DE199167C - - Google Patents
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- DE199167C DE199167C DENDAT199167D DE199167DA DE199167C DE 199167 C DE199167 C DE 199167C DE NDAT199167 D DENDAT199167 D DE NDAT199167D DE 199167D A DE199167D A DE 199167DA DE 199167 C DE199167 C DE 199167C
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- D—TEXTILES; PAPER
- D06—TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- D06P—DYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
- D06P1/00—General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed
- D06P1/30—General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed using sulfur dyes
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
V* 199167 -KLASSE Sm. GRUPPE
Verfahren zum Färben von Wolle mit Schwefelfarbstoffen.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 17. Januar 1907 ab.
Bekanntlich war den Schwefelfarbstoffen (Sulfinfarben) bislang das große Anwendungsgebiet
auf der tierischen Faser verschlossen, weil das für die Zubereitung der Färbebäder
erforderliche Schwefelalkali eine äußerst heftige zerstörende Wirkung auf die Wollsubstanz
ausübt.
Es wurde nun ein Verfahren aufgefunden und ausgearbeitet, welches die durch ihre
ίο hervorragenden Echtheitseigenschaften so ausgezeichneten
Schwefelfarbstoffe der Wollindustrie zugänglich macht. Das Wesen der
Erfindung beruht auf der praktischen Anwendung der Beobachtung, daß ein in der für Baumwolle üblichen Weise mit Schwefelfarbstofr,
Schwefelnatrium und Salz angesetztes Färbebad mit einer großen Menge von
Bisulfit versetzt werden kann, ohne daß eine Ausscheidung von Farbstoff erfolgt. Durch
diesen Zusatz wird der schädigende Einfluß des Schwefelalkalis auf die Wolle in einem
solchen Maße abgeschwächt, daß ohne. nachteilige Wirkung für die Faser vorzügliche
Färbungen erzielt werden."
Bei dieser Arbeitsweise zeigt sich das Farbbad in einem der Indigoküpe vergleichbaren
Zustand, nur kann die Absättigung des schädlich wirkenden Alkalis bzw. Schwefelalkalis
bis zu einem solchen Punkte getrieben werden, daß das Färben der Wolle bei höherer
Temperatur ohne Schädigung der Faser vorgenommen werden kann. Die Farbbäder werden nicht erschöpft, und es wird in ähnlicher
Weise wie bei der Küpenfärberei verfahren, indem die Ansatzbäder stärker beschickt
werden und beim Weiterarbeiten durch Ersatz der von der Ware aufgenommenen Farbstoffmenge und durch Zusatz von Schwefelalkali
und Bisulfit der jeweils erforderliche Zustand des Farbbades herbeigeführt wird.
Das wesentliche Moment für das Gelingen des Färbeprozesses liegt in der richtigen Bemessung
des zuzugebenden Bisulfits, dessen Menge so zu wählen ist, daß die die Wollfaser
schädigende Wirkung des Schwefelnatriums aufgehoben wird. Andererseits muß ein zu großer Überschuß an Bisulfit vermieden
werden, weil dieser das Auffärben ungünstig beeinflußt. Um einen Anhalt über
die zuzusetzende Menge Bisulfit zu gewinnen, kann man eine Probe des Farbbades mit
Phenolphtaleinlösung versetzen, es soll dabei .' keine Rötung mehr eintreten. Die vorteilhafteste
Temperatur des Farbbades liegt bei 70 bis 800C., doch kann, besonders bei
helleren Farben, auch niedriger, bei satten Farben auch höher gegangen werden.
Von Bisulfiten gaben Natrium-, Kalium- und Ämmoniumbisulfit sehr gute Resultate.
Natürlich kann auch in der Weise verfahren .werden, daß die Schwefelfarbstoffe zuerst
mit Bisulfit versetzt bzw. gelöst werden und darauf Schwefelalkali hinzugefügt wird.
