DE215273C - - Google Patents

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DE215273C
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lye
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23KFODDER
    • A23K10/00Animal feeding-stuffs
    • A23K10/30Animal feeding-stuffs from material of plant origin, e.g. roots, seeds or hay; from material of fungal origin, e.g. mushrooms
    • A23K10/37Animal feeding-stuffs from material of plant origin, e.g. roots, seeds or hay; from material of fungal origin, e.g. mushrooms from waste material
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02PCLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES IN THE PRODUCTION OR PROCESSING OF GOODS
    • Y02P60/00Technologies relating to agriculture, livestock or agroalimentary industries
    • Y02P60/80Food processing, e.g. use of renewable energies or variable speed drives in handling, conveying or stacking
    • Y02P60/87Re-use of by-products of food processing for fodder production

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  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Man hat wiederholt versucht, die Ablauge der Sulfitzellulosefabriken der Verwertung zu-. gänglich zu machen. Insbesondere sind Versuche gemacht worden, diese Ablaugen auf Futtermittel zu verarbeiten.
Praktische Erfolge liegen jedoch bisher nicht vor, so daß jährlich in Deutschland 300 Mill, kg gelöster organischer Stoffe in Form von Sulfitlaugen unverwertet in die Flüsse gehen. Das Vieh ist nämlich nicht zu veranlassen, nennenswerte Mengen von aus den Ablaugen hergestellten Futtermitteln zu verzehren, weil diesen (z. B. auch bei. der Behandlung der Lauge mit Kalk) ein an Teer erinnernder unangenehmer Geruch nach zersetzten Harzen und ein intensiv bitterer Geschmack anhaftet. Auch eine mit Kalk gereinigte Lauge bewirkt noch stundenlang nach dem Genuß in höchst unangenehmer Weise einen bitteren Geschmack und ein kratzen-
20· des Gefühl im Schlünde, so daß es begreiflich ist, wenn Tiere derartige Produkte nicht fressen wollen. Ferner kommt hinzu, daß in der Lauge, wenn solche mit Kalk behandelt wurde, eine gewisse Menge der für die .Gesundheit der Tiere nicht zuträglichen schwefligen Säure (in Form von Kalziumsulfit) verbleibt.
Nach vorliegender Erfindung lassen sich die schlechten Eigenschaften der Ablaugen dadurch beheben, daß man sie nach einer in geeigneter Weise bewirkten Entfernung der in ihnen enthaltenen schwefligen Säure mit geeigneten Ölen, wie fetten Ölen oder Paraffmöl, oder nicht stark riechendem Mineralöl behandelt. Diese Öle haben die Eigenschaft, diejenigen Stoffe aus der Lauge aufzunehmen, welche den unangenehmen Geruch besitzen, da die betreffenden durch die Zersetzung harzartiger Stoffe entstandenen Produkte offenbar in den Ölen leichter löslich sind als in der wässerigen Lauge. Die Öle nehmen auch die Bitterstoffe, über deren Natur nichts Näheres bekannt ist, aus der Lauge auf, insbesondere diejenigen, welche das unangenehm kratzende Gefühl im Schlünde verursachen. Auch sie scheinen in Ölen leichter als in der wässerigen Lauge löslich zu sein.
Die Beseitigung der schwefligen Säure, welche die hiernach stark riechende Lauge in Form von Kalziumbisulfit enthält, kann beispielsweise dadurch bewirkt werden, daß man Formaldehyd o. dgl. hinzusetzt. Formaldehyd vereinigt sich mit Kalziumbisulfit zu formaldehydschwefligsaurem Kalzium, entsprechend der Formel: . ■
55 2 CH2 O + CaH2 (S O3)2
= [CH2-OH-O-S O2)2 Ca..
Diese Verbindung entsteht in analoger Weise wie die entsprechende Kalium verbindung aus Kaliumbisulfit und Formaldehyd (s. z. B. Berichte d. Deutsch, ehem. Ges., 38. Jahrgang, 1905, S. 1069 ff.); die Kalziumverbindung zeichnet sich durch Beständigkeit aus.
Statt des Formaldehyd würde man auch eine entsprechende Menge von Azetaldehyd oder von Keton nehmen können, welche Stoffe' ebenfalls mit dem Kalziumbisulfit Verbindungen bilden, es ist aber der besonders reaktionsfähige Formaldehyd vorzuziehen. Die Entfernung der schwefligen Säure kann auch in jeder anderen geeigneten Weise, z. B. mittels anderer chemischer Umsetzungen vorgenommen werden.
In Ausführung des Verfahrens wird beispielsweise zu je loo 1 der noch heißen Sulfitlauge ungefähr 0,5 bis 0,75 kg Formalin hinzu-■ gesetzt. Die Menge, des letzteren wechselt ein wenig, je nach dem Gehalte der Lauge an Bisulfit. Hat man das Formalin mit der Lauge gleichmäßig gemengt, dann wird der Lauge fein gemahlener kohlensaurer Kalk oder hochprozentiger Kalkmergel hinzugesetzt, um gele wisse Säuren (Harzsäuren, sogenannte Sulfoligninsäuren u. dgl.) zu sättigen. Die Menge des zugesetzten kohlensauren Kalkes muß so
.: groß sein, daß durch weitere Gaben von Kalk zu der warmen Lauge ein Entweichen von Kohlensäure, durch Aufbrausen kenntlich ge-' macht, nicht mehr stattfindet. Das formaldehydschwefligsaure Kalzium bleibt in der Flüssigkeit gelöst.
Nun gießt man Öl (Mineralöl oder fettes Öl) hinzu. Die Menge des Öles kann innerhalb weiter Grenzen schwanken, im allgemeinen ist es empfehlenswert, auf je 100 Raumteile der Lauge 10 Raumteile Öl zu verwenden. Die Flüssigkeit wird durch Einleiten von Wasserdampf ins Sieden gebracht und 15 bis 20 Minuten lang in vollem Sieden erhalten. Hierdurch wird eine innige Berührung der heißen Lauge, mit heißem Öl bewirkt. Erwärmt man die Flüssigkeit indirekt mit Dampf, so muß ein Rühr- oder Schüttelwerk angebracht sein, um das Öl mit der, wässerigen Lauge zu vermengen.
Nun läßt man die Flüssigkeit erkalten. In
der Ruhe findet eine Scheidung in der Weise statt, daß oben das Öl, darunter die Lauge und am Boden des Behälters Kalkschlamm sich befindet. Die Lauge wird durch einen Zapfhahn abgelassen, der Kalkschlamm wird entfernt. Derselbe kann wiederholt Verwendung finden, solange noch Kalziumkarbonat in ihm enthalten ist. Das Öl bleibt in dem Behälter und dient zur Behandlung neuer Mengen von Lauge. · Namentlich ist das nicht verseifbare Mineralöl einer häufigen Verwendung fähig. Schließlich können die Öle nach wiederholter Benutzung nach bekannten Methoden gereinigt und von neuem gebrauchsfähig gemacht werden.
Um die Lauge für die Verwendung als Futtermittel geeignet zu machen, muß sie von dem
etwaigen Überschuß an Formaldehyd befreit werden. Dies geschieht durch Verdunsten der Flüssigkeit bis zur Trockne, wobei Formaldehyd sich verflüchtigt. Will man die Lauge nur bis zur Dickflüssigkeit eindunsten, so empfiehlt es sich, die letzten Anteile von Formaldehyd aus der bereits ziemlich konzentrierten Lauge dadurch zu beseitigen, daß man geringe Mengen einer geeigneten Ammoniakverbindurig oder eine Substanz, die Aminoverbindungen enthält, hinzusetzt (z. B. Ammoniumkarbonat bzw. Melasse). In bekannter Weise bildet sich hierbei aus Formaldehyd und Ammoniak Hexamethylentetramin bzw., falls man Melasse zugesetzt hat, entstehen Kondensationsprodukte von darin enthaltenen Aminoverbin- düngen und Aldehyd.
Wurde die Sulfitlauge bei der Verarbeitung eines Holzes gewonnen, das reich an Gerbstoff ist, so kann bei der Einwirkung von Kalziumbisulfit unter Druck der Gerbstoff nicht völlig zersetzt sein, es verbleibt ein Teil desselben in der Lauge und verleiht ihr einen unangenehmen (adstringierenden) Geschmack. In solchem Falle ist es empfehlenswert, die rohe oder die bereits mit Formalin vermischte Lauge mit Stoffen zu behandeln, welche die Eigenschaft haben, Gerbstoff unlöslich zu machen, wie die leimgebende Substanz der Knochen, Fleischabfälle, tierische Haut u. dgl. Diese Stoffe können nach dem Gebrauche als Dünger Verwendung finden, nachdem sie der Lauge den Gerbstoff entzogen haben.

