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Verrichtung zum Aufziehen von Schuhen auf einen Leisten Die Erfindung
betrifft eine Vorrichtung zum Aufziehen des Kappen-oder Fersenteils eines Schuhes
auf einen Leisten und insbesondere eine Vorrichtung zum Aufziehen auf einen Leisten,
bei welcher das Aufziehen des Kappen- oder'Fersenteils eines Schuhes gleichzeitig
mit dem Aufziehen des Schuhgelenks auf den Leisten erfolgt.
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Im Falle des Aufziehens eines Schuhoberleders angepaßt an einen Holzleisten
wird das Oberleder mittels einer Aufziehvorrichtung, dem sogenannten "Abstreiferi'
(wiper) unter Zug dicht anliegend längs des Holzleistens geleistet, damit keine
Falten entstehen. Gleichzeitig wird das auf den Leisten aufgezogene obere Stück
durch ein Klebemi,ttel an der-Brandsohle angeklebt, die vorübergehend am Bqden des
Holzleistens angebiacht ist. Bs ist jedoch unmöglich, einen solc.lên--'ziehvorgang
auf den Leisten infolge der Form der Schuhe,gleichzeitig auszuführen. Daher ist
es übliche Praxis, den Schuh in einen Kappen-, Fersen- und Gelenkteil zu-unterteilen.
Dabei wird jedes Teil mittels eines jeweils besonderen Abstreifers geleistet.
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In der US-Patentschrift
ist eine Vorrichtung zum Aufziehen auf einen Leisten vorgeschlagen worden, bei welcher
zuerst der Gelenkteil eines Schuhes und dann der ganze Schuh unter Verwendung einer
weiteren Leistenvorrichtung für den Kappen- und Fersenteil geleistet werden.
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Durch die erfindungsgemäße Aufziehvorrichtung von Schuhen auf einen
Leisten ist es möglich, gleichzeitig das Gelenk und den Kappenteil oder das Gelenk
und den Fersenteil zu leisten, so daß die für das Aufziehen auf den Leisten erforderliche
Zeit verkürzt wird0 Zusätzlich soll ermöglicht werden, das Aufziehen auf den Leisten
durch eine einzige Leistvorrichtung unabhängig von der Größe und der Form der auf
den Leisten aufzuziehenden Schuhe durchzuführen.
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Anhand der beiliegenden Zeichnung wird eine beispielsweise Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung näher erläutert.
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Fig. 1 zeigt in einer Seitenansicht die Leistmaschine mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung.
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Fig. 2 ist eine Draufsicht auf die Leistvorrichtung, wobei eine Deckplatte
ausgeschnitten ist.
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Fig. 3 ist eine Vorderansicht der erfindungsgemäßen Aufziehvorrichtung
auf einen Leisten.
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Fig. 4 und 5 sind Schnittansichten iängs der Linien Iv-Iv bzw. V-V
von Fig. 2.
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In der nachstehenden Beschreibung wird auf eine Ausführungsform Bezug
genommen, bei welcher der Gelenk- und Kappenteil des Schuhs gleichzeitig auf den
Leisten aufgezogen werden.
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Auf der Oberseite eines kastenförmigen Maschinengestells 1 erstreckt
sich, wie in Fig. 1 dargestellt, eine Tragsäule 2 nacil oben, wobei deren oberes
Ende nach vorn bezogen auf das Naschinengestell i gebogen ist. Das abgebogene Teil
der Säule trägt eine Oldruckeinrichtung 4, die mit einer nach unten vorstehenden
Kolbenstange 4' versehen ist. An dem sich nach unten erstreckenden Ende der Kolbenstange
4' der Öldruckeinrichtung 4 ist eine Halteeinrichtung 7 fest angebracht, die den
Boden eines Holzleistens 6 mit einem daran angebrachten Schuhoberleder hält.
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Für die Anbringung des Holzleistens dient ein Paßständer 8, dessen
untere Seite mit einer Kolbenstange lo einer Öldruckeinrichtung 9 verbunden ist
1 die am-Maschinengestell 1 vorgesehen ist, damit der Holzleisten 6 Bewegungen nach
oben und unten ausführen kann.
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An gegenüberliegenden Seiten des Maschinenges1ells 1 sind Stützteile
11 angebracht, an denen wiederum sich nach oben erstreckende Träger 12 befestigt
sind, die jeweils mit mechanischen Einheiten 13 für das Aufziehen auf den Leisten,
im Folgenden Leistmechanismen genannt, versehen sind, die einander gegenüberliegen,
um das Leder A des Gelenks eines Schuhoberleders 5 auf der Brandsohle zu leisten«
Jeder der Leistmechanismen 13 ist mit einem hohlen Halter 14 versehen1 der einen
in Richtung des Holzleistens in dem Halter 14 und davon weg beweglichen Gleithebel
15 und Zangenteile 16 aufweist, die an einem Ende des vieilheDels i5 î fär das Ausziehen
des Gelenkteils des Schuhes vorgesehen sind0 Das hintere, vorstehende Ende des Gleithebels
15 des genannten Mecljanismus ist mit dem oberen Ende von Arbeitshebeln 17 verbunden,
die an den vorstehenden Teilen li' der Stützteile 11 frei drehbar angelenkt sind.