Das Verfahren ist für die verschiedensten Schwefelfarbstoffe anwendbar, · unter anderen
haben Thiogenschwarz, Schwefelschwarz, Immedialschwarz, Thiogenblau, Thiogengrün,
Immedialindon, Katigenindigo, Thiogenbraun, Thiogenviolett, Thiogendunkelrot, Immedialbordeaux,
Thiogengelb u. a. m. gute Resul-
99167
täte ergeben. Diese vielfache Anwendungsmöglichkeit erhöht die Bedeutung des Verfahrens.
Gegebenenfalls können die auf Wolle erzielten Färbungen noch mit Metallsalzen nachbehandelt
werden.
Die Echtheitseigenschaften der erzielten Färbungen stehen auf einer sehr hohen Stufe,
insbesondere übertreffen sie in bezug auf
ίο Wasserkochechtheit, Wasch- und Walkechtheit
und im Verhalten beim Pottingprozeß und beim Uberfärben im sauren Bade selbst die Alizarin- und die meisten Chromentwicklungsfarbstoffe.
Von großer Bedeutung ist auch der Umstand, daß in dem mit Bisulfit versetzten
Farbbad neben Wolle gleichzeitig auch pflanzliche Fasern mitgefärbt werden, was die Anwendung
des neuen Verfahrens außer auf Wolle auch auf nicht carbonisierte Wolle, Kunstwolle und Halbwolle in jeder Form
ausdehnt. Hierbei gibt die Temperatur des Farbbades ein vorzügliches Mittel an die
Hand, die Farbstoffe nach Wahl stärker auf die pflanzliche oder mehr auf die Wollfaser
zu bringen.
Die Arbeitsweise sei an folgenden Beispielen erläutert.
_ Beispiel I.
Man besetzt das Färbebad pro Liter mit
3 g Thiogenblau B, 4,5 g Schwefelnatrium,
4 g Bisulfit fest, 90 g Glaubersalz krist. und färbt hierin die Wolle 1 Stunde bei 8o° C.
Hierauf wird abgequetscht, gründlich gespült, eventuell etwas abgesäuert, geschleudert und
getrocknet.
Man besetzt das Färbebad pro Liter mit 12 g Thiogenschwarz B2R flüssig* 6 g
Schwefelnatrium krist., 6 g Bisulfit fest, 120 g Glaubersalz krist. und färbt hierin die Wolle
I Stunde bei 8o° C; hierauf wird abgequetscht, gründlich gespült, eventuell etwas
abgesäuert, geschleudert und getrocknet.
Das neue Verfahren hat folgende Vorteile:
1. gegenüber dem der französischen Patentschrift 359093, welche überhaupt nur das
Färben von Wolle und Seide in intensivem Blau mittels eines Farbstoffs betrifft, hat es
den Vorteil der Vermeidung der sehr störenden Schwefelwasserstoffentwicklung;
2. gegenüber dem der französischen Patentschrift 367921 den Vorteil der Vermeidung
des betäubend riechenden Schwefelammoniums;
3. gegenüber dem der amerikanischen Patentschriften 549036 und 549082, die ein
Verfahren zum Färben mit Schwefelfarbstoffen
(besonders Cachou de Leval) .ohne Anwendung eines alkalischen Lösungsmittels
betreffen, den Vorteil praktischer Brauchbarkeit und rascher Küpenbildung.
Claims (1)
- 65 Patent-An Spruch:Verfahren zum Färben von Wolle mit Schwefelfarbstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß den Farbbädern Bisulfite zugesetzt werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE199167C true DE199167C (de) |
Family
ID=461909
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT199167D Active DE199167C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE199167C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1004586B (de) * | 1954-12-29 | 1957-03-21 | Cassella Farbwerke Mainkur Ag | Verfahren zum Faerben von Baumwolle und Regeneratcellulose mit Schwefelfarbstoffen ohne Anwendung von Reduktionsmitteln |
-
0
- DE DENDAT199167D patent/DE199167C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1004586B (de) * | 1954-12-29 | 1957-03-21 | Cassella Farbwerke Mainkur Ag | Verfahren zum Faerben von Baumwolle und Regeneratcellulose mit Schwefelfarbstoffen ohne Anwendung von Reduktionsmitteln |
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