DE226121C - - Google Patents
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- DE226121C DE226121C DENDAT226121D DE226121DA DE226121C DE 226121 C DE226121 C DE 226121C DE NDAT226121 D DENDAT226121 D DE NDAT226121D DE 226121D A DE226121D A DE 226121DA DE 226121 C DE226121 C DE 226121C
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Classifications
-
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- C21D9/70—Furnaces for ingots, i.e. soaking pits
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 18 c. GRUPPE
FRIEDRICH SIEMENS in BERLIN.
Die bisherigen Anwendungsformen des Regenerativgasprinzips auf Stoßöfen für metallurgische
Zwecke krankten stets an folgenden Übelständen:
. Eine hohe Erwärmung der Verbrennungsluft auf mindestens 900 °, bei welcher die bekannten
Vorteile der Regenerativgasfeuerung erst in Erscheinung treten, konnte in den bisher bekannt
gewordenen Konstruktionen nicht erreicht werden, einerseits, weil' die zur Vorwärmung
der Verbrennungsluft zu benutzenden Abgase durch das Überstreichen über noch
kalte Blöcke zu sehr abgekühlt wurden, und andererseits, weil die Verbrennungsprodukte am
Ende des langen Stoßherdes entnommen werden mußten, wobei wegen der an dieser Stelle befindlichen
und bei einem großen Ofen fast stets offen stehenden Beschickungstür kalte Luft in die
Abzugskanäle der Verbrennungsgase gezogen wurde, was wiederum die Regenerierungsfähigkeit
der Abgase wesentlich beeinträchtigte. Ferner wurde bei den bisher bekannten Stoßofenkonstruktionen,
sei es nach dem Regenerativgas-, dem Rekuperativgas-, Halbgas- oder direkt gefeuerten System, der Abbrand der
Blöcke dadurch verhältnismäßig erhöht, daß die gemäß dem Gegenstromprinzip auf die
bereits am meisten angewärmten Blöcke schlagende Flamme einen Überschuß an Luft mit
sich führen mußte, einerseits, um die gewünschte hohe Temperatur zu erreichen, und
andererseits, um eine vollständige Verbrennung des Gasquantums über die gesamte Länge des
Roll- und Stoßherdes zu ermöglichen. Aber gerade an dieser Stelle.ist es von größter Bedeutung,
daß ein Überschuß an Verbrennungs-. luft vermieden wird, sowohl deshalb, weil die
an dieser Stelle bereits hoch erhitzten Blöcke besonders leicht oxydieren, als auch aus denl
Grunde, weil die Mischung von Luft und Gas direkt hinter den Brennerköpfen noch nicht
stattgefunden hat und folglich Luftströme leicht auf die heißen Blöcke schlagen konnten.
Schließlich tritt . noch. bei den bekannten Stoßofenkonstruktionen — vor allem bei den
mit Regeneration oder Rekuperation versehenen — hinzu, daß es überhaupt schwer ist,
das genügende Luftquantum der Flamme zuzuführen, da die meist offen stehende Beschickungstür
Außenluft in die Abgaskanäle treten und den Zug des Ofens vermindern läßt. Man war daher bis jetzt auf Zuführung von
Druckluft angewiesen.
