DE2142011C - Verfahren zur Umwandlung von Kohlen Wasserstoffen - Google Patents
Verfahren zur Umwandlung von Kohlen WasserstoffenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Umwandlung eines Kohlenwasserstoffeinsalzmaterials in tiefer
siedende Kohlenwasserstoffprodukte in zwei katalytischen Reaktionssystemen, vorzugsweise mit katalytischen
Feslbetlreaktoren, bei dem die Kohlenwasserstoffe bzw. Kohlenwasserstoffgemische einer hydrierenden
Umsetzung unterworfen werden. Die Ausdrücke »hydrierende Umsetzung« und »Hydrobehandlung«,
wie sie hier benutzt werden, kennzeichnen die Um-Wandlung von Kohlenwasserstoffen bei Bedingungen,
die einen chemischen Verbrauch von Wasserstoff herbeiführen, z. B. Hydrokrackung, Aromatenhydrierung,
Ringöffnung, Hydrofinierung (zur Stickstoffentfernung und Olefinsältigung), Verbesserung
von Kerosinfraktionen zur Düsenbrennstoffherstel-Iung,
Entschwefelung (häufig zur Hydrofinierung gerechnet) und Hydrierung.
Die hydrierende Umsetzung von Kohlenwasserstoffen erfordert im allgemeinen einen Katalysator,
der sowohl Hydrierwirkimg als auch Krackwirkung aufweist. Die in Betracht kommenden Verfahren
arbeiten daher gewöhnlich mit einem bifunklionellen Katalysator aus einem porösen Trägermaterial und
mindestens einer Metallkomponente aus den Metallen der Gruppen Va, VIa und VIII des Periodensystems.
Die Wahl des im Einzelfall zu verwendenden Katalysators sowie die Konzentration an Metallkomponenten
im Katalysator richten sich in erster Linie nach 1. dem im Einzelfall durchgeführten
hydrierenden Verarbeitungsverfahren, 2. den physikalischen und chemischen Eigenschaften des als
Frischbeschickung zugeführlen Einsatzmaterials und 3. den angestrebten Ergebnissen und Produkten.
In Verbindung mit der Hydrokrackung schafft die
Erfindung eine verbesserte mehrstufig': Umwandlung von verunreinigten Einsatzmaterialien oberhalb des
Benzinsiedebereichs. Das Verfahren kann aber auch mit gutem Erfolg zur Verarbeitung anderer schwerer
Fraktionen herangezogen werden.
Die Hydrokrackung, die häufig auch als destruktive Hydrierung bezeichnet wird, unterscheidet sich deutlich
von der einfachen Anlagerung von Wasserstoff an ungesättigte Bindungen zwischen kohlenstoffatomen,
da sie bcts-ächlliche Änderungen der Mofekularstruktur
der verarbeiteten Kohlenwasserstoffe herbeiführt.
Das Verfahren der Erfindung ist besonders brauchbar für die katalytische Umwandlung von Schwarzölen
in destillierbare Kohlenwassersloffprodukte geringeren Molekulargewichts. Als Beispiel für ein
Schwarzöl, das nach dem Verfahren verarbeitet werden kann, sei das Bodenprodukt einer Vakiiumkolonne
genannt, ι. B. mit einem spezifischen Gewicht von 1,02 und einem Gehalt von 4,05 Gewichtsprozent
Schwefel und 23,7 Gewichtsprozent Asphaltenen.
Hauptaufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines verbesserten Verfahrens zur Umwandlung von
schweren Kohlenwasserstoffmaterialien in tiefer siedende
Kohlenwassersloffprodukte. In Verbindung hiermit bezweckt die Erfindung insbesondere die
Angabe eines Verfahrens, das sich durch eine vereinfachte Wasserstoffzirkulation auszeichnet und hierdurch
zu wesentlichen verfahrenstechnischen und wirtschaftlichen Vorteilen führt.
