DE2021069C3 - Verfahren zur Herstellung von Äthylen und Monochlortrifluoräthylen enthaltenden Mischpolymerisaten und Verwendung desselben - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Äthylen und Monochlortrifluoräthylen enthaltenden Mischpolymerisaten und Verwendung desselben

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DE2021069C3 DE2021069A DE2021069A DE2021069C3 DE 2021069 C3 DE2021069 C3 DE 2021069C3 DE 2021069 A DE2021069 A DE 2021069A DE 2021069 A DE2021069 A DE 2021069A DE 2021069 C3 DE2021069 C3 DE 2021069C3
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Description

Mischpolymerisate aus Äthylen und Monochlorlrifluoräthylen sind aus der USA.-Patentschrift 23 92 378 bekannt; diese Mischpolymerisate schmelzen jedoch bei Temperaturen unter 200QC. Ein Verfahren /ur Herstellung höher schmelzender Mischpolymerisate aus diesen Monomeren ist in »European Polymer Journal«. Band 3. 1967. Seite 120—144, beschrieben; aber diese höher Ji schmelzenden Mischpolymerisate eignen sich nicht für Anwendungszwecke bei hohen Temperaturen, da sie bei hohen Temperaturen unzulängliche mechanische Eigenschaften, besonders unzulängliche Bruchdehnung, aufweisen. Ein Mischpolymerisat aus gleichen molaren 4ii Anteilen Äthylen und Monochlortrifluoräthylen, das bei 235 C schmilzt, hat z.B. bei Raumtemperatur eine Bruchdehnung von mehr als 150%. bei 200°C aber nur noch eine Bruchdehnung von weniger als 32%, so daß es als Drahtüber/ug, der Temperaturen von 200"C -n aushallen muß. wertlos ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, vorwiegend aus Äthylen- und Monochlortrifluoräthyleneinheiten bestehende Mischpolymerisate mit besseren Hochtemperatureigenschaften, besonders Zugfestigkeitsei Ί» gensihaften, /ur Verfügung /u stellen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das in Anspruch I definierte Ven.ibren gelöst.
Als »mischpolymerisierbar« wird das Vinylmonomcrc be/en hnet. wenn es imstande isX durch seine Vinylgmp ίί pe einen integrierenden Bestandteil der llaiiptpolymeri satketle /u bilden. Das Vinylmonomere darf daher die MischpcilγmerisiiIninsrcaktmn verhindern
Die förderung. daU das Vinvlmonomerc keine tclogene Λ kl iv it.it aufweisen darf, bedeutet, dall es τικ hl nn zu einem solchen Ausmaß als Kettenübertragungsmittel wirken darf, daß das Molekulargewicht des Mischpolymerisats dadurch iti unerwünschter Weise begrenzt wird. Diü erfitidutigsgcmüIJ hergestellten Mischpolymerisate haben ein Molekulargewicht, das einer bei 260"C 6> tinier einer Schürspannting von 0,455 kg/cm·2 bestimmten Schmel/viskositiit von mindestens 5 · K)' l'oise entspricht, diiniil sie atisrcichdndu ZtigfosligkcitSfigcnschaften aufweisen. Diese Mischpolymerisate sollen über, um aus der Schmelze vcrarbeitbar zu sein, Schmelzviskositaten von weniger al$ 5 · |Qh Poise, bestimmt unter den gleichen Bedingungen, haben.
Das Erfordernis, daß das Vinylmonomerc eine Seitenkette vun mindestens zwei Kohlenstoffatomen in das Mischpolymerisat einführen soll, ist eine andere Ausdrucksweise, um die Mindestsperrigkeit der Seitenkette zu beschreiben. Wenn die Seitenkette diese Mindestsperrigkeit aufweist, ergibt sich daraus eine Verbesserung der Zugfestigkeitseigenschaften bei hohen Temperaturen; wenn die Seitenkette jedoch nicht diese Mindestsperrigkeit aufweist, erhält man eine entsprechende Verbesserung nicht. Ks ist anzunehmen, daß die Art und Weise, wie Poly-(äthyler.monoehlorlrifluoräthylen) aus der Schmelze kristallisiert, /ur Unzulänglichkeit der Zugfcstigkeitscigenschaften bei hohen Temperaturen führt. Die durch das Vmylmonomere beigetragene sperrige .Seitenkette stört, wie angenommen wird, diese Art der Kristallisation. Die Seitenkette der für die Erfindung geeigneten Vinylmonomeren kann weiter dahin definiert werden, daß sie zwischen Elementen in der Seitenkette nur Einfachbindungen aufweist oder im wesentlichen aus einem aromatischen Kern besteht.