Es ist ferner bereits vorgeschlagen, den Stoßofen in zwei Teile zu zerlegen, nämlich in den
Rollherd und in den Stoßherd, von denen dann jeder mit einer besonderen Feuerung ausgestattet
wurde. Es ist aber naturgemäß nicht möglich, den Stoßherd mit einer Regenerativfeuerung
zu betreiben, weil hier ein Umkehren der Flammenrichtung nicht möglich ist; denn
diese Umkehrung würde zur Folge haben, daß zeitweilig die eben in den Stoßherd gelangten
Blöcke von der. heißesten Flamme getroffen werden, während die sich dem Rollherd nähernden
Blöcke von den kälteren Teilen der Flamme ■ bestrichen werden müssen. Andererseits wird
die Regenerativfeuerung des Rollherdes' nicht
genügend ausgenutzt. Da nämlich in den Rollherd die Blöcke bereits auf helle Rotglut
vorgewärmt eintreten, so wird die Flamme in diesem Teil des Stoßofens verhältnißmäßig
wenig Gelegenheit haben, Hitze an die Blöcke abzugeben. Sie wird daher noch mit dem
größten Teil ihrer Hitze in den Regenerator eintreten. Andererseits wird der Rollherd dank
der hohen Vorwärmung der Luft mit einem
ίο geringen Luft quantum arbeiten können, so
daß demzufolge die Verbrennungsluft nur ein geringes Quantum der in den Regeneratorkammern
aufgespeicherten Hitze entnehmen und deshalb die Abgase mit zu hoher Temperatur in den Schornstein abgehen würden. Hierzu
kommt noch, daß bei ausschließlicher Vorwärmung der Verbrennungsluft und Verwendung
des Gases mit seiner Entstehungstemperatur, wie dies heutzutage meistens gehandhabt
wird, schon an und für sich das Hitze abgebende Gasquantum (Abgase) beträchtlicher
ist als das Hitze aufnehmende Quantum (Verbrennungsluft). Es muß sich also bei der für
den Rollherd bestimmten Regenerativfeuerung ein Hitzeüberschuß ergeben.
Das Wesen der Erfindung besteht nun darin, daß dieser Hitzeüberschuß der Regenerativfeuerung
des Rollherdes für den Stoßherd benutzt wird. Dieser Erfindungsgedanke läßt sich in verschiedenartiger Form ausführen;
man kann durch ein gekühltes Umstellventil direkt vorgewärmte Luft aus den Regeneratoren
für die Speisung der Flamme im Stoßherd benutzen und sie zu den Brennerköpfen im Stoßherd leiten. Man kann aber in die Regeneratoren
des Rollherdes besondere Kanäle oder Rekuperatoren einbauen, durch welche die für die Stoßherdflamme erforderliche Verbrennungsluft
hindurchstreicht und auf die erforderliche Temperatur erwärmt wird. Hierbei wird das Gas für die Flamme im Stoßherd den
Generatoren des Rollherdes entnommen. Man kann aber die Erfindung auch in der Weise
ausführen, daß man einen Teil der Flamme des Rollherdes in den Stoßherd abzieht und diesen
also mit einem Teil der Rollherdflamme betreibt. In diesem Falle wird das Wärmegleichgewicht
in dem Regenerativofen dadurch gewahrt, daß nur ein Teil der Flamme die Regeneratoren
durchstreicht, während der andere Teil den Stoßherd befeuert. Diese letzte Ausführungsform
der Erfindung empfiehlt sich in erster Linie für kleinere Ofenkonstruktionen, wo also eine besondere Heizung des Stoßherdes
mit für diesen besonders vorgesehenen Brennerköpfen fortbleibt. Sie kann aber bei größeren
Öfen gemeinsam mit den vorher erwähnten Ausführungsformen Verwendung finden, derart,
daß bei stärkerer Beanspruchung des Ofens die besondere Heizung des Stoßherdes betrieben
wird;· liegt dagegen wenig Arbeit vor, so wird diese besondere Heizung ausgeschaltet und ein
Teil der Rollherdflamme durch den Stoßherd abgesaugt. Schließlich ist eine Vereinigung
dieser verschiedenen Ausführungsformen der Erfindung auch noch in der Weise möglich, daß
man sich auf eine geringe Zuführung von Gas und hoch erhitzter Verbrennungsluft zum Stoßherd
beschränkt und gleichzeitig einen kleinen Teil der Rollherdflamme durch den Stoßherd
abzieht. In allen diesen Fällen bleibt das Wärmegleichge wicht iri- dem Regenerativofen
in der vorhin angedeuteten Weise gewahrt.