Weiterhin sind jeweils die
unteren Enden der Hebel 17 nach innen
in das Maschinengestell 1 gebogen und werden durch eine nicht gezeigte Ö1-druckeinrichtung
schwenkbar betätigt.
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Der Aufziehmechanisiiius für die Kappe auf den Leisten, im Folgenden
als Aufziehmechanismus 18 b'ezeichnet1 ist horizontal zwischen dem Holzleisten 6
und einer llolzleistenhalteeinrichtung 7 angebracht. Der Aufziehmechanismus 18 ist,
wie in den Figuren 1 und 2 gezeigt, mit einer Grundplatte 20 versehen, die verschiebbar
nach vorn und rückwärts mittels Haltelemente 19 angebracht ist, wobei die I-Ialteelemente
19 an der Vorderseite der Tragsäule 2 befestigt sind. Weiterhin ist an der Oberseite
der Grundplatte 20 eine kreisförmige Stufe 21 vorgesehen, die in ihrer vorderen
Lage einen Segmentbogen bildet und mit einer Führungsnut 22 versehen ist, die konzentrisch
zu den Kreisbogen der Stufe ist.
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In der Mitte der Vorderkante der Grundplatte 20 ist eine Einbuchtung
202 vorgesehen, die größer ist als der Außenumfang des Kappenteils des Holzleistens
6, so daß die nach unten gerichtete Bewegung der l-Ialteeinrichtung 7 für den Holzleisten
nicht behindert wird und weiterhin das Leisten des Leders am Kappenteil des Schuhs
erleichtert wird.
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Stempel 23 werden durch Teilen eines halbkreisförmigen Ringes in zwei
Teile gebildet, wobei der Ring den gleichen Außenumfang wie der Bogen der Stufe
21 hat. Am unteren Ende eines jeden dieser Stempel 23 sind kreisförmige Vorsprünge
24 vorgesehen, die eingreifbar in die Führungsnut 22 der Grundplatte 20 angeordnet
sind. Jeder der Vorsprünge 24 steht im Eingriff mit der Führungsnut 22, wodurch
ermöglicht wird, daß -die Stempel gleitend verschiebbar an die Stufe 21 der Grundplatte
20 angepaßt sind. Darüber hinaus sind in der Mitte der Oberseite der Stempel 23
Abstreifpaßstufen 25 von rechteckiger Form ausgebildet, die sich
in
Richtung des Innenseitenradius der Stempel öffnen. In den Stufen 25 sind einander
gegenüber feste Abstreifplatten 26 befestigt, die an den Endteilen Ausnehmungen
26' aufweisen, so daß sie-mit dem nahezu kreisförmigen Außenumfang des Kappenteils
des Holzleisten 6 übereinstimmen. Die den Bogenmitten der Stempel 23 j-eweils entsprechenden
Teile 27 sind aufeinander überlappende Weise angeordnet, wodurch die Stempel 23
und Abstreifplatten 26 zentriert um das Überlappungsteil 27 gedreht werden können.
Innerhalb konkaver Teile 25', die von den Seiten der Abstreifplatten und den Seiten
der Stufen 25 gebildet werden, sind bewegliche Abstreifplatten 28 von rechteckiger
Form vorgesehen, die in Richtung des Holzleistens frei angepaßt sind. Weiterhin
sind ein konvexes Element 29 und ein konkaves Element 30 ausgebildet, die an der
Kontaktoberfläche zwischen den beweglichen Abstreifplatten 28 und den festen Abstrcifplatten
26 miteinander in Eingriff stehen, während an der Basis der beweglichen Abstreifplatten
28 Löcher 31 für das Einbringen eines Arretierteils mit vorher festgelegter Länge
und senkrecht zu dem Abstreifer angeordnet ausgebildet sind. Die Löcher 31 für die
Arretierung kommen mit Arretierhebeln 32 in Eingriff, die an den festen Abstreifplatten
angebracht sind, wodurch der Hub der beweglichen Abstreifplatten 29 reguliert wird.
Weiterhin sind zwischen die Enden der Basis der beweglichen Abstreifplatten 28 und
die Enden der konkaven Teile 25' Schraubenfedern 33 eingesetzt, so daß die beweglichen
Abstreifplatten 28 jederzcit in Richtung des Holzleistens vorgeschoben werden können.
