DE19926728A1 - Trägermaterialien und Abbildungsverfahren für intraorale Diagnosezwecke - Google Patents
Trägermaterialien und Abbildungsverfahren für intraorale DiagnosezweckeInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft verformbare, härtbare oder filmbildende Trägermaterialien, welche diagnostisch nutzbare Zusatzstoffe für die orts- und stoffspezifische intraorale Diagnostik enthalten, sowie Verfahren zur Herstellung von Abbildungen für intraorale ort- und stoffspezifische Diagnosezwecke, bei welchen diagnostisch nutzbare Zusatzstoffe auf verformbare, härtbare oder filmbildende Trägermaterialien, die keine diagnostisch nutzbaren Zusatzstoffe enthalten, in einer solchen Menge aufgebracht werden, daß ein diagnostisches Signal wahrgenommen werden kann.
Description
Die Erfindung betrifft verformbare, härtbare oder filmbildende Trägermaterialien
für die intraorale Diagnostik, welche diagnostisch nutzbare Zusatzstoffe
enthalten. Ferner betrifft die Erfindung Verfahren zur Herstellung von
Abbildungen für intraorale orts- und stoffspezifische Diagnosezwecke sowie
Verfahren für die multiple sowie orts- und stoffspezifische Befunderhebung unter
Verwendung der diagnostisch nutzbare Zusatzstoffe enthaltenden härtbaren oder
filmbildenden Trägermaterialien. Derartige Zusatzstoffe ermöglichen dem
Fachmann die Herstellung von Abbildungen für den intraoral orts- und
stoffspezifischen Nachweis von pathogenen Substanzen und/oder von
Mikroorganismen oder zum intraoral orts- und stoffspezifischen Nachweis von
Substanzen, die auf Munderkrankungen oder Heilungsprozesse hinweisen.
Insbesondere betrifft die Erfindung dentale Abformmaterialien für die intraorale
Diagnostik, welche diagnostisch nutzbare Zusatzstoffe enthalten, sowie ein
Verfahren zum Aufbringen diagnostisch nutzbarer Zusatzstoffe auf ausgehärtete
Abformmassen, wobei die diagnostisch wirksamen Zusatzstoffe zum intraoral
orts- und stoffspezifischen Nachweis von pathogenen Substanzen und/oder von
Mikroorganismen oder zum intraoral orts- und stoffspezifischen Nachweis von
Substanzen, die auf Munderkrankungen oder Heilungsprozessen hinweisen,
geeignet sind.
Ebenso betrifft die Erfindung verformbare oder härtbare oder filmbildende
Trägermaterialien, insbesondere dentale Abformmaterialien, die intraorale Stoffe
ortsspezifisch aufnehmen können, wobei diese aufgenommenen intraoralen Stoffe
es dem Fachmann erlauben, durch Aufbringen diagnostisch wirksamer
Zusatzstoffe auf die Trägermaterialien Testverfahren durchzuführen, die zum
intraoral orts- und stoffspezifischen Nachweis pathogener Substanzen und/oder
von Mikroorganismen oder die zum intraoral orts- und stoffspezifischen Nachweis
von Substanzen, die auf Munderkrankungen oder Heilungsprozessen hinweisen,
geeignet sind.
Der orts- und stoffspezifische Nachweis von Substanzen im Mundmilieu ist ein
seit langem bearbeitetes Problem. Dem Fachmann sind Single-Site-Tests
bekannt (z. B. EP-A-0 304 871), die alle darauf beruhen, daß von definierten
Punkten im Mundraum, beispielsweise Zahnfleischtaschen, Zahnoberflächen
oder Zahnwurzelkanälen einzelne Proben genommen werden. Die anschließende
Analyse dieser Proben erfolgt je nach Fragestellung mit den unterschiedlichsten
Methoden, wobei vier generelle Ansätze zu unterscheiden sind:
- 1. Die mikrobiologische Befunderhebung erfolgt häufig nach mehrtägiger
Bebrütung der Proben in geeigneten Kulturmedien, weil die ursprünglich
vorhandene Zahl von Mikroorganismen für eine direkte Befunderhebung nicht
ausreichend ist. Nach Vermehrung der Mikroorganismen werden die Colony-
Forming-Units (CFU) gezählt und auf die in der Probe befindlichen Zahl von
Mikroorganismen geschlossen (Kneist, S.; Klein, C.; Rupf, S.; Eschrich, K.
Quintessenz (1999) 50, 33-43). In diesen Testsystemen können sich die in
der Probe befindlichen vitalen Mikroorganismen unter optimalen Bedingungen
vermehren. Das Untersuchungsergebnis zeigt damit das maximal mögliche
pathogene Potential des evaluierten Mikroorganismuses an, wenn sich der
durch definierte Kulturmedien selektiv angezogene Mikroorganismus im
Mundraum ähnlich ungehindert vermehren könnte.
Bekanntlich liegen im Mundraum aber eben gerade nicht derartig optimale Wachstumsbedingungen vor, so daß das Testergebnis nur bedingt aussagekräftig ist.