Bei dem Verfahren der Erfindung werden gelrennte Anteile des Einsatzmaterials, jeweils 30 bis 70%,
iii getrennten katalytischen Reaktionssystemen verarbeitet, die durch ein besonderes Wasserstoffzirkulationssystem
miteinander verbunden sind.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Umwandlung.eines Kohlenwasserstoffeinsatzmaterials
in tiefer siedende Kohlenwasserstoffprodukte in zwei katalytischen Reaktionssystemen, von denen das
erste katalytische Reaktionssystem 30 bis 70% des
insgesamt in dem ersten und dem zweiten Reaktionssystem befindlichen Katalysators enthält, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß man
a) 30 bis 70% des Kohlenwasserstoffeinsalzmaterials
und Wasserstoff in dem ersten kalalytischen Reaktionssystem umsetzt,
b) den anfallenden Ausfluß des ersten Reaktionssystems in einer ersten Trennzone bei etwa dem
gleichen Druck und einer Temperatur von 316 bis 427 C unter Bildung einer ersten wasserstoffreichen
zur Hauptsache dampfförmigen Phase und einer ersten flüssigen Phase trennt,
c) die erste dampfförmige Phase und den Rest des Kohlenwasserstoffeinsatzmalerials in dem
zweiten katalytischen Reaktionssystem umsetzt,
d) den anfallenden Ausfluß des zweiten Reaktionssysteins in einer zweiten Trennzone bei etwa dem
gleichen Druck und einer Temperatur von 316 bis 4271C unter Bildung einer zweiten wasserstoffreichen
zur Hauptsache dampfförmigen Phase und einer zweiten flüssigen Phase trennt,
e) mindestens einen Teil der zweiten dampfförmigen Phase zur Vereinigung mit dem Kohlenwasserstoffeinsatzmaterial
zu dem ersten katalytischen Reaklionssyslem zurückführt, und gegebenenfafls
f) die zweite dampfförmige Phase in einer dritten Trennzone bei etwa dem gleichen Druck und
einer Temperatur im Bereich von 16 bis 6OC weiter trennt, zur Bildung einer dritten wasserstoffreichen
zur Hauptsache dampfförmigen Phase und einer dritten flüssigen Phase, und mindestens
J3 einen Teil der dritten dampfförmigen Phase dann
zur Vereinigung mit 30 bis 70% des Einsatzmalerials zurückführt, sowie gegebenenfalls
g) die erste, die zweite und die dritte flüssige Phase
einer Trennung zur Bildung einer vierten flüssigen
*5 Phase unterwirft und mindestens einen. Teil der
- vierten flüssigen Phase zu dem ersten katalytischen Reaktionssystem zurückführt.
Weitere Merkmale und Ausführungsformen der Erfindung betreffen weitere Rückführströnie, bevorzugte
Katalysatoren und bevorzugte Betriebsbedingungen.
Nach einer Ausfiihriingsform umfassen das erste
und das zweite katalytische Reaklionssystem mehrere Reaktionszonen, die entweder unterschiedliche oder
gleiche Katalysatoren enthalten können.
Nach früheren Erfahrungen bei der hydrierenden Verarbeitung sind Arbeitsmethoden unter Verwendung
eines katalylischen Feslbettreaktionssystems zu bevorzugen. Wenngleich die genaue Art des Katalysators
in erster Linie von dem im Einzelfall durchzuführenden hydrierenden Verfahren abhängt, werden
die katalytisch aktiven Komponenten allgemein aus den Metallen der Gruppen Va, Via und VIII des
Periodensystems gewählt. Bei vielen Anwendungen enthält der Katalysator außerdem eine Halogenkomponente,
und bei manchen Anwendungen außerdem eine Alkalimetall- oder Erdalkaliinetallkomponente.
Die katalytisch aktiven Komponenten sind mit einem porösen Trägermaterial vereinigt, das eine
Oberflächengröße von 25 bis 500 m2/g hat. Geeignete
Trägermaterialien werden gewählt aus der Gruppe der synthetisch hergestellten oder natürlich vorkommenden
amorphen hochschmelzenden anorganischen Oxyde, insbesondere Aluminiumoxyd, Titanoxyd,
Zirkonoxyd, Magnesiumoxyd, Thoriumoxyd, ßoroxyd, Siliciumdioxyd-Aluminiumoxyd, Siliciumdioxyd-Magnesiuinoxyd.Chroinoxyd-AIuminiumoxyd,
Aluminiumoxyd-Siliciumdioxyd-Borphosphat und Siliciumdioxyd-Zirkonoxyd.
Ein bevorzugtes Trägermaterial besieht, im Falle des amorphen Typs, aus einer Zusammensetzung von Aluminiumoxyd und
Siliciiimdioxyd, in der Siliciumdioxyd in einer Menge
von 10 bis 90 Gewichtsprozent anwesend ist.