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Die Stempeln 23 sind an einem Teil ihrer Wänder mit Zähnen 34 versehen,
die mit Ritzeln 35 in Eingrit'f stehen, die frei drehbar in Öffnungen 36, die durch
die Grundplatte 20 gehen, angeordnet sind. Weiterhin sind an den unteren Flächen
der Ritzel 35 jeweils Antriebsritzel 37 konzentrisch dazu und aus einem Stück damit
bestehend befestigt1 die mit Zahnstangen 38
im Eingriff stehen,
welche wiederum an der Grundplatte 2o frei verschiebbar angebracht sind. Dabei sind
die nach außen vorstehenden Enden der Zahnstangen 38 an den Seiten der Tragsäule
2 befestigt, wodurch die Stempel 23 durch Drehen der Ritzel ansprechend auf die
Vorwärts- und Rückwärtsbewegung der Grundplatte 20 betätigt werden.
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Weiterhin ist an der Rückseite der Tragsäule 2, mit den darauf vorgesehenen
Zahnstangen horizontal eine Öldruckeinrichtung 39 mit einer Kolbenstange 39' vorgesehen,
die durch die Tragsäule hindurchgeht und eine Verbindung mit dem rückwärtigen Rand
der Grundplatte 20 herstellt, so daß die Grundplatte 20 vorwärts und rückwärts in
dem Zeitpunkt bewegt werden kann, wo das Leder des Kappenteils dos Schuhs auf den
Leisten aufgezogen wird.
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Die Deckplatte 40 deckt die Oberseite der Abstreifplatte und hält
darüber hinaus die Ritzel frei drehbar.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung funktioniert folgendermaßen: Zuerst
wird das Oberleder 5 über den Holzleisten 6 gelegt und die Brandsohle des Schuhs
an dem Leistleder am Kappen- und Gelenkteil des Schuhs durch einen starken Klebstoff
befestigt und angebracht.
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In diesem Zustand ist der Holzleisten 6 an dem Paßständer 8 angebracht.
Daraufhin wird die nicht gezeigte Steuerschaltung einer jeden Öldruckeinrichtung
von Hand oder durch Fußbetätigung durch Knopfdruck betätigt, wodurch ein Hydraulikfluid
zuerst in die Öldruckeinrichtung 4 gebracht wird. Die Kolbenstange 4' beginnt dann
mit der Abwärtsbewegung und bringt gleichzeitig die Halteeinrichtung 7 nach unten,
bis das Ende
an einem Punkt ankommt, wo das Ende der Halteeinrichtung
7 nach unten um eine Entfernung vorwärts bewegt ist, die gleich der Stärke der Schicht
des Oberleders unterhalb des Abstreifers ist, wenn sie anhält.
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Werni die Arbeit der Öldruckeinrichtung 4 unterbrochen wird und eine
hydraulische Flüssigkeit in die Oldruckeinrichtung 9 gebracht wird, wird der Holzleisten,
der an der Kolbenstange 1o befestigt ist, angehoben, wenn die Stange fonach oben
geht, bis sie das untere Ende der Halteeinrichtung 7 erreicht.
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Dadurch wird bedingt, daß die Öldruckeinrichtung 9 angehalten wird,
während gleichzeitig der Holzleisten 6 von oben und unten durch eine starke Kraft
gehalten wird.
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Wenn der Holzleisten 6, wie vorstehend erwähnt, fest gehalten ist,
wird die mit den Arbeitshebeln 17 in Verbindung stehende Oldruckeinrichtung betätigt,
so daß die oberen inden der Arbeitshebel 17 in Pfeilriclltung gedreht werden, wobei
gleichzeitig die Gleithebel 15 in Richtung des Holzleistens bewegt werden,wodurch
jedes. der Zangenteile 16 gegen das Leder A des Gelenkteils des Schuhs, der angehoben
wird, gedrückt wird.
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Wenn sich die Zangenteile vorwärtsbewe&en,' wird das Gelenkleder
A nach unten über die Brandsohlenplatte des Schuhs gedrückt. Das Leder wird fest
an dem Brandsohlenteii durch einen starken nach unten gerichteten Druck befestigt,
der durch ein weiteres Vorwärtsbewegen der Zä'ngeneile 16 ausgeübt wird.
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Im Gleichlauf mit der-Leistwirkung des Leistmechanismus 13 zum Aufbringen
des Gelenkteilleders auf den Leisten wird eine hydraulische Flüssigkeit in die Öldruckeinrichtung
39 gebracht, wodurch die mit der Kolbenstange 39' verbundene
Grundplatte
20 dazu gebracht wird, sich nach vorwärts in Richtung des Holzleistens 6 zu bewegen.
