-
Verfahren zur Herstellung von Schutzüberzügen auf Seife Gegeastand
dieser Erfindung ist ein Verfahren zum Überziehen von Seife mit einem Schutzfilm,
der eine ansprechende Verpakkung gewährleistet und den Verkauf der Seife fördert.
-
Seife kommt gewöhnlich entweder in großen Mengen auf den Markt, wobei
die Seifenstücke ohne jede Art von Umhüllung oder Schutzmaterial zusammengepackt
sind, oder es werden die einzelnen Stücke in Papier, Metallfolien oder sonstiges
Einwickelmaterial eingewickelt oder Extraschachteln oder -dosen für jede Seife verwendet.
-
Ohne Umhüllungen oder Dosen werden die einzelnen Stücke leicht beschädigt
und ihre Oberflächen durch das Anfassen oder den Versand verkratzt oder befleckt.
Ferner kleben auch nebeneinanderliegende Seifenstücke gern aneinander, besonders
wenn sie in feuchter Luft gelagert werden. Schließlich hat eine nicht eingewickelte
Seife gewöhnlich kein ansprechendes Äußere, und wenn sie zum Verkauf kommt, kann
eingewendet werden, daß sie von früheren Interessenten betastet und dadurch beschmutzt
worden ist.
-
Die Einzelverpackung oder Umhüllung von Seifenstücken, wie sie bisher
üblich war, ist verhältnismäßig teuer. Ferner kann der Käufer der Seife ihr Aussehen,
ihren Geruch und andere Eigenschaften nicht beurteilen, ohne die Umhüllung zu entfernen.
-
Man hat bereits Seifenstücke mit einer wasserunlöslichen, durchsichtigen
Schicht überzogen und dann beiderseits mit wasserunlöslichem Überzug versehene Etiketten,
Reklatneauflagen u. dgl. aufgeklebt. Ein bestimmter
wasserunlöslicher
Überzugsstoff ist hierzu nicht genannt worden. Es kann sich nur um Zelluloselacke
und ähnliche Stoffe handeln, die den Geruch der Seife verdecken, für die Herstellung
des Überzuges organische Lösungsmittel erfordern und sich bei Ingebrauchnahme der
Seife nur schwer und umständlich wieder entfernen lassen.
-
Man hat auch eine Lösung von Zellulosenitrat, also einem ebenfalls
nicht wasserlöslichen Stoff, zum Aufkleben von transparenten Stoffen auf Seifenstücke
verwendet. Auch dieses Verfahren ist umständlich. Der Duft der Seife ist durch den
Überzug hindurch nicht erkennbar, und die Entfernung des Überzuges bei Ingebrauchnahme
der Seife macht Schwierigkeiten.
-
Von anderer Seite empfohlene Latexüberzöge für Seifenstücke haben
den Nachteil, daß sie klebrig bleiben, wenn sie nicht vulkanisiert werden. Das Überziehen
von Seife nach diesem Verfahren ist also recht umständlich, außerdem stört der Geruch
des vulkanisierten Latex den Wohlgeruch der Seife. Auch die Latexüberzüge sind vor
der Ingebrauchnahme der Seife nicht leicht völlig zu entfernen.
-
Früher als Überzugsmasse für andere Gegenstände vorgeschlagene Harzkondensationsprodukte
aus Vinylestern und Aldehyd mit Zusatz von trocknenden Ölen sind für die vorliegenden
Zwecke nicht brauchbar. Abgesehen davon, daß sie nur in organischen Flüssigkeiten
löslich sind, würde bei der Anwendung dieser Harzüberzüge bei Seifen außerdem der
unangenehme Geruch des trocknenden cöles den Wohlgeruch der Seife störend beeinflussen.
-
Gegenstand dieser Erfindung ist es nun, neuartige und verbesserte
Schutzschichten auf Seife herzustellen, die das Aussehen und den Geruch der Seife
nachzuprüfen erlauben, ohne daß die Schicht entfernt werden muß. Die neuen Schichten
sind dabei leicht von der Seife zu entfernen und. stellen eine ansprechende und
wirtschaftliche Seifenpackung dar. Als Material für den Seifenschutzfilm werden
- erfindungsgemäß Polyvinylalkohol und seine noch wasserlöslichen Derivate verwendet.