Das Trägermaterial kann auch ein kristallines AIuminosilicat
oder Zeolilh sein. Es kann sich um ein natürlich vorkommendes oder ein synthetisch hergestelltes
Material handeln, hierzu gehören z. B. Mordenk, Faujasit, Molekularsiebe vom Typ A oder
Typ U. Das zeolithische Material kann in der Wasserslofform vorliegen oder in einer Form, wie sie sich
durch Behandlung mit mehrwertigen Kationen ergibl, oder es kann mit amorphem Aluminiumoxyd, SiIiciumdioxyd
oder Aliiminiumoxyd-Siliciumdioxyd vereinigt seiiii
Die Auswahl geeigneter Katalysatoren kann von
einem Fach ma η η nliiii» i»rfinili»ricrhi»c 7UiHn ./,->·.η«
2 142 Ol 1 J?
5 6
nominell werden, so daß eine weitere Erörterung der »etwa der gleiche Druck« bedeutet, daß die einzige
Katalysatoren zum Verständnis des hier beschriebenen Druckdifferenz zwischen den in Betracht kommenden
Verfahrens entbehrlich erscheint. Gefäßen der Druckabfall ist, der infolge des Medienßei
dem Verfahren werden das Kohlenwasserstoff- flusscs durch das System auftritt. Wenn bcispielseinsalzmaterial
und Wasserstoff in einer Kohlen- 5 weise der Druck der Umwandluugszone, gemessen
wasserstoff umwandliingszone mit einem Katalysator an deren Einlaß, 181 atm beträgt, wird der Hcißabder
vorstehend beschriebenen Art in Berührung ge- scheider gewöhnlich bei einem Druck von 173 atm
brach). Die Umsetzung kann unter Anwendung des und der Kaltabschcider bei einem Druck von 170 atm
Katalysators in Form eines Feslbetls, eines sich be- arbeiten. Es werden also keine besonderen bcabsichwegenden
Betts oder eines Wirbelschichtbett er- io liglcn Mittel zur Verringerung des Drucks angewendet,
folgen oder es kann ein satzweiser Betrieb durchge- Entsprechend bedeutet der Ausdruck »etwa die gleiche
führt werden. Im Hinblick auf die Gefahr von Ab- Temperatur«, daß eine Tempcraturverringerung einzig
riebsverlusten des wertvollen Katalysators wird die von dem normalen Wärmeverlust infolge Flusses von
Anwendung eines katalylischcn Festbeltsystems be- einem Anlagetcil in einen anderen herrührt,
vorzugl. Die Reaklionsteilnehmcr können in Auf- 15 In der Zeichnung ist eine bevorzugte Ausführungswärts-,
Abwärts- oder Radialfluß mit dem Kataly- form an Hand eines vereinfachten Flicßbildes darsator
in Berührung gebracht werden, wobei Ab- gestellt. Die Zeichnung wird nachstehend in Verwärtsfluß
bevorzugt wird. bindung mit einer großtechnischen Anlage erläutert, Die Betriebsbedingungen in den verschiedenen die zur Verarbeitung von 264 m3/Stundc eines gc-Reaküonszonen
sind naturgemäß von der im Einzel- 20 toppten Mittelost-Kuwail-Rohöls ausgelegt war. Die
fall durchgeführten Art des hydrierenden Verfahrens Angaben bezüglich Einsaizmaterial, Zusammensetabhängig.