Claims (4)

Pate nt-Ansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung eines Futtermittels aus Sulfitzelluloseablauge, dadurch gekennzeichnet, daß aus der Lauge nach Beseitigung der schwefligen Säure die mehr oder weniger teerähnlichen, unangenehm schmeckenden Zersetzungsprodukte von Harzstoffen und Bitterstoffe durch Behandlung der Lauge mit · einem geeigneten Öl (Mineralöl oder fettes Öl) entfernt werden.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die in der Lauge enthaltene schweflige Säure dadurch entfernt, daß man sie. in formaldehydschweflige Säure überführt.
3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die in der. Lauge als Kalziumbisulfit enthaltene schweflige Säure, beispielsweise durch Einwirkung eines Aldehyds o. dgl., ζ. B. Formaldehyd, in formaldehydschweflig- l saures Kalzium überführt, worauf man den etwa im Überschuß gegebenen Aldehyd entweder durch Verdunsten bis zur Trockne beseitigt oder dadurch entfernt, daß der durch Verdunsten konzentrierten Flüssigkeit geringe Mengen von Ammoniak oder von Substanzen, welche Aminoverbindungen enthalten (z. B. Ammoniumkarbonat bzw. Melasse), hinzugesetzt werden.
4. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Lauge mit einem geeigneten Öl innig mischt und dann das Öl von der Lauge wieder trennt.
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