DE1908545B - 8 Chlor 10 piperazino 10.11 dihydro dibenzo eckige Klammer auf b f eckige Klam mer zu thiepin und dessen Salze - Google Patents
8 Chlor 10 piperazino 10.11 dihydro dibenzo eckige Klammer auf b f eckige Klam mer zu thiepin und dessen SalzeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft S-Chlor-lO-piperazino-lO.lldihydro-dibenzo[b,f]thiepin
der Formel I
— CHo
n—η
(D
sowie dessen Salze.
Diese Verbindungen besitzen wertvolle pharmakologische Eigenschaften und einen hohen therapeutischen
Index. Sie wirken bei peroraler, rektaler oder parenteraler Verabreichung zentraldämpfend, z. B.
vermindern sie die Motilität, potenzieren die Narkose und zeigen eine positive Wirkung beim »test de la
traction«. Ferner weisen sie auch eine antiemetische Wirkung auf. Diese Wirkungsqualitäten, welche durch
ausgewählte Standardversuche (vgl. R. Domen j oz und W. T h e ο b a 1 d, Arch. Int. Pharmacodyn., 120
[1959], S. 450, und W. T h e ο b a 1 d et al., Arzneimittelforsch.,
17 [1967], S. 561) erfaßt werden, charakterisieren die Verbindungen als geeignet zur Behandlung
von Spannungs- und Erregungszuständen. Im Verhältnis zu den zentraldämpfenden Eigenschaften
weisen die neuen Verbindungen eine geringe kataleptische Eigenwirkung auf, wie in einem Standardtest
(vgl. W. Theobald et al., Arzneimittelforsch., 17 [1967], S. 561) nachgewiesen wird.
Verwandte Verbindungen von 8-Chlor-lO-piperazino-10,ll-dihydrodibenzo[b,f]thiepin
und seinen Salzen, die in 4-Stellung des Piperazinringes substituiert
sind, weisen im Verhältnis zu den zentraldämpfenden Eigenschaften eine wesentlich höhere kataleptische
Eigenwirkung auf und beeinflussen dadurch das extrapyramidale System stärker.
Pharmakologische Vergleichsversuche mit der beanspruchten Verbindung der Formel I und dem in
Beispiel 1 der österreichischen Patentschrift 256 116 beschriebenen 8-Chlor-10-(4-methyl-piperazino)-10,lldihydro-dibenzo[b,f]thiepin
ergaben, daß die LD50 nach oraler Applikation an der Maus bei beiden Verbindungen
in etwa der gleichen Größenordnung liegt.
Nach oraler Verabreichung von 5 mg/kg der beanspruchten Verbindung ergab sich bei 50 °/0 der behandelten
Mäuse eine starke zentraldämpfende Wirkung; zur Erzielung des gleichen Effekts waren von der bekannten
Verbindung 25 mg/kg erforderlich.
Die die kataleptische Eigenwirkung bei 50°/0 der
behandelten Mäuse nach oraler Verabreichung auslösende Dosis lag bei der bekannten Verbindung bei
1,5 mg/kg, bei der beanspruchten Verbindung jedoch erst bei 8,4 mg/kg.
Zur Herstellung der Verbindung der Formel I hydrolysiert man eine Verbindung der allgemeinen Formel II,
s CH2 — CH2 \
N^ ,N-Y
I CH2 — CH2
CK CH — CH2
(Π)
in welcher Y einen Rest bedeutet, der mittels Hydrolyse durch ein Wasserstoffatom ersetzt werden kann,
und führt gegebenenfalls das erhaltene Reaktionsprodukt mit einer anorganischen oder organischen Säure
in ein Salz über.
Durch ein Wasserstoffatom ersetzbare Reste Y sind beispielsweise Acylrest, z. B. niedere Alkanoylgruppen,
wie die Acetylgruppe, Arylcarbonylgruppen, wie die Benzoylgruppe, Reste von monofunktionellen Derivaten
der Kohlensäure oder Thiokohlensäure, wie die Methoxycarbonyl-, Äthoxycarbonyl-, Phenoxycarbonyl-
oder die Benzyloxycarbonylgruppe, oder die entsprechenden Thiocarbonylgruppen. Die Hydrolyse
kann mit Hilfe eines Alkalimetallhydroxide, ζ. Β. des Kalium- oder Natriumhydroxids, vorzugsweise bei
Siedetemperatur entweder in einem höhersiedenden hydroxylgruppenhaltigen, organischen Lösungsmittel,
wie Äthylenglykol oder Diäthylenglykol, oder in einem niederen Monoalkyläther eines solchen Glykols und
insbesondere in einem niederen Alkanol, z. B. Methanol oder Äthanol, durchgeführt werden.
