DE2012183B - Anordnung eines Sicherheitsgurtes, insbesondere eines Dreipunkt-Sicherheitsgurtes in einem Kraftfahrzeug - Google Patents
Anordnung eines Sicherheitsgurtes, insbesondere eines Dreipunkt-Sicherheitsgurtes in einem KraftfahrzeugInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung eines Sicherheitsgurtes, insbesondere eines Dreipunkt-Sicherheitsgurtes
in einem Kraftfahrzeug, bei welcher der Sicherheitsgurt ein freies Ende aufweist, welches
bei Gebrauch mit einem fahrzeugfesten Teil kuppelbar und bei Nichtgebrauch des Gurtes an der Fahrzeugseitenwand
aufhängbar ist, und bei welcher ferner der Gurt drehbeweglich an einem unteren, in der Türöffnung
befindlichen Verankerungspunkt befestigt ist.
Der äußere untere Verankerungspunkt wird deswegen in die Türöffnung gelegt, um eine möglichst
stelle Belastiingsrichtung für das Beckenteil zu erreichen,
Beckenteil und Schulterteil laufen in einem Punkte zusammen, in dem sich entweder das Gurtschloß
zum Einhängen in einen festen Bügel oder eine Gurtplatte befindet, die mit dem Schloß verbunden
wird, das an einem kurzen am Fahrzeugboden angebrachten Gurlteil befestigt ist. Das Gurtvbloß
oder die Ourtplatte wird bei Nichtgebrauch des Sicherheitsgurtes an oder in der Nähe der Schlüßsäule
aufgehängt. Das Beckenteil bildet dabei eine Stolpcrschlinge für die auf dem Rücksitz mitfahrenden Personen,
wenn diese aus dem Fahrzeug aussteigen wollen.
ίο Diesen Nachteil, der sich besonders unangenehm
und folgenschwer dann auswirkt, wenn der betreffende Verankerungspunkt relativ weit von der Schloßsäule
entfernt ist, hat man bereits dadurch zu beheben versucht, daß man am Beschlag, also am Ver-
ankeningspunkt, einen schwenkbar gelagerten Bügel
anbringt, der auf den an dem Beschlag sich anschließenden Abschnitt des Sicherheitsgurtes derart einwirkt,
daß dieser Abschnitt bei Nichtgebrauch des Gurtes gegen den Fahrzeugboden gedruckt wird
(deutsche Patentschrift 1 267 115). Durch eine solche
Anordnung ist es möglich, Stolperschlingen einigermaßen zu vermeiden, wenn. — wie gesagt — der Verankerungspunkt
zum Zwecke der Erreichung einer steilen Belastungsrichtung des Sicherheitsgurtes in der
Türöffnung untergebracht ist.
Ein wesentlicher Nachteil dieser bekannten Anordnung besteht darin, daß sie durch ein- und aussteigende
Fahrgäste leicht beschädigt und unwirksam gemacht werden kann, wenn diese in unbeabsichtigter
Weise während des Ein- oder Aussteigens darauf treten, was häufig der Fall ist. Darüber hinaus vermeidet
diese bekannte Anordnung zwar Stolperschlingen, die sich am Fahrzeugboden ausbilden können, jedoch verhindert
sie nicht, daß aussteigende Fahrgäste nicht doch am senkrechten Teil des Gurtes hängenbleiben,
der trotz der Anordnung noch wellenförmig nach unten verlaufen kann und Anlaß zum Einhaken und
Hängenbleiben der aussteigenden Personen oder gewisser Gegenstände bietet. Dieser Nachteil ist vor
allen Dingen dann vorhanden, wenn der äußere Verankerungspunkt so nahe an der Schloßseite liegt, daß
sich die bekannte Anordnung nicht anmwcnden lohnt oder als überflüssig oder nicht anwendbar angesehen
wird.