Die Betriebsbedingungen umfassen jedoch zung der Ströme, Betriebsbedingungen, Auslegung
allgemein einen Druck von 28 bis 341 atm, eine stund- der Gefäße sind nur als Beispiele anzusehen, sie
liehe Raumslrömungsgeschwindigkeit der Flüssigkeit können in breiten Bereichen geändert werden, ohne
(Volumina Flüssigkeit, gemessen bei 15 C, je Stunde 25 den Rahmen der Erfindung zu verlassen,
und je Volumen Katalysator) von 0,1 bis 10,0, und Gemäß der Zeichnung wird das F.insatzmaleriai
eine Wasserstoffkonzentration im Bereich von 178 durch eine Leitung 1 in das Verfahren eingeführt
bis 8900 Volumina H2, gemessen bei 15'C und 1 atm, Die Eigenschaften des bei dem Beispiel verwendeten
je Volumen Flüssigkeil, gemessen bei 15"C, nach- Einsatzmaterials sind in der nachstehenden Tabelle ι
stehend zur Vereinfachung als V/V abgekürzt. Im 30 aufgeführt: Hinblick darauf, daß die Reaktionen der hydrierenden Tabelle F
Behandlungen exotherm sind, tritt beim Durchgang Eigenschaften des getoppten Rohöls
des Wasserstoffs und des Einsatzmatenals durch das 5 κι
Katalysatorbett eine Temperalursteigerung auf. Für Spezifisches Gewicht 0,9554
irgendein gegebenes wasserstoffverbrauchendes Vcr- 35 Anfangssiedepunkl 343 C
fahren ist es gewöhnlich zweckmäßig die maximale 500/,,-DestilIationsternperatur''.'.'.'.'. 496 C
Katalysatorbctlempcratur unterhalb 482 C zu halten. '
Wasserstoffverbrauchende Verfahren werden bei einer Schwefel, Gewichtsprozent 3,80
Temperatur im Bereich von 93 bis 482 "C durch- Stickstoff, Teile je Million 2100
geführt. Die angegebene Temperatur kennzeichnet 40 Heptanunlösliche, Gewichtsprozent 2,90
die maximale Katalysalorbettemperatur. Um sicherzustellen, daß die Katalysatorbettemperatur den Die Betriebsdurchführung sollte auf eine grüßtzulässigen
Höchstwert nicht überschreitet, können mögliche Erzeugung eines bei Normalbedingungen
Kühlströme, in bei Normalbedingungen entweder flüssigen Produkts mit einem Gehalt von weniger
flüssiger oder gasförmiger Form, an einer oder 45 als 1,0 Gewichtsprozent Schwefel gefahren werden.
mehreren zwischenlicgenden Stellen des Katalysator- Nach geeignetem Wärmeaustausch mit heißen Ausbeltes
eingeführt werden. Bei der Hydrokrackung flußströmen tritt das Einsatzmaterial in einen Erkann
der Anteil des bei Normalbedingungen flüssigen hitzer 2 ein, in dem die Temperatur auf 343 C ge-Produktausflusses,
der oberhalb des Siedeendpunktes steigert wird. Das erhitzte Einsatzmaterial wird durch
des gewünschten Produkts siedet, zurückgeführt 50 eine Leitung 3 abgezogen und etwa die Hälfte, d.h.
werden, entweder zur Vereinigung mit dem frischen 132 m3/Stunde wird durch eine Leitung 4 abgezweigt.
Kohlenwasserstoffeinsatzmaterial und/oder zur Ver- Der Rest, d. h. ebenfalls 132 m3/Slunde, fließt weiter
wendung als Kühlflüssigkeit. In solchen Fällen liegt durch die Leitung 3 und wird in einer Leitung 5 mit
das vereinigte flüssige Beschickungsverhältnis, definiert heißem Rückführwasserstoff, dessen Herkunft nachals
Volumina flüssiger Gesamtbeschickung je Volumen 55 stehend noch erläutert wird, vermischt; das Gemisch
Frischbeschickung, im Bereich von 1,1 bis 6,0. Eine wird in einen Reaktor 6 eingeführt. Der Reaktor 6
Flüssigkeitsrückführung stellt jedoch kein notwendiges und ein weiterer Reaktor 8 stellen das »erste Reak-Merkmal
des Verfahrens dar. tionssystem« dar. Der Reaktor 6 enthält 133 ma
Hydrokrackbedingungen umfassen einen Druck Katalysator, dasselbe gilt für den Reaktor 8 und
von 69 bis 341 atm, eine stündliche Raumströmungs- 60 weitere Reaktoren 12 und 14. Die beiden letztgenann-
geschwindigkeit der Flüssigkeit von 0,5 bis 5,0, und ten Reaktoren stellen das »zweite Reaktionssystem«
eine Wasserstoffzirkulationsrate von mindestens dar. Von dem in allen vier Reaktoren insgesamt ent-
535 V/V, mit einer oberen Grenze von 89(Xl V/V, haltenen Katalysator befinden sich also je 50% in
bezogen auf die Frischbeschickung zu dem Reak- jedem der beiden Reaktionssysteme,
tionssystem. Die Betriebstemperaturen liegen im 65 Bei dem in dem Reaktor 6 angeordneten Kalaly-
Bereich von 316 bis 482 C. sator handelt es sich um eine Zusammensetzung aus
Vor der Erläuterung der Zeichnung seien einige einem amorphen Aluminiumoxyd-Siliciumdioxyd-Trä-
<ler verwendeten Ausdrücke definiert. Der Ausdruck germatcrial (88,0 Gewichtsprozent Aluminiumoxyd)
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mit 18 Gewichtsprozent Nicket und 16,0 Gewichtsprozent
Molybdän, berechnet als elementare Metalle. Der gleiche Katalysator ist auch in den Reaktoren 8,
12 und 14 angeordnet. Die stündliche Raumströmungsgeschwindigkeit der Flüssigkeit beträgt 0,5
und die Wassersloffgeschwindigkeit der Flüssigkeit beträgt 0,5 und die Wassersloffkonzentration beträgt
890 V/V, bezogen auf die Frischbeschickung. Die Schlüsselstelle des gesamten Verfahrens für die
Drucksteuerung stellt ein Kaltabscheider 18 dar. Der Druck wird so gesteuert, daß der Kaltabscheider bei
137 atm gehalten wird. Die Reaktoren 6, 8, 12 und 14 arbeiten also bei fortschreitend abnehmenden Drükken,
die alle oberhalb 137 atm liegen, wobei der Reaktor 6 in dieser Reihe den höchsten Druck hat.