Unter diesen Gesichtspunkten für die Auswahl des Vinylmonomeren bieten sich dem Fachmann zahlreiche Monomere an. die zur Herstellung der Mischpolymerisate gemäß der Erfindung verwendet werden können. Beispiele für solche Vinylmonomeren sind die fluorsubstiluierten Vinylmonomeren der allgemeinen Formeln
R -C'F = ( F,und ROCF= CF,
worin R eine organische Gruppe bedeutet, die cyclisch oder acyclisch sein kann und/oder einen aromatischen Kern enthalten kann und die 2 bis 8 Kohlenstoffatomc aufweist. Im allgemeinen ist die organische Gruppe hochgradig fluorsubstituiert, d. h. sie weist mindestens ein Fluoratom an jedem Kohlenstoffatom auf. Die Verbindungen können aber auch andere Atome, wie Chloratome, als Monosubstituentcn an einem Kohlenstoffatom aufweisen. Wasserstoff kann in der Gruppe in einer Stellung enthalten sein, in der er im wesentlichen inert ist. wie in der ω Stellung als feil der Gruppe — CF>H oder als feil der (!nippe -ClU Ebenso können die Verbindungen andere Atome, wie Schwefel und Stickstoff, in einem inerten Rest enthalten.
Beispiele für fluorsubslituierlc Vinylinonomere. die erfindungsgemaß verwendet werden können, sind die fluorsubstituierten χ Monoolefine, wie Perfluorbu ten-vl). Perfliioipenien (1). Perfluorhepten (I) und in Hvdrnperflunroi ten (I). sowie die fluorsubsliluierlen Vinyliilher der allgemeinen formel
in der \ ein I limr . W.issersluK nder ( hlcir.ilom bedeutet und nenn· μ.ιη/e Zahl vi>n I his 7 ist Beispiele fur soli he Viiivl.illui sind [ViNiiur (alhylvinylalhei). Pcrlliior-Ipropylvinylailicr) und 3-1 lydropeHluor(pro· pylvinyläther). Ein anderer fluorsiibstiiuierter Vinyliithcr, der verwendet werden kann, ist Perfluor (2-mc:thylen-4-iiiclhyl-I.J-dioxohiM), das in der IISA.-Patent· schrift 3JO8 107 beschrieben ist.
Die organische Gruppe (R) braucht nicht hochgradig fluorsubstiUiierl /υ sein, wenn man auf ein gewisses Ausmalt an Warntcbesiandigkcif des Mischpolymerisat
verzichten kann. Beispiele für nicht hochgradig rUiorsubsliluierte Monomere, die erfindungsgemiil) verwendet werden können, sind die Fluorkohlenwasserstoff-vinylmcnomeren mit fliiorsubsiituierter Vinylgruppe und die Kohlcnwasserstoff-vinyhnonomeren mit fluorsubstituierter Vinylgruppe, z. B. die Monomeren der Zusammensetzung
CF,(CF_.)mCF 1..OCF = CF...
in
worin m eine ganze Zahl von O bis 6 bedeutet, und der Zusammensetzung
CFI1(CFIj)nOCF = CF.,
Ii
worin η cine ganze Zahl von I bis 7 bedeutet. Diese Vinylälhcr werden durch Umsetzung des entsprechenden Natriumalkoholats mit Tetrafluorälhylen unter den in der U.SA.-Patcntsclnift 3159 609 beschriebenen Bedingungen hergestellt. Beispiele für diese Vinyläther >n sind n-Buty! trifluorvinylaiher und 2,2,i,3.3-Pen!af!uorpropyltrifluorvinylather.
