DE190856C - - Google Patents

Info

Publication number
DE190856C
DE190856C DENDAT190856D DE190856DA DE190856C DE 190856 C DE190856 C DE 190856C DE NDAT190856 D DENDAT190856 D DE NDAT190856D DE 190856D A DE190856D A DE 190856DA DE 190856 C DE190856 C DE 190856C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
panel
magnet
board
cords
pen
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT190856D
Other languages
English (en)
Publication of DE190856C publication Critical patent/DE190856C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A63SPORTS; GAMES; AMUSEMENTS
    • A63JDEVICES FOR THEATRES, CIRCUSES, OR THE LIKE; CONJURING APPLIANCES OR THE LIKE
    • A63J21/00Conjuring appliances; Auxiliary apparatus for conjurers

Landscapes

  • Drawing Aids And Blackboards (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 77g. GRUPPE
CARL ED. POLLAK in BERLIN.
Zaubervorrichtung. Patentiert im Deutschen Reiche vom 9. Juni 1906 ab.
Gegenstand der Erfindung ist eine hauptsächlich für Bühnenzwecke bestimmte Zaubervorrichtung, bei der eine vorzugsweise Farbe abgebende Kugel auf einer den Zuschauern sichtbaren Tafel sich anscheinend selbsttätig in den Schriftzügen irgendeines gewünschten Wortes, den Linien einer Figur usw. bewegt. Das Auge des Beschauers sieht folgenden Vorgang:
ίο Auf der Bühne hängt an zwei Schnüren oder Seilen, aber sonst gänzlich freischwingend, eine große Tafel, die auf ihrer den Zuschauern zugewendeten Seite mit mehreren leicht entfernbaren Bogen Papier bespannt ist.
Der Vorführende setzt nun an den obersten Bogen eine kleine Kugel an, die sofort am Papier haften bleibt und auf seinen Befehl dann über das Papier hin und her zu rollen beginnt, wobei sie Linien und Striche hinterläßt, die sich zu Buchstaben, Worten und Figuren zusammensetzen können. Jedes beliebige, vom Vorführenden oder den Zuschauern gewählte Wort, jede Figur kann so auf der Tafel Strich für Strich sichtbar gemacht werden. Ist ein Bogen beschrieben, so wird er abgerissen und die Kugel mit demselben Erfolge gegen den zweiten Bogen gelegt.
Die zur Hervorbringung dieses Zaubers dienende Einrichtung ist auf der Zeichnung in einer Ausführungsform beispielsweise schematisch dargestellt.
Die auf der Bühne hängende, mit A bezeichnete Tafel besteht aus einem Holzrahmen von beliebigen Abmessungen. Der Rahmen ist hinten mit einem festen Stoffe, etwa Holz, Linoleum o. dgl., bekleidet; an der dem Publikum zugewandten Seite dagegen ist er vorzugsweise mit einem dünnen und nachgiebigen Stoffe, Leinewand, Pappe o. dgl., bekleidet. Zwischen der hinteren Holzbekleidung und der vorderen Bespannung aus Leinewand o. dgl. verbleibt somit ein Hohlraum. Innerhalb dieses Raumes befindet sich ein Magnet m, der an zwei Schnüren d, e von den oberen Ecken des Rahmens herabhängt. Diese Schnüre laufen oben aus dem Rahmen heraus, so daß man durch Anziehen und Nachlassen der einen oder beider Schnüre den Magneten m fast nach jedem beliebigen Punkte des Rahmens bewegen kann. Innerhalb des Rahmens ist nahe der Stelle, an der die Schnüre aus dem Rahmen herauslaufen, an jeder Seite je eine Rolle f und g angebracht, über welche die Schnur geführt wird, ehe sie durch die entsprechende Öffnung aus den Tafelrahmen nach außen tritt. Die Tafel A ist an zwei besonderen Seilen h, i aufgehängt. Da bei Benutzung eines Elektromagneten auch die für dessen Erregung nötigen Leitungsdrähte von der Stromquelle unsichtbar für die Zuschauer in die Tafel hinein zum Magneten geführt werden müssen, so leitet man an jeder Seite die die Tafel tragende Schnur durch einen Schlauch oder eine Röhre, die gleichzeitig auch den zum Magneten führenden Leitungsdraht sowie die Zugschnur für den Magneten auf-
nimmt. t>er Schlauch wird in geeigneter Weise besponnen, so daß er den Eindruck eines einzigen Seils macht.
Hinter den Kulissen ist eine zweite Tafel B aufgestellt, deren Abmessungen am besten mit denen der Tafel A übereinstimmen. Diese Tafel B besteht aus einer einfachen Holzwand, die den Zuschauern nicht sichtbar ist. Die vom Magneten m in der Tafel A ausgehenden Schnüre d und e sind nun in folgender Weise zur Tafel B geführt. Nachdem sie, jede über eine Rolle/, g, in die oberen Ecken des Rahmens geleitet und dann aus der Tafel heraus entweder frei oder durch die Schläuche verdeckt nach oben geführt sind, laufen sie nunmehr zwischen den Soffitten der Bühnendekoration oder an der Decke des Bühnenraumes wieder über Rollen k, I, die genau über den öffnungen in der Tafel A angebracht sind, so daß die Schnüre frei und ohne Reibung heraustreten können. Die Schnüre werden dann weiter an der Decke entlang geleitet, wobei sie über so viel Rollen geführt werden, als nach den Umständen erforderlich sind, bis sie sich genau über den Seitenkanten der Tafel B befinden, von wo sie über zwei weitere Rollen n, 0 nach unten gelenkt werden. Auf dem Wege zwischen beiden Tafeln sind die Schnüre so geführt, daß die aus der rechten oberen Seite der Tafel A kommende Schnur e zur linken Seitenkante der Tafel B und die von der linken Seitenkante der Tafel A ausgehende Schnur d an der rechten Seitenkante der Tafel B wieder herabkommt. An der unteren Seite der Tafel B ist an jeder Ecke eine Rolle p, q befestigt, und über diese wird die an der betreffenden Kante herabkommende Schnur geleitet, worauf beide Schnüre unten in der Mitte zwischen den beiden Rollen p, q miteinander