Der Produktausfluß aus dem Reaktor 6 wird bei einer Temperatur von 371°C durch eine Leitung 7
abgezogen und mit einem durch eine Leitung 32 zufließenden Kühlstrom, dessen Herkunft nachstehend
noch erläutert wird, vermischt, um die Temperatur des Ausflusses zu senken. Das Gemisch fließt weiter
durch die Leitung 7 und tritt bei einer Temperatur von 343"C in den Reaktor 8 ein. Die Temperaturzunahme
wird durch Anwendung eines oder mehrerer Wasserstoffkühlslröme bei 281C gehalten. Der Ausfluß
wird durch eine Leitung 9 bei einer Temperatur von 37TC abgezogen und bei etwa der gleichen
Temperatur in eine Heißtrenneinrichtung, etwa einen Heißabscheider JO, eingeführt.
Der Heißabscheider 10 dient in erster Linie zur Bildung einer heißen wassersloffreichen zur Hauptsache
dampfförmigen Phase, die durch eine Leitung 11 abgenommen und mit der zweiten Hälfte der Frischbeschickung,
die durch die Leitung 4 fließt, vereinigt wird; das Gemisch stellt die vereinigte Beschickung
für das zweite Reaktionssystem dar. Das Gemisch fließt weiter durch die Leitung 4 in den Reaktor 12.
Ergänzungswasserstoff aus irgendeiner geeigneten äußeren Quelle, z. B. einem wasserstofferzeugenden
katalytischen Reformierverfahren, kann an irgendeiner geeigneten Stelle in das Verfahren eingeführt werden,
um den im Gesamtverfahren verbrauchten Wasserstoff und »Verluste« durch Lösung in dem bei Normalbedingungen
flüssigen Produktstrom zu ersetzen, vorzugsweise wird dieser Ergänzungswasserstoff jedoch
in die Leitung 4 in die Frischbeschickung eingeführt, entweder nach oder vor der Zumischung der dampfförmigen
Phase aus der Leitung 11. Bei der dargestellten Ausführungsform tritt der Ergänzungswasserstoff
durch eine Leitung 21 in das Verfahren ein. Die Menge des Ergänzungswasserstoffs beträgt etwas
mehr als 110 V/V, d.h. die chemisch verbrauchte Menge, um dem Lösungsverlust Rechnung zu tragen.
Der Reaktor 12 enthält einen gleichartigen Katalysator wie der Reaktor 6, jedoch stellt dies kein wesentliche«.
