DE214735C - - Google Patents

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DE214735C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22BPRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
    • C22B25/00Obtaining tin
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Es ist bereits ein Verfahren zur Gewinnung von Zinnoxyd vorgeschlagen, das darin besteht, daß man Erze oder Schlacken in feinverteiltem Zustände mit Koks gemischt erhitzt und durch Einblasen von Luft das reduzierte Zinn als Zinnoxyd fortführt, und daß man ferner die geschmolzene oder schmelzende Schlacke mit überschüssigen Reduktionsmitteln in Gegenwart von Luft behandelt.
ίο Es hat sich nun gezeigt, daß man eine größere Sicherheit in der vollkommenen Gewinnung des Endproduktes, Zinnoxyd, erreicht, wenn man die Einrichtung trifft, daß die Oxydationsprodukte aus dem schmelzenden Gut nicht die in der Vorbereitung befindlichen Massen und Zonen des Ofens zu durchdringen brauchen.
Der Gedanke der Erfindung ist also einfach der, den Weg der Oxydationsprodukte aus den flüssigen Zinnerzen oder Zinnschlacken, mögen diese auf irgendwelche Weise flüssig gemacht worden sein, zu verkürzen.
Es sollen im nachfolgenden mehrere Ausführungsbeispiele für diese Grunderfindung an-' gegeben werden.
In Fig. ι ist ein Querschnitt des Ofens dargestellt. Die zinnhaltigen Erze, Zinnschlacken oder zinnhaltigen Industrieabfälle oder Sammelmaterialien, Kratzen u. dgl. werden mit oder ohne Reduktionsmittel auf be-. liebige Weise geschmolzen. Der Prozeß und die Erfindung beginnt erst mit der Benutzung von irgendwie flüssig gemachten' zinnhaltigen Rohstoffen.
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Die flüssige zinnhaltige Schmelze wird aus dem Ofen α abgeleitet und beispielsweise einem zweiten niedrigeren Ofen b zugeführt, ■ der dauernd mit Kohle in Form von Koks, Anthrazit u. dgl. beschickt wird, und dem von unten Luft oder hocherwärmte Luft bei h zugeführt, am besten zugepreßt, wird. Das flüssige zinnhaltige Material wird in der Berührung mit der Kohle und in Berührung mit der durchgesaugten öder durchgepreßten Luft das in ihm enthaltene Zinn oder die Zinnsauerstoffverbindung in Form von flüchtigem Zinnoxyd verlieren, und dieses Zinnoxyd wird mit dem Luftstrom durch den Ausgangskanal g abziehen.
Man kann bei dem Prozeß ein Nebeneinandergehen der Reaktionen wie folgt annehmen :
Das in den flüssigen Massen enthaltene Zinn als solches oder in Legierungsform wird unmittelbar oxydiert zu Zinnoxyd. Die in den flüssigen Massen enthaltenen Zinnsauerstoffverbindungen dagegen erfahren eine doppelte Umsetzung: erst eine Reduktion zu Zinn und gleichzeitig (in statu nascendi) eine Oxydation und Verflüchtigung zu Zinnoxyd.
Wie ersichtlich, bietet das Verfahren in diesem Apparat den Vorteil, daß das flüchtige Zinnoxyd nicht die in der Vorbereitung befindlichen schmelzenden Massen zu durchdringen braucht.
Ein Beispiel, daß man den Prozeß ohne Reduktionsstoff bis zur Schmelze der Zinnmaterialien durchführen kann, ist in Fig. 2
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gegeben; dort ist ein elektrischer Ofen ο vorgesehen, in dem die zinnhaltigen Materialien in bekannter Weise geschmolzen werden. Die zinnhaltigen Materialien, denen man nach Bedarf zur schwereren oder leichteren Schmelzung entsprechende Zusätze geben wird, um die günstigste Temperatur für den später erfolgenden Reduktions- und Oxydationsprozeß zu schaffen (diese Temperatur ist beispielsweise 1300 bis 1500 ° bei den gebräuchlichsten zinnhaltigen Rohstoffen), werden durch den elektrischen Strom geschmolzen und kommen beim Niederschmelzen in die verengte Rast r. An dieser ist auf der einen Seite bei s ein Luftkasten f angeschlossen, von dem aus durch den Rost t Luft seitlich durch die Rast hindurchgepreßt oder gesaugt wird, wonach durch den hinteren Rost t' die oxydierten Produkte, also das Zinnoxyd, in den Kanal k entweichen.
Durch den Aufsatz e tritt dauernd Koks in
die untere Rast ein, über die sich die flüssige Schlacke aus dem elektrischen Ofen ergießt.
Die Durchführung des Prozesses kann auch auf andere Weise erfolgen, beispielsweise in einer Bessemerbirne, indem man durch die Düsen der Birne mit Kohlenstaub gemischte Luft in die zinnhaltige Schmelze einpreßt.
Die Art, wie die Schmelzung der zinnhaltigen Materialien vorher stattgefunden hat, kann natürlich eine beliebige sein.
Mit diesem Verfahren ist es mit Sicherheit möglich, selbst die letzten praktisch in Betracht kommenden Reste von Zinn aus den zinnhaltigen Rohstoffen zu gewinnen. Die praktischen Versuche haben ergeben, daß man das Zinn bis zu 0,18 Prozent dabei in Form von Zinnoxyd gewinnen kann.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Gewinnung von verflüchtigtem Zinnoxyd aus zinnhaltigen Rohstoffen durch die vereinigte Einwirkung von Kohlenstoff und Luft, dadurch gekennzeichnet, daß das verflüchtigte Zinnoxyd abgezogen wird, ohne daß es störende Schichten zu durchdringen braucht.
2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zinnhaltigen Rohstoffe nach ihrer Schmelzung einem getrennten Ofen zugeführt werden, in dem die Verflüchtigung durch Einwirkung von Kohle und Luft bewirkt wird, und der mit dem unmittelbaren Abzug für das verflüchtigte Zinnoxyd versehen ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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