verbunden werden. Hierbei ist die Länge der Schnüre so zu wählen, daß, wenn der Magnet m innerhalb der Tafel A auf dem unteren Rande des Rahmens genau in der Mitte ruht, sich die beiden Schnüre d, e unten an der Tafel B genau in der Mitte zwischen den beiden Rollen j? und q treffen. Am Vereinigungspunkte der beiden Schnüre ist ein Schreibstift r befestigt. Der Stift r wird von einem Gehilfen des Zauberers geführt, der so imstande ist, die auf die Tafel A gelegte Kugel beliebige Worte, Figuren usw. auf der Tafel A beschreiben zu lassen. Damit der von der Kugel beschriebene Weg dauernd sichtbar bleibt, wird die aus Eisen oder Stahl hergestellte Kugel mit einem geeigneten, Farbe aufsaugenden Stoffe bezogen und in Farbe getaucht, die sie dann abfärbend auf ihrem Wege über die Tafel A sichtbar zurückläßt. Die Tafel A kann z. B. auch schieferfarben angestrichen und die Eisenkugel mit Kreide bezogen sein. Die Kugel wird allen Bewegungen des Magneten in folgen, während der Magnet von der an der Tafel B befindlichen Person vermittels des Schreibstiftes nach jedem beliebigen Punkte bewegt werden kann. Wird an der Tafel B der Schreibstift nach oben bewegt, so hebt sich der Magnet in der Tafel A in entsprechender Weise. Nimmt man den Schreibstift von der Mittellinie aus nach links, so wird auch der Magnet dadurch nach links gezogen, wie auch beim Bewegen des Schreibstiftes nach rechts der Magnet nach rechts gezogen wird. Bis zu einem gewissen Grade folgt also der Magnet jeder Bewegung, die man mit dem Stifte ausführt. Um das Bewegen des Stiftes zu erleichtern, ist er mit einem Gegengewichte s verbunden, das an einer über Rollen geführten Schnur t hängt, die an den Knotenpunkt- der beiden Leitschnüre angeknüpft ist. Auf diese Weise bleibt der Stift ruhig in jeder Stellung auf der Tafel B stehen und läßt sich unschwer nach jedem Punkte hinführen, so daß auch kleine Kurven und Kreise sowie kurze Linien ohne Schwierigkeit auszuführen sind. Während nun im allgemeinen der Magnet jeder Bewegung des Stiftes folgt, sind doch die vom Magneten und vom Stifte beschriebenen Figuren nicht kongruent. Dies beruht darauf, daß die beiden Schnüre d, e unveränderliche Länge haben, und zwar ist auf der einen Seite die Länge m-f-p-r und auf der anderen Seite m-g-q-r feststehend und unveränderlich. Soll nun der Magnet in der Tafel A nach dem Punkte α gebracht werden, so muß sich die Schnur d um die Strecke a - m heben, gleichzeitig muß aber die Schnur e innerhalb der Tafel A genau die Länge a-g haben; ist sie kürzer, so verlegt sich der Punkt α schräg nach oben, ist sie länger, schräg nach unten. Auf der Tafel B entspricht nun zwar der Punkt α2 dem Punkte α der anderen Tafel, bringt man aber den Stift zu diesem Punkte α2, so wird die Schnur auf beiden Seiten nicht weit genug angezogen, vielmehr muß man, um bei unveränderlicher Länge der Schnüre den Magneten zum Punkte α zu bewegen, den Stift zum Punkte a1 der Tafel B bringen. Um auf Tafel A Punkt b zu erhalten, muß auf Tafel B der Stift zum Punkte bl bewegt werden. Ebenso entsprechen sich die Punkte c und c1, χ und xx,y nndy1, \ und ^1. Ebenso ergeben danach weitere Betrachtungen, daß, um die gerade senkrechte Mittellinie b-y zu ziehen, man auch die senkrechte Mittellinie bx-yx ziehen muß, daß aber, um die wagerechte Linie a-b-c zu ziehen, der Stift die Kurve ax~bx-cx beschreiben muß, während die wagerechte Linie x-y-\ durch Ziehen der Kurve xx-yx-^x hergestellt wird. Hieraus ergibt
sich, daß die schreibende Person die Worte, die sie auf der Tafel A hervorbringen will, auf der Tafel B in einer Kurve schreiben muß, die um so gestreckter und langer ist, je weiter nach oben die Schrift erscheinen soll. Diese Art des Schreibens bereitet keine Schwierigkeiten, wenn man vorher auf der Tafel B die entsprechenden Kurven vorzeichnet. Eine übermäßige Verzerrung der Schrift läßt sich
ίο auch außerdem dadurch verhüten, daß man die Schnüre an geeigneter Stelle rechts und links der Tafel B mittels Haken und Ringen in ihrer Länge veränderlich eingerichtet, so daß man, wenn man auf der unteren Hälfte der Tafel A schreiben will, beide Schnüre um so viel verlängert, daß dadurch der Magnet entsprechend sinkt. Die Folge hiervon ist dann, daß man z.B., wenn beide Schnüre um die Strecke b-y verlängert werden, auf der flachen Kurve a}-bl-cl schreiben kann, um auf Tafel A die Linie x-y-\ hervorzubringen.
Der die Schrift hervorbringende, vom Magneten mitgenommene Gegenstand kann natürlich auch irgendeine andere, von der Kugelform abweichende Gestalt haben, doch ist bei der Kugelform die Reibung auf der Tafel äußerst gering und daher ein sicheres Mitnehmen durch den Magneten am besten gewährleistet.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Zaubervorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß ein aus geeignetem Stoffe bestehender Schreibkörper auf einer den Zuschauern sichtbaren Fläche durch einen dahinter angeordneten bewegbaren Magneten gehalten wird.
2. Zaubervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Magnet an zwangläufig gleichmäßig oder ungleichmäßig bewegbaren Schnüren so aufgehängt ist, daß er durch ihre Bewegung nach jedem Punkte der Schreibfläche geleitet werden kann.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DENDAT190856D Active DE190856C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE190856C true DE190856C (de)

