DE193146C - - Google Patents

Info

Publication number
DE193146C
DE193146C DENDAT193146D DE193146DA DE193146C DE 193146 C DE193146 C DE 193146C DE NDAT193146 D DENDAT193146 D DE NDAT193146D DE 193146D A DE193146D A DE 193146DA DE 193146 C DE193146 C DE 193146C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
nitrocellulose
plastol
camphor
celluloid
parts
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT193146D
Other languages
English (en)
Publication of DE193146C publication Critical patent/DE193146C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21HPULP COMPOSITIONS; PREPARATION THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASSES D21C OR D21D; IMPREGNATING OR COATING OF PAPER; TREATMENT OF FINISHED PAPER NOT COVERED BY CLASS B31 OR SUBCLASS D21G; PAPER NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D21H19/00Coated paper; Coating material
    • D21H19/10Coatings without pigments
    • D21H19/14Coatings without pigments applied in a form other than the aqueous solution defined in group D21H19/12
    • D21H19/34Coatings without pigments applied in a form other than the aqueous solution defined in group D21H19/12 comprising cellulose or derivatives thereof

Landscapes

  • Paper (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-JV* 193146 -·■ KLASSE 75 c. GRUPPE
KRÄMER & van ELSBERG, G. m. b. H. in CÖLN.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 8. Juni 1905 ab.
Es ist bekannt, hochglänzende, feuchtigkeitsundurchlässige, durchsichtige Überzüge auf Papier usw. dadurch zu erzeugen, daß man aus Kampferzelluloidabfällen hergestellte Lösungen auf die Papierflächen in dünner Schicht aufträgt'und dies alsdann unter hohem Druck der Einwirkung polierter, heißer Flächen so lange aussetzt, bis letztere allmählich· völlig erkaltet sind. .
ίο Wenngleich nun durch eine solche Bearbeitung gegenüber den mit Gelatinelacken behandelten Papieren die Vorzüge erhöhter Haltbarkeit, Geschmeidigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeitseinflüsse erzielt werden, so können di Zelluloidlacke dennoch in vielen Fällen, so z. B. bei zu Hüllen (Bonbonnieren) für Konfektwaren benutzten sog. Phantasiepapieren, wegen ihres starken, den Hülleninhalt zum Genüsse gänzlich unbrauchbar machenden Kampfergeruches · nicht die Verwendung finden, zu welcher sie so . sonst im Hinblick auf die den Gelatinepapieren mangelnde Widerstandsfähigkeit gegen , Feuchtigkeitseinflüsse überaus geeignet sein würden.
In anderen Fällen wiederum, so bei den zu Einband- oder Schutzdecken für Hefte, Notizbücher, Kataloge, Blocks u. dgl. benutzten, meist bedruckten Papieren erscheint die Anwendung der Zelluloidlacke um deswillen ungeeignet, weil mit der lange Zeit anhaltenden Kampferverdunstung auch ein starkes Schrumpfen, demnach ein Werfen, Beuligwerden sowie ein allmählicher Flächenschwund, d. h. ein Zusammenschrumpfen der Papiergröße verbunden ist, mithin die unter der lackierten Umschlag- oder Schutzdecke befindlichen Papierblätter mit der Zeit nicht mehr in ihrer ganzen Fläche von der ersteren bedeckt bleiben.
Zu diesen Nachteilen der Kampf er Zelluloidlacke kommt noch hinzu, daß auch das Her: stellungsverfahren der Überzüge ein keineswegs ganz einfaches ist; namentlich bildet das zur Erzeugung des Hochglanzes erforderliche Erkaltenlassen der unter den heißen Druckplatten befindlichen lackierten Papiere einen Arbeitsabschnitt, der sehr lange Zeit in Anspruch nimmt und daher entsprechende Beaufsichtigung, Wartung und Fabrikationsverteuerung erfordert.
Nun sind ja freilich schon Vorschläge gemacht worden, den Kampfer durchwandere, den Nitrozelluloselösungen beizugebende Stoffe zu ersetzen; insbesondere wird hierzu in neuerer Zeit ein unter dem Namen »Plastol« in den Handel kommendes Präparat (Ester und Amide aromatischer Sulfosäurederivate, vgl. Patentschrift 122272, Kl. 39b) empfohlen; auch hat man vorgeschlagen, die Nitrozellu1 losen durch Chlorhydrine · des Glyzerins aufzulösen und die Lösungen als Lacke zu verwenden. Mit allen diesen Verfahrensarten lassen sich jedoch immer für den vorliegenden Zweck immer noch keine einwandfreien Ergebnisse erzielen.
Wird den Nitrozelluloselösungen zunächst nur Plastol als Kampferersatz beigemischt, so zeigt sich, daß der Zusatz schon ein recht erheb-