Beispiele für Vinylmonomere. bei denen die Seitenkette aromalisch ist. sind Perfluorstyrol, Pentafluorstyrol undix./J./J'-Trifluorstyrol. ü
Weitere Vinylmonomere, bei denen die Vinylgruppe eine Kohlenwasserstoffgruppe ist und die erfindungsgemäß verwendet werden können, sind die Vinylmonomeren der allgemeinen Formeln
R1CH2C CFI,
X
I
R-OCH7C C-H,
worin R1 und R- Perfluoralkylgruppen oder Chlorfluor alkylgruppcn mit I bis 7 Kohlenstoffatomen bedeuten m und X ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe bedeutet. Die einfachsten dieser Vinylmomomeren werden durch Umsetzung von Hexafluoraceton mit Propylen in Gegenwart von Aluminiumchlorid bzw. durch Umsetzung von Hexafluoracelon mit Allylbromid 4", in Gegenwart von Caesiumfluorid hergestellt. Eine weitere Beschreibung von Vinylmomomeren dieser allgemeinen Formeln sowie eines Verfahrens zur Herstellung derselben findet sich bei Knunyants. Bull. Acad. Sei., USSR. Div. C hem. Sei.. 355 (1962), sowie ,n in der niederländischen Offenlegungssehrift 66 02 167. Typische Gruppen R1 und R' für diese Monomeren sind die Perfluoralkylgruppen. wie C'F'iC F'.C'F·'·- und (CF iJ.'CF- . sowie die C hlorfluoralkylgiuppen. wie (CCIF-'>).C1I'. R-' kann auch ein sekundärer oder tertiärer ,, halogeiisubsliliiierler Alkoliulrest sein, wie die Gruppe (((ΙΙ.).ΓΟΗ oder ((F1)(OH. wie sie in der USA Patentschnlt !4 44 148 beschrieben sind. Beispiele Γιιΐ'diese Viiiylmoiuimcien sind
hl I
4,4.4-Trifltiorbiiten (i),
4,4,5,5,5-Peiitaritiorpenlen-( I),
1.1,1 -Trifliioi'-2-(liifIuoinielhyl)-
4 peiitcn-2-ol,
I Chlor-l,l,difluor-2 (nioiiochlordifliior- hi
iiiethyl)-4-penien-2 öl,
1.1,1-rrifliior-2-(irifliiormelhyl)-4-niL"lhyl-
4-pentcn-2()l.
4-(Trifluormethyl)-4,5,5,5-teiranuorpenten-(l), Allyl-heptafluorisopropyläther, AIIyl-l,J-dieh!orpentafluorisopropyIäther, Allyl-heptafluorpropyläiher,
Allyl-pentafluoräthyläther und 2-Meihylallyl-heptiifIuorisopropyIäiher.
Die Menge des Vinylinomomeren, die in dem Mischpolymerisat erforderlich ist, um eine die Zugfestigkeit bei hohen Temperaturen, z. B. bei 200 C. verbessernde Wirkung zu erhalten, richtet sich nach dem jeweiligen Vinylmonomeren. Im allgemeinen benötigt man zur Erzielung eines gegebenen Ausmaßes der Verbesserung um so weniger Vinylmonomere, je sp?rriger die Seitenkette ist. Auf das bevorzugte Ergebnis bezogen, soll die Menge des in das Mischpolymerisat einpolymeristerten Vinylmonomeren das entstehende Mischpolymerisat befähigen, w-,_-nn es in Form eines Überzuges auf einem Draht um 180° um einen Dorn mit einem Durchmesser von 1,9 cm gewickelt wird und die beiden herabhängenden Enden des Drahtes mit je einem Gewicht von 0,908 kg belastet werden, in dieser Lage bei mindestens 2000C mindestens 120 Stunden auszuhalten, ohne zu reißen. Man kann dann sagen, daß das Mischpolymerisat die Dornprüfung besteht. Wenn im Gegensatz dazu Poly-(äthylen-monochi jrtrifluoräthylen) in der gleichen Weise untersucht wird, reißt es bereits bei 150"C. Die Menge an Vinylmonomerem, die erforderlich ist, um eine die Zugfestigkeitseigenschaften verbessernde Wir kung hervorzubringen, beträgt im dllgemeinen 0,1 bis 10 Molprozent. Vorzugsweise beträgt die Menge des Vinylmonomeren in dem Mischpolymerisat 1 bis 6 Molprozent. Der molprozentuale Anteil des Vinylmonomeren bezieht sich auf die Gesamtniolzahl aus Äthylen und Monochlortrifluoräthylen.