Merkmal dar. Die Einlaßtemperatur des Katalysalorbettes beträgt 343 C, die stündliche Raum-Mrömungsgeschwindigkeit
der Flüssigkeit betiäg1 0,5. Der Produklausfluß, wiederum bei einer Temperatur
von 371 C, wird durch eine Leitung 13 abgezogen, mit einem zurückgeführten Kühlstrom aus der Leitung
31 vermischt und in den Reaktor 14 eingeführt. Die I.inlaütcmpcratur des Reaktors 14 beträgt
343 C und die Tempcralur/unahme wird so gesteuert, daß die maximale Katalysatorbettemperatur 371 C
bcträgi. Bei etwa der gleichen Temperatur und elwa
dent gleichen Dnick wird der durch eine Leitung 15
abgenumnienc Ausfluß in einen ileißabschcidcr 16
eingeführt; dort wird eine zweite wasserstoff reiche, zur Hauptsache dampfförmige Phase gebildet, die durch
eine Leitung 17 abfließt. Nach Verwendung als Wärmeaustauschmittel und weiterer Kühlung auf eine
Temperatur im Bereich von 16 bis 60"C, z. B. 38"C,
gelangt die dampfförmige Phase in den Kaltabschcider 18, d. h. die bereits erwähnte Schlüsselstelle für die
Drucksteuerung des Verfahrens.
Der Kaltabscheider 18 bewirkt eine weitere Konzentrierung des Wasserstoffs durch Entfernung von
kondensierten bei Normalbedingungen flüssigen Kohlenwasserstoffen, die durch eine Leitung 23 abgezogen
werden. Letztere werden dann in eine Produkttrenncinrichtung 24 eingespeist, zusammen mit den zur
Hauptsache flüssigen Phasen aus den Leitungen 22 und 25, d. h. aus den Heißabscheidern 10 bzw. 16.
Der angereicherte Wasserstoffstrom wird aus dem Kaltabscheider 18 über eine Leitung 19 durch eine
nicht dargestellte Umwälz- und Verdichtungseinrichlung
abgezogen. Ebenfalls nicht dargestellt ist das üblicherweise verwendete Drucksteuerventil, das gewöhnlich
in die Leitung 19 eingebaut ist, zum Ableiten von Gas zwecks Steuerung des Drucks des
Kaltabscheiders. Vor der Rückführung mittels der Umwälz- und Verdichtungseinrichtung kann die
dampfförmige Phase der Leitung 19 behandelt und/ oder einer zusätzlichen Trennung unterworfen werden,
um Schwefelwasserstoff und andere bei Normalbedingungen gasförmige Komponenten zwecks wtiterer
Erhöhung der Wasserstoffkonzentration zu entfernen. Der wasserstoffreiche Strom wird durch die
Leitung 19 in den Erhitzer 20 geführt, in dem die Temperatur soweit erhöht wird, wie das zur Aufrechterhaltung
der gewünschten Einlaßtemperatur des Reaktors 6 erforderlich ist. Der erhitzte Wasserstoff
tritt dann durch die Leitung 5 in den Reaktor 6 ein, zusammen mit den 132 m3/Stunde Frischbeschickung
aus der Leitung 3.
Die Produkttrenneinrichtung 24 ist bei dem erläuterten Ausführungsbeispiel in Form einer einzigen
Kolonne dargestellt. Die gewünschten Produktströme können jedoch allgemein in irgendeiner zweckmäßigen
Weise gewonnen werden, z. B. unter Verwendung von einer oder mehreren Fraktionierkolonnen, Rektifizicrcinrichtungcn
und/oder Fiashzoncn. in dem Fließbild ist eine übliche Trennung veranschaulicht:
Butan und leichtere bei Normalbedingungen gasförmige Anteile werden als Überkopfstrom durch eine
Leitung 26 abgezogen. Eine Fraktion im Siedebereich von Pentan bis 700C wird durch eine Leitung 27
abgenommen. Eine Schwerbenzinfraktion im Siedebereich von 70 bis 190"C wird durch eine Leitung 28
abgezogen. Als weitere Produktströme werden ein Kerosinschnitt im Siedebereich von 190 bis 2800C
durch eine Leitung 29, ein leichtes Gasöl im Siedebereich von 280 bis 343°C durch eine Leitung 30
und ein schweres Gasöl im Siedebereich von 343 "C und darüber durch eine Leitung 33 abgezogen. Eine
nicht dargestellte Vakuum kolonne kann zur Entfernung eines schweren Bodenproduktstroms vor der
abschließenden Produktaufarbeitung herangezogen werden.
Ein Teil des schweren Gasöls aus der Leitung 33 wird durch eine Leitung 31 abgezweigt; er dient als
Kühlflüssigkeil für den Ausfluß aus den Reaktoren 6 und 12.