Darüber hinaus darf nicht übersehen werden, daß durch die Bebrütung der Proben eine Kultur pathogener Mikroorganismen angelegt wird, die mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen zur Risikominimierung in der Praxis behandelt werden müssen. Eine besondere Entsorgung ist erforderlich. Neben diesen Nachteilen sind die Bebrütungsverfahren zur mikrobiologischen Befunderhebung teuer und sehr zeitaufwendig. - 2. Immunologische Methoden sind ein weiterer genereller Ansatz zur
mikrobiologischen Befunderhebung in Single-Site-Tests. Hierbei werden
monoklonale oder polyklonale Antikörper gegen Oberflächenstrukturen oder
sezernierte Substanzen von Mikroorganismen eingesetzt. Darüber hinaus
können mit entsprechenden Antikörpern beispielsweise auch
Entzündungsvorgänge verfolgt werden. Beispielhaft sind hierfür
WO-94/12 877, US-5 665 559, WO-96/07 103, WO-96/32 647 zu nennen.
Die immunologischen Methoden gemäß Absatz 2 sind im Vergleich zu den Bebrütungsverfahren gemäß Absatz 1 spezifischer, schneller und preisgünstiger, haben aber deutliche Schwächen in der Reproduzierbarkeit, die unter anderem durch die Probennahme bedingt werden. Beispielsweise befinden sich in einem Plaquebereich nicht nur vitale, sondern auch erhebliche Mengen abgestorbener Mikroorganismen. Je nach Probennahme kann das Verhältnis zwischen toten und vitalen Mikroorganismen unterschiedlich sein. Da die Antikörper nicht zwischen vitalen und toten Mikroorganismen unterscheiden können, ergibt sich eine unvorhersagbare Schwankungsbreite in der Ableitung des vorhandenen pathogenen Potentials der evaluierten Mikroorganismen (Aass, A. M.; Preus, H. R., Zambon, J. J., Gjermo, P. Scand J. Dent Res (1994) 102, 355-360). - 3. Die Methode mit der höchsten Sensitivität beruht auf der Poly-Chain-Reaction- Technologie (PCR). Geringste Mengen Mikroorganismen können mit hoher Spezifität nachgewiesen werden. Allerdings ist die PCR-Technologie zeitaufwendig, komplex, kostenintensiv und in der Beherrschung nicht trivial (Rupf, S.; Kneist, S.; Merte, K.; Eschrich, K. Eur. J. Oral. Sci (1999) 107, 75-81).
- 4. Es wurden ferner einige Methoden beschrieben, die biochemische Marker nutzen, um Munderkrankungen zu diagnostizieren. Eine Übersicht bietet der Beitrag von (J. Meyle, Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift (1999) 54, 73-77). Die Aussagekraft der einzelnen biochemischen Marker muß differenziert unter Berücksichtigung der klinischen Studien bewertet werden und bleibt dem Fachmann vorbehalten. Hervorzuheben ist, daß die Bestimmung der biochemischen Marker mittels Single-Site-Methoden erfolgt. Beispielhaft wird auf die Patentschrift WO-98/21 583 hingewiesen. Die hier benötigten Hilfswerkzeuge zeichnen sich dadurch aus, daß sie die zu untersuchenden Proben binden (WO-91/14 000, EP-A-0 304 871, US-A-5 725 373). Für jede Probenstelle muß jeweils ein Hilfswerkzeug eingesetzt und individuell analysiert werden.
Prinzipiell haben alle aus dem Stand der Technik bekannten Single-Site-
Methoden den entscheidenden Nachteil, daß eine näherungsweise vollständige
Situationsbeschreibung im Mundraum nur mit einer hohen Zahl von Einzelproben
gewonnen werden kann. Zur Probennahme werden häufig Papierspitzen
verwendet, die in Zahnfleischtaschen oder Wurzelkanäle eingeführt werden (US-
A-5 725 373, EP-A-0 304 871).
Es ist bekannt, daß die Parodontitisaktivität von Zahnfleischtasche zu
Zahnfleischtasche in einem Patienten sehr unterschiedlich sein kann, obwohl sich
die Parodontitiserreger ubiquitär in den Zahnfleischtaschen befinden. Für eine
Befunderhebung müssen deshalb weit mehr als 25 Einzelproben genommen und
untersucht werden, ohne sicherstellen zu können, daß nicht der eine oder andere
Parodontitisherd unberücksichtigt bleibt.
Hieraus wird prinzipiell einsichtig, daß punktuelle Bestandsaufnahmen nur
unbefriedigende Situationsbeschreibungen des Mundraumes zulassen. Der hohe
Zeit- und Kostenaufwand der Single-Site-Techniken ist damit nur bedingt zu
rechtfertigen. Single-Site-Techniken haben sich daher in der Diagnostik des
Mundraumes nicht in der breiten Anwendung durchgesetzt.
Es besteht daher seit langem ein dringendes Bedürfnis, ein einfaches und
kostengünstiges Verfahren zur gleichzeitigen multiplen sowie orts- und
stoffspezifischen intraoralen Befunderhebung im Mundraum zur Verfügung zu
haben.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung von Mitteln und
Methoden zum intraoral orts- und stoffspezifischen sowie gleichzeitig multiplen
Nachweis pathogener Substanzen und/oder von Mikroorganismen oder zum
intraoral orts- und stoffspezifischen Nachweis von Substanzen, die auf
Munderkrankungen oder Heilungsprozesse hinweisen.