Das Molverhältnis von Äthylen- zu Monochlortrifluoräthyleneinheiten in dem Mischpolymerisat betragt 4:6 bis 6:4. Wenn das Mischnolynv. risat mehr oder weniger Monochlortrifluoräthylcneinheiten enthält, als es dem genannten Bereich von Molverhältnissen entspricht, vermindern sich seine Zugfestigkeit und seine Durchschneidefestigkeit in unerwünschter Weise. Vorzugsweise liegt das genannte Molvcrhältnis im Bereich von 4.5:5,5 bis 5,5:4.5. Im allgemeinen bestehen die Mischpolymerisate gemäß der Erfindung im wesentlichen aus abwechselnden Äthyleneinheiten und Monochlortnfluoräthyleneinheiien, /wischen denen die Einheiten des Vinylmonomeren regellos verteilt sind.
Die Menge- de-r in dem Mischpolymerisat enthaltenen Vinvlmonome-reuiheiten soll den Schmelzpunkt nicht unter 215 C und vorzugsweise nicht unter 225 ( herabsetzen. Der Anteil an Äthylcncmhciicn und .in Monochlormfliinr.iihyleneinheiten soll so bemessen scm. daß der Schmelzpunkt des Mischpolymerisats, wenn es keine· Einheiten des diitk-n Monomeren enthielte, mindestens 2 SO ( benagen wurde. Du- hier angegebenen Schmelzpunkte weiden durch thermisihc Differetiti.il.in.ilyse bei einer F'rw.irmiingsgcschwmdig kcit von l5"C7Min, bestimmt, wobei das Minimum der Kurve als Schmelzpunkt angesehen wird.
Die Identifizierung der erfindiiiigsgumiiß liergostell-(en Mischpolymerisate mich ihrem Moiioinergehalt bezieht sich auf die Mononiereinlieilen, die bei der Mischpolymerisation der Monomeren tuner Bildung des Mischpolymerisats /usiiiiimenlreten.
Die Mischpolymerisate können durch iiklilwiilirii/i-
Polymerisation nach dem in der obengenannten Arbeit in »[European Polymer |ournal« beschriebenen Verfall ren hergestellt werden. Damit das Mischpolymerisat einen Schmelzpunkt von mehr als 200 C aufweist, soll die Polymerisalionsteniperatur unter 20 C und Vorzugs ί weise unter H)C liegen. Line gute Kombination von [Eigenschaften (mit Ausnahme der mechanischen I lochlemperaturcigenschaflen) erhält man bei Polvmensalionslemperaiiiren von —10 bis +10 C.
Das so L-ihaltcnc Mischpolymerisat kann verwendet to werden, um Lrzcugnisse, wie Folien. Stäbe. Rohre, aus der Schmelze herzustellen. Das Mischpolymerisat läßt sich auch aus Lösung vergießen. Das Mischpolymerisat eignet sich besonders /um Überziehen von Drähten, die hohen Temperaturen ausgesetzt werden sollen. η
In die erfindungsgemäß hergestellten Mischpolymerisate können verschiedene Bestandteile eingearbeitet werden, um ihre !Eigenschaften für bestimmte Anwendungszwecke zu verbessern. So können die Mischpolymerisate z. B. farbstoffe und teilchcnförmige Füllstof > <> fe enthalten. Die Mischpolymerisate können auch mit Glasfasern verstärkt werden, indem man die Glasfasern mn einem Kupplungsmittel, /. Ii einem mit Wasser hydrolysierbaren Orgmiosilan oder den in der kanadischen Patentschrift 7 46 071 beschriebenen, silunmodifi zierten Mischpolymerisaten aus Olefinen und Säureha logeiiiden, beschichtet, sie dann trocknet und sie nut dem geschmolzenen Mischpolymerisat zusammenbringt und zu einem formpulvcroder I ormkörper verarbeite'. Typische Organosilane sind die aminofunklionellen Silane und die epoxyfunktionellen Silane. wiey-Amino prop>ltriäih(ixysilan, Aminophenyl-triaihoxysilan und N-(n-Propylirimetlioxysilyl)-äthylendiamin. Das Misch polymerisat enthält die mit dem Kupplungsmittel überzogenen Glasfasern in Mengen von 5 bis 50 Gewichtsprozent, bezogen auf die Gesamtgewichts menge des verstärkten Kunststoffs. Die Bindung zwischen den Glasfasern und dem Mischpolymerisat ist in dem Sinne hydrolysebeständig, dafi sie mindestens 24 Stunden die [Einwirkung von siedendem Wasser bei 100 Caushäll.
In dtn folgenden Beispielen beziehen sich Teile ur.d Pro/entwerte, falls nichts andere -,ngegeben ist. auf das Gewicht.
c i s ρ i c I c
Diese Versuche werden in einem 1 I fassenden Rührautoklav aus rostfreiem Stahl durchgeführt. Der Autoklav wird bei allen Versuchen durch ' Inikiufcnlassen von Kühlsole durch seinen Mantel auf 0 C gehalten.