I-i ist ersichtlich, daß zahlreiche Abwandlungen des
vorstehenden Ausfülmingsbcispicls vorgenommen wer-
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2 142 Oil
den können, ohne daß das sich ergebende Fließschema aus dem Rahmen der Erfindung fällt. Eine derartige
Abwandlung besteht z. B. darin, einen Teil des schweren Gasöls zum Einlaß der Reaktoren 6 und 12
zurückzuführen.
10
Die Produktverteilung und die Ausbeuten an den
einzelnen Komponenten sind in der nachstehenden Tabelle II zusammengestellt, die Werte schließen den
Gesamtwasserstoffverbrauch, 0,99 Gewichtsprozent, bezogen auf die Frischbeschickung, ein.
Tabelle II Produktverteilung und Ausbeuten
| Komponente | Gewichts prozent |
Volum prozent |
| Ammoniak Schwefelwasserstoff Methan Äthan |
0,11 3,03 0,09 0,12 0,14 0,15 0,14 1,55 2,48 2,05 68,13 23,00 |
Ξ |
| Propan Butan |
100,99 | 0,25. 0,21 1,95 2,92 2,29 72,45 22,14 |
| Pentan bis 700C 70 bis 1900C 190bis280°C 280 bis 343°C 3430C und darüber Vakuumrückstand |
||
Es ist ersichtlich, daß diese Ergebnisse mit einer minimalen Bildung von bei Normalbedingungen gasförmigen
Paraffinen (nur 0,35 Gewichtsprozent) erzielt werden. Die Fraktion im Siedebereich von Pentan
bis 700C hat ein spezifisches Gewicht von 0,651 und
einen Schwefelgehalt von 0,03 Gewichtsprozent. Analysen der anderen Produktströme, ausgenommen
den Vakuumbodenrückstand, sind in der Tabelle III aufgeführt:
Tabelle III Produktanalysen
| Fraktion | 70 bis 190° C | 190 bis 280° C | 280 bis 343°C | 343°C und höher |
| Spezifisches Gewicht Paraffine, Volumprozent Naphthene, Volumprozent Aromaten, Volumprozent Schwefel, Gewichtsprozent |
0,759 46,0 42,0 12,0 0,05 |
0,811 0,20 |
0,856 0,30 |
0,898 0,60 |
Bei dem erläuterten Verfahren sind also die beiden getrennten Reaktionssysteme durch ein eigentümliches
Wasserstoffkreislaufsystem miteinander verknüpft. Gemäß dem Fließbild und ausgehend von der dampfförmigen Phase aus dem Kaltabscheider 18, d. h.
der Schlüsselstelle für die Drucksteuerung des Verfahrens, fließt der Wasserstoff unter Verwendung eines
einzigen Umwälzkompressors in der folgenden Weise: Durch die Leitung 19 zum Erhitzer 20, durch die
Leitung 5 zum Reaktor 6, durch die Leitung 7 zum Reaktor 8, durch die Leitung 9 zum Heißabscheider
10, durch die Leitung 11 und die Leitung 4 zum Reaktor 12, durch die Leitung 13 zum Reaktor 14,
durch die Leitung 15 zum Heißabscheider 16, und schließlich durch die Leitung 17 zum Kaltabscheider
18. Der wohl wichtigste verfahrenstechnische und wirtschaftliche Vorteil des erläuterten Verfahrens
beruht darauf, daß nur etwa ein halb so großes Volumen an Wasserstoff verdichtet und umgewälzt wer-
den muß, verglichen mit herkömmlichen Betriebsweisen ohne Aufspaltung der Frischbeschickung, um
ein gewünschtes und/oder erforderliches Wasserstoff-Öl-Verhältnis in den Reaktionszonen aufrechtzu
erhalten. Ein weiterer Vorteil, der sich aus der beschriebenen Arbeitsweise mit den beiden Reaktions
systemen und Verknüpfung durch den Wasserstoffkreislauf ergibt, besteht darin, daß das Verfahrer
in sich eine sehr große Anpassungsfähigkeit besitzt wie sie bei herkömmlichen Verfahren nicht gegeber
ist. So können beispielsweise in dem ersten Reaktion*
system 70% (oder irgendeine andere Menge bi: herab zu 30%) der Beschickung bei einer Betriebs
schärfe verarbeitet werden, die auf eine größtmöglich! Benzinerzeugung abgestimmt ist, während das zweiti
Reaktionssystem, das den Rest der Frischbcschickuni
verarbeitet, bei einer Betriebsschärfe gefahren werdei
kann, die zu einer größtmöglichen Erzeugung eine Fraktion im Siedebereich von Düsenbrennstoff führl
Claims (8)
1. Verfahren zur Umwandlung eines Kohlenwasserstoffeinsalzmaterials
in tiefer siedende Kohlenwasserstoffprodukte in zwei katalylische Rcaktionssysleme,
