DE1922012C - Verfahren zum Kuhlen des Waschsaure kreislaufes fur die zur Kontaktanlage gehenden SO tief 2 haltigen Gase - Google Patents
Verfahren zum Kuhlen des Waschsaure kreislaufes fur die zur Kontaktanlage gehenden SO tief 2 haltigen GaseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kühlen des Waschsäurekreislaufes für die zur Kontuktanlage
gellenden SO.,-haltigen Gase bei hohen Lufttemperaturen
und/oder -feuchtigkeiten mit einem wärmeabführenden Medium. Bei Schwefelsäure-Kontaktanlagen
benutzt man zum Kühlen und Waschen Wasser- und Schwefelsäurekreisläufe, die zur Aufrechterhaltung
der Wasch- und Kühlwirkung ihrerseits gekühlt werden müssen. So wird bei der Reinigung
schwefeldioxydhaltiger Gase, die einer Kontaktanlage für die SGyOxydation zu SO3 zugeführt werden,
im allgemeinen auch eine gute Kühlung der Gase angestrebt, um ihren Wasserdampfgehalt herabzusetzen.
Ein hoher Wasserdampfgehalt dieser Gase beeinträchtigt die Arbeitsweise der Elektrofilter
und führt zu einer unerwünschten Verdünnung der Schwefelsäure in dem nachgeschalteten Trockenturm
für die Gas;..
Es ist bekannt, die beispielsweise durch Röstung sulfidischer Erze gewonnenen SO2-haltigen Gase
durch Berieselung mit verdünnter Schwefelsäure zu waschen und die im Kreislauf geführte Waschsäure
zu kühlen. Die Kühlung geschieht in der Praxis fast ausnahmslos in Kühlern, die mit Kühlwasser beaufschlagt
werden. Für eine ausreichende Kühlung der Waschsäure darf das Kühlwasser eine gewisse
Höchsttemperatur nicht überschreiten, wenn der Kühler nicht unwirtschaftlich groß werden soll. Besonders
in heißen Ländern macht es oft Schwierigkeiten, Kühlwasser mit einer genügend tiefen Temperatur,
z. B. unterhalb 25 C, ζΐ'τ Verfügung zu
haben. Besonders in Anlagen mit Kreislaufführung und Rückkühlung des Kühlwassers ist es nicht einfach,
unterhalb der maximal zulässigen Temperatur zu bleiben.
Aus der deutschen Patentschrift 643 878 und der deutschen Patentanmeldung Z 1841 IVb/12i ist es
bekannt, Waschsäure durch Selbstverdampfung im Vakuum oder unmittelbar durch Rückkühlwerke mit
Luft zu kühlen. Beide Verfahren haben jedoch keinen Eingang in die Praxis gefunden. Bei der unmittelbaren
Rückkühlung mit atmosphärischer Luft kann die Waschsäure nur auf die Temperatur abgekühlt
werden, die man bei der psycnrometrischcn Feuchtigkeitsbestimmung der atmosphärischen Luft
als Temperatur des feuchten Thermometers erhält (vgl. D'Ans, Lax, Taschenbuch für Chemiker und
Physiker [I%7|, S. 57). Line weitgehend trockene I lift gestattet durch Wasserverdampfung eine starke
Kühlung der Waschsäure, während der Kühleffekt bei Verwendung einer Luft mit hohem Feuchtigkeitsgehalt
mir gering und für die Kühlung der Waschsiiure
nicht ausreichend ist.
Die Aufgabe Jcr Erfindung besteht in der
Schaffung eines Verfahrens /um Kühlen des Waschsäurekrcislaufes bei Schwefelsäure-Kontaktanlagen,
wenn kein genügend kaltes Kühlwaser zur Verfügung
steht und eine direkte Kühlung mit atmosphärischer Luft wegen ihres hohen Feuchtigkeitsgehaltes und
gegebenenfalls ihrer hohen Temperatur nur einen un/ureichenden Kühleffekt ergeben würde.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß der Waschsiiurekreislauf oder ein zu dessen
Kühlung benutzter Kühlwasserkreislauf mit dem I nil) ' der Siliwefelsiiure-Kontaktanlage gekühlt
wird 1Js ! i!(!i:;is der Schwcfclsiiurc-Kontaktanlagc
wild das Keal.iiniiNi'Hs nach der katalytischer! Oxydf.'!
in des Ncliwefeldioxvds zu Schwcfeltrioxyd und
der anschließenden Absorption des Schwefeltrioxyds in konzentrierter Schwefelsäure oder Oleum bezeichnet.
