DE18565C - Neuerungen an Gefäfsen zum Transport kohlensäurehaltiger Flüssigkeiten, besonders Bier - Google Patents
Neuerungen an Gefäfsen zum Transport kohlensäurehaltiger Flüssigkeiten, besonders BierInfo
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Description
KAISERLICHES
ρατενταέγγ
Der Transport von Bier, speciell nach den Tropen, ist stets mit grofsem Kohlensäureverlust
verbunden, da Holzgefäfse nie dicht genug sind, um das treibende Bier zu halten, auch
nicht dicht sein dürfen, da sonst ein Zerplatzen der Fässer unabweislich wäre.
Der Erfinder wendet starkwandige, hartgebrannte Thongefäfse mit innerer Glasur an, und
erreicht dadurch in erster Linie eine bequem zu reinigende Fläche, welche nie, wie es beim
Pech der Fall ist, erneut zu werden braucht.
Der Hauptmoment der Erfindung ist jedoch die Anbringung sogen. Lufttaschen A im Innern
der Gefäfse. Dieselben sind mit dem Gefäfs geformt und, wie in der beiliegenden Zeichnung dargestellt, nach unten offen.
Wird nun das Gefäfs bis dicht unter den Verschlufs mit Bier oder einer sonstigen Flüssigkeit
gefüllt, so kann dasselbe, unbeschadet der Gefäfswände, sich ausdehnen, da die in den
Taschen verbliebene Luft durch das Bier comprimirt wird. Auf diese Art verliert das Bier,
vorausgesetzt, dafs das Gefäfs gut verschlossen ist, nichts von seiner Kohlensäure.
Um den inneren Druck gleichmäfsig aufzufangen, hat der Erfinder für das Gefäfs die Eiform
gewählt und dasselbe behufs des Schlusses oben und unten mit je einem Stutzen« und a1
versehen, welche breite Flantschen mit Bolzenlöchern haben.
Die zweite, untere Oeffnung gestattet nicht nur ein leichteres Formen des Gefäfses, sondern
befördert die Reinigung und gestattet ein Anzapfen des Fasses von unten.
Auf beiden Flantschen liegen Gummischeiben
(Ringe)
c c'
welche durch Metallplatten b b1, die innen verzinnt sind, fest angezogen sind.
Die Verbindung zwischen dem Flantsch des Gefäfses und den Deck- und Verschlufsplatten b
erfolgt durch Bolzen und Muttern, unter denen doppelte Unterlagscheiben von Metall und von
Gummi, Filz oder anderen elastischen Stoffen angebracht werden. Die obere Platte b trägt
einen Helm, welcher nach oben einen Ansatz f mit innerem und äufserem Gewinde hat. Die
innere Verschraubung dient zur Aufnahme (für den Fall, dafs das Gefäfs ausgeschänkt werden
soll) des von dem Erfinder zur Patent-Anmeldung unter P. R. No. 18650 gebrachten Bier-Luftdruckapparates.
Das äufsere Gewinde dient während des Transportes zur Aufnahme einer darüber geschraubten Metallklappe mit innerer
Gummischeibe, um erstens das Ventil g zu sichern und zweitens den hermetischen Verschlufs
zu erhöhen.
Das Ventil g wird theils durch die kleine Spiralfeder h, hauptsächlich aber durch den inneren
Druck der Kohlensäure auf seinen Sitz geprefst.
Der gleich dem Helm während des Transportes durch Kappe und Gummischeibe luftdicht
abgeschlossene Absatz i dient zur Aufnahme des inneren Leitungsrohres k und des
aufsen aufzuschraubenden, mit Zapfhahn versehenen Fortleitungsrohres, welches in der Zeichnung
nicht dargestellt ist.
Das ganze Gefäfs ist mit Häcksel oder sonst die Wärme schlecht leitenden Stoffen in einem
geflochtenen Korb eingefuttert oder aber, für den Stadttransport, direct mit Korbgeflecht auf
der äufseren Gefäfswandung versehen.
Der Korb ist, gleich den Säurekörben, mit Henkeln versehen und trägt unten Querleisten,
um so jede Möglichkeit anderen Stellens, als die Taschenöffnungen nach unten, zu vermeiden
und somit zu verhüten, dafs die in den Taschen befindliche Luft aus diesen in das
Gefäfs entweiche.
Fig. 6 zeigt die Modification eines solchen Transportgefäfses, hergestellt aus einer an beiden
Seiten mit Flantschen versehenen Röhre und verschlossen durch zwei Calotten, welche
dichtend den Flantschen aufgeschraubt werden. Die obere Calotte h ist mit Stutzen und
Flantsch zur Aufnahme des Verschlusses, welcher in Fig. 6 in einer neuen Lufttaschenanordnung
besteht, versehen. Fig. 7 ist eine Unteransicht eines Rohrschnittes und zeigt die Verstärkungsrippen
des Flantsches.