-
Polyvinylalkohol ist ein in Wasser löslicher Stoff, der gewöhnlich
-durch" Hydrolyse polymerisierter Vinylester, beispielsweise von Polyvinylaeetat,
erhalten wird. Polyvinylalkohol kann in einer Anzahl von Modifikationen verschiedenen
Polymerisationsgrades hergestellt werden, wobei sein Polymerisationsgrad zum großen
Teil von dem der Ausgangspolyvinylverbindung abhängt. Alle diese Modifikationen
von Pölyvinylalkohol sind bis zu einem gewissen Grade in Wasser löslich; wobei die
höher polymerisierten Formen weniger löslich sind und Lösungen von größerer Viscosität
erzeugen als Lösungen gleicher Konzentration der niedrigpolymeren: Es gibt auch
eine Anzahl von sogenannten partiellen Derivaten des Polyvinylalkohols, bei denen
einige der Hydroxylgruppen im Molekül durch andere Radikale, wie z. B. Esterradikale
oder Acetalradikale, ersetzt sind. Solche partiellen Derivate werden durch unvollständige
Verseifung von Vinylestern oder durch unvollständige Reaktion von Polyvinylalkohol
mit Säuren, Aldehyden oder anderen Verbindungen hergestellt, die mit Hydroxylgruppen
reagieren. Wie zu erwarten ist, variieren die Eigenschaften der partiellen Derivate
von Polyvinylalkohol gemäß dessen Gehalt an Hydroxylggruppen, die von anderen Gruppen
ersetzt worden sind. Wo die Hydroxylgruppen vorherrschen, zeigen die partiellen
Derivate im wesentlichen die Eigenschaften von Polyvinylalkohol und sind, wie Poly
vinylalkohol selbst, in Wasser löslich, zum Unterschied von den Estern, Acetalen
usw., die nur in organischen Lösungsmitteln löslich sind.
-
Erfindungsgemäß wird eine geeignete Lösung von Polyvinylalkohol auf
die Oberfläche eines Seifenstückes aufgebracht, und das Lösungsmittel verdampft,
wobei ein dünner beständiger Film von Polyvinylalkohol hinterbleibt. Die Konzentration
von Polyvinylalkohol in der für das Überzugsverfahren verwandten Lösung kann innerhalb
beträchtlicher Grenzen variieren, was zum großen Teil von dem Polymerisationsgrad
des verwendeten Polyvinylalkohols abhängt. Im allgemeinen können Lösungen, die sich
in einer Konzentration von 2 bis iö Gewichtsprozent bewegen, verwendet werden. Es
wurde gefunden, daß meistens eine 4°/oige wäßrige Lösung eines verhältnismäßig hochpolymeren
Polyvinylalkohols ausgezeichnete Resultate ergibt. In vielen Fällen ist es vorteilhaft,
die Lösung über Zimmertemperatur zu erhitzen, um ihre Viscosität zu verringern und
die Entfernung von Luftblasen zu erleichtern, die Unvollkommenheiten bei der sich
ergebenden Überzugsschicht hervorrufen könnten. Zur Erzeugung der überzugsschicht
werden Seifenstangen vorteilhaft in eine Lösung von-Polyvinylalkohol bei einer Temperatur
von etwa 5o bis 8o° C getaucht. Indessen können zufriedenstellende Überzugsschichten
auch bei höheren oder niedrigeren Temperaturen erzeugt werden, und die Lösung kann
auch auf andere Weise, beispielsweise durch Bespritzen oder mit Bürsten, aufgebracht
werden.
-
Die mit Polyvinylalkohollösungen bedeckten Seifenstücke können bei
gewöhnlicher oder
erhöhter Temperatur getrocknet werden. Es ist
vorteilhaft, durch Erhitzen in Luft bei einer Temperatur von etwa 5o bis 80° C zu
trocknen. Innerhalb dieses Temperaturbereiches trocknen die Überzüge schneller als
bei gewöhnlicher Temperatur, und die erzeugten Filme sind einheitlicher und von
besserer Qualität.
