DE193146C - - Google Patents
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Landscapes
- Paper (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-JV* 193146 -·■ KLASSE 75 c. GRUPPE
KRÄMER & van ELSBERG, G. m. b. H. in CÖLN.
Es ist bekannt, hochglänzende, feuchtigkeitsundurchlässige, durchsichtige Überzüge auf
Papier usw. dadurch zu erzeugen, daß man aus Kampferzelluloidabfällen hergestellte Lösungen
auf die Papierflächen in dünner Schicht aufträgt'und dies alsdann unter hohem Druck
der Einwirkung polierter, heißer Flächen so lange aussetzt, bis letztere allmählich· völlig erkaltet
sind. .
ίο Wenngleich nun durch eine solche Bearbeitung
gegenüber den mit Gelatinelacken behandelten Papieren die Vorzüge erhöhter Haltbarkeit,
Geschmeidigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeitseinflüsse erzielt werden, so können di Zelluloidlacke dennoch
in vielen Fällen, so z. B. bei zu Hüllen (Bonbonnieren) für Konfektwaren benutzten sog.
Phantasiepapieren, wegen ihres starken, den Hülleninhalt zum Genüsse gänzlich unbrauchbar
machenden Kampfergeruches · nicht die Verwendung finden, zu welcher sie so . sonst
im Hinblick auf die den Gelatinepapieren mangelnde Widerstandsfähigkeit gegen , Feuchtigkeitseinflüsse
überaus geeignet sein würden.
In anderen Fällen wiederum, so bei den zu Einband- oder Schutzdecken für Hefte, Notizbücher,
Kataloge, Blocks u. dgl. benutzten, meist bedruckten Papieren erscheint die Anwendung
der Zelluloidlacke um deswillen ungeeignet, weil mit der lange Zeit anhaltenden Kampferverdunstung auch ein starkes
Schrumpfen, demnach ein Werfen, Beuligwerden sowie ein allmählicher Flächenschwund,
d. h. ein Zusammenschrumpfen der Papiergröße verbunden ist, mithin die unter der
lackierten Umschlag- oder Schutzdecke befindlichen Papierblätter mit der Zeit nicht
mehr in ihrer ganzen Fläche von der ersteren bedeckt bleiben.
Zu diesen Nachteilen der Kampf er Zelluloidlacke
kommt noch hinzu, daß auch das Her: stellungsverfahren der Überzüge ein keineswegs
ganz einfaches ist; namentlich bildet das zur Erzeugung des Hochglanzes erforderliche
Erkaltenlassen der unter den heißen Druckplatten befindlichen lackierten Papiere einen
Arbeitsabschnitt, der sehr lange Zeit in Anspruch nimmt und daher entsprechende Beaufsichtigung,
Wartung und Fabrikationsverteuerung erfordert.
Nun sind ja freilich schon Vorschläge gemacht
worden, den Kampfer durchwandere, den Nitrozelluloselösungen beizugebende Stoffe zu
ersetzen; insbesondere wird hierzu in neuerer Zeit ein unter dem Namen »Plastol« in den
Handel kommendes Präparat (Ester und Amide aromatischer Sulfosäurederivate, vgl.
Patentschrift 122272, Kl. 39b) empfohlen; auch hat man vorgeschlagen, die Nitrozellu1
losen durch Chlorhydrine · des Glyzerins aufzulösen und die Lösungen als Lacke zu verwenden.
Mit allen diesen Verfahrensarten lassen sich jedoch immer für den vorliegenden
Zweck immer noch keine einwandfreien Ergebnisse erzielen.