Das Verschlufsstück wird voll Kohlensäure gegossen, schnell umgedreht und auf das mit
Bier gefüllte Gefäfs aufgesetzt, wodurch sich die Kohlensäure bereits theilweise comprimirt, der
Ausdehnung des Bieres aber noch genügend Spielraum läfst. Fig. 2 zeigt dieses Verschlufsstück
in Verbindung mit dem in Fig. 1 gezeigten eiförmigen Gefäfs. Fig. 3 und 4 sind
ein Längs- und ein Querschnitt durch eine fernere modificirte Luftverschlufstasche. Der
Raum für die Kohlensäure ist hier cylindrisch angeordnet, und ist die für den Ausschank dienende
Röhre durch den inneren Cylinder hindurchgeführt. Die Oberseite dieser Verschlufsstücke
trägt kleine Flaschenhalsabschlüsse, um das Bier durch Korke und Bindfaden oder Draht zu verschliefsen. In allen Fällen wird
ein Entweichen von Kohlensäure nicht nur nachhaltig vermieden sein, sondern das Bier
kann sich auch, ohne dem Gefäfs zu schaden, ausdehnen. Ich gehe nun noch einen Schritt
weiter, indem ich mich nicht nur auf die Herstellung von Transportgefäfsen beschränke, sondern
auch Lagergefäfse aus demselben Material herstelle und diese mit meinen Luft- bezw.
Kohlensäure taschen versehe. Ich erreiche dies auf zwei Wegen, und zwar durch Zusammensetzen
eines grofsen, röhrenförmigen Gefäfses aus entsprechenden Sectionen, wie Fig. 5 eine
zeigt, und durch Abschliefsen desselben durch Calotten in ähnlicher Construction, wie Fig. 6
zeigt.
Eine zweite Methode, Lagergefäfse herzustellen, besteht darin, dafs ich Röhren von
gröfster Weite an einem Ende kugelförmig abschliefse, Fig. 9, und am anderen mit entsprechender
Muffe versehe. Zwei solcher kugelig abgeschlossener Rohre werden auf die beiden Enden eines Mittelrohres, welches den beiden
Muffen entsprechende Ansätze hat, aufgenommen und der bleibende Raum zwischen Muffe
und Einsatzrohr mit Cement ausgegossen. Die innere Naht wird nach dem Erhärten des
Cementes mit Wasserglaskitt ausgestrichen, um das Bier nicht mit dem porösen Cement in
Verbindung kommen zu lassen. Es bedarf nicht der Erwähnung, dafs derartige Gefäfse mit
Manns-, Spund- und sonstigen Oeffnungen versehen sind, wie solche an hölzernen Gefäfsen
nöthig wären. Fig. 8 und 9 zeigen im Schnitt eine Lufttasche, wie ich solche speciell für
Lagergefäfse anwende, erwähne jedoch, dafs auch die anderen beschriebenen Lufttaschen
Anwendung finden können.
Claims (7)
1. An eiförmigen, thönernen Gefäfsen die Anordnung zweier mit Flantschen versehenen
Stutzen und inneren Lufttaschen, zum Zweck, wie mit Bezug auf Fig. 1 beschrieben.
2. Die Herstellung eines Biertransportgefäfses aus einem oben und unten mit Flantschen
und Verstärkungsrippen versehenen cylindrischen Thonrohr, welches durch zwei Calotten
von gleichem Material geschlossen ist, wie mit Bezug auf die Fig. 6 und 7
beschrieben.
3. An Biertransportgefäfsen die Anordnung der in den Fig. 2 und 6, sowie Fig. 3 und 4
gezeigten Luft- bezw. Kohlensäuretaschen, wie mit Bezug auf die Fig. 2 und 6, sowie
Fig. 3 und 4 beschrieben.
4. Die Herstellung von thönernen Lagergefäfsen aus einzelnen Sectionen, von denen Fig. 5
eine Form zeigt.
5. Die Herstellung thönerner Lagergefäfse aus an den Enden kugelrund geschlossenen
Röhren von gröfster Weite und Mittelstücken; Röhren- und Mittelstücke mit eigenartigen
Muffen versehen, um beide durch Cement oder anderen bindenden Eingufs vereinigen
zu können (im wesentlichen wie in Fig. 8 und 9 gezeigt).
6. Die in Fig. 8 und 9 gezeigte Lufttaschenanordnung, sowie die übrigen beschriebenen
Lufttaschen in Combination mit solchen Lagergefäfsen.
7. Das in Bezug auf die Lufttaschen beschriebene Verfahren, Bier in thöneren Gefäfsen
transportfähig zu machen, indem ich dasselbe vor Kohlensäureverlust schütze und gleichzeitig dem Bier dennoch erlaube, sich,
entsprechend den Temperaturverhältnissen, auszudehnen..
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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