genauer in anderer Weise wie folgt: Das Fernrohr
wird in seine ursprüngliche Lage, Fig. 2, I, gebracht, sodann das Instrument wie oben um
seine Achse X gedreht und an der Latte die Ablesung A1 ■ gemacht. Sodann wird das Fernrohr
umgelegt (bezw. um seine Drehachse Z •um i8o° gedreht) und in dieser Lage das ganze
Instrument nochmals um seine Achse X gedreht, bis die Latte wiederum im Fernrohr erscheint.
Hier ergiebt sich an derselben eine zweite Ablesung A2. Die halbe Differenz beider Ablesungen
ist das für die Berechnung von H gesuchte Mafs A. Die Berechnung erfolgt wie
oben, und ist auch hier die Basis B um das oben genannte Stück zu vergröfsern.
Es ist also:
Es ist also:
A1-A3
H=
B3
Bei dieser Methode kann der Schlitten an beliebiger
Stelle des Mafsstabes sitzen, jedoch für die Bequemlichkeit der Ausführung der Messung
ist es auch hier empfehlenswerth, den Schlitten möglichst auf die Mitte der Führungsschiene zu
schieben.
, Da, wie schon früher erwähnt, das Instrument auch zu den gewöhnlichen Höhenmessungen
(Nivellements) verwendet werden kann, so ist die obige Höhenbestimmung leicht an eine
derartige Messung (behufs Berechnung der Ordinaten etc.) anzuschliefsen.
Varianten des Instruments.
Das durch die Zeichnungen, Fig. 3 bis 20,
dargestellte Instrument ist mannigfacher Modificationen fähig, deren einige noch kurz Erwähnung
finden mögen. Statt des einen um eine Achse Z drehbaren Spiegels S lassen sich auch
zwei Spiegel verwenden, welche unter dem Winkel von 450 fest mit einander verbunden
sind und fest auf der horizontalen Achse Y Y sitzen, derart, dafs der eine dieser Spiegel
normal zu der horizontalen Achse steht. Diese Anordnung zeigt Fig. 21 (ohne nähere Andeutung
der Justirvorrichtungen), woselbst die beiden Spiegel S1 und S2 über einander liegen; entsprechend
können sie auch neben einander angeordnet werden. Der Spiegel .S3 steht normal
zur Achse Y Y.
Dieser Spiegel S3 kann ferner ersetzt werden
durch eine Visirvorrichtung: zwei Visirspitzen, welche die Richtung der Achse Y Y markiren,
an derselben befestigt sind und durch das Fernrohr des Hauptinstruments (in Lage Fig. 2, II)
anvisirt werden können.
An Stelle des Fernrohres kann eine andere Visirvorrichtung treten, ein Diopterlineal oder
ein Winkelkreuz, oder zwei sich rechtwinklig schneidende Fernrohre u. a.
Das durch die Zeichnung gegebene Instrument ist, aufser nach den zu Anfang bezeichneten
Gesichtspunkten, auch nach dem ferneren construirt, dafs es, . wenn auch mit einiger Mühe,
von einem einzigen Menschen bedient werden kann; bequemer allerdings lassen sich die Mefs-
operationen durch zwei Sachkundige ausführen, von denen der eine am Hülfsinstrument seine
Thätigkeit auf die Weisungen des anderen am Hauptinstrument Operirenden zu beschränken
hat.
Claims (2)
1. Das Verfahren, die Entfernung A B (E), Fig. i, zweier Punkte durch Bestimmung
einer Basis A C (B) und eines der gesuchten Entfernung proportionalen Mafses
A D (e), wie solches in Fig. ι dargestellt und erläutert worden, indirect zu messen
B* und nach Mafsgabe der Formel E =
zu berechnen.
2. Die Construction des Hauptinstruments, bestehend aus einem Dreifufsgestell mit der
verticalen Drehachse X und der den Verticalkreis Zutragenden horizontalen Drehachse Y;
ferner einem auf der Achse Y rechtwinklig zu derselben befestigten Balken L (Führungsschiene)
mit dem Mafsstab MM, einem auf L beweglichen Schlitten .S mit dem
■ Nonius N, dem Horizontalkreis H und der normal zu L gerichteten Drehachse Z; endlich
einem auf der Achse Z sitzenden Fernrohr R (oder einer dasselbe ersetzenden
anderweitigen gebräuchlichen Visirvorrichtung), nebst den für die Aufstellung des
Instruments dienenden Libellen W und U. Die Construction des Hülfsinstruments, bestehend
aus einem Dreifufsgestell mit den Achsen X und Y, dem Verticalkreis V und
den Libellen Wund U, wie unter 2.; ferner
einem ebenen Spiegel S, drehbar um eine auf der Achse Y normal zu derselben sitzende
Drehachse Z und stellbar nach Mafsgabe des auf der Achse Y befestigten Horizontalkreises
H, oder statt dieses einem drehbaren Spiegel S, zwei auf der Achse Y festsitzenden
Spiegeln S1 und S2, von denen S2
normal zu dieser Achse, Si unter 450
gegen S2 geneigt steht (bezw. an Stelle des Spiegels .S2 zwei Visirspitzen, welche die
Richtung der Achse Y anzeigen); endlich einer dazugehörigen Aufstellungsvornchtung,
wie sie in Fig. 16 bis 20 dargestellt und erläutert worden ist.
Das Verfahren, die Höhendifferenz H der Endpunkte der Entfernung E durch Bestimmung
eines derselben proportionalen Stückes h auf einer vertical stehenden getheilten
Latte, welche in direct mefsbarem Abstand aufgestellt wird (z. B. der Latte LL
der Aufstellungsvornchtung, Fig. 16), mittelst zweimaliger Visur mit dem Hauptinstrument
(wie vorher genauer beschrieben) festzustellen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE23237C true DE23237C (de) |
Family
ID=299805
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT23237D Active DE23237C (de) | Entfernungsmesser |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE23237C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2788578A (en) * | 1956-06-25 | 1957-04-16 | Digiacinto Sam | Surveyor's target staff support |
| US5400516A (en) * | 1993-06-10 | 1995-03-28 | Kellenberger; Ernest C. | Holder and stand for plumb finder ruler and surveyor's rod |
-
0
- DE DENDAT23237D patent/DE23237C/de active Active
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2788578A (en) * | 1956-06-25 | 1957-04-16 | Digiacinto Sam | Surveyor's target staff support |
| US5400516A (en) * | 1993-06-10 | 1995-03-28 | Kellenberger; Ernest C. | Holder and stand for plumb finder ruler and surveyor's rod |
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