Die Versuche werden nach dem folgenden Verfahren durchgeführt: Der Autoklav wird evakuiert und dreimal mil Stickstoff gespült. Dann wird er mit 500 ml l.l,2TrichIor-1.2,2-trifluoräthan zusammen mil dem dritten Monomeren (falls ein solches verwendet wird) und mit der gewünschten Menge Chloroform zur Molckulargcwichtssleucrung beschickt. Der Rührer wird in Gang gesetzt und auf 1000 U/Min, eingestellt. Dann wird der Autoklav dreimal hintereinander mit Stickstof auf einen Druck von 3.5 atü gebracht und auf Atmosphärendruck entspannt, um alle gelöste Luft aus dem I,l,2-Trichlorl.2,2trifluoräthan zu entfernen. Hierauf wird der Autoklav auf OC gekühlt und mil der gewünschten Menge Monochlorlrifluoräthylen und Äthylen beschickt. Hierauf setzt man eine Lösung von Trichloracelylperoxid in Ll^-Trichlor-I^trifluoräthan (0,02 g/ml) zu. Man läßt die Polymerisation fortschreiten, bis der Druck um 1.05 bis 1.4 kg/cmgesunken ist. Dann wird die Polymerisalaufschlämmung aus dem Autoklav ausgetragen und auf einem groben Glasfriitenfilter abfiltriert. Der filterkuchen wird zweimal in einem Mischer mit 500 ml 1,1,2-Trichlor-1,2,2-lrifluoräthan gewaschen, dann zerkleinert und über Nacht im Vakuumofen im Stickstoffslrom bei 110 bis 125"C getrocknet. Die Polymerisationsbcdingimgcn und [Ergebnisse sind in Tabelle I zusammengefaßt.
Die Schmelzviskositäten der Polymerisate werden bei 260 C und einer .Scherspannung von 0.455 kg/cm-' bestimmt. Durch Formpressen in einer Presse bei 250 bis 260"C werden folien aus den Polymerisaten hergestellt, die man unter Druck erkalten läßt. Die Schmelzpunkte werden mit dem thermischen Differenz tialanalysiergerät von Du Pont (Modell 900) bei einer Erwärmungsgeschwindigkeit von l5°C/Min, bestimmt, Das Minimum der Kurve wird als Schmelzpunkt angeschen. Die Zusammensetzung der Polymerisate wird durch Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Chloranalysc ermittelt. Der Gehalt an dem drillen Monomeren wird durch I.lementaranalysc und aus der Illlnirol-Absorp
jo tionsbande bestimmt. Die OH-Gmppe in dem dritten Monomeren erzeugt in dem Spektrum des Mischpo Kmcnsats eine Hände bei J600 cm '. Die Zugfeslig keitscigenschaften werden gemäß der ASTM Prüfnorm D-1457 an Mikroproben bestimmt, die aus den durch
Γι formpressen hergestellten folien ausgeschnitten worden sind.
Die fEigenschaften der gemäß Tabelle I hergestellten Mischpolymerisate sind in Tabelle Il angegeben. !Eigenschaften von typischen Mischpolymerisaten aus
Monochlortrifluorathylcn und Äthylen mit Schmel/viskosiiäien von 6.5 bis 44.b ■ 104 Poise bei 260'C ergeben sich aus den Vcrgleichsbcispielen A. D und C. Man sieht, daß die Bruchdehnungen aller dieser Mischpolymerisate bei 200 C unter 100% liegen. Andererseits hat das
4-, crfindungsgemäß aus drei Monomeren hergestellte Mischpolymerisat des Beispiels, dessen Schmclzviskosität in den gleichen Bereich fällt, bei 200"C eine Bruchdehnung von 278%. bei Raumtemperatur aber eine ähnliche Bruchdehnung (155%) wie die aus zwei
jii Monomeren hergestellten Mischpolymerisate. Die Streckgrenze dos aus drei Monomeren hergestellten Mischpolymerisats bei Raumtemperatur ist jedoch etwas höher als diejenige der aus zwei Monomeren hergestellten Mischpolymerisate.
In den folgenden Tabellen sind die Vcrglcichsbeispic-Ic mit »A«. »Hu und »C« bezeichnet, während das erfindungsgemäß durchgeführte Beispiel mit »1« bezeichnet ist.