Das aus dem Absorber austretende Abgas hat noch etwa eine Temperatur von 40 bis 70" C
und enthält noch etwa 0,15 Volumprozent SO1,, jedoch durch die Trocknungswirkung der Schwefelsäure
keinen Wasserdampf. Durch die Absorption ist auch das in dem Reaktionsgas enthaltene SO1 praktisch
vollständig aus dem Gas entfernt worden. Dieses
ίο Abgas des Absorbers, das normalerweise in die
Atmosphäre abgeblasen wird, ist daher trotz seiner etwas erhöhten Temperatur zur Kühlung von Flüssigkeitskreisläufen
geeignet, da aus der Flüssigkeit maximale Mengen Wasserdampf in dieses Gas ver-
dampfen können und durch die Abführung der Verdampfungswärme
eine erhebliche Temperaturerniedrigung der im Kreislauf geführten Flüssigkeit erreicht
werden kann. Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich, Flüssigkeitskreisläufe auch
a° unter ungünstigen örtlichen Bedingungen, wie hoher
Kühlwassertemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit, wirksam zu kühlen.
Die direkte Kühlung der Waschsäure mit Luft hat den Nachteil, daß d.as in der Waschsäure absorbierte
as Schwefeldioxyd teilweise desorbiert und damit ein
SO2-Verlust verursacht wird. Bei der erfindungsgemäßen
direkten Kühlung mit dem Endgas werden diese bei Kühlung mit Luft üblicherweise auftretenden
SO2-G3s-Verluste erheblich vermindert, weil
das Endgas in Abhängigkeit von der Effektivität der katalytischen Oxydation noch geringe Mengen SO2
enthält, die etwa bei 0,15 Volumprozent liegen. Insbesondere dann, wenn man für eine hohe Temperatur
und dadurch bedingt für einen niedrigen SO2-
Gehalt der aus dem Wäscher ablaufenden Waschsäure sorgt, ist bei der direkten Kühlung der Waschsäure
mit dem Endgas nur ein geringer SO2-Übergang
aus der Säure in das Endgas zu beobachten.
Bei der Kühlung der Waschsäure durch einen mit dem Endgas gekühlten Wasserkreislauf wird zwischen
das Endgas und die Waschsäure noch ein Kühlwasserkreislauf geschaltet, auf den in einem Wärmeaustauscher
die Wärme von der Waschsäure übcrtragen wird. Der Kühlwasserkreislauf wird durch das
Endgas vorzugsweise direkt gekühlt. Auf diese Weise werden SO2-Verluste durch Übergang von dei
Waschsäure auf das Kühlmedium vermieden. Andererseits liegt die Temperatur des feuchten Thermoso
meters des Absorberendgases, d. h. die bei der Kühlung mit dem Endgas erreichbare minimale Temperatur
der gekühlten Flüssigkeit so niedrig, daß ein genügendes Tempcraturgefälle an den beiden Übergangsstellen
Endgas/Wasser und Wasser/Waschsäure vorhanden ist.
Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird bei mehreren hintereinandergeschalteten
Gaswaschstufen die Waschsäure aus wenigstens einer Stufe mit dem Endgas direkt gekühlt. Das zu reini-
gendc Röstgas durchströmt meistens zwei hintereinandergcschahete Waschstufen, die mit verdünnter
Schwefelsäure beaufschlagt werden. Die Waschsäurekreisläufe beider Stufen müssen gekühlt werden, wobei die Temperatur in der zweiten Stufe so niedrig
liegen muß, daß der Wasserdampfgehalt des Abgases
der zweiten Stufe die für die Säureproduktion erforderliche Menge nicht übersteigt. Mit dem Endgas
c'er Kontaktanlagc kann einer der beiden Wasch-
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süurekreislüufe oder, falls die Endgusmenge ausreicht,
beide Kreisläufe gekühlt werden.
