DE229766C - - Google Patents

Info

Publication number
DE229766C
DE229766C DENDAT229766D DE229766DA DE229766C DE 229766 C DE229766 C DE 229766C DE NDAT229766 D DENDAT229766 D DE NDAT229766D DE 229766D A DE229766D A DE 229766DA DE 229766 C DE229766 C DE 229766C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
magnesium
mass
hydrate
sodium
gelatinous
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT229766D
Other languages
English (en)
Publication of DE229766C publication Critical patent/DE229766C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B9/00Magnesium cements or similar cements
    • C04B9/20Manufacture, e.g. preparing the batches

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Compositions Of Oxide Ceramics (AREA)
  • Curing Cements, Concrete, And Artificial Stone (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- -M 229766 ~ KLASSE1 80 b. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 30. April 1908 ab.
Bekannt ist, daß in niederer Glut gebrannte, sogenannte kaustische Magnesia in geringem. Grade plastische Eigenschaften besitzt und mit Wasser zu einer festen Masse abbindet. Es ist auch bereits eine Kunststeinmasse aus Magnesia mit Marmor- oder Kreidemehl beschrieben worden. Diese Masse hat jedoch keine Verwendung gefunden, da sie sehr schwer zu verformen ist und die erzeugten Geräte reißen.
ίο Große Hohlgefäße können überhaupt nicht damit hergestellt werden.
Hochgebrannte, gesinterte Magnesia bindet andererseits gar nicht und gibt keine plastische Masse.
Dem Erfinder ist es nun gelungen, eine gießbare Kunststeinmasse mit Magnesiumhydrat herzustellen, die sowohl vorzüglich bildsam ist, als auch schnell erhärtet und sich als wasserbeständig erweist, ohne dabei nachzureißen.
Sie unterscheidet sich von der oben erwähnten Masse erstens durch Benutzung gefällten Magnesiumhydroxyds, zweitens durch Vermengung mit Natriumsulfat und Magnesiumsulfat, drittens durch Verwendung von Bitterspat (Magnesiumkarbonat) und sintergebrannter Magnesia. Die zuletzt aufgeführten Zusatzstoffe werden im angewärmten Zustande zugefügt.
Durch das besondere Massegemisch werden mehrere Vorteile gewonnen." Das gefällte Hydrat ist gallertartig, gelatinös und vermag viel Füllstoffe, außer den bereits genannten noch unwirksame, wie z. B. Sand, zu binden. Die Erhärtung wird nicht allein durch das Magnesiumhydroxyd, sondern auch durch die unter Erwärmung verlaufende Wechselwirkung mit dem Doppelsulfat erzielt. Unter diesen Bedingungen binden sogar Sintermagnesit und Magnesiumcarbonat mit ab. So entsteht schließlich eine harte, blendend weiße, glänzende, wasserbeständige und rissefreie Kunststeinmasse.
Zur Herstellung der Masse verfährt man folgendermaßen :
In Bittersalzlösung wird glaubersalzhaltiges Natriummonosulfid eingegossen, wobei ein flockiger Niederschlag entsteht. Die Flüssigkeit wird dann gekocht, wodurch Schwefelwasserstoff entweicht und der Niederschlag . sich in Magnesiumhydroxyd verwandelt. Das zunächst flockige Hydrat nimmt bei der län-. geren Berührung mit Wasser noch mehr davon auf, bekommt eine gelatinöse Beschaffenheit und wird bildsamer. Der Niederschlag enthält gleichzeitig Natriumsulfat und Magnesiumsulfat. Man wäscht den Niederschlag wiederholt aus, kocht und zieht die Waschwässer ab, bis nur noch kleine Mengen von Natriummagnesiumdoppelsulfat im Niederschlag verbleiben. Die Gallerte wird um so gelatinöser und plastischer, je länger sie im feuchten Zustande bleibt, gewinnt also durch Lagern. In den Niederschlag rührt man dann nach kürzerer oder längerer Lagerung schärfstgebrannte, gesinterte Magnesia und Magnesiumkarbonat (Talkspat) ein. Die Mitwirkung dieser beiden in reinem Wasser unlöslichen Körper beim Abbinden beruht darauf, daß sintergebrannter Magnesit in Ma-
gnesiumhydroxyd, Magriesiumkarbonat, andererseits in den Sulfaten etwas löslich ist. Werden . weiterhin Sand oder andere inerte Stoffe beigemengt, so werden sie ebenfalls vorher angewärmt. Die Verformung geschieht durch Gießen oder Stampfen.
Die Volumenvergrößerung der Masse kann man sich bei Herstellung großer Hohlgefäße durch Eingießen in mit Kern versehene Formen
ίο dienstbar machen, indem man diese im geeigneten Moment verschließt. Dann bewirkt die quellende Masse aus sich selbst eine Pressung und infolgedessen auch eine Verdichtung des Gußkörpers. Besonders vorteilhaft ist die so verarbeitete Masse für Badewannen. Diese sind rein weiß, hochglänzend und völlig beständig gegen Wasser sowie Seife.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zur Herstellung einer gießbaren Kunststeinmasse aus Magnesiumhydroxyd, dadurch gekennzeichnet, daß Magnesiumhydrat aus Bittersalzlösung mit Natriummonosulfid gefällt, erwärmt und wiederholt ausgewaschen wird, worauf in die gelatinöse, aus dem Hydrat und Resten von Natriummagnesiumdoppelsulfat bestehende Masse erwärmtes Magnesiumkarbonat und sintergebrannte Magnesia hineingearbeitet wird.
DENDAT229766D Active DE229766C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE229766C true DE229766C (de)

Family

ID=490038

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT229766D Active DE229766C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE229766C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE3037314A1 (de) Wasserfester gipsformkoerper
DE591905C (de) Verfahren zur Herstellung von poroesem Kautschuk aus waessrigen Kautschukdispersionen
DE229766C (de)
DE2330955B2 (de) Gipsmasse und ihre verwendung
DE297431C (de)
DE879150C (de) Bindemittel zur Herstellung von Kernen und Formen unter Verwendung aufgeschlossener Staerke
DE626585C (de) Verfahren zur Herstellung von Polymerisationsprodukten aus Styrol
DE39497C (de) Herstellung einer porösen Eisenoxydhydrat-Masse zur Reinigung von Gasen
DE119176C (de)
DE198278C (de)
AT138081B (de) Verfahren zur Herstellung von aus Zellulosederivaten bestehenden biegsamen, plastischen Schallplattenmassen.
AT39003B (de) Verfahren zur Herstellung von künstlichem Brennstoff.
DE308609C (de)
DE358541C (de) Verfahren zur Herstellung einer plastischen Masse
AT78598B (de) Verfahren zur Herstellung eines Radiermittels.
DE416765C (de) Verfahren zur Herstellung eines Eisenzements
AT53430B (de) Verfahren zur Herstellung einer Kautschukersatzmasse.
DE609572C (de) Verfahren zur Herstellung feuerfester Modelle fuer zahntechnische Arbeiten
AT80793B (de) Verfahren zur Herstellung von Magnesiacement. Verfahren zur Herstellung von Magnesiacement.
DE249535C (de)
DE266957C (de)
DE2358843A1 (de) Ungesaettigte polyesterharzmasse
DE142659C (de)
DE128864C (de)
AT107580B (de) Verfahren zur Herstellung von Kautschuk mit einer großen Anzahl mikroskopisch kleiner Poren.