DE1960180C - Trager fur die negative aktive Masse von Bleiakkumulatoren - Google Patents
Trager fur die negative aktive Masse von BleiakkumulatorenInfo
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Description
Die Erfindung beschäftigt sich mit Trägern für die muß, damit eine lange Lebensdauer der Träger und
negative aktive Masse von Bleiakkumulatoren. der damit ausgerüsteten Bleiakkumulatoren erreicht
Es isi. bekannt, daß Bleiakkumulatoren ein relativ wird.
hohes Arbeitsgewicht, .lämlich 30 bis 35kp/kWh Die Erfindung betrifft also einen Träger für die
haben. Dieses nachteilig hohe Arbeitsgewicht der 5 negative aktive Masse von Bleiakkumulatoren mit im
Bleiakkumulatoren wird im wesentlichen durch zwei wesentlichen aus Schwefelsäure bestehendem Elektro-Faktoren
bedingt. Einerseits sind bei Bleiakkumula- lyten, bestehend aus einem aus Titan ausgeführten
toren die Träger für die aktive Masse aus Blei, Blei- Grundträger und einer den Grundträger allseitig umantimon-
oder -Kobaltlegierungen ausgeführt. Sie gebenden, auf ihm haftenden Deckschicht und besind
wegen der Formierungswirkung relativ stark und io steht darin, daß die Deckschicht als Amalgamauflage
schwer ausgestaltet. Andererseits werden die elektro- ausgeführt ist. Die Amalgamauflage kann Spuren von
chemisch aktiven Massen, bezogen auf den theoreti- Arsen enthalten. Bei der üblichen Ausführungsform
sehen elektrochemischen Umsatz, nur gering, nämlich eines Bleiakkumulators mit Bleistaub als negativer
bis zu maximal 6Oe/o, üblicherweise nur bis zu 20 aktiver Masse wird man im allgemeinen auch der
bis 30 °/o ausgenutzt. Hinzukommt, daß die Verwen- 15 Bleistaub amalgamieren.
dung von Trägern mit groben Gitterstrukturen für die Erfindungsgemäß wird also mit einem Inhibitor
Elektroden keinen sehr nahen Verbund der aktiven gearbeitet, der Inhibitor ist Quecksilber. Uber-
Masse mit den Kontaktflächen des Trägers erlauben. raschenderweise gelingt es so, die beschriebene Her-
Die Massen müssen die Ableitung der an ihnen ge- absetzung der Wasserstoffüberspannung auszuschal-
wonnenen Ströme teilweise über mehrere Millimeter ao ten. Die Quecksilberüberspannung von 0,8 bis 1 Volt
aus sich selbst heraus entwickeln und während des setzt die zerstörende Kraft d?r Lokalelementkette
Lade- und Entladebetriebes halten. Blei-Schwefelsäure-Titan außer Kraft. Es kommt
Man hat auch bereits Träger für die aktive Masse auch über längere Zeit nicht mehr zu einem kathodivon
Bleiakkumulatoren vorgeschlagen, bestehend aus sehen Angriff des Titans. Der Elektrolyt bleibt klar,
einem aus Titan ausgeführten Grundträger und einer 35 Die Amalgamauflage auf dem aus Titan ausgeführden
Grundträger allseitig umgebenden, auf ihm haf- ten Grundträger kann auf verschiedene Weise erzeugt
tenden Deckschicht, wobei die Deckschicht aus Platin werden. Gegenstand der Erfindung sind auch entbesteht
(vgl. britische Patentschrift 869 618). Platin, sprechende Verfahren.