Nach einer weiteren Ausfiihrungsfunn der Erfindung
wird das Endgas der Schwefelsäure-Kontaktanlage zunächst gekühlt und dann zur Kühlung des
Flüssigkeitskreislaufes, insbesondere der Waschsäurekreisläufe, eingesetzt. Die Temperatur des Endgases
beträgt, je nach Fahrweise der SO.j-Absorption, 40 bis 70° C. Obwohl die Flüssigkeitskreisläufe mit
diesem Gas unmittelbar gekühlt werden können, kann man das Endgas auch zunächst vorkühlen, beispielsweise
auf 25 bis 35° C. Mit dem so indirekt vorgekühlten Endgas lassen sich mühelos Waschsäuretempeiaturen
von 14 bis 15° C erreichen. Auf diese Weise ist es möglich, die Kühlung der Waschsäure
mit dem Endgas ohne Kombination mit einem anderen Kühlmittel vorzunehmen.
Vorzugsweise wird das Gewichtsverhältnis des Endgases zu der zu kühlenden Flüssigkeit zwischen
0,6 und 1,0 gewählt.
Die Erfindung wird nachfolgend an dem beiliegenden Fließschema beschrieben, in dem eine Schwefelsäure-Kontaktanlage
mit der erfindungsgemäßen Kühlung eines Waschsäurekreislaufes dargestellt ist.
Das in einem elektrostatischen Heißgasfilter entstaubte Röstgas tritt bei 1 in einen Kühlturm 2 eint
in dem es mit verdünnter Schwefelsäure berieselt wird. Es gelangt dann durch Leitung 3 in einen
Waschturm 4, in dem es ebenfalls mit im Kreislauf geführter Schwefelsäure gewaschen und so weit abgekühlt
wird, daß der Wasserdampfdruck der für die Säureproduktion erforderlichen Wassermenge entspricht.
Das Röstgas, das außer Schwefeldioxyd und etwas Wasserdampf geringe Mengen Schwefelsäurenebel
enthält, gelangt dann durch Leitung 5 in ein zweistufiges elektrostatisches Naßgasfilter 6, in dem
die Schwefelriurenebel abgeschieden werden. Das Gas ist nach Verlassen des Filters völlig klar und
strömt durch Leitung 7 zu dem Gastrockenturm 8, in dem das Gas mit etwa 95- bis 97°/eiger Schwefelsäure
bis auf einen Gehalt von weniger als 0,1 g/Nm3
Wasser getrocknet wird. Dieses Gas gelangt nach Passieren dtr beiden Wärmeaustauscher 9 und 10 in
den Kontaktofen 11, in dem das SO2 in vier Stufen
mit Zwischenkühlung nach der zweiten Stufe zu etwa 98,5% umgesetzt wird. Ein Ausgangsgas mit etwa
10 Volumprozent SO2 enthält nach Verlassen des Kontaktofens nur noch 0,15 Volumprozent SO,. Das
umgesetzte Gas wird durch Leitung 12 und Wärmeaustauschsr 9 sowie Leitung 13 dem Absorber 14
zugeführt, in dem das SO3 aus dem Gas mit konzentrierter
Schwefelsäure absorbiert wird. Das Abgas verläßt den Absorber 14 durch Leitung 15 mit einer
Temperatur von 60° C.
Nach der vorliegenden Erfindung wird nun das Abgas in einem nachgeschalteten Wärmeaustauscher
16 mit Luft auf 30° C abgekühlt und dann einem Kühlturm 18 zugeführt. In dem Kühlturm 18 wird
die Waschsäure mis dem Kühlturm 4 durch Verdunstungskühlung
von 60 auf etwa 23° C rückgekühlt und dann wieder auf den Kühlturm 4 zurückgepumpt.