Weiterhin ist es durch die französische Patentschrift 1498 914 bekanntgeworden, das freie Gurtende
an der Fahrzeugseitenwand aufzuhängen. Die französische Patentschrift 1 498 914 unterscheide! sich
jedoch vom Gegenstand der vorliegenden Erfindung schon insofern, als der äußere untere Befestigungspunkt des Gurtes nicht im Abstand von der Schloßsäule
angeordnet ist, sondern mit dieser auf gleicher Höhe liegt. Abgesehen davon, daß dadurch die hei
der vorliegenden Erfindung berücksichtigte Forderung einer möglichst steilen Belastungsrichtung für das
Beckenteil vernachlässigt wird, tritt darüber hinaus beim Gegenstand der französischen Patentschrift
1 498 914 überhaupt nicht das Problem auf, das der Anmeldung zugrunde liegt. Nämlich wenn der äußere
untere Befestigungspunkt des Gurtes nicht in der Türöffnung angeordnet ist, können sich dort auch keine
Stolperschlingen bilden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, bei einem Sicherheitsgurtsystem der eingangs genannten
Art für einen freien ungehinderten Ein- und Ausstieg der auf dem Rücksitz des Kraftfahrzeuges mitfahrenden
Personen zu sorgen,
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch
gelöst, daß an dem bei Nichtgebrauch des Gurtes aufgehängten Gurtteil eine senkrecht nach unten wirkende
Kraft angreift, deren Angriffspunkt am Gurtteil von dem unteren, in der Türöffnung befindlichen Verankerungspunkt
in einem Abstand liegt, der etwa dem S Abstand des Verankerungspunktes von der Schloßsäule
der Türöffnung entspricht.
Die vorliegende Erfindung vermeidet die Nachteile der bekannten Anordnung, nämlich das Bilden von
Stolperschlingen, und schafft somit eine Einrichtung, die noch mehr Sicherheit für die aussteigenden Personen
der Rücksitze bietet. Die Erfindung geht dabei nicht davon aus, daß der an dem Verankerungspunkt
anschließende Abschnitt des Gurtes an den Fahrzeugboden gedruckt wird, sondern sie benutzt Maßnahmen,
durch die sich das Auflegen des an den Verankerungspunkt anschließenden Gurtteilcs -n den Boden
als weitere Folge ergibt. Bei der Erfindung kommt es primär darauf an, daß das vom Aufhängepunkt an
oder in der Nähe der Schloßsäule senkrecht oder etwa senkrecht nach unten verlaufende Gurtteil so
gestrafft wird, daß das an dem Verankerungspunkt sich anschließende Ende nur waagerecht, d. h. am
Fahrzeugboden entlang verlaufen kann.
Grundsätzlich kann die erfindungsgemäß an dem betreffenden Gurtteil angreifende, senkrecht nach unten
wiikcnde Kraft auf beliebige Weise, beispielsweise durch eine Feder, erzeugt werden. Da sich indessen
die Schwerkraft als immer senkrecht nach unten wirkende Kraft anbietet, wird gemäß einer vorteilhaften
Ausbildung der Erfindung bevorzugt, daß zur Erzeugung der senkrecht nach unten wirkenden Kraft ein am
Gurtteil befestigtes Gewicht dient. Ein solches Gewicht straff' das senkrecht verlaufende Gurtteil derart,
daß die Möglichkeit eines Einhakens beim Aussteigen einer Person sehr unwahrscheinlich ist. Das an
den Verankerungspunkt anschließende Gürtende wird dadurch in einer etwa waagerechten Richtung verspannt.
Auf dieses am Fahrzeugboden entlang verlaufende Ende kann ohne weiteres darauf getreten
werden, ohne daß sich eine Beschädigung und damit ein Unwirksamwerden der Einrichtung ergibt.
Das Gewicht kann zweckmäßig aus zwei plattenförmigen Teilen bestehen, die mittels Schrauben od.
dgl. zusammengehalten am Gurltcil festklcnimbar sind. Diese Teile können aus Kunststoff bestehen oder
von einem solchen überzogen sein. Wenn der Kunststoff die Farbe des Sicherheitsgurtes besitzt, so ist das
Gewicht wenig augenfällig. Da es auch nicht .sehr schwer sein muß, wird es vom Fahrzeuginsassen kaum
wahrgenommen werden.