als »Gift« für Bleiakkumulatoren hinreichend be- Ein Verfahren zur Erzeugung von Amalgamkannt,
ist jedoch nur theoretisch als Deckschicht für 30 auflagen auf dem aus Titan ausgeführten Grundträger
einen aus Titan ausgeführten Grundträger und einer ist dadurch gekennzeichnet, daß dem Elektrolyten bis
den Grundträger allseitig umgebenden, auf ihm zur kaltgelösten Sättigung ein- oder zweiwertige
haftenden Deckschicht für die aktive Masse von Blei- Quecksilberionen, z. B. bis zu etwa 600 ppm warmakkumulatoren
brauchbar. In der Praxis hat sich oder kaltgelöstes Quecksilberoxid oder Quecksilbernämlich gezeigt, daß bei sogenannten Lebensdauer- 35 sulfat, zugegeben werden. Hier können dem Elektroversuchen
sich das Platin negativ auf die Lebensdauer lyten zusätzlich bis zu etwa 100 ppm Arsenionen
dieser Bleiakkumulatoren auswirkt. beigegeben werden, um die sich bildende Amalgam-
Ein besonderes Problem liegt bei Trägern für die auflage durch Spuren von Arsen zu vergiften. Das
negative aktive Masse von Bleiakkumulatoren mit im bringt eine zusätzliche Erhöhung der Wasserstoffwesentlichen
aus Schwefelsäure bestehendem Elektro- 40 Überspannung an dem aus Titan ausgeführten, mit
lyten vor: der Amalgamauflage versehenen Grundträger.
Auf der negativen Seite von Bleiakkumulatoren Ein anderes Verfahren zur Erzeugung von
stellt sich das Problem des Nebeneinander von metal- Amalgamauflagen auf dem aus Titan ausgeführten
lischem Titan und metallischem Blei als negativer Gnmdträger ist dadurch gekennzeichnet, daß dem
aktiver Masse. Bei einer lokalen Berührung des 45 Bleistaub vor Einbringung in den Träger etwa 10 ppm
metallischen Bleis mit dem metallischen Titan wird des Gewichtes Quersilberoxid oder Quecksilbersalze,
das metallische Titan schon nach kurzer Zeit auf- τ- B. Quecksilbersulfat, innig vermischt beigegeben
gelöst. Diese Tatsache wird mit der Herabsetzung werden.
der für die Funktion des Bleiakkumulators am Blei Endlich besteht auch eine Möglichkeit der Erzeunotwendigen
Wasserstoffüberspannung in Schwefel- s» gung von Amalgamauflagen auf dem aus Titan aussäure
durih das Titan erklärt. Je nach Konzentration geführten Grundträger darin, daß der Grundträger
liegt diese Herabsetzung zwischen 0,4 und 0,7VoIt. vor der Berührung mit der aktiven Masse durch
Es bildet sich die Lokalelementkette Blei-Schwefel- Behandlung mit einer Quecksilbersalzlösung oder
säure-Titan, wobei sich an der Oberfläche des Titans durch Kontakt mit Quecksilber direkt amalgamiert
Wasserstoffionen zu atomarem Wasserstoff abschei- ss wird. Vorzugsweise wird der Bleistaub vor Berührung
den wollen. Die an dem metallischen Titan sich in mit dem Grundträger durch eine Quecksilbenalz·
der Schwefelsaure ausbildende Deckschicht aus lösung zuaiizlieh amalgamlert,
Titanoxid bzw. aus basischem Titan(IV>suIfat wird Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind
reduzierend zerstört. Bs kommt zur Bildung von zusammengefaßt darin zu sehen, daO nunmehr ein
Titan(lll)-ionen, die stark färbend in den Blektrolyten Io Träger für die negative aktive Masse von Bleiakkumu·
in Lösung gehen. Praktisch löst sich so ein beispiels- latoren vorliegt, bei dem Titan als Grundträger verweise durch Sinterung porös verfestigtes Gerüst aus wendet ist, dieser Träger aber und der damit
Titan in Berührung mit metallischem Blei mecha- bestückte Bleiakkumulator gleichwohl eine lange
nlsch und substantiell auf, Lebensdauer haben. Tatsächlich tritt nämlich die ein*
anzugeben, wie ein Träger d?r zuvor beschriebenen überspannung nicht mehr auf, so daß auch die damit
toren hinsichtlich der Deckschicht ausgeführt sein ausgeführten Grundfragen, eliminiert worden sind.
