DE20902C - Verfahren und Vorrichtung zur Regulirung der Geschwindigkeit von Schiffsmaschinen durch Elektrizität - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Regulirung der Geschwindigkeit von Schiffsmaschinen durch ElektrizitätInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B63—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
- B63H—MARINE PROPULSION OR STEERING
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Elektricität.
Diese Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Reguliren der Geschwindigkeit
der Schiffsmaschinen mittelst des elektrischen Stromes. Es wird dadurch die Geschwindigkeit
derartiger Maschinen automatisch verlangsamt, wenn die Schiffsschraube aufserhalb
des Wassers sich befindet. Das Verfahren beruht auf der Unterbrechung der elektrischen
Stromleitung, die unter normalen Verhältnissen durch das Medium des ,Wassers so lange geschlossen
erhalten wird, als die Schiffsschraube in Wasser eintaucht. Wenn diese dagegen aus
dem Wasser heraustritt und der Contact oder die Contacte genannter Stromleitung dadurch
mit gehoben werden, so findet dadurch, dafs der Contact sich in der Luft befindet, die
Unterbrechung des elektrischen Stromes statt.
Die Einrichtung, ist auf beiliegender Zeichnung dargestellt. In Fig. 1 bezeichnet «den
Contact eines elektrischen Leitungsdrahtes, der in irgend einer geeigneten Position in der
Nähe der Schraube des Schiffes angeordnet ist. b ist der Contact eines anderen elektrischen
Leitungsdrahtes, der mit der Seitenwand des einen Schiffes ähnlich wie der erstere Contact,
aber ohne Isolirmasse, verbunden ist. Dieser zweite Contact wird so nahe wie möglich an
ersterem angeordnet, doch weit genug davon entfernt, dafs er stets unter Wasser sich befindet.
Ein Leitungsdraht c führt von α nach b, und
in die so gebildete elektrische Stromleitung werden eingeschaltet;,
1. eine Batterie d oder ein anderer Apparat zur Elektricitätserzeugung;
2. ein Elektromagnet e, der mit einem Anker / versehen ist, welcher durch eine Schraubenfeder
g oder irgend ein gleichwirkendes Organ angezogen wird.
In der durch Zeichnung dargestellten Position sind beide Contacte α und b in Wasser eingetaucht
und die elektrische Stromleitung ist somit geschlossen; in diesem Falle wird der
Anker f von dem Elektromagnet e angezogen. Unter diesen Verhältnissen arbeitet die Schiffsmaschine normal. Sobald indessen die Schiffsschraube
genügend weit aus dem Wasser sich erhebt, dafs dadurch die Schiffsmaschine eine gröfsere Geschwindigkeit annimmt, wird der
Contact α aus dem Wasser herausgehoben. Die Lage desselben ist mit Rücksicht hierauf zuvor
bestimmt worden. Sobald dies eintritt, wird die Stromleitung von α nach b hin unterbrochen
und die Feder g zieht den Anker / an.
Diese Bewegung des Ankers mache ich nun in irgend einer geeigneten Weise zur Regulirung
der Geschwindigkeit der Schiffsmaschine nutzbar. Die zu diesem Zwecke angebrachten
Zwischeneinrichtungen können sehr verschiedener Art sein, ohne dafs dadurch das Wesen
meiner Erfindung sich ändert. Eins der einfachsten Mittel besteht darin, dafs man das
Dampfabsperrorgan (Ventil, Hahn, Schieber oder Klappe), durch welches der Dampf vom
Kessel in die Cylinder gelangt, durch diese Bewegung des Ankers regulirt.
Da jedoch der Anker nicht genug Stärke besitzen wird, um direct das genannte Ventil
(oder Hahn) einzustellen, so ziehe ich es vor, die Ankerbewegung dazu zu benutzen, das
Ventil eines kleinen Hülfsdampfcylinders zu reguliren, durch dessen Kolben dann das vorge-
nannte Ventil' eingestellt wird, also ein Relais einzuschalten. "Fig.: 2 stellt eine derartige Einrichtung
dar; α und /; sind die in der vorbeschriebenen
Weise angeordneten Contacte. Der Contact α ist von einer Isolirungshülse al umgeben,
während der Contact b mit dem eisernen oder stählernen Schiffskörper elektrisch verbunden
ist oder mit irgend einem anderen metallischen Theile, falls der Schiffskörper aus Holz
besteht.
c sind die Leitungsdrähte, d ist eine dynamo- oder magnetisch-elektrische Maschine, die durch
einen Riemen h und eine Riemscheibe i betrieben wird, welch letztere auf der Achse k
der Schiffsschraube / befestigt ist. m m stellen die Cylinder der Schiffsmaschine dar, η den
Schieberkasten derselben und ο die Kolbenstangen, welche vermittelst der Pleuelstangen pp
die Bewegung auf die Achse k übertragen. Der Dampf strömt in den Schieberkasten durch
das vom Kessel ί kommende Rohr r ein. In diesem Rohr ist das mit einem Hebel u versehene
Dampfabsperrorgan t angeordnet. Dieser Hebel u ist mit der Kolbenstange ν eines
kleinen Dampfcylinders w verbunden, auf dessen Vertheilungsschieber χ die Schraubenfeder g
einwirkt und den Hahn t schliefst, sobald die elektrische Stromleitung, wie vorbeschrieben,
unterbrochen wird. Der Schieber wird sofort in seine ursprüngliche Position zurückgebracht
und der Hebel t geöffnet, sobald die Stromleitung wieder geschlossen wird, und dies wird
durch den Elektromagnet e, der den Anker f anzieht, bewirkt, der mit der Stange des Schiebers
durch den Hebel y verbunden ist. Durch den Vertheilungsschieber χ strömt dann Dampf
durch ein Zweigrohr xl in w ein. Der Hahn
oder das Ventil t wird demnach theilweise geschlossen, wenn die Schiffsschraube aus dem
Wasser heraustritt, und der Hahn wird wieder geöffnet, sobald die Schiffsschraube eintaucht,
so dafs die Schiffsmaschine stets mit gleicher Geschwindigkeit umläuft.