Im Laufe der Beschreibung der Erfindung sind unter den nachzuweisenden
pathogenen Substanzen und/oder Mikroorganismen oder Substanzen, die auf
Munderkrankungen oder Heilungsprozessen hinweisen, beispielsweise
nachfolgend aufgeführte zu verstehen:
- 1. Stoffwechselprodukte von Bakterien, Viren oder Pilzen, beispielsweise Antigene, Lipide, Proteine, Peptide, Polysaccharide, DNA, RNA, Zucker, Aminosäuren, Carbonsäuren, beispielsweise Milchsäure und Propionsäure, sowie andere niedermolekulare, anionische, kationische oder neutrale Substanzen sowie deren Kombinationen, die sich beispielsweise aus ionischen, polaren, unpolaren, hydrophoben, kovalenten oder adhäsiven Wechselwirkungen ergeben.
- 2. Oberflächenstrukturen von Bakterien, Viren oder Pilzen, bestehend beispielsweise aus Antigenen, Lipiden, Proteinen, Peptiden, Polysacchariden, DNA, RNA, Zuckern, Aminosäuren oder anderen niedermolekularen, anionischen, kationischen oder neutralen Substanzen sowie deren Kombinationen, die sich beispielsweise aus ionischen, polaren, unpolaren, hydrophoben, kovalenten oder adhäsiven Wechselwirkungen ergeben.
- 3. Humane bzw. tierische Substanzen, die als Antwort auf Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze gebildet werden, bestehend beispielsweise aus Antikörpern, Antigenen, Lipiden, Proteinen, Peptiden, Polysacchariden, DNA, RNA, Zuckern, Aminosäuren oder anderen niedermolekularen, anionischen, kationischen oder neutralen Substanzen sowie deren Kombinationen, die sich beispielsweise aus ionischen, polaren, unpolaren, hydrophoben, kovalenten oder adhäsiven Wechselwirkungen ergeben.
- 4. Humane bzw. tierische Substanzen, die auf Munderkrankungen hinweisen, die nicht a priori auf eine Infektion durch Bakterien, Viren oder Pilze beruhen (beispielsweise Krebserkrankungen), bestehend beispielsweise aus Antikörpern, Antigenen, Lipiden, Proteinen, Peptiden, Polysacchariden, DNA, RNA, Zuckern, Aminosäuren oder anderen niedermolekularen, anionischen, kationischen oder neutralen Substanzen sowie deren Kombinationen, die sich beispielsweise aus ionischen, polaren, unpolaren, hydrophoben, kovalenten oder adhäsiven Wechselwirkungen ergeben.
- 5. Substanzen, die sich in Strukturen befinden, die als die Folge von oder die Voraussetzung für die Entstehung von Munderkrankungen, beispielsweise Plaque oder Biofilm, bekannt sind, bestehend beispielsweise aus Antikörpern, Antigenen, Lipiden, Proteinen, Peptiden, Polysacchariden, DNA, RNA, Zuckern, Aminosäuren oder anderen niedermolekularen, anionischen, kationischen oder neutralen Substanzen sowie deren Kombinationen, die sich beispielsweise aus ionischen, polaren, unpolaren, hydrophoben, kovalenten oder adhäsiven Wechselwirkungen ergeben.
- 6. Substanzen die auf laufende Heilungsprozesse hinweisen, die als die Folge von Munderkrankungen oder Verletzungen, beispielsweise Gewebe und/oder Knochenregeneration, bekannt sind, bestehend beispielsweise aus Antikörpern, Antigenen, Lipiden, Proteinen, Peptiden, Polysacchariden, DNA, RNA, Zuckern, Aminosäuren oder anderen niedermolekularen, anionischen, kationischen oder neutralen Substanzen sowie deren Kombinationen, die sich beispielsweise aus ionischen, polaren, unpolaren, hydrophoben, kovalenten oder adhäsiven Wechselwirkungen ergeben.
Die vorstehend aufgeführten Substanzen stehen exemplarisch für solche
Substanzen, die alleine oder in Kombination für diagnostische Zwecke intraoraler
Erkrankungen genutzt werden können und werden nachfolgend auch als Marker-
Verbindungen bezeichnet.
Erfindungsgemäß wird die beschriebene Aufgabe gelöst durch verformbare,
härtbare oder filmbildende Trägermaterialien, welche dadurch gekennzeichnet
sind, daß sie diagnostisch nutzbare Zusatzstoffe für die orts- und stoffspezifische
intraorale Diagnose enthalten, sowie durch Verfahren zur Herstellung von
Abbildungen für intraorale orts- und stoffspezifische Diagnosezwecke, welche
dadurch gekennzeichnet sind, daß diagnostisch nutzbare Zusatzstoffe auf
verformbare, härtbare oder filmbildende Trägermaterialien, die keine diagnostisch
nutzbaren Zusatzstoffe enthalten, in einer solchen Menge aufgetragen werden,
daß ein diagnostisches Signal wahrgenommen werden kann, und durch
Verfahren für die gleichzeitige multiple sowie orts- und stoffspezifische intraorale
Befunderhebung, umfassend die Schritte: Abdrucknahme mit verformbarem,
härtbarem oder filmbildendem Trägermaterial, das diagnostisch wirksame
Zusatzstoffe enthält, und gegebenenfalls Auftragen weiterer diagnostisch
wirksamer Zusatzstoffe, oder Abdrucknahme mit verformbarem, härtbarem oder
filmbildendem Trägermaterial, das keine diagnostisch wirksamen Zusatzstoffe
enthält, und Auftragen diagnostisch wirksamer Zusatzstoffe.