Man hat bereits versucht, die Aufgabe, den Stoßherd schwächer zu erhitzen wie den
Schweißherd, mit Hilfe des Rekuperativsystems in der Weise zu lösen, daß man aus dem
Stoßherd einen Teil der Heizgase absaugte, die man dann durch Rekuperatoren hindurchgehen
ließ. Diesem Vorschlage haftet der Übelstand an, daß man einen Teil des Stoßherdes auf
annähernd die gleiche Hitze des Schweißherdes bringen muß, da man das Absaugen doch erst
nach vollständiger Verbrennung ausführen kann, weil andernfalls die lebende Flamme die Rekuperatoren
schnell zerstören würde.
Demgegenüber ermöglicht die vorliegende Erfindung die Anwendung des Regenerativprinzips
in der Weise, daß in dem Schweißherd eine umstellbare hufeisenförmige Flamme die
Blöcke auf Schweißhitze bringt, während eine gleichgerichtete gerade, aber schwächere Flamme
den Stoßherd der Länge nach durchstreicht. Dadurch wird erreicht, daß die beiden Ofenteile
jeder für sich mit derjenigen Feuerung versehen sind, welche für sie bzw. den betreffenden
Teil die günstigste ist.
Die Zeichnung veranschaulicht eine Ausführungsform der Erfindung.
Fig. ι ist ein Längsschnitt durch einen Wärmofen.
Fig. 2 ist ein wagerechter Querschnitt hierzu.
Der Wärmofen ist hier durch die Zwischenwand A in bekannter Weise in zwei Teile,
nämlich den Rollherd A1 und den Stoßherd A 2,
geteilt. Diese Teilung läßt sich auch durch entsprechendes Herabziehen des Gewölbes erreichen;
es kann aber auch eine solche Scheidung von Rollherd und Stoßherd unterbleiben, wenn die Möglichkeit vorliegt, die Druck- und 110.
Zugverhältnisse im Ofen genau zu regeln.
Der Rollherd, in dem eine hohe Schweißtemperatur unter möglichster Vermeidung eines
Überschusses an Verbrennungluft herrschen soll, wird durch eine Regenerativgasflamme
beheizt. Das Gas wird in den Generatorschächten B in unmittelbarster Nähe des Herdes erzeugt
und gelangt nach Durchstreichen eines einseitig wirkenden Gasventils C in einen der
beiden Flammenfüchse D und E. Hier trifft das Gas mit hoch erhitzter Verbrennungsluft
zusammen, welche durch ein übliches Luft-
ventil F eingetreten ist und einen der Regeneratoren G oder I durchströmt hat. Durch Umstellen
der Ventile F und C tritt dann das bekannte Regenerativprinzip in Erscheinung.
Durch Einstellung des Schornsteinzuges und Gasdruckes hat man es in der Hand, die Flamme
zu regeln und auf den Rollherd zu beschränken. In dem Stoßherd sind unmittelbar hinter der
Zwischenwand A die Brennerköpfe M angeordnet, und zwar entweder an beiden Seiten des
Herdes oder aber gemeinsam in der Mitte des Gewölbes. Das Gas für die Flamme im Stoßherd
wird durch eine Abzweigung L von den Generatoren zu den Brennerköpfen M bzw. den
Füchsen gebracht. Die Verbrennungsluft für den Stoßherd wird bei der hier veranschaulichten
Ausführungsform in Kanälen oder Rekuperatoren K vorgewärmt, welche in den Regeneratoren
G und I eingebaut sind. Wie vorhin bemerkt, ist es auch möglich, einen Teil der in
diesen Regeneratoren erhitzten Verbrennungsluft direkt den Brennerköpfen M zur Speisung
der Flamme im Stoßherd zuzuführen.