Die beschriebene Regulirungsvorrichtung ist auf einer Unterlage ζ angeordnet dargestellt.
Auch kann man z. B. an dem Hintertheil des Schiffes eine Anzahl elektrischer Contacte α anordnen,
derart, dafs der elektrische Strom in jeder correspondirenden Zahl von Elektromagneten
geschlossen wird, die dann mittelst geeigneter Zwischenmechanismen die Einströmung
des Dampfes nach Mafsgabe des Eintauchens oder Nichteintauchens der Schiffsschraube reguliren.
Da mit Eintritt der Wirkung des Ankers die Zuströmung von Dampf nach den Cylindern
aufhört, so kann durch dieselbe Wirkung zu gleicher Zeit ein Ausströmungsrohr für. den
Dampf geöffnet werden, um irgend eine Explosionsgefahr für den Kessel auszuschliefsen.
Anstatt einer Feder g zum Zurückziehen des Ankers kann man einen zweiten Elektromagnet
diesem Anker gegenüber anordnen, durch welchen die Stromleitung je nach der Wirkung
eines elektrischen Relais geschlossen wird oder nicht, das in die Stromleitung des Apparates
eingeschaltet wird, durch welches dann der Strom hindurchgeht oder nicht, je nachdem
die Contacte α und b durch das Wasser elektrisch
verbunden sind oder nicht.
Diese Anordnung ist in Fig. 3 schematisch dargestellt. In die Stromleitung c sind nur die
Elektromagnete e und das Relais j eingeschaltet; letzteres veranlafst den Strom, durch
das Contactstück J1 hindurchzugehen, wenn die
Stromleitung nicht durch sich selbst geschlossen wird.
Claims (4)
1. Das Verfahren der Anwendung der Bewegung des Ankers eines Elektromagneten
oder eines anderen gleich wirkenden elektromagnetischen Apparates zur Regulirung der
Geschwindigkeit von Schiffsmaschinen vermittelst des Unterbrechens und Schliefsens
' einer elektrischen Stromleitung, die gewöhnlich geschlossen ist, wenn ihre elektrischen
Contacte in Wasser eingetaucht sind, und geöffnet ist, wenn nur einer der Contacte
eingetaucht ist.
2. Bei einem elektrischen Regulator für Schiffsmaschinen die Combination einer Reihe von
Contacten, welche unter normalen Verhältnissen in das Seewasser untergetaucht sind,
und mit einer Reihe von Elektromagneten und Ankern und irgend einer geeigneten Elektricitätsquelle, alles so angeordnet, dafs
das Dampfabsperrorgan in dem Verhältnifs mehr oder weniger geschlossen wird, als
das Eintauchen der Schiffsschraube in gröfserem oder geringerem Mafse stattfindet.
3. Bei einer elektrischen Regulirungsvorrichtung für Schiffsmaschinen die>
Combination der beiden Contacte α und b, die durch das
Wasser elektrisch verbunden werden und in der Stromleitung c sich befinden, worin
eine Elektricitätsquelle d eingeschaltet ist, sowie ein Elektromagnet e mit einem Anker
/, der durch eine Feder g oder deren Aequivalent zurückgezogen wird, in der mit
Bezug auf Fig. 1 und 2 beschriebenen ganzen Zusammensetzung.
4. Bei einer elektrischen Regulirungsvorrichtung für Schiffsmaschinen die Combination zweier
Contacte α und b mit einer Elektricitätsquelle d, welche in eine Stromleitung c eingeschaltet
ist, eines Ankers/, zweier Elektromagnete e e1, eines Relais j und eines
Contactes /' in der mit Bezug auf Fig. 3 beschriebenen ganzen Zusammensetzung.
Hierzu I Blatt Zeichnungen. BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCICEREI.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE20902C true DE20902C (de) | 1900-01-01 |
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ID=297617
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT20902D Expired DE20902C (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Regulirung der Geschwindigkeit von Schiffsmaschinen durch Elektrizität |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE20902C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4142448A (en) * | 1977-02-03 | 1979-03-06 | The Bendix Corporation | Rack and pinion power steering gear |
| US4546854A (en) * | 1982-06-16 | 1985-10-15 | Albert Bocker Gmbh & Co. Kg | Load-carrying platform |
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- DE DENDAT20902D patent/DE20902C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4142448A (en) * | 1977-02-03 | 1979-03-06 | The Bendix Corporation | Rack and pinion power steering gear |
| US4546854A (en) * | 1982-06-16 | 1985-10-15 | Albert Bocker Gmbh & Co. Kg | Load-carrying platform |
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