Das mit Wasserdampf weitgehend gesättigte Endgas verläßt den Kühlturm 13 durch die Leitung 20. Es
kann zur Rückgewinnung der darin enthaltenen geringen SOjj-Mengen einer Wasserwäsche unterzogen
werden, wobei das Waschwasser zur Verdünnung der Waschsäure in den Waschtürmen 2, 4 verwendet
werden kann. In dem dargestellten Kühlturm 18 wird die Waschsaure zur Kühlung in feiner Verteilung
dem Endguä entgegengeführt. An Stelle der Vurdiisung
kuiin die Verteilung der Waschsäure auch in
einem Turm erfolgen, der mit Füllkörpern ausgesetzt ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist in allen Fälleii
vorteilhaft, bei denen infolge zu hoher Kühlwassertemperatur in der Gaswaschsiufe mit dem Gas zu viel
ίο Wasserdampf in die Säureproduktion getragen wird.
Die Erfindung eignet sich daher hauptsächlich zur
benutzung in warmen Ländern. Aber auch dort, wo
ausrechend kaltes Kühlwasser vorhanden ist, bietet sie den Von».!! einer direkten Kühlung ohne die
»5 Gefahr größerer SO.-Verluste. Enthält die zu kühlende
Waschsäure Verunreinigungen, die bei der Verdunstungskühlung Krusten bilden, so wird man
das zuzusetzende Frischwasser unmittelbar vor der Kühlung zusetzen und die Wasfpnnenge gegenüber
ao der Arbeitsweise mit indirekter Kühlung um den Betrag des verdunstenden Wassers erhöhen. Auch
bei der Verarbeitung von Gasen mit geringem SO.,-Gehalt von beispielsweise 3 Volumprozent ist es nach
dem f dindungsgemäßen Verfahren möglich, den
as Wasserdampfgehalt der die Wäsche verlassende Gase
durch Kühlung so weit zu reduzieren, daß eine Schwefelsäure genügend hoher Konzentration produziert
werden kann.
Selbstverständlich kann die Kühlung mit Endgas auch im Anschluß an eine Vorkühlung mit atmosphärischer
Luft erfolgen.
Ein mit Paliringen (80 -80-8 mm) gefüllter 3 m
hoher Turm von 0,2 m2 Querschnitt wurde mit 0,9 mVh Wasser von 40° beaufschlagt In den Turm
wurden voi unten 648 Nm3Zh Endgas einer Schwefelsäurekontaktanlage
mit einer Temperatur von 60° C eingeleitet. Das Gewichtsverhältnis des Endgases zu
dem zu kühlenden Wasser betrug 0,93. Das Wasser lief mit 24° C ab. Diese Temperatur reichte aus, um
eine entsprechende Menge Waschsäure von 55° auf 33° C zu kühlen.
Claims (4)
1. Verfahren zum Kühlen des Waschsäurekreislaufes für die zur Schwefelsäure-Kontaktanlage
gehenden SO2-haltigen Gase bei hohen Lufttemperaturen und/oder -feuchtigkeiten mit
:ipem wärmeabführenden Medium, dadurch
gekennzeichnet, daß der Waschsäurekreislauf oder ein zu dessen Kühlung benutzter Kühlwasserkreislauf
mit dem Endgas der Schwcfelsäure-Kontaktanlage direkt gekühlt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei mehreren hintereinandergeschalteten
Gaswaschstufen die Waschsäure aus wenigstens einer Stufe mit dem Endgas direkt gekühlt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch' gekennzeichnet, daß das Endgas zunächst gekühlt
und dann zur Kühlung des Flüssigkeitskreislaufes eingesetzt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewichtsverhältnis des Endgases zu der zu kühlenden
Flüssigkeit zwischen 0,6 und 1,0 gewählt wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2905083A1 (de) * | 1979-02-10 | 1980-08-28 | Metallgesellschaft Ag | Verfahren zur herstellung von schwefelsaeure |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE2905083A1 (de) * | 1979-02-10 | 1980-08-28 | Metallgesellschaft Ag | Verfahren zur herstellung von schwefelsaeure |
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