Die diagnostisch nutzbaren Zusatzstoffe erlauben dem Fachmann die
Durchführung diagnostischer Testverfahren, die zum intraoralen orts- und
stoffspezifischen Nachweis pathogener Substanzen und/oder von
Mikroorganismen oder die zum intraoral orts- und stoffspezifischen Nachweis von
Substanzen, die auf Munderkrankungen oder Heilungsprozesse hinweisen,
geeignet sind.
Überraschend ist, daß trotz der ablaufenden dynamischen Prozesse in der
Mundhöhle, die einem ständigen Flüssigkeitsaustausch durch die Sekrete der
Speicheldrüsen und der Sulkusflüssigkeit unterliegt, ausreichend hohe
Konzentrationen von Marker-Verbindungen auf den Oberflächen der
erfindungsgemäßen Trägermaterialien oder in den Trägermaterialien erhalten
werden, die es gestatten, eine sichere Diagnose auch im Rahmen von
Routinebehandlungen zu realisieren.
Vorteilhaft ist es, daß durch die Verwendung der erfindungsgemäßen
Trägermaterialien oder durch den Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens
eine nahezu komplette Situationsbeschreibung des Mundraumes, unter Verzicht
einer großen Anzahl von Einzelproben, sowie eine Archivierung des momentanen
Krankheitsbildes möglich ist. Hierbei ist besonders die Verwendung von
additionsvernetzenden Silikonabformmaterialien von Interesse, da die Abdrücke
praktisch unbegrenzt haltbar sind.
Vorteilhaft ist es außerdem, daß durch die Verwendung der erfindungsgemäßen
Trägermaterialien und die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens eine
nahezu komplette Situationsbeschreibung der einzelnen Zähne, unter Verzicht
einer großen Anzahl von Einzelproben, sowie eine Archivierung des momentanen
Krankheitsbildes möglich ist. Neben okklusalen Kauflächen und vestibulären,
lingualen, koronalen, apikalen, zervikalen, gingivalen, inzistalen Bereichen eines
Zahnes werden durch die Zeichnungsschärfen der Trägermaterialien auch die
interproximalen Bereiche zwischen den Zähnen erfaßt.
Vorteilhaft ist es auch, daß durch die Anwendung der erfindungsgemäßen
Trägermaterialien oder des erfindungsgemäßen Verfahrens das zeitaufwendige
Kultivieren pathogener Mikroorganismen entfällt und somit auch das mit der
Vermehrung pathogener Keime verbundene Risiko minimiert wird. Ein besonders
großer Vorteil der erfindungsgemäßen Methode besteht gerade darin, daß die
Nachweise auch dann gelingen, wenn die Konzentrationen der nachzuweisenden
Substanzen im Abbildungsmaterial sehr gering sind.
Mit den erfindungsgemäßen Trägermaterialien gelingt auch der direkte orts- und
stoffspezifische Nachweis von Mikroorganismen auf den Zähnen, ohne die auf
den Trägermaterial haftenden Mikroorganismen kultivieren zu müssen. Somit
entfällt beispielsweise auch der Zusatz von Nährstoffen zum Trägermaterial, wie
dies in der US-A-4 976 951 beschrieben ist.
Ebenso vorteilhaft ist die Einfachheit der beschriebenen Verfahren, die bei vielen
Erkrankungen eine problemlose Früherkennung mit geringem Aufwand und ohne
wesentliche Mehrkosten für den Behandler und den Patienten gestattet.
Als Trägermaterial kommen allgemein beispielsweise dentale Abformmassen
oder Filme auf Silikon-, Polyether-Silikon-, Polyether-, Alginat- oder
Hydrokolloidbasis in Frage. Ebenso geeignet als Trägermaterial sind alle anderen
bekannten Kunststoffe, beispielsweise Polyethylene, Polypropylene,
Poly(meth)acrylate, Polyurethane, Polycarbonate, Polysulfid, Polyvinylchloride
oder Kautschuk. Darüber hinaus sind Hydrogele, beispielsweise auf
Polyvinylpyrrolidon- oder Polyvinylalkoholbasis, als Trägermaterial geeignet.
Gleichfalls geeignet für die Durchführung der erfindungsgemäßen Verfahren sind
dentale Gipszubereitungen und ähnliche Massen.
Die Basis vieler Abdruckmassen bilden additionsvernetzende oder
kondensationsvernetzende Silikone, Polyether-Silikone oder Polyether. Diese
Materialien sind im Stand der Technik ausführlich beschrieben worden, so daß es
sich erübrigt, hier näher darauf einzugehen. Additions- oder
kondensationsvernetzende Silikone sind beispielsweise in der US-A-3 897 376, in
der EP-B-0 231 420 sowie in der dort auf Seite 3 erwähnten US-A-4 035 453,
weiterhin in der EP-A-0 480 238 (siehe insbesondere Seite 2, Zeilen 3-26) und
in der EP-B-0 268 347 beschrieben. Die Offenbarung dieser Schriften soll hier
durch Inbezugnahme mitumfaßt sein. Polyether-Silikone sind unter anderem
beispielsweise in der DE-A-37 41 575 sowie in der DE-A-38 38 587 beschrieben,
deren Offenbarung hier ebenfalls mitumfaßt sein soll. Polyether schließlich sind
beispielsweise in der DE-B-17 45 810 sowie in der DE-A-43 06 997 beschrieben,
deren Offenbarung hier gleichfalls mitumfaßt sein soll.