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Im folgenden werden Verfahren zur Erzeugung von Amalgamauflagen auf einem aus Titan ausgeführten
Grundträger an Hand von Ausführungsbeispielen erläutert,
AusfUhrungsbeispiel 1
In einem Liter eines im wesentlichen aus Schwefelsäure bestehenden Elektrolyten mit dem spezifischen
Gewicht l,2p/cms, wie er für Bleiakkumulatoren
üblich ist, werden 300 mg gelben Quecksilberoxids unter Erwärmung klar aufgelöst. Nach Erkalten der
Lösung werden die Grundträger aus metallischem Titan 30 bis 40 Minuten in den Quecksilberionen enthaltenden
Elektrolyten getaucht, wobei sich als Deckschicht eine Amalgamauflage bildet.
Ausführungsbeispiel 2
Ein auf beliebige Weise mechanisch hergestellter Grundträger aus metallischem Titan wird etwa 10 Minuten
in eine Quecksilber(II)-chloridlösung getaucht, ao Anschließend kann der so gewonnene, aus Grundträger und Amalgamauflage als Deckschicht bestehende
Träger, gut gewaschen und getrocknet für die Aufnahme der aktiven Masse benutzt werden.
Ausführungsbeispiel 3
Der als aktive Masse der negativen Elektrode eines Bleiakkumulators mit im wesentlichen aus Schwefelsäure
bestehendem Elektrolyten vorgesehene Bleistaub wird etwa 1 Minute nut einer schwach sauren
Quecksilber(I)-nitratlösting in Berührung gebracht.
Nach Filtration und Waschung mit destilliertem oder ionenfreiem Wasser wird unter reduzierenden Umständen
oder jedenfalls in sauerstofffreier Atmosphäre getrocknet. Derart amalgamiertes Bleipulver kann
direkt in dem Grundträger aus metallischem Titan verwendet werden.
Claims (8)
1. Träger für die negative aktive Masse von Bleiakkumulatoren mit im wesentlichen aus
Schwefelsäure bestehendem Elektrolyten, bestehend aus einem aus Titan ausgeführten Grundträger
und einer den Grundträger allseitig umgebenden, auf ihm haftenden Deckschicht, dadurch gekennzeichnet, daß die
Deckschicht als Amalgamauflage ausgeführt ist.
2. Träger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Amalgamauflage Spuren von
Arsen enthält.
3. Träger nach Anspruch I oder 2 in der Ausführungsform
mit Bleistaub als aktiver Masse, dadurch gekennzeichnet, daß auch der Bleistaub
amalgamiert ist.
4. Verfahren zur Erzeugung von Amalgamauflagen auf dem aus Titan ausgeführen Grundträger
für Träger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Elektrolyten bis zur
kaltgelösten Sättigung ein- oder zweiwertige Quecksilberionen, z.B. bis zu etwa 600ppm
warm- oder kaltgelöstes Quecksilberoxid oder Quecksilbersulfat, zugegeben werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß dem Elektrolyten zusätzlich bis
zu etwa 100 ppm Arsenionen beigegeben werden.
6. Verfahren zur Erzeugung von Amalgamauflagen auf dem aus Titan ausgeführten Grundträger für Träger nach einem der Ansprüche 1
bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß dem Bleistaub vor Einbringung in den Träger etwa 10 ppm des
Gewichtes Quecksilberoxid oder Quecksilbersalz, z.B. Quecksilbersulfat, innig vermischt beigegeben
werden.
7. Verfahren zur Erzeugung von Amalgamauflagen auf dem aus Titan ausgeführten Grundträger
für Träger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundträger vor der
Berührung mit der aktiven Masse durch Behandlung mit einer Quecksilbersalzlösung oder durch
Kontakt mit Quecksilber direkt amalgamiert wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei Bleipulver als aktive Masse vorgesehen ist, dadurch
gekennzeichnet, daß zusätzlich der Bleistaub vor Berührung mit dem Grundträger durch eine
Quecksilbersalzlösung amalgamiert wird.
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