Selbstverständlich ist es möglich, die im Vcrankcrungspunkt drehbeweglich gelagerte Bcschlagplattc
von einer Feder so beeinflussen zu lassen, daß sie sich jeweils nach hinten dreht. Damit wird die Anfangswirkung
des erfindiingsgemäßcn Gewichtes beim Aufhängen des Sicherheitsgurtes unterstützt. Das Gurtteil
kann im Anschluß an den Vcrankerungspunkt außerdem verstärkt sein, wobei eine Länge der Verstärkung
ausreichend ist, die etw," ein Viertel bis zur Hälfte des
Abstandes des Verankertingspunktes von der Schloßsäule beträgt, Diese Verstärkung kann in einfachster
Weise dadurch erzeugt warden, daß lediglich das für die Befestigung in der Beschlagplatte timgebogene und
vernähte Ende etwas länger gehalten wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine schematische Darstellung eines Teiles eines Kraftfahrzeiigwagenkastens mit der Türöffnung,
bei der die Tür fortgelassen und die Anbringung eines
Dreipunktsicherheitsgurtes in Gehrauchsstelluna angedeutet
ist,
F i g. 2 eine schematische Darstellung der Türöffnung eines Kraftfahrzeugwagenkastens, bei der die
Lage des Sicherheitsgurtes in Nichtgebrauchsstellung angedeutet ist,
F i g. 3 das am Sicherheitsgurt befestigte Gewicht,
F i g. 4 einen Schnitt durch die Verankerung des Sicherheitsgurtes am Bodenträger innerhalb der Türöffnung
und
F i g. 5 die Draufsicht auf die in F i g. 4 veranschaulichte Verankerung.
In dem in F i g. 1 dargestellten Teil eines Kraflfahizeugwagenkastens
wird die Tüi iffnung 11 durch die Windschutzscheibe 10, das Wagendach 12, den Vorderpfosten
13, den Bodenlräger 14 und die Schloßsäule 15 begrenzt. Der in der Türöffnung sichtbare
Dreipunktsicherheitsgurt 18 ist mit dem Beckenteil 1 bei 16 am Bodenträger 14 in der Einstiegsöffnung 11
verankert. Der Verankerungspunkt 17 für das Schulterteil 2 befindet sich an der Schloßsäule IS. Beckenteil
1 und Schulterteil 2 laufen im Schloß 3 zusammen, das mit einem Bügel 4 verbunden werden kann, der
am Bodenblech bzw. dem Wellentunnel S befestigt ist. Das Schloß kann sich auch an einem am Fahrzeugboden
befestigten Gurtteil befinden, wobei dann eine mit dem Becken-1 und Schultertcil 2 verbundene
Platte mit dem Schloß verbunden wird.
Bei Nichtgebrauch ist das Schloß 3 in einem Haken 6 (F i g. 2) an der Türsäule 15 eingehängt. Der Sicherheitsgurt
18 bzw. das Beckenteil 1 hängt daher — wie in F i g. 2 angedeutet — an der Schloßsäule 15 entlang
herab, während das bei 16 am Bodenträger 14 verankerte Ende 19 zwischen der Verankerung 16 und der
Schloßsäule 15 eine horizontale Lage einnimmt und damit den Einstieg nicht behindert.
Diese Wirkung wird durch ein Gewicht 22 erreicht, das in einer Entfernung von der Verankerung 16 am
Beckenteil 1 angeklemmt ist, die etwa dem Abstand der Verankerung 16 von der Schloßsäule 15 entspricht.
Durch das Gewicht 22 wird das Bcckenlcil 1 in eine etwa senkrechte Richtung gebracht und vom
Aufhängepunkt 6 ab nach unten so gestrafft, daß das an die Verankerung 16 anschließende linde 19 in eine
waagerechte Lage verspannt wird. Das an der Schloßsäule 15 entlang herabhängende Gurtteil liegt durch
die Wirkung des Gewichtes 22 so dicht an der Schloßsäule 15 an und ist so glatt gestrafft, daß ein Hängenbleiben
daran sehr unwahrscheinlich ist. Die Wirkung konnte z. B. drrch Magnete verstärkt werden, die an
der Schloßsäule 15 angebracht sind und an denen das Gewicht 22 und gegebenenfalls weitere im Gurt befindliche
Metallteile gehalten werden.