Ein weiteres mögliches Trägermaterial kann auch eine polymerisierbare
Flüssigkeit oder eine Lösung einer polymeren Substanz sein, die auf die zu
untersuchenden Stellen aufgesprüht oder aufgetragen, beispielsweise
aufgepinselt wird. Typischerweise handelt es sich hierbei um Lacke auf
Nitrocellulosebasis mit einem flüchtigen Lösungsmittel sowie gegebenenfalls
weiteren Hilfsstoffen, die zu einer festen Schicht aushärten, die nach Freisetzung
des Wirkstoffes vom Substrat abgezogen werden kann. Verwendbar sind
allgemein alle Polymeren, die in geeigneten leicht flüchtigen Lösungsmitteln
aufgenommen werden können. Bekannt ist beispielsweise auch die Verwendung
von Polyurethanen in Aceton. Geeignete filmbildende Systeme sind aus der
Farben- und Lackchemie hinreichend bekannt (Standardwerk der F+L-Industrie).
Das erfindungsgemäße Trägermaterial kann zunächst die zu untersuchende
Markerverbindung intraoral ortsspezifisch aufnehmen. Die Markerverbindung wird
in einer anschließenden Prozedur auf bzw. im Trägermaterial orts- und
stoffspezifisch nachgewiesen, quantifiziert bzw. diagnostisch evaluiert, wobei die
Markerverbindung auch erst als Folge einer katalytischen, chemischen,
biochemischen Reaktion gebildet werden kann. Die zu analysierende
Markerverbindung kann beispielsweise über ionische, polare, unpolare oder
hydrophobe Wechselwirkungen auf bzw. im Trägermaterial örtlich fixiert werden.
Die Ausbildung von Mikrostrukturen und/oder Mikroräumen in den
Trägermaterialien kann die Aufnahme und Fixierung der zu untersuchenden
Marker-Verbindungen unterstützen.
Das Trägermaterial enthält in einer bevorzugten Ausführungsform mindestens
eine Komponente oder aber zur Vereinfachung der diagnostischen Prozedur alle
benötigten Komponenten des diagnostischen Testsystems. Diese diagnostischen
Zusätze können beispielsweise über ionische, polare, unpolare oder hydrophobe
Wechselwirkungen auf bzw. im Trägermaterial örtlich fixiert werden. Eine örtliche
Fixierung von diagnostischen Zusätzen ist auch dadurch möglich, daß die
diagnostischen Zusätze zuerst an hochmolekulare Träger fixiert und
anschließend in die Trägermasse eingeknetet werden. Hierdurch wird die
Diffusionsbewegung der diagnostischen Zusätze im Trägermaterial kontrolliert.
Die Ausbildung von Mikrostrukturen und/oder Mikroräumen in den
Trägermaterialien kann die Aufnahme und Fixierung der Komponenten
unterstützen. Die Komponenten können in den erfindungsgemäßen
Trägermaterialien frei verfügbar oder in einer anderen Phase vorliegen.
Die erfindungsgemäßen Trägermaterialien enthalten 0,0001 bis 10 Gew.-%,
bevorzugt 0,01 bis 1 Gew.-% diagnostische Zusätze, jedoch mindestens soviel
Zusätze, daß die gewünschte Wirkung wahrgenommen werden kann. Bei der
Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens müssen diagnostische Zusätze
in einer solchen Menge auf Trägermaterialien aufgebracht werden, daß die
gewünschte Wirkung wahrgenommen werden kann.
Erwünschte Wirkungen können alle wahrnehmbaren Signale sein. Hierunter mit
eingeschlossen sind beispielsweise Farbsignale, beispielsweise fluoreszierende,
UV-, VIS-, phosphoreszierende oder lumineszierende Signale, die gegebenen
falls mit speziellen Geräten detektiert werden müssen. Ebenso können Signale
durch Anwendung der erfindungsgemäßen Verfahren erzeugt werden, die durch
Thermographie, Spektroskopie, Chromatographie oder auch durch Analyse der
Topographieänderung der Trägermaterialien wahrgenommen werden können.
Als diagnostische Zusätze sind beispielsweise Farbstoffindikatoren, Antikörper,
Enzyme und alle anderen Substanzen geeignet, die dem mit der Entwicklung von
diagnostischen Testsystemen vertrauten Fachmann geläufig sind.
In einer speziellen Ausführungsform der Erfindung können die diagnostischen
Zusätze in mikroverkapselter Form vorliegen. In einer Mikrokapsel kann eine
Vielzahl von Molekülen diagnostischer Zusatzstoffe eingeschlossen sein. Von
besonderem Vorteil ist bei der Verwendung von mikroverkapselten
diagnostischen Substanzen der auftretende Potenzierungseffekt.
Zur Mikroverkapselung von Wirkstoffen sind verschiedene Verfahren bekannt.