-
Während des berziehens und Trocknens ist es natürlich wünschenswert,
die- Seifenstücke so zu handhaben, daß die Tragmittel die Bildung einer im wesentlichen
zusammenhängenden und einheitlichen Überzugsschicht nicht stören. Dies kann z. B.
erreicht werden, indem man jede zu behandelnde Seife durch eine Klammer hält, die
aus einem Drahtstück besteht, das an den Enden scharf zugespitzt und - zweckehtsprechend
gebogen ist, so daß die Enden des Drahtes das Seifenstück an zwei gegenüberliegenden
Punkten fassen. Andererseits können die Seifen auch von Nadeln getragen werden,
die in einem Rahmen oder auf einer Schnecke befestigt sind. Die auf diese Weise
erhaltenen Überzugsschichten sind bis auf die Berührungspunkt der Drähte oder Nadeln
mit der Seife zusammenhängend. ' Wenn gewünscht wird, jede Unterbrechung in dem
überzugsfilm vollständig auszuschalten, kann eine doppelte Überzugsbehandlung stattfinden.
So kann z. B. das Seifenstück auf einem Ende gestützt und der Teil der Seife, der
nicht in Berührung mit dem Träger ist, in die Überzugslösung eingetaucht werden.
Nach dem Trocknen kann das Seifenstück an dem so mit einer Schicht versehenen Teil
gestützt und der Rest der Seife in der gleichen Weise mit einem übeizug -ersehen
und getrocknet werden. Die zweite. Schicht wird normalerweise etwas über die erste
Schicht, hinausragen, und es wird deshalb eine geringfügige Markierungslinie zurückbleiben,
die jedoch nicht auffällig genug ist, um Anstoß zu erregen.
-
Ferner wurde gefunden, daß die Qualität der erzeugten Filme entschieden
dadurch verbessert werden kann, daß die zu überziehende Seife vorher mit Stoffen
behandelt wird, die die Eigenschaft haben, Polyvinylalkohollösungen zu koagulieren.
Geeignete Gerinnungsmittel für diese Vorbehandlung sind z. B. Lösungen von Borax,
andere Alkaliborate und Perborate, Alkalisilikate und Alaun; auch organische Lösungsmittel,
die in Wasser löslich, aber Nichtlösemittel für Polyvinylalkohol sind, wie z. B.
Methanol und Aethanol, .sowie Lösungen gewisser Arten wasserlöslicher Harze, wie
z. B. die aus Glykol und Borsäure hergestellten Reaktionsprodukte.
-
Die Wahl des besonders zu verwendenden Gerinnungsmittels wird bis
zu einem gewissen Grad von der Seifenart abhängen, die behandelt wird, sowie von
der Art des Überzugs, der gewünscht wird. Für die meisten Seifen ist Borax als das
wirksamste Vorbehandlungsmaterial gefunden worden, besonders dort, wo man wünscht,
einen Film von hohem Glanz zu erhalten. Wo ein fahles oder mattes Aussehen gewünscht
wird, kann Natriumsilicat verwendet werden. Für gewisse poröse Arten von Seife,
wie z: B. schwimmende Seifen, sind z. B. die in der amerikanischen Patentschrift
I 955 741 beschriebenen Reaktionsprodukte zwischen Glykol und Borsäure oder
verschiedene komplexe Natriumborphosphate als Gerinnungsmittel zu empfehlen.
-
Die Vorbehandlung kann so ausgeführt werden, daß das Seifenstück einfach
in das Koagulationsmittel eingetaucht und herausgezogen wird und daß man die überschüssige
Lösung ablaufen läßt, ehe man die Seife in die Polyvinylalkoholüberzugslösung eintaucht.
Zur Vorbehandlung mit den verschiedenen oben aufgezählten Salzen und Harzen wurde
eine wässrige Lösung von etwa 2°/o als zufriedenstellend für die meisten Zwecke
befunden. Natürlich können auch andere Lösungsmittel und andere Konzentrationen
verwendet werden.