Demzufolge werden die Antriebsritzel 37, die mit den Zahnstangen 38 in Eingriff
stehen, in Drehung versetzt, weiterhin werden auch die aus einem Stück mit dcii
vorgenannten Zahnrädern hergestellten Ritzel mit dem Ergebnis in Drehung versetzt,
daß die Stempel 23, die mit diesen Zahnrädern in Eingriff stehen, sich jeweils zusammen
mit den Abstreifern in Pfeilrichtung drehen. Daraufhin wird das offene Ende der
von den Abstreifplatten 26 und 28 gebildeten U-förmigen Ausnehmung allmählich zentriert
um die Überlappungsteile 27 verengt. Die der engungsgeschwindigkeit ist so festgelegt,
daß sie kleiner ist als die Vorwärts-Zuführgeschwindigkeit der Grundplatte 20.
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Wenn sich die Grundplatte vorwärtsbewegt und sich die beweglichen
Abstreifer 28 dem Kappenteil des Schuhs leicht nähern, wird die Ölleitung der Öldruckeinrichtung
4 umgeschaltet, daß die Kolbenstange 4' angehoben wird. Dies wird gleichzeitig mit
dem Aufbringen des Schaftteils auf den Leisten ausgeführt. Wenn der über den Holzleisten
6 durch die Öldruckeinrichtung 4 ausgeübte Druck aufgehoben wird, wird der gesamte
Körper des Holzleistens 6 durch eine durch die Öldruckeinrichtung 9 aufgebrachte
Druckkraft leicht angehoben, wodurch der Kappenteil (genauso wie der Gelenkteil)
des an dem Holzleisten zu fixierenden Schuhs gegen die untere Fläche der Abstreiferplatte
gedrückt wird. Jede der Abstreiferplatten ist deshalb einem Druck von unten ausgesetzt,
wenn sie sich nach vorn bewegt, wobei ihre Größe verkleinert wird, so dals das vorstchcndc
Leder b am Kappenteil auf eine queTsc:ne"-de Art und Weise geleistet wird, so daß
der auf dem Leisten aufgezogene Teil fest an dem Brandsohlenteil des Schuhs befestigt
wird.
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Wenn die Steuerschaltung geöffnet wird, kehrt jede Öldruckeinrichtung
in ihre Ausgangslage zurück, in der sie in dem nächsten Leiststadium gehalten wird.
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Im Falle des Aufziehens auf einen Leisten des Gelenkteils und des
Kappenteils- bewegen sic-h die beweglichen Abstreifplatten 28, wenn die Endteile
von ihnen in Berührung mit den Leistzangenteilen 16 des Gelenkteils kommen, in den
konkaven Teil 25', da sich d-:De Grundplatte 20 gegenüber den Kräften der Schraubenfedern
33 vorwärtsbewegt, so daß der Leistvorgang an dem Kappenteil des Schuhs nicht gehemmt
wird. Weiterhin können der Kappenteil und der Gelenkteil des Schuhs gleichzeitig
unabhängig von der Schuhgröße auf dem Leisten ausgebildet werden.
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Wie bereits erwähnt, ist in dem vorstehenden Beispiel lediglich das
Verfahren zum Leisten des Gelenk- und Kappenteils eines Schuhs beschrieben, wobei
das Verfahren jedoch genauso beim Aufziehen des Gelenk- und Fersenteils auf den
Leisten ausgeführt werden kann.
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Die vorstehenden Ausführungen zeigen, daß mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung das Aufziehen des Gelenk- und Kappen-bzw. Fersenteils durch eine einzige
Vorrichtung gLeichzeitig ausgeführt wird. Deshalb ist die Leistarbeit bei einem
Schuh mit drastischer Wirkungsgraderhöhung beschleun gt, wobei gleichzeitig ein
wesentlicher Gewinn bezüglich der Herstellungskosten erzielt wird. Da weiterhin
die geradlinigen Abschnitte anders als die gegenüber dem Kappen- und Fersenteil
des Schuhs liegenden-kreisförmigen Teile der Abstreifplatte für das Leisten der
.Kappen- und Fersenteile frei flexibel hes-gestellt ind, wird es möglich, deii Leistvowgarlg
für jede Schuhgröße durchzuführen, Darüber hinaus wird die Kraft, welche den Holzleisten
nach oben von unten her drückt, auf die untere Fläche des Abstreifers durch Eliminierung
einer Kraft ausgeübt, die den Holzleisten von oben nach unten drückt, wodurch es
möglich wird, den Leistvorgang so-auszuführen, daß das Leistleder auf dem Kappen-,
Gelenk oder
Fersenteil vollkommen und anschmiegend über dem Leisten
unter der leichten Zugwirkung nach innen anliegt.