DE2082C - Künstliche Pflastersteine und Presse zur Herstellung derselben - Google Patents
Künstliche Pflastersteine und Presse zur Herstellung derselbenInfo
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Description
1877.
Klasse 80
J. H. HAMM in MÜNCHEN. Künstliche Pflastersteine und eine Presse zur Herstellung derselbe
Patentirt im Deutschen Reiche vom 19. August 1877 ab.
Bei den bis jetzt vorhandenen künstlichen Pflaster- und Trottoirsteinen versintert meistentheils
nur die äufsere Rinde der Steine, nicht aber der innere. Kern. >
Ist diese Rinde dann abgeschlissen, so tritt der nur gebrannte, aber nicht versinterte Kern
zu Tage und dieser zerreibt sich, bröckelt und verwittert dann rasch.
Die Ursache dazu liegt in der Form der Steine; sie haben eine zu grofse Quadratfläche
im Verhältnifs zu ihrer Stärke.
Die Stärke kann aber bei gleicher Fläche nicht vermehrt werden, weil dann der Stein
nicht gleichmäfsig durch und durch versintert und infolge dessen wieder nicht die nöthige
Härte und Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse, Stofs und Druck erhalten würde.
Diesen Uebelständen suchen die von mir erfundenen Pflastersteine abzuhelfen. Die weiter
unten beschriebene Maschine ermöglicht eine ebenso rationelle wie billige Massenfabrikation
der neuen Steine.
Die Steine werden aus eisen- und quarzhaltigem Lehm oder Thon gebrannt und erhalten
eine prismatische Form; sie sind drei-, vier-, fünf-, sechs-, acht- oder mehrkantig oder
rund und in einem Theile ihrer Seitenflächen oder in allen. diesen mit vertieften Rippen versehen
und im Innern zum Theil cylindrisch oder konisch ausgebohrt.
Sie erhalten die anderthalbfache Höhe (Stärke) ihres Durchmessers.
Der untere Theil der Steine ist konisch zulaufend geformt.
Die Stirnfläche ist rauh gewellt und an den Rändern gebrochen, um ein Ausgleiten des
Hufes der Zugthiere, sowie das der Fuhrwerke zu verhindern.
Der konisch geformte untere Theil hat ebenso, wie die Rippen und die Seele, die innere Aus-.bohrung,
diese letztere nur theilweise, den Zweck, den Stein sich nach allen Richtungen fest in
die Unterlage von Cement, Kalk, Beton, Lehm einrammen zu lassen.
Die Seele dient hauptsächlich dazu, die gleichmäfsige Versinterung durch alle Theile des Steines
zu ermöglichen.
Die beiliegende Zeichnung, Fig. 1, giebt die Grundformen.
Die Prefsmaschine, die zehn Steine auf einmal preist, besteht aus einem gufseisernen Formkasten
α α α (Blatt II), in welchen die im Thonschneider vorbereitete Masse, in gleichseitige
Würfel abgeschnitten, hineingegeben wird.
Ueber dem Kasten bewegt sich in Seitenläufern b b vermittelst einer Schraube c ein gufseiserner
Prefsdeckel d, der an seiner unteren Seite in die Formen passende Stempel e e hat.
In diese Stempel sind auf deren unteren Fläche die der Stirnfläche der Steine entsprechenden
Figuren eingegossen.
Der Kasten selbst ruht auf zwei Längsrippen//,
die in den Hohlschienen g g sich bewegen.
Vermittelst des Griffes h zieht man den Formkasten, soll er mit Wasser gefüllt bezw. sollen
die geprefsten Steine herausgenommen werden, auf den Schienen unter dem Prefsdeckel nach
vorn heraus und nach geschehener Entleerung und folgender Füllung wieder hinein.
Zum Ausheben der geprefsten Steine sind die Seitentheile i i des Formkastens in den Scharnieren
k k beweglich.
Der Formkasten wird geschlossen, indem man diese beiden Seitentheile vermittelst eines, durch
die Mitte des Kastens (bei e) gehenden, für das vordere und hintere Ende gemeinschaftlichen
Verschlufshakens m m anzieht.
Nachdem das Pressen stattgefunden, öffnet man den zweiseitigen Haken durch eine einzige·
Drehung seines Griffes, bewegt die Seitentheile im Halbkreise um ihre Befestigungslinie in den
Scharnieren rückwärts und hebt vermöge der an ihnen befestigten fünf Hebel η η die darauf
stehenden je fünf Steine in einer Bewegung aus dem Kasten.
Auf den Hebeln η η ist der Kern 0 für die
Seele der Steine befestigt.
Bei q q sind durch den ganzen Kasten gehende Luftkanäle angebracht, die dazu dienen,
dafs sich die Hebel η η mit den geprefsten Steinen von der Form lösen.
Durch Einschieben eiserner Schablonen / /
in die Formen kann man mit einem Druck auch zwanzig halbe Steine (oder Viertel-, Drittel-) herstellen.
Der Stein erhält eine Höhe von 15 cm, wovon 7 auf den unteren konischen Theil gehen.
Der Formkasten erhält aber eine innere lichte Höhe von 15 -J- 8 = 23 cm, von welchen wiederum
der untere Theil 7 cm konisch verjüngt, der obere von 16 cm aber gleichmäfsig cylinderisch
erscheint.
Diese 16 cm Länge sind erforderlich, um den Würfel aus Rohmasse, wie ihn der Thonschneider
liefert, ganz aufnehmen zu können.
Durch den Druck des Stempels e dringt der Kern 0 in den Würfel, die Masse prefst sich
in den konisch verjüngten Raum und nach allen Richtungen auf die gegebene Höhe von 15 cm
aufs festeste zusammen.
Bei dem Oeffnen der Seitentheile heben die
Hebel η η und ziehen die Kerne 0 0 zugleich
die Steine aus ihrer Form und man hat nunmehr nur noch nöthig, sie mit der Hand vom
Kern abzuziehen.
Claims (1)
- Pa tent-Ansprüche:
ι. Die Darstellung der aus Lehm oder Thon zu brennenden Pflastersteine in ihrer ganzen in vorstehender Beschreibung gegebeneneigenthümlichen Form.
2. Die ebenfalls beschriebene, zum Pressen dieser Steine dienende Maschine.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2082C true DE2082C (de) |
Family
ID=281482
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT2082D Active DE2082C (de) | Künstliche Pflastersteine und Presse zur Herstellung derselben |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2082C (de) |
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- DE DENDAT2082D patent/DE2082C/de active Active
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