DE19858C - Verfahren zur Herstellung plastischer Kohle zum Gebrauch als Kohlenbügel in elektrischen Glühlichtlampen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung plastischer Kohle zum Gebrauch als Kohlenbügel in elektrischen Glühlichtlampen

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DE19858C
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charcoal
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F. FRIEDRICHS In Stützerbach (Thüringen)
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    • HELECTRICITY
    • H01ELECTRIC ELEMENTS
    • H01KELECTRIC INCANDESCENT LAMPS
    • H01K1/00Details
    • H01K1/02Incandescent bodies
    • H01K1/04Incandescent bodies characterised by the material thereof
    • H01K1/06Carbon bodies

Landscapes

  • Solid Fuels And Fuel-Associated Substances (AREA)
  • Carbon And Carbon Compounds (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
fSCHRIEX
Glühlichtlampen.
Die hauptsächlichste Vorbedingung für die praktische Verwendung des elektrischen Glühlichtes besteht in der Herstellung einer Kohle, welche plastisch genug ist, um die Formung des Kohlenbügels bei dessen Verbindung mit metallischen Leitern zu gestatten und die nöthige Dauerhaftigkeit besitzt. Nachstehend beschriebenes Verfahren soll zur Darstellung einer Kohle dienen, welche allen Anforderungen genügt und noch vor anderem den Vortheil sehr leichter Herstellung und praktischer und einfacher Verbindung mit den Zuleitungsdrähten bietet.
'" Zur Herstellung dieser plastischen Masse wird Steinkohlentheer benutzt. Die wässerigen Theile desselben werden durch Kochen entfernt, welche Manipulation je nach Beschaffenheit des Theeres J/4 bis Y3 Stunde erfordert. Von diesem Theer nimmt man eine Quantität von 100 cc und erwärmt dieselbe in einer Abdampfschale von Glas oder Porcellan bis zur Siedehitze und setzt dann 6 g rauchende Schwefelsäure unter stetigem Umrühren zu. Diese Mischung wird dann noch einige Minuten mittelst eines Rührstabes gut vermengt, bis die Masse steif genug ist, um, am Rührstab haftend, als ein Ganzes aus der Schale herausgehoben werden zu können. Hierauf wird dieselbe durch Ammoniak neutralisirt, bis sie blaues Lakmuspapier nicht mehr oder nur noch schwach roth färbt. Die Ammoniaklösung wird nun abgedampft, was in einigen Minuten geschieht, Nach dem Erkalten erstarrt dieser Teig zu einer asphaltartigen Masse. Vor der Verarbeitung dieses Stoffes mufs derselbe durch Erwärmen; auf eine Temperatur von ca. 400C. geschmeidig gemacht werden und wird mit 2 g geglühtem Kienrufs vermischt. Letzterer mufs erst durch mehrstündiges Glühen in einem eisernen Kästchen in trockenes Pulver verwandelt werden, welches dann durch ein feines Sieb durchgesiebt werden mufs. Dieser Zusatz von geglühtem Kienrufs ist zwar nicht unbedingt nothwendig, befördert aber das spätere Trocknen bedeutend.
Diese bei 40° C. steifflüssige Masse wird bei einer um 100C. verminderten Wärme zu einem ganz zähen, plastischen, aber nicht im geringsten klebrigen Stoffe, der sich wie erwärmtes Wachs in beliebige Formen drücken läfst. Die Wärme der Hand genügt, um denselben in der nöthigen Geschmeidigkeit zu erhalten. Man nimmt nun ein nicht zu glattes Brett oder ein Stück starker Pappe oder irgend eine rauhe Unterlage, die man vorher mit etwas Graphit nebst ausgeglühtem Kienrufs eingerieben hat, und wälzt den Teig vermittelst der Hand zu einem Faden. 1 Man ist auf diese Weise im Stande, ein Fädchen von ca. 6 bis 8 Zoll Länge bis zur Dünne eines Menschenhaares zu formen, welches so zähe ist, dafs dasselbe sich zu jeder Schlinge biegen läfst und selbst durch hartes Aufwerfen auf den Boden nicht zerbricht. ) ( Es empfiehlt sich für diese Kohlenfäden ein Durchmesser von ca. 1J2 mm bei einer Länge derselben von 12 cm. ,Beim Walzen läfst man an beiden Enden des Fadens einen 2 cm langen und 2 mm starken, konisch zulaufenden Theil,
welcher dadurch gebildet wird, dafs man mit der Hand das dazwischen liegende Stück länger bearbeitet! Der Faden wird nun durch Umbiegung zu der Gestalt eines U geformt und auf das Gestell aufgesteckt. Letzteres besteht aus einem Glasstabe, durch welchen zwei Platindrähte gehen! An dem unteren Ende sind die Drähte zu Oesen umgebogen, während dieselben an dem anderen Ende eine kleine Gabel bilden, deren Zacken eine Länge von 2 cm haben. Letztere sind zur Hälfte breit gepocht und zu einer Schraubenwindung gebogen.
Die dickeren Enden des eben beschriebenen Fadens werden nun über die Enden der Platindrahtgabel geschoben und mit der Hand fest angedrückt, so dafs der ganze schraubenförmig gedrehte Theil von denselhen umgeben wird. iAuf diese Weise wird ein sehr guter Contact zwischen den Zuleitungsdrähten und den Kohlenfäden gebildet. Das Ganze wird nun umgekehrt (d. h. so, dafs der carbonisirte Theerfaden nach unten zu hängen kommt) an einem Halter befestigt und 14 Tage lang einer gleichmäfsigen Temperatur von 30 bis 40 ° C. ausgesetzt, nach welcher Zeit der Theerfaden vollständig ausgedörrt ist. Die Form des Bügels entsteht von selbst durch die Biegung der Kohle während dieses Processes. ' Auf diese Weise ist es ermöglicht, die Kohle gleich in dem Gestelle zu glühen, anstatt wie bisher den Bügel erst nach dem Carbonisiren in an den Zuleitungsdrähten befestigte Hülsen oder Klammern einzusetzen, wodurch oft eine Spannung des Kohlenbügels veranlafst wurde, die der Kohle beim Leuchten verderblich werden kann und meist die Veranlassung, zum Zerspringen derselben giebt. Wie, eben erwähnt, werden die Kohlenbügel sarnmt Gestell geglüht. Es geschieht dieses/dadurch,· dafs dieselben in einen Blechkasten gelegt und, mit Sand oder Kohlenstaub verdeckt, . 2 bis 3 Stunden der Weifsglut ausgesetzt werden. Nachdem dieses geschehen ist, wird das Glasgegtell in eine passende Kugel. eingesetzt und diese gut evacuirt
Die Kugeln der Glühlichtlampen werden, je nachdem sie als Steh- oder Hängelampen benutzt werden können, oben oder unten versilbert oder vergoldet, so dafs sie gleichzeitig als Reflector wirken. ■>

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Die Herstellung einer plastischen Kohle zum Gebrauch als Kohlenbügel in den elektrischen Glühlichtlampen durch Vermischung von Steinkohlentheer mit rauchender Schwefelsäure und nachherige Neutralisirung der Masse durch Ammoniak unter späterem Zusatz von geglühtem Kienrufs und Graphit.
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