Als drittes Monomeres wird in dem Beispiel 1.1.1 -Trifluor-I (trifluormethyl)-4-penlcn-2-ol verwendet.
Die in den Spaltenüberschriften verwendeten Abkürzungen haben die folgenden Bedeutungen:
F-113 = l,],2-Trichlor-!,2,2-trifluoräthan
CTFE = Monocillortrifluoräthylen
TCAP = Trichloracetylpcroxid
7 8
Tabelle I
Herstellung von Äthylen und Monochlorlrifluorälhylcri enthaltenden Mischpolymerisaten
Beispiel F-113 CTrE Äthylen Chloroform Drittes Monnmcrcü TCAI'
(ml) (g) <B> (ml) (B) (B)
A 500 454 28 2,0 _ 0,5
Ii 500 454 42 1,5 - 0,5
G 500 454 28 1,0 - 0.5
1 500 454 42 0,5 12 1,0
tabelle I (Fortsetzung)
Beispiel Temperatur Anfangsdruck Enddrück Zeil l'olymcrisiiUiusbcutc
ί O (aiii) (»ι») (min) f»tl
A -I bisO 5,2 4.2 64 44,2
13 0 bis I 6,7 5,7 60 48,3
C -1 bis 2 4,8 3,4 95 63
I Obis I 6,3 5,3 162 75,5
Tabelle II
Eigenschaften der Äthylen und Monochlortrilluoräthylen enthüllenden Mischpolymerisate
Beispiel Analyse CTFE Äthylen
C Il Cl
(V.) (V.) (V.) (MoI-V.) (MoI-V.)
A 33,0 2,7
B 33,3 3,0
C 32,2 2,5 24,6
I 33,5 3,0
31.6 (35,76-% C)
50,5*) 49,8*) 52,6*) 48
49,5 50,2 47,4 51
Drittes Schmelz- F
Monomeres Viskosität
• IO 4 P
(260 C)
(MoI-V.) (c:
_ 6,5 235
- 20,9 240
- 44,6 235
I 18,8 2.34
%C
·) Molprozent CTFE
Äthylen anwendbar. **) Minimum bei der thermischen Dilferentialanalysc.
diese Gleichung ist nur auf Mischpolymerisate aus Mohochlortrifluoräthylcn und
Tabelle II (Fortsetzung) Bei Raumtemperatur Bruch Bruch Bei 200 C Bruch Bruch I
Zugfestigkeitseigenschaften Streck festigkeil dehnung Streck festigkeit dehnung 7.
Ϊ
f
Beispiel grenze (kg/cm2) (%) grenze (kg/cm2) (V.) ■Ο
(kg/cm2) 435 172 (kg/cm2) 18,7 24 ■■
300 372 113 18,7 16,8 31
289 415 160 16,8 16,5 55
A 293 460 155 16,5 17,9 278 f
B 330 17.7 I
C T
I j
f
4
809 642/101

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Äthylen und Monuchlortrifluoräthylen enthaltenden Mischpolymerisaten mit einem Schmelzpunkt von nicht unter 215"C und einer Schmelzviskosität bei 2600C unter einer Scherspannung von 0,455 kg/cm-' von mindestens 5-101 Poise, dadurch gekennzeichnet, daß man Äthylen, Monochlorinfluoräthylen und ein keine telogene Aktivität aufweisendes mischpolymerisierbares, fluorsubstituiertes Vinylmonomeres, das in das Mischpolymerisat eine Seitenkette mit mindestens 2 Kohlenstoffatomen einführt, die entweder aromatisch ist oder in der die Elemente nur durch einfache Bindungen aneinander gebunden sind, im Molverhältnis von Äthylen zu Monochlortrifluoräthylen von 4 :6 bis 6 :4 unter an sich üblichen Bedingungen polymerisiert, bis 0.1 bis 10 Molprozent, bezogen auf die Gesamtmolmenge aus Äthylen und Monochlortrifluoräthylen. in das Mischpolymerisat einpolymerisiert worden sind.
2. Verwendung von nach Anspruch I hergestellten Mischpolymerisaten als Überzugsmittel.
II)
DE2021069A 1970-01-20 1970-04-29 Verfahren zur Herstellung von Äthylen und Monochlortrifluoräthylen enthaltenden Mischpolymerisaten und Verwendung desselben Expired DE2021069C3 (de)

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