von denen das erste katalylische Reaktionsbystem 30 bis 70% des insgesamt in
dem ersten und dem zweiten Reaktionssystem befindlichen Katalysators enthält, dadurch
g e k e η nzeichnet, da'ß man
a) 30 bis 70%, des Kohlenwasserstoffekisatzmalerials
und Wasserstoff in dem ersten kalalytischen Reaktionssystem umsetzt,
b) den anfallenden Ausfluß des ersten Reaktionssystems in einer ersten Trennzone bei etwa
dem gleichen Druck und einer Temperatur von 316 bis 427 C unter Bildung einer ersten
wasserstoffreichen zur Hauptsache dampfförmigen Phase und einer ersten flüssigen
Phase trennt,
c) die erste dampfförmige Phase und den Rest des Kohlenwasserstoffeinsatzmaterials in dem
zweiten kalalytischen Reaktionssystem umsetzt,
d) den anfallenden Ausfluß des zweiten Reaktionssystems in einer zweiten Trennzone bei
etwa dem gleichen Druck und einer Temperatur von 316 bis 427 C unter Bildung einer
zweiten wasserstoffreichen zur Hauptsache dampfförmigen Phase und einer zweilen flüssigen Phase trennt,
e) mindestens einen Teil der zweiten dampfförmigen Phase zur Vereinigung mit dem
Kohlenwasserstoffeinsatzmalerial zu dem ersten katalytischem Reaktionssyslem zurückführt,
und gegebenenfalls
f) die zweite dampfförmige Phase in einer dritten Trennzone bei etwa dem gleichen Druck und
einer Temperatur von 16 bis 60 C unter Bildung einer dritten wasserstoffreichen zur
Hauptsache dampfförmigen Phase und einer dritten flüssigen Phase weiter trennt und mindestens
einen Teil der dritten dampfförmigen Phase zur Vereinigung mit dem Einsatzmaterial
für das erste katalytische Reaktionssystem zurückführt sowie gegebenenfalls
g) die erste, die zweite und die dritte flüssige Phase einer Trennung zur Bildung einer
vierten flüssigen Phase unterwirft und mindestens einen Teil der vierten flüssigen Phase
zu dem ersten katalytischen Reaktionssystem zurückführt.
2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet,
daß man mindestens einen Teil der zweiten flüssigen Phase zu dem ersten katalytischen
Reaktionssystem zurückführt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens einen Teil
der zweiten flüssigen Phase zu dem zweiten katalytischen Reaktionssystem zurückführt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man mindestens einen Teil der vierten flüssigen Phase zu dem zweiten katalyiischen
Reaktionssystem zurückführt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man Ergänzungswasserstoff
zum Ersatz des im Verfahren verbrauchten Wasserstoffs in das zweite katalytische
Reaktionssyslem einführt
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man in dem ersten
und dem zweiten katalytischen Reaktionssystem Betriebsbedingungen mit einer maximalen Katalysatorbettemperatur
von 316 bis 482'C, einem Druck von 69 bis 273 atm, einer Wasserstoffkonzentration
von etwa 535 bis 8900 V/V und einer stündlichen Raumströmungsgeschwindigkeit der Flüssigkeit von 0,5 bis 5 einhält.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man in dem ersten
und dem zweiten katalytischen Reaktionssystem einen Katalysator, der ein poröses Trägermaterial
und mindestens eine MetalIkomponente aus den
Metalien der Gruppen Va, VIa oder VIII umfaßt, verwendet.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man als erstes und
als zweites katalytisches Reaktionssyslem solche mit mehreren Rejjktionszonen benutzt und mindestens
zwei verschiedene Katalysatoren in mindestens zwei dieser Rcaklionszonen verwende!.
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US6652270A | 1970-08-24 | 1970-08-24 | |
| US6652270 | 1970-08-24 | ||
| US10479771A | 1971-01-07 | 1971-01-07 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2142011A1 DE2142011A1 (de) | 1972-03-02 |
| DE2142011C true DE2142011C (de) | 1973-04-26 |
Family
ID=
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