Wird den Nitrozelluloselösungen zunächst nur Plastol als Kampferersatz beigemischt, so zeigt
sich, daß der Zusatz schon ein recht erheb-
Claims (1)
- licher sein muß, um später überhaupt noch eine brauchbare Politurfähigkeit und Durchsichtigkeit zu ermöglichen.Bemißt man nun aber den Piastolzusatz entsprechend groß, so macht die bei den Kampferzelluloidlacken gerade genügend vorhandene, den Gelatinelacken sowie den durch Chlorhydrine aufgelösten Nitrozellulosen jedoch mehr oder weniger ganz mangelnde Geschmeidigkeit einer ebenso unerwünschten Weichheit Platz. Außerdem stört die den Kampferzelluloidlacken gerade entgegengesetzte Eigenschaft der auf Papier aufgetragenen Plastol-Nitrozelluloselösungen, sich relativ zu ihrer Unterlage auszudehnen, zu werfen, jene also aufzuheulen und zu vergrößern, Folgen, die vielleicht auf hygroskopische Eigenschaften der Überzüge zurückzuführen sind. Schließlich werden die letzteren auch leicht häufig beim Liegen der damit bestrichenen Papiere infolge Auskristallisierens des Lösungsmittels stumpf und trübe und bedecken sich mit einer weißen, fettig anzufühlenden Haut. Aus allen diesen Gründen sind daher auch die Plastolmassen als Beimischungen zu Nitrozelluloselösungen nicht ohne weiteres zu Überzügen für Papiere der hier in Rede stehenden Bestimmung verwendbar.Dasselbe gilt von den durch Chlorhydrine des Glyzerins aufgelösten Nitrozellulosen. Abgesehen von dem teuren Preise derartiger Präparate steht der Anwendung derselben für den vorliegenden Zweck ihre große Sprödigkeit nach dem Trocknen, ein unregelmäßig erfolgendes Anfärben, langsames Auflösen, sowie beim Überschreiten gewisser Mischungsgrenzen wiederum ein starker Geruch im Wege.Den Gegenstand der Erfindung bildet nun ein Verfahren zur Herstellung hochglänzender, feuchtigkeitsundurchlässiger, durchsichtig und geschmeidig bleibender Lacküberzüge für Papiere u. dgl., welches sich dadurch, daß es aus einer Vereinigung einzelner, bei den im voraufgegangenen besprochenen Verfahrensarten schon angewandter Mittel und Arbeitsabschnitte besteht, deren Vorteile ohne die hier unerwünschten Nebenwirkungen zu eigen macht. Es besteht darin, daß die in bekannter Weise aufgelöste Nitrozellulose ev. in der Form von Kollodium außer mit einem Zusätze von Glyzerinchlorhydrinen auch noch mit' einem solchen von Plastolmassen versehen, die Mischung in dünner Schicht auf die zu behandelnden Papiere u. dgl. aufgetragen und dann unter Druck mit heißen, polierten Flächen in .Berührung gebracht wird, jedoch keineswegs so lange, bis die bei Kampferzelluloidlacken übliche und nötige Erkaltung der Flächen eingetreten ist. Durch die Vereinigung der Chlorhydrine und Plastole mit der Nitrozellulose- 6i lösung ergänzen und unterstützen sich diese Mittel in ihren Wirkungen in der Weise, daß die Sprödigkeit der Chlorhydrin-Nitrozelluloselösungen durch die übermäßige Weichheit der Plastol-Nitrozelluloselacke kompensiert und die 6; den letzteren eigentümliche Eigenschaft des Auskristallisierens und Dehnens durch die Anwesenheit des Chlorhydrins sehr gemildert wird. Außerdem zeigt das Gemisch nach dem Verdunsten des Lösungsmittels und dem Po- 7c Heren unter heißen Flächen einen ganz überraschend hohen, selbst dem Kampferzelluloid überlegenen Glanz, reinste Durchsichtigkeit des Überzugs und gestattet zufolge Fortfalls des Erkaltens unter Druck schnelleres und billigeres Arbeiten als Kampferzelluloidlack.Eine sehr zweckmäßige Vorschrift zur Durchführung des Verfahrens besteht in folgendem: 450 Gewichtsteile Alkohol werden mit 350 Gewichtsteilen Aceton in kochendem Zustande versetzt und diese Mischung zur Auflösung von 100 Gewichtsteilen nitrierter Zellulose · oder Kollodiumwolle verwandt. Der so erhaltenen Lösung gibt man 50 bis 60 Gewichtsteile Dichlorhydrin und etwa 25 bis 35 Gewichtsteile »Plastol« bei, worauf man sie, nachdem die Teile gut verrührt worden sind, in dünner Schicht auf die zu behandelnden Gegenstände aufträgt. Letztere kommen nach kurzem Antrocknen unter erwärmte, polierte Preßplatten, Walzen (Kalander) usw.', . werden hier einem mäßig starken, kurzen Druck ausgesetzt, heiß herausgenommen und sind dann mit spiegelnd glänzender Überzugfläche zu weiterer Verarbeitung oder ,Benutzung fertig.Pa τ ε nt-Anspruch:Verfahren zur Herstellung feuchtigkeitsundürchlässiger, hochglänzender, durch- 10c sichtig und geschmeidig bleibender Überzüge von Nitrozelluloselack auf Unterlagen, wie Papier u. dgl., durch Überziehen der Flächen mit dem Lack und Anpressen gegen heiße, polierte Flächen, dadurch gekennzeichnet, daß Lacke verwendet werden, die als Zusatz zum Lösungsmittel für die Nitrozellulose eine Mischung von Plastol (aromatische Sulfosäurederivate) und Chlorhydrinen des Glyzerins enthalten. .110
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