-
Dekorative Wirkungen können dadurch erzielt werden, daß man der Überzugsmasse
färbende Stoffe, wie z. B. Pigmente und Farbstoffe, einverleibt. Auf diese Weise
kann man auf weiße Seifen farbige Überzugsschichten aufbringen, während die Farbe
von farbigen Seifen nach Wunsch modifiziert werden kann. Dadurch, daß man wasserlösliche
Farbstoffe der Polyvinylalkoholüberzugslösung einverleibt und o@rgauische Lösungsmittel,
wie Methanol, für die Vorbehandlung der Seife verwendet, wird die Farbe in dem Polyvinylalkoholüberzug
stellenweise verändert, und es werden so Überzugsschichten erhalten, die gefleckt
oder marmoriert aussehen. Gegebenenfalls können der Überzugsmasse auch Weichmacher,
z. B. Glycerin, zugesetzt werden. Beispiel i Seifenstücke verschiedener Art einschließlich
parfümierter, nichtparfümierter, gefärbter und weißer Seife wurden in eine 2°/oige
wäßrige Boraxlösung getaucht. Nach Ablauf der überschüssigen Flüssigkeit während
einiger Minuten wurden sie in eine 4°/oige wäßrige Lösung eines verhältnismäßig
hochpolymerisierten Polyvinylalkohols getaucht, der auf eine. Temperatur von 6o
bis So' erhitzt worden war. Die Seifenstücke wurden dann aus der Polyvinylalkohollösung
entfernt, von überschüssiger Lösung durch Ablaufenlassen befreit und in einem leichten
Luftzug
bei einer Temperatur von 70° C getrocknet.
-
In allen Fällen wurde ein zäher, glänzender Film von Polyvinylalkohol
auf den Seifen-172i n#,rF;?,llllfri-n?'@ Seifen wurde die Stärke des Duftes bei
den mit einem Überzug versehenen Stücken im Vergleich zu unüberzogenen Stücken nur
wenig verringert. Die Filme konnten durch Abstreifen oder zweckmäßiger durch Lösen
im warmen Wasser entfernt werden.
-
Beispiel z Seifenstücke wurden in der gleichen Weise wie bei Beispiel
i mit einem Überzug bedeckt, aber mit der Änderung, daß eine 2°/oige wäßrige Lösung
von Natriumsilicat statt einer Boraxlösung für die Vorbehandlung verwendet wurde.
-
Die nach diesem Verfahren hergestellten Filme waren denen von Beispiel
i ähnlich, hatten jedoch einen matten Glanz.
-
Beispiel 3 Seifenstücke. wurden wie bei Beispiel i mit einem Überzug
versehen, jedoch mit der Änderung, daß Pölyvinylalkohollösungen verwendet wurden,
die kleine Mengen wasserlöslicher Farbstoffe, wie Alizarinfarbstoffe, Methylo-range
usw., enthielten.
-
Die so hergestellten Filme waren die gleichen wie die nach Beispiel
i, jedoch mit denn Unterschied, daß sie die charakteristische Färbung der bei der
Polyvinylalkohollösung verwendeten Farbstoffe zeigten.
-
Beispiel ¢ Seifenstücke wurden wie bei Beispiel 3 behandelt, jedoch
mit der Abänderung, daß Methanol als Gerinnungsmittel für die Vorbehandlung verwendet
. wurde. Es entstanden Filme von fleckigem oder marmoriertem Aussehen. Beispiel
5 Ein Stück weiße Seife wurde einige Minuten lang in eine io°/oige wäßrigeLösung
eines verhältnismäßig hochpolymerisierten Polyvinyl-!-,hols hei Zimmertemperatur
getaucht. Die Seife wurde dann herausgenommen; der überschüssigen Flüssigkeit Gelegenheit
gegeben, abzulaufen und die Seife in einem Luftzug bei Zimmertemperatur getrocknet.
Eine weiche überzugsschicht von Polyvinylalkohol verblieb auf der Seife, die leicht
durch Abtreiben oder Tauchen in warmes Wasser entfernt werden konnte.
-
Die so hergestellten Filme sind zäh, hyg--enisch un:d ansprechend
für das Auge. Sie können nach Wunsch hell und glänzend oder matt gemacht werden;
sie können durchsichtig oder undurchsichtig sein und können in jeder gewünschten
Nuance oder Schattierung gefärbt werden. Der Überzug schützt die Oberfläche der
Seife gegen Beschädigung durch Anfassen und verhindert in wirksamer Weise, daß ein
Stück an einem danebenliegenden Stück anklebt. Ein hervorragender Vorteil dieser
Überzüge liegt darin, daß es nicht notwendig ist; den Überzug von der Seife zu entfernen,
ehe sie verwendet wird.