Dazu gehört die Grenzflächen-Polykondensation, die an den Grenzflächen einer
Dispersion aus zwei nicht miteinander mischbaren Flüssigkeiten stattfindet. Die
Reaktionspartner dieser Polykondensation sind dabei in verschiedenen Phasen
enthalten. Durch die Ausbildung der Kapselwand an der Grenzfläche der
dispergierten Tröpfchen werden diese im Inneren der Kapsel eingeschlossen. In
der WO-91/12 884 werden beispielsweise eine wäßrige Phase enthaltende
Mikrokapseln und deren Herstellung beschrieben. Die prinzipielle Herstellung von
Mikrokapseln über Grenzflächen-Polykondensation ist auch in DE-A-39 18 146
und DE-C-39 18 141 beschrieben.
Als diagnostische Zusatzstoffe, die in den Mikrokapseln eingeschlossen werden,
eignen sich beispielsweise Farbstoffe oder Komponenten von Farbstoffen, die
erst durch Reaktion mit mindestens einer Komponente, die nicht in denselben
Mikrokapseln eingeschlossen ist, oder die aber bereits im Trägermaterial vorliegt,
nachträglich auf das Trägermaterial aufgebracht wird.
Ganz allgemein können bei der Verwendung mehrkomponentiger
Wirkstoffsysteme die einzelnen Komponenten getrennt voneinander, jedoch
jeweils eingeschlossen in Mikrokapseln, oder auch teilweise mikroverkapselt und
teilweise frei vorliegen. Selbstverständlich ist es auch möglich, bei mehr als
zweikomponentigen Wirkstoffsystemen, mindestens zwei Komponenten jeweils
mikroverkapselt und mindestens eine andere Komponente frei im Trägermaterial
vorrätig zu halten. Essentiell ist jeweils nur, daß eine Reaktion der
Wirkstoffkomponenten zum gewünschten Endprodukt durch das getrennte
Vorhalten der einzelnen Komponenten solange unterbunden wird, bis ein
Reaktionspartner durch eine Zerstörung der Mikrokapselwand freigesetzt wird.
Da Abformmaterialien üblicherweise zweikomponentig angeboten werden, kann
es vorteilhaft sein, verschiedene Komponenten der Wirkstoffe in verschiedenen
Komponenten der Abformmassen, namentlich der Basis- und der
Katalysatorpaste, mikroverkapselt oder frei vorzuhalten.
Bei der Auswahl von geeigneten Trägermaterialien ist allgemein darauf zu
achten, daß diese mit den diagnostischen Substanzen kompatibel sind.
Beispielsweise sollten die Trägermaterialien bei der Verwendung säurelabiler
Mikrokapseln keine Pufferkapazität aufweisen, die ausreichen würde, den
geringen pH-Unterschied, der durch die bakteriellen Stoffwechselprodukte
hervorgerufen wird, abzupuffern. Bei der Verwendung von Fluoreszenzfarbstoffen
beispielsweise sollten die Trägermaterialien selbstverständlich keine Bestandteile
enthalten, die im relevanten Wellenlängenbereich selbst fluoreszieren. Die
Forderung nach inerten Trägermaterialien im Sinne der diagnostischen
Zielsetzung ist für den Fachmann trivial und kann vom Fachmann problemlos
beachtet werden.
Die Erfindung wird nachfolgend durch Beispiele näher erläutert, ohne daß sie
durch diese beschränkt werden soll.
28,2 Teile eines Vinyl-endgestoppten Polydimethylsiloxans mit einer Viskosität
von 2000 mPa.s bei 23°C, 2,5 Teile eines SiH-Gruppen-haltigen
Polydimethylsiloxans mit einer Viskosität von 60 mPa.s bei 23°C, 9,7 Teile eines
Polydimethylsiloxans mit einer Viskosität von 50 mPa.s bei 23°C, 8,1 Teile einer
silanisierten pyrogenen Kieselsäure, 49,4 Teile Quarzfeinstmehl sowie als
diagnostische Zusatzstoffe 2,0 Teile Gly-Gly und 0,3 Teile Benzoylarginin
sulfanylamid werden in einem Kneter durch Mischen zu einer homogenen
Basispaste vereinigt.
Die Katalysatorpaste wird durch Vermischen von 21,6 Teilen eines Vinyl
endgestoppten Polydimethylsiloxans mit einer Viskosität von 2000 mPa.s bei
23°C, 8,5 Teilen einer silanisierten pyrogenen Kieselsäure, 53,1 Teilen
Quarzfeinstmehl, 13,6 Teilen eines Polydimethylsiloxans mit einer Viskosität von
50 mPa.s bei 23°C und 3, 4 Teilen einer Lösung von 1,3 Teilen eines Komplexes
aus Platin und Divinyltetramethyldisiloxan in einem Polydimethylsiloxan mit einer
Viskosität von 50 mPa.s bei 23°C hergestellt.
Dieses auf Polyethersilikon basierende Trägermaterial wurde gemäß
Herstellungsbeispiel 1 der Patentschrift DE-A-38 38 587 hergestellt.
Zur Simulation der Abdrucknahme eines stark bakterienbefallenen Gebisses
werden auf die ausgehärtete Abformmasse nach Herstellungsbeispiel 1 50 µl
einer 1,05 µmolaren Lösung der aus der Kulturlösung von Porphyromonas
gingivalis isolierten Proteasen Gingipain R und/oder Gingipain K gegeben. Nach
einer Einwirkzeit von 15 min bei 36°C wird auf die Oberfläche des
Trägermaterials eine Lösung von 1 g p-NaO3S-C6H4-N2 + BF4 -, 3 g Natriumacetat
und 3 g Eisessig in 100 ml Wasser gesprüht.