Claims (1)

  1. licher sein muß, um später überhaupt noch eine brauchbare Politurfähigkeit und Durchsichtigkeit zu ermöglichen.
    Bemißt man nun aber den Piastolzusatz entsprechend groß, so macht die bei den Kampferzelluloidlacken gerade genügend vorhandene, den Gelatinelacken sowie den durch Chlorhydrine aufgelösten Nitrozellulosen jedoch mehr oder weniger ganz mangelnde Geschmeidigkeit einer ebenso unerwünschten Weichheit Platz. Außerdem stört die den Kampferzelluloidlacken gerade entgegengesetzte Eigenschaft der auf Papier aufgetragenen Plastol-Nitrozelluloselösungen, sich relativ zu ihrer Unterlage auszudehnen, zu werfen, jene also aufzuheulen und zu vergrößern, Folgen, die vielleicht auf hygroskopische Eigenschaften der Überzüge zurückzuführen sind. Schließlich werden die letzteren auch leicht häufig beim Liegen der damit bestrichenen Papiere infolge Auskristallisierens des Lösungsmittels stumpf und trübe und bedecken sich mit einer weißen, fettig anzufühlenden Haut. Aus allen diesen Gründen sind daher auch die Plastolmassen als Beimischungen zu Nitrozelluloselösungen nicht ohne weiteres zu Überzügen für Papiere der hier in Rede stehenden Bestimmung verwendbar.
    Dasselbe gilt von den durch Chlorhydrine des Glyzerins aufgelösten Nitrozellulosen. Abgesehen von dem teuren Preise derartiger Präparate steht der Anwendung derselben für den vorliegenden Zweck ihre große Sprödigkeit nach dem Trocknen, ein unregelmäßig erfolgendes Anfärben, langsames Auflösen, sowie beim Überschreiten gewisser Mischungsgrenzen wiederum ein starker Geruch im Wege.
    Den Gegenstand der Erfindung bildet nun ein Verfahren zur Herstellung hochglänzender, feuchtigkeitsundurchlässiger, durchsichtig und geschmeidig bleibender Lacküberzüge für Papiere u. dgl., welches sich dadurch, daß es aus einer Vereinigung einzelner, bei den im voraufgegangenen besprochenen Verfahrensarten schon angewandter Mittel und Arbeitsabschnitte besteht, deren Vorteile ohne die hier unerwünschten Nebenwirkungen zu eigen macht. Es besteht darin, daß die in bekannter Weise aufgelöste Nitrozellulose ev. in der Form von Kollodium außer mit einem Zusätze von Glyzerinchlorhydrinen auch noch mit' einem solchen von Plastolmassen versehen, die Mischung in dünner Schicht auf die zu behandelnden Papiere u. dgl. aufgetragen und dann unter Druck mit heißen, polierten Flächen in .Berührung gebracht wird, jedoch keineswegs so lange, bis die bei Kampferzelluloidlacken übliche und nötige Erkaltung der Flächen eingetreten ist. Durch die Vereinigung der Chlorhydrine und Plastole mit der Nitrozellulose- 6i lösung ergänzen und unterstützen sich diese Mittel in ihren Wirkungen in der Weise, daß die Sprödigkeit der Chlorhydrin-Nitrozelluloselösungen durch die übermäßige Weichheit der Plastol-Nitrozelluloselacke kompensiert und die 6; den letzteren eigentümliche Eigenschaft des Auskristallisierens und Dehnens durch die Anwesenheit des Chlorhydrins sehr gemildert wird. Außerdem zeigt das Gemisch nach dem Verdunsten des Lösungsmittels und dem Po- 7c Heren unter heißen Flächen einen ganz überraschend hohen, selbst dem Kampferzelluloid überlegenen Glanz, reinste Durchsichtigkeit des Überzugs und gestattet zufolge Fortfalls des Erkaltens unter Druck schnelleres und billigeres Arbeiten als Kampferzelluloidlack.
    Eine sehr zweckmäßige Vorschrift zur Durchführung des Verfahrens besteht in folgendem: 450 Gewichtsteile Alkohol werden mit 350 Gewichtsteilen Aceton in kochendem Zustande versetzt und diese Mischung zur Auflösung von 100 Gewichtsteilen nitrierter Zellulose · oder Kollodiumwolle verwandt. Der so erhaltenen Lösung gibt man 50 bis 60 Gewichtsteile Dichlorhydrin und etwa 25 bis 35 Gewichtsteile »Plastol« bei, worauf man sie, nachdem die Teile gut verrührt worden sind, in dünner Schicht auf die zu behandelnden Gegenstände aufträgt. Letztere kommen nach kurzem Antrocknen unter erwärmte, polierte Preßplatten, Walzen (Kalander) usw.', . werden hier einem mäßig starken, kurzen Druck ausgesetzt, heiß herausgenommen und sind dann mit spiegelnd glänzender Überzugfläche zu weiterer Verarbeitung oder ,Benutzung fertig.
    Pa τ ε nt-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung feuchtigkeitsundürchlässiger, hochglänzender, durch- 10c sichtig und geschmeidig bleibender Überzüge von Nitrozelluloselack auf Unterlagen, wie Papier u. dgl., durch Überziehen der Flächen mit dem Lack und Anpressen gegen heiße, polierte Flächen, dadurch gekennzeichnet, daß Lacke verwendet werden, die als Zusatz zum Lösungsmittel für die Nitrozellulose eine Mischung von Plastol (aromatische Sulfosäurederivate) und Chlorhydrinen des Glyzerins enthalten. .110
DENDAT193146D Active DE193146C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE193146C true DE193146C (de)