Bei kleineren Öfen wird, wie vorhin ausgeführt, die besondere Heizung für den Stoßherd nicht erforderlich sein. Hier wird die Beheizung des Stoßherdes dadurch ermöglicht, daß, wie vorhin angedeutet, durch Regelung des Schornsteinzuges und Gasdruckes ein Teil der Rollherdflamme abgezogen wird, so daß dieser Teil der Flamme den Stoßherd durchstreicht.
Bei kleineren Öfen wird, wie vorhin ausgeführt, die besondere Heizung für den Stoßherd nicht erforderlich sein. Hier wird die Beheizung des Stoßherdes dadurch ermöglicht, daß, wie vorhin angedeutet, durch Regelung des Schornsteinzuges und Gasdruckes ein Teil der Rollherdflamme abgezogen wird, so daß dieser Teil der Flamme den Stoßherd durchstreicht.
Die Ausnutzung der Flamme im Stoßherd geschieht nunmehr durch die längere Ausdehnung
des Herdes. Eine Rekuperierung der Abgase, welche bei N und O entweichen, ist
unzweckmäßig, einerseits, weil die für den Stoßherd vorgewärmte Luft höher erhitzt werden
muß als die Temperatur der Abgase beträgt, und andererseits deshalb, weil man ohne
Rekuperierung der Abgase des Stoßherdes die Beschickungstür offenstehen lassen kann, ohne
daß dadurch die Wiedergewinnung der Abgase erschwert würde. Die Regelung der Flamme
im Stoßherde erfolgt durch Schieber, welche an den Brennerköpfen M angebracht sind. Die
beiden Schornsteinkanäle P und Q sind mit getrennten Schornsteinschiebern versehen, münden
jedoch zweckmäßigerweise in denselben Schornstein.
Bei der in den Zeichnungen veranschaulichten Einrichtung lassen sich, wie schon vorhin
bemerkt, mehrere Ausführungsformen der Erfindung anwenden und miteinander vereinen.
So ist es möglich, die Brennerköpfe M überhaupt zu schließen und den Stoßherd A 2 durch
einen Teil der Rollherdflamme, die in den Stoßherd abgezogen wird, zu betreiben. Man kann
aber auch die Brennerköpfe M teilweise öffnen, so daß hier ein gewisses Gas- und Luftquantum
einströmt, wobei dann gleichzeitig noch ein Teil der Rollherdflamme in den Stoßherd abgezogen
wird. Je nach den jeweiligen Anforderungen läßt sich also der vorliegende Ofen in
der verschiedenartigsten Weise betreiben.
Claims (4)
1. Regenerativ-Wärmofen für Blöcke, dessen Herdraum in einen Rollherd und
einen Stoßherd eingeteilt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Regenerativfeuerung
des Rollherdes zum Betrieb des Stoßherdes
- benutzt wird.
2. Regenerativ-Wärmofen nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die
zur Erzeugung einer besonderen Stoßherdflamme notwendige Verbrennungsluft durch die Regeneratoren des Rollherdes entweder
direkt oder mit Hilfe von in diese Regeneratoren in bekannter Weise eingebauten
Kanälen oder Rekuperatoren vorgewärmt wird.
3. Regenerativ-Wärmofen nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Teil der Flamme des Rollherdes in den Stoßherd abgezogen wird unter Fortfall einer
besonderen Heizung für den Stoßherd.
4. Verfahren zum Betriebe eines Regenerativ-Wärmofens
nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stoßherd je nach Bedarf allein durch die für ihn besonders
vorgesehene Heizung oder unter Abschluß derselben allein durch einen Teil der aus dem Rollherd abgezogenen Flamme oder
schließlich durch die besondere Stoßherdheizung und einen Teil der aus dem Rollherd
abgezogenen Flamme gemeinsam betrieben wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE226121C true DE226121C (de) |
Family
ID=486701
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT226121D Active DE226121C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE226121C (de) |
-
0
- DE DENDAT226121D patent/DE226121C/de active Active
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