An den Stellen, die mit der Gingipain R Lösung kontaktiert wurden, bildet sich
eine intensiv gelbe Färbung.
Ein nicht-verunreinigter Prüfkörper des Trägermaterials gemäß
Herstellungsbeispiel 2 wird mit einer 5%-igen Milchsäurelösung zur Simulation
einer mit bakteriellen Stoffwechselprodukten versetzten Oralumgebung dotiert.
Nach einer Einwirkzeit von 1 bis 5 min wird der Prüfkörper mit einer pH-
Indikatorlösung (Oregon green®, Molecular Probes) besprüht. Der Prüfkörper wird
mit einer geeigneten Lampe bei 480 nm bestrahlt und die Fluoreszenzemission
bei 500 nm beobachtet. Es gilt, je alkalischer die Umgebung, umso geringer ist
die Fluoreszenzemission des pH-Indikators. Die Punkte mit Säuredotierung
geben sich auf dem Prüfkörper durch eine geringere Fluoreszenzemission zu
erkennen. Zur Befunderhebung kann ein Bilddokumentationssytem eingesetzt
werden.
Bei der Herstellung des Prüfkörpers des Trägermaterials gemäß
Herstellungsbeispiel 2 wird Lactatdehydrogenase als Bestandteil eines
diagnostischen Systems dem Trägermaterial bis zu einer Konzentration von 100
Units/cm3 beigemischt. Der Prüfkörper wird mit einer Lösung, bestehend aus 100
mg Calciumlactatpentahydrat, 10 mg NAD, 5 mg 3-(4,5-Dimethylthiazolyl-2)-2,5-
diphenyltetrazoliumbromid (MTT), 5 mg Phenazinmethosulfat (PMS) in 20 ml 50
mM Tris/HCl pH 8,0, dotiert. Die Punkte mit Milchsäuredotierung geben sich auf
dem Prüfkörper durch eine intensive Blaufärbung zu erkennen. Alternativ kann
auf Redoxindikatoren verzichtet werden, wenn die Bildung von NADH durch die
Fluoreszenzzunahme bei 460 nm Emission (Anregung bei 339 nm) beobachtet
wird.
Ein Prüfkörper des Trägermaterials gemäß Herstellungsbeispiel 2 wird zur
Simulation bakterieller Abbauprodukte der Zahnsubstanz mit einer 1%-igen
Calciumdichloridlösung dotiert. Nach einer Einwirkzeit von 1 bis 5 min wird der
Prüfkörper mit einer Ca-Indikatorlösung (Oregon Green® 488 BABTA-2, Molecular
Probes) besprüht. Der Prüfkörper wird mit einer geeigneten Lampe bestrahlt und
die Fluoreszenzemission bei 520 nm beobachtet. Es gilt, je höher die
Calciumkonzentration, umso höher die Fluoreszenzemission des
Calciumindikators. Die Punkte mit Säuredotierung geben sich auf dem Prüfkörper
durch eine höhere Fluoreszenzemission zu erkennen. Zur Befunderhebung kann
ein Bilddokumentationssytem eingesetzt werden.
In ein Trägermaterial gemäß Herstellungsbeispiel 2 werden kommerziell
erhältliche monoklonale Antikörper gegen Matrix Metalloproteinase 9 (MMP 9) als
Komponente eines diagnostischen Systems bis zu einer Konzentration von
100 µg/cm3 eingebracht. Der Prüfkörper wird mit einer Lösung von MMP 9 dotiert.
Nach einer Einwirkzeit von 15 Minuten wird der Prüfkörper mit einer 1%igen
Bovine-Serum-Albumin-Lösung (BSA-Lösung) gewaschen. Anschließend wird der
Prüfkörper mit einer Lösung Peroxidase-gekoppelter polyklonaler Antikörper
besprüht, die sich gegen andere Epitope von MMP 9 richten, welche nicht vom
ersten monoklonalen Antikörper belegt sind.
Die Gewinnung von polyklonalen Antikörpern folgt den klassischen
Standardprozeduren, wie sie in Hamada, S.; Slade, H. D. Microbiological Reviews
(1980) 44, 331-384 und in der dort zitierten Literatur beschrieben wurden.
Der Prüfkörper wird wiederum mit 1%-iger BSA-Lösung gewaschen.
Abschließend wird der Prüfkörper mit einer Standardreagentienlösung (z. B.
SIGMA FAST™ OPD) mit o-Phenylendiamindichlorid und H2O2 als Substrate
besprüht und die gelborange Farbentwicklung beobachtet. Die Farbentwicklung
tritt nur an den Stellen auf, die mit MMP 9 dotiert worden sind.
In ein Trägermaterial gemäß Herstellungsbeispiel 2 werden als Komponenten
eines diagnostischen Systems kommerziell erhältliche Lektine (beispielsweise
Concanavalin A) eingebracht, die über ihre spezifische Affinität zu Glykoproteinen
Mikroorganismen zu binden vermögen (Hamada, S.; Slade, H. D. Microbiological
Reviews (1980) 44, 331-384). Die Prüfkörper werden zur Simulation einer
bakteriell belasteten Oralumgebung mit definierten Lösungen von Streptococcus
mutans dotiert, so daß pro Dotierung eine bekannte Anzahl von Streptococcus
mutans vorliegt. Nach einer Einwirkzeit von 15 Minuten wird der Prüfkörper mit
einer 1%-igen BSA-Lösung gewaschen. Anschließend wird der Prüfkörper mit
Peroxidase-gekoppelten polyklonalen Antikörpern besprüht, die sich gegen
Streptococcus mutans-Oberflächenantigene richten.