Family

ID=456409

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT193146D Active DE193146C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE193146C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69600084T2 (de) Verwendung von hydroxylierte Carbonsäure zur Behandlung von Nägeln
EP3666831A1 (de) Glitter und dessen verwendung in kosmetischen formulierungen, beschichtungsmaterialien und kunststoffen
DE3723811A1 (de) Nagellack auf der basis von o-benzyl-n-hydroxyalkylchitosanen sowie neue o-benzyl-n-hydroxyalkylderivate des chitosans
DE3023118A1 (de) Druckfarbe und deren verwendung
DE711190C (de) Photographischer Film und Verfahren zur Herstellung
DE2631044A1 (de) Pigmentfreies anstrichmittel
DE193146C (de)
DE1546762C3 (de) Durchschreibepapier
AT25570B (de) Verfahren zur Herstellung hochglänzender, geschmeidig bleibender, durchsichtiger Überzüge auf Gegenständen aller Art.
DE618743C (de) Verfahren zur Herstellung von Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukten
DE1760115C3 (de)
DE4200678A1 (de) Herstellung und verwendung von eieroelen sowie daraus hergestellte mittel
DE68902758T2 (de) Entlackungsmittel-zusammensetzung.
DE622300C (de) Plastifizierungs- und Weichmachungsmittel fuer Celluloseester und -aether, Natur- und Kunstharze u. dgl.
DE610512C (de) Schallplatte
AT144030B (de) Plastifizierungs- und Weichhaltungsmittel.
DE724144C (de) Klar auftrocknender Lack zur Herstellung von luftfeuchtigkeitungdurchlaessigen UEberzuegen
DE656055C (de) Verfahren zur Herstellung von Lacken, Filmen, Kunststoffen oder plastischen Massen aus Celluloseestern
DE622825C (de) Verfahren zur Herstellung von wasserdichtem Papier
DE696145C (de) Verfahren zur Herstellung von Schutzueberzuegen auf Seife
DE3537333C2 (de) Nagellacke auf Chitinalkylester-Basis
DE565428C (de) Festes, insbesondere folienfoermiges Klebemittel
DE730737C (de) Mattierungmittel fuer Lacke aus Cellulosederivaten oder Chlorkautschuk
DE397705C (de) Verfahren zur Herstellung von Folien aus Nitrozellulose fuer photographische Filme
DE883028C (de) Selbsttrocknende UEberzugsmasse