DE212209C - - Google Patents

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DE212209C
DE212209C DENDAT212209D DE212209DA DE212209C DE 212209 C DE212209 C DE 212209C DE NDAT212209 D DENDAT212209 D DE NDAT212209D DE 212209D A DE212209D A DE 212209DA DE 212209 C DE212209 C DE 212209C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10KPURIFYING OR MODIFYING THE CHEMICAL COMPOSITION OF COMBUSTIBLE GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE
    • C10K1/00Purifying combustible gases containing carbon monoxide
    • C10K1/34Purifying combustible gases containing carbon monoxide by catalytic conversion of impurities to more readily removable materials

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Industrial Gases (AREA)

Description

KAISERLICHES
S O
PATENTAMT
* OO
bei der Gasbereitung.
Die in der Leuchtgasherstellung und dem Kokereibetrieb sowie in anderen Destillationsbetrieben üblichen Verfahren zur Befreiung - der von den öfen kommenden Rohgase von den sogenannten Nebenprodukten, die anfänglich lediglich die Reinigung der Gase, dann aber zur Hauptsache die Gewinnung dieser wertvollen Nebenprodukte bezweckten, sind vorzugsweise auf die Erzeugung von sclnvefelsaurem Ammoniak gerichtet. Die dabei nötige Einführung großer Mengen fremder Schwefelsäure in das Verfahren und die dazu gehörigen umfangreichen Vorrichtungen verursachen aber hohe Betriebs- und Anlagekosten.
Die Erfindung folgt dem Leitgedanken, die Gewinnung der Nebenprodukte bei gleichzeitiger Reinigung der Gase dadurch zu vereinfachen und zu verbilligen, daß: der im Gase enthaltene Schwefel und das Ammoniak so aufeinander zur Reaktion gebracht werden, daß unmittelbar schwefligsaures bzw. schwefelsaures1 Ammoniak erhalten wird, von denen das erstere als Düngemittel nach Deck (Zeitschrift für angewandte Chemie 5. Jahrg. S. 614)
as wirksamer ist als schwefelsaures Ammoniak. Die Ausführung gestaltet sich so', daß das von Teer befreite Gas über eine auf die Temperatur, wo der Schwefel sich jeweilig oxydiert, erhitzte, Sauerstoff übertragende Substanz — beispielsweise Raseneisenerz — geleitet wird, wobei sich der Schwefelwasserstoff zu Wasser und schwefliger Säure, bei höherer Temperatur und genügendem Sauerstoffgehalt zu Schwefelsäureanhydrid oxydiert. Diese in Kontakt, mit dem Sauerstoffträger entstehenden Körper — schweflige Säure bzw. Schwefelsäureanhydrid — wirken nun in statu nascendi auf das noch im Gase befindliche Ammoniak ein, mit dem sie je nach ihrer verhältnismäßigen Menge saures oder neutrales schwefligsaures bzw. schwefelsaures Ammoniak bilden. Es entstehen dabei zuerst dicke schwere Nebel, die sich alsbald zu einem kristallinischen Salz verdichten, das unmittelbar als Düngemittel zur Verwendung gelangen kann oder als Ausgangsstoff für andere Ammoniumverbindungen dient. »
Die Tfcrscheidung wird dabei auf eine der üblichen Arbeitsweisen vorgenommen, d. h. entweder in der Wärme, wobei die Teerbestandteile durch Zentrifugiertrommeln verdichtet werden, oder in der Kälte mittels der bekannten Teerscheidevorrichtungen nach Pe-1 ο u ζ e und anderen. Dem Sinn des Verfahrens entspricht es dabei natürlich, daß weder vor noch nach der Teerscheidung dem Gase durch irgendwelche Apparate, wie Skrubber u. dgl., das Ammoniak entzogen wird. Der bei der Teerscheidung in der Kälte mit dem Kondenswasser ausfallende geringe Teil des Ammoniaks wird in der üblichen Weise durch Abtreiben in einer Destülierkolojme wieder gewonnen und dem Gase zugeftrrirt.
Die Regenerierung der Sauerstoff übertragenden Substanz erfolgt entweder absatzweise oder stetig; zu letzterem Verfahren empfiehlt es sich, Luft oder Sauerstoff dem Rohgase beizumengen, wie dies von Valon zur Wieder-
(2. Auflage, ausgegeben am 23. November igogj
>12209
auffrischung der erschöpften Eisenoxydhydratmasse bei der Entfernung des Schwefelwasserstoff es aus: Destillationsgasen yorgeschl agen worden ist. Die dabei mit den (Gasen einzuführende Sauerstoff menge muß natürlich dem 1 Schwefelgehalt der Gase entsprechen, damit sie jeweilig zur>0xydation des Schwefels verbraucht wird:
Bezüglich der Erhaltung der Temperatur in j
ίο dem Kontaktraum ist folgendes zu beachten, j In den Fallen, wo ein hoher Schwefelwasser- ; stoffgehalt vorhanden ist und die Wärme der j gereinigten Gase zur Vorwärmung der noch ; zu reinigenden Gase benutzt wird, genügt die | bei der Reaktion frei werdende Wärme, den Beharrungszustand aufrechtzuerhalten. Im allgemeinen ist man jedoch gezwungen, die Gase, bevor sie die Kontaktmasse bestreichen, vorzuwärmen; der Grad dieser Vorwärmung steht i natürlich nach dem oben Gesagten im Ver- I hältnis zu dem Schwefelwasserstoffgehalt der j Gase. Bei dem Verfahren mit unterbrochener j Regenerierung verlassen die Gase den Kontaktraum zweckmäßig· ■ mit einer Temperatur j von nicht über 120 °; bei dem Verfahren [ mit stetiger Regenerierung ist diese' Tempe- ; ratur von den verschiedenen Verhältnissen ab- ■ hängig. Als höchste Temperatur, d. h, bei an Schwefelwasserstoff und Ammoniak armen Gasen, kommt die Temperatur, die der Verbrennung des Schwefels entspricht, also eine ί solche unter 400°, in Betracht. Bei reicheren ' Gasen liegt die Temperatur entsprechend niedriger. Denn je mehr Schwefelwasserstoff, im Gase, desto höher ist die entstehende Temperatur. Dazu kommt die : Reaktion nach der Entstehung von Schwefeldioxyd, nämlich die Bindung des Ämftioniaks, wobei je nach der Bildung von saurem oder neutralem Salz weniger oder mehr .Wärme frei wird, da die eintretenden Reaktionen exothermische sind. Je größer also der^_die reagierenden Körper begleitende Gasbaliast, ist, desto geringer ist die durch diese Reaktion bewirkte Temperaturerhöhung derselben. ,Da die zur Durchführung des Verfahrens nötigen Vorrichtungen einfach und alle verwendeten Stoffe dem Verfahren selbst entnoriimen sind, so stellt sich dasselbe sowohl als Nebenproduktengewinnung wie als Reinigungsverfahren äußerst wirtschaftlich.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung von schwefligsaurem bzw. schwefelsaurem Ammoniak bei der Gasbereitung, dadurch gekennzeichnet, daß das von Teer befreite Gas über eine auf die Temperatur, bei welcher Schwefel sich jeweilig oxydiert, erhitzte, Sauerstoff übertragende Substanz (Raseneisenerz) geleitet wird.
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