Ausgangsverbindungen der allgemeinen Formel II können ausgehend von dem in der Literatur beschriebenen
8,10-Dichlor-10,ll-dihydro-dibenzo[b,f]thiepin hergestellt werden. Man setzt diese Verbindung beispielsweise
mit 1-Piperazincarbonsäureestern, z. B. mit dem Methyl-, Äthyl-, Phenyl- oder Benzylester, zu den
entsprechenden Estern der 4-(8-Chlor-10,ll-dihydrodibenzo[b,f]thiepinO-l-yl)-l-piperazincarbonsäure
um.
Analog können z. B. die entsprechenden Thiocarbonsäureester hergestellt werden. Verbindungen der allgemeinen
Formel II, die in 4-Stellung des Piperazinringes durch eine niedere Alkanoyl-, z. B. die Acetyl- oder
durch eine Arylcarbonylgruppe, z. B. die Benzoylgruppe, substituiert sind, können analog hergestellt werden.
Man geht von SJO-Dichlor-lO^l-dihydro-dibenzo-[b,f]thiepin
aus und setzt diese Verbindung mit den entsprechenden Piperazinderivaten, z. B. mit dem
1-Acetyl- oder 1-Benzoxlpiperazin, um.
Die erhaltene Verbindung der Formel I wird anschließend gewünschtenfalls in üblicher Weise in ihre
Salze mit anorganischen und organischen Säuren übergeführt. Beispielsweise versetzt man eine Lösung der
Verbindung der Formel I in einem organischen Lösungsmittel mit der als Salzkomponente gewünschten
Säure oder mit einer Lösung derselben. Vorzugsweise wählt man für die Umsetzung organische Lösungsmittel,
in denen das entstehende Salz schwer löslich ist,
damit es durch Filtration abgetrennt werden kann. Solche Lösungsmittel sind z. B. Methanol, Aceton,
Methyläthylketon, Aceton—Äthanol, Methanol—·
Äther oder Äthanol—Äther.
Zur Verwendung als Arzneistoffe können an Stelle der freien Base pharmazeutisch annehmbare Salze
eingesetzt werden, d. h. Salze mit solchen Säuren, deren Anionen bei den in Frage kommenden Dosierungen
nicht toxisch sind. Ferner ist es von Vorteil, wenn die als Arzneistoffe zu verwendenden Salze gut kristallisierbar
und nicht oder wenig hygroskopisch sind. Zur Salzbildung der Verbindungen der Formel I
können z. B. die Chlorwasserstoffsäure, Bromwasserstoffsäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure, Methansulf
onsäure, Äthansulf onsäure, j3-Hydroxyäthansulf onsäure, Essigsäure, Äpfelsäure, Weinsäure, Citronensäure,
Milchsäure, Oxalsäure, Bernsteinsäure, Fumarsäure, Maleinsäure, Benzoesäure, Salycilsäure, Phenylessigsäure,
Mandelsäure und Embonsäure verwendet werden.
Das nachfolgende Beispiel erläutert die Herstellung der Verbindung der Formel I. Die Temperaturen sind
in Celsiusgraden angegeben.
Man fügt 47,5 g l-Piperazincarbonsäureäthylester
zu einer Lösung von 28,12 g 8,10-Dichlor-10,ll-dihydro-dibenzo[b,f]thiepin in 50 ml Benzol. Das Reaktionsgemisch
wird 15 Stunden unter Rückfluß gekocht, auf 20° abgekühlt und mit 100 ml 2 n-Ammoniaklösung
versetzt. Die rohe freie Base fällt aus. Man extrahiert sie dreimal mit je 150 ml Methylenchlorid—
Äther (1: 2). Der organische Extrakt wird mit Wasser gewaschen, über Magnesiumsulfat getrocknet und im
Vakuum eingedampft. Man fügt zum zurückbleibenden rohen 4-(8-Chlor-10,ll-dihydro-dibenzo[b,f]thiepin-10-yl)-l-piperazincarbonsäure-äthylester
eine Lösung von 61,0 g pulverisiertem Kaliumhydroxid in 350 ml abs. Äthanol. Die erhaltene, trübe Lösung
kocht man 12 Stunden unter Rückfluß, versetzt sie mit 70 ml Wasser, kühlt sie ab und dampft sie im Vakuum
ein. Der Rückstand wird in Äther—-Methylenchlorid
(2:1) und Wasser aufgenommen, die organische Phase abgetrennt, mit Wasser gewaschen, über Natriumsulfat
getrocknet und eingedampft. Man löst den Rückstand in 250 ml Äther und 50 ml Äthanol und
neutralisiert die Lösung mit ätherischer Salzsäure. Das S-Chlor-lO-piperazino-lOjll-dihydro-dibenzofb^jthiepin-dihydrochlorid
fällt aus. Es wird abfiltriert, mit wenig Aceton nachgewaschen, worauf es bei 195 bis
200° schmilzt.
Claims (1)
- Patentanspruch:S-Chlor-lO-piperazino-lO.ll-dihydro-dibenzo-[b,f]thiepin der Formel Isowie dessen Salze.
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