Wie aus F i g. 3 ersichtlich ist, gehören zu dem Gewicht 22 zwei plattenf^rmige Teile 23 und 24, die
durch zwei odet mehrere Schrauben oder Nieten 25 fest am Beckenteil 1 des Sicherheitsgurtes 18 angeklemmt
sind. Das Gewicht 22 kann aus Kunststoff bestehen oder das aus Metall bestehende Gewicht kann
von einem Kunststoff überzogen sein, der z. B. die Farbe des Sicherheitsgurtes besitzt. Damit es wenig in
Erscheinung und nicht als störend empfunden wird, kann es entsprechend flach ausgebildet werden,
Die Konstruktion der Bodenverankerung 16 ist in den P i g. 4 und 5 veianschaulicht. Der Ankerbolzen
27 ist in üblicher Weise in eine am Blech 28 des
Bodenträgers 14 angeschweißte Gewindemutter 29 eingeschraubt. Auf dem Verankerungsbolzen 27 sitzt
eine Hülse 30, die durch die Bodenverkleidung 40 hindurchragt. An der Hülse 30 liegt eine Distanzscheibe
31 an, die als Anschlag für einen verstärkten Abschnitt 32 des Verankerungsbolzens dient. Zwischen
der Distanzscheibe 31 und dem Kopf 33 des Verankerungsbolzens liegt drehbeweglich die Beschlagplatte
34 des Sicherheitsgurtes, auf deren beiden Seiten je eine Zwischenscheibe 33 gelagert ist, die aus
Kunststoff sein kann. Die Zwischenscheiben 35 erleichtern die Drehbeweglichkeit der Beschlagplatte 34
und verhindern ein Klappern am Verankerungsbolzen. In einem länglichen Schlitz 36 der Beschlagplatte 34
ist der Sicherheitsgurt IS mit einer Schlaufe 41 befe-
stigt. Die Schlaufe 41 wird von einem umgebogenen Teil 42 gebildet, das mit dem Gurtteil 1 vernäht ist.
Die Länge des Teiles 42 beträgt etwa ein Viertel bis zur Hälfte des Abstandes des Verankerungspunktes
16 von der Schloßsäule 15. Dadurch wird der Gurt an dieser Stelle versteift und das Umkippen der Beschlagplatte 34 nach hinten unterstützt.
Um den Kopf 33 des Verankerungsbolzens 27 kann auch eine Spiralfeder 37 gelegt sein, die sich an einer
Fläche des Schraubenkopfes 33 abstützt und mit ihrem anderen Ende in den Schlitz 36 der Beschlagplatte 34 eingreift (Fig. 5). Diese Feder dreht die
Beschlagplatte 34 nach hinten, wenn der Gurt 18 unbelastet ist, und unterstützt somit die Wirkung des
Gewichtes 22.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
- Patentansprüche:I. Anordnung eines Sicherheitsgurtes, insbesondere eines Dreipunkt-Sicherheitsgurtes in einem Kraftfahrzeug, bei welcher der Sicherheitsgurt ein freies Ende aufweist, welches bei Gebrauch des Gurtes mit einem fahrzeugfesten Teil kuppelbar und bei Nichtgebrauch des Gurtes an der Fahrzeugseitenwand aufhängbar ist, und bei welcher ferner der Gurt drehbeweglich an einem unteren, in der Türöffnung befindlichen Verankerungspunkt befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß an dem bei Nichtgebrauch des Gurtes aufgehängten Gurtteil (1) eine senkrecht nach unten wirkende Kraft angreift, deren Angriffspunkt am Gurtteil (1) von dem unteren, in der Türöffnung befindlichen Verankerungspunkt (16) in einem Abstand liegt, der etwa dem Abstand des Verankerungspunktes (16) von der Schloßsäule (15) der Türöffnung entspricht.
- 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzeugung der senkrecht nach unten wirkenden Kraft ein am Gurtteil (1) befestigtes Gewicht (22) dient.
- 3. Anordnung ^ch Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewicht (22) aus zwei plattenförmigen Teilen (13 und 14) besteht, die mittels Schrauben (25) od. dal. zusammengehalten am Gurtteil (1) festklcmmbar sind.
- 4. Anordnung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewicht (22) aus Kunststoff besteht oder von einem solchen überzogen ist.
- 5. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die am Verankerungspunkt (16) drehbeweglich gelagerte Beschlagplatte (34) unter der Wirkung einer die Beschlagplatte (34) nach hinten drehenden Feder (37) steht.
- 6. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gurtteil (1) im Anschluß an den Verankerungspunkt (16) auf eine Länge von ein Viertel bis zur Hälfte des Abstandes des Verankerungspunktes (16) von der Schloßsäule (15) verstärkt ist.
- 7. Anordnung nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkung durch Verdoppelung und Vernähung des Gurtbandes erreicht wird.
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