Family

ID=454292

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT190856D Active DE190856C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE190856C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0125378A2 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Anzeichnen von gasdurchlässigen Stoff- und anderen Warenbahnen, insbesondere zum automatischen Anzeichnen in einer Anzeichnungsstation
AT988U1 (de) Vorrichtung zur aufnahme eines flächenförmigen werbeträgers
DE190856C (de)
DE188794C (de)
DE27475C (de) Neuerung an Jalousien
DE297897C (de) lesevorrichtung fuer blinde
DE62767C (de) Mit einer Thür verbundene Reklame-Vorrichtung
DE163588C (de)
DE13370C (de) Druckmaschine für Natur-Holztapeten
DE820376C (de) Kombinierter Apparat zum Belichten und Entwickeln von Lichtpausen
DE1175833B (de) Vorrichtung zum Ablaengen von Gardinen
DE165978C (de)
DE193574C (de)
DE806633C (de) Vorrichtung zum Abdecken photographischer Negative beim Kopieren
DE31999C (de) Rouleau
DE123481C (de)
DE920539C (de) Markierungslineal
DE391721C (de) Puppentheater mit unsichtbarer Figurenfuehrung durch Magnete
DE48675C (de) Schnurhalter für Rollvorhänge
DE255880C (de)
DE458860C (de) Kleiderhaken mit Vorrichtung zum Vorfuehren von Anzeigen auf Reklametafeln, die bei Belastung des Hakens in die Sichtlage gefuehrt werden
DE8900981U1 (de) Manuelle Einrichtung zur Bewegung von Personen im Bühnenraum für Theater und Showzwecke
DE223135C (de)
DE186484C (de)
DE8147C (de) Apparat zur Fixirung gespielter Klavirstücke