In bekannten Standardprozeduren können derartige Antikörper im Kaninchen
erzeugt werden.
Der Prüfkörper wird wiederum mit 1%-iger BSA-Lösung gewaschen.
Abschließend wird der Prüfkörper mit einer Standardreagentienlösung (z. B.
SIGMA FAST™ OPD) mit o-Phenylendiamindichlorid und H2O2 als Substrate
besprüht und die gelborange Farbentwicklung beobachtet. Die Farbentwicklung
tritt nur an den Stellen auf, die mit Streptococcus mutans dotiert worden sind.
Claims (12)
1. Verformbares, härtbares oder filmbildendes Trägermaterial, dadurch
gekennzeichnet, daß es diagnostisch nutzbare Zusatzstoffe für die orts-
und stoffspezifische intraorale Diagnose enthält.
2. Trägermaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es
diagnostisch nutzbare Zusatzstoffe zum intraoralen ortsspezifischen
Nachweis von pathogenen Substanzen und/oder von Mikroorganismen
oder zum intraoralen ortsspezifischen Nachweis von Substanzen, die auf
Munderkrankungen oder Heilungsprozesse hinweisen, enthält.
3. Trägermaterial nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die diagnostisch nutzbaren Zusatzstoffe in
mikroverkapselter Form vorliegen.
4. Trägermaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens soviel diagnostische Zusatzstoffe
enthalten sind, daß ein diagnostisches Signal wahrgenommen werden
kann.
5. Trägermaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die diagnostischen Zusatzstoffe in einer Menge von
0,0001 bis 10 Gew.-%, bevorzugt 0,01 bis 1 Gew.-% enthalten sind.
6. Trägermaterial zur Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß es aus einer der folgenden Gruppen
ausgewählt ist:
- a) Abformmassen oder Filme auf Silikon-, Polyethersilikon-, Polyether-, Alginat- oder Hydrokolloidbasis,
- b) Kunststoffe aus der Gruppe Polyethylene, Polypropylene, Poly(meth)acrylate, Polyurethane, Polycarbonate, Polysulfid, Polyvinylchloride oder Kautschuk,
- c) Hydrogele auf Polyvinylpyrrolidon- oder Polyvinylalkoholbasis, oder
- d) dentale Gipszubereitungen.
7. Verfahren zur Herstellung von Abbildungen für intraorale orts- und
stoffspezifische Diagnosezwecke, dadurch gekennzeichnet, daß
diagnostisch nutzbare Zusatzstoffe auf verformbare, härtbare oder
filmbildende Trägermaterialien, die keine diagnostisch nutzbaren
Zusatzstoffe enthalten, in einer solchen Menge aufgebracht werden, daß
ein diagnostisches Signal wahrgenommen werden kann.
8. Verfahren zur Herstellung von Abbildungen für intraorale orts- und
stoffspezifische Diagnosezwecke nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß diagnostisch nutzbare Zusatzstoffe auf verformbare,
härtbare oder filmbildende Trägermaterialien, die keine diagnostisch
nutzbaren Zusatzstoffe enthalten, in einer Menge aufgebracht werden, daß
ein diagnostisches Signal in Form des intraoralen orts- und
stoffspezifischen Nachweises von pathogenen Substanzen und/oder von
Mikroorganismen oder in Form des intraoralen orts- und stoffspezifischen
Nachweises von Substanzen, die auf Munderkrankungen oder
Heilungsprozesse hinweisen, wahrgenommen werden kann.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die diagnostisch nutzbaren Zusatzstoffe in mikroverkapselter Form
vorliegen.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die diagnostischen Zusatzstoffe in einer Menge von 0,0001 bis 10 Gew.-%,
bevorzugt 0,01 bis 1 Gew.-%, eingesetzt werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß das Trägermaterial aus einer der folgenden Gruppen ausgewählt wird:
- a) Abformmassen oder Filme auf Silikon-, Polyethersilikon-, Polyether-, Alginat- oder Hydrokolloidbasis,
- b) Kunststoffe aus der Gruppe Polyethylene, Polypropylene, Poly(meth)acrylate, Polyurethane, Polycarbonate, Polysulfid, Polyvinylchloride oder Kautschuk,
- c) Hydrogele auf Polyvinylpyrrolidon- oder Polyvinylalkoholbasis, oder
- d) dentale Gipszubereitungen.
12. Verfahren für die gleichzeitige multiple sowie orts- und stoffspezifische
intraorale Befunderhebung, umfassend die Schritte: Abdrucknahme mit
verformbarem, härtbarem oder filmbildendem Trägermaterial, das
diagnostisch wirksame Zusatzstoffe enthält, und gegebenenfalls Auftragen
weiterer diagnostisch wirksamer Zusatzstoffe, oder Abdrucknahme mit
verformbarem, härtbarem oder filmbildendem Trägermaterial, das keine
diagnostisch wirksamen Zusatzstoffe enthält, und Auftragen diagnostisch
wirksamer Zusatzstoffe.
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