DE17871C - Neuerungen an automatischen Telegraphen - Google Patents
Neuerungen an automatischen TelegraphenInfo
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Classifications
-
- H—ELECTRICITY
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- H04L15/00—Apparatus or local circuits for transmitting or receiving dot-and-dash codes, e.g. Morse code
- H04L15/04—Apparatus or circuits at the transmitting end
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Computer Networks & Wireless Communication (AREA)
- Signal Processing (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
Neuerungen an automatischen Telegraphen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 15. März 1881 ab.
Die Erfindung bezieht sich auf solche Telegraphen, bei welchen die zeichengebenden
Stromimpulse nicht direct mit der Hand abgegeben werden, sondern erst vorbereitet und
dann automatisch abgegeben werden, und der Zweck der Erfindung ist, einen Apparat herzustellen,"
der sowohl für die Vorbereitung zur Uebermittelung, als auch für die letztere selbst
dient.
In der beiliegenden Zeichnung ist:
Fig. ι die Seitenansicht eines Aufgabeinstrumentes,
Fig. 2 die Oberansicht,
Fig. 3 die Ansicht der Sperrung,
Fig. 4 die schematische Darstellung der Zeichen, wie sie, wenn die Trommel zur Uebermittelung
vorbereitet ist, auf dieser erscheinen,
Fig. 5 ein Theil der Fig. 1, vergröfsert, mit
der Feder in ihrer Lage,
Fig. 6 die Oberansicht eines Theiles des Instrumentes, in der die Oberfläche der Trommel
und die Stromverbindungen zu sehen sind,
Fig. 7 eine Seitenansicht des zugehörigen Schlüssels,
Fig. 8 die Oberansicht desselben.
Fig. 9 und 10 und 13 bis 18 sind Längsschnitte
und Ansichten von verschieden ausgeführten Federn.
Fig. 11 ist die Unteransicht der Schnäbel derselben.
Fig. 12 zeigt eine Zusammenstellung von Federn, um eine grofse Anzahl verschieden
grofser und gefärbter Linien oder Räume zu ziehen.
Eine metallene Trommel A auf der Welle S, die sich in Lagern des Gestelles BB' dreht,
dient zur Aufnahme der Depesche, die vermittelst eines Schlüssels K' und einer besonders
construirten, vom Gestell getragenen Feder P in irgend einer passenden, nicht leitenden Druckoder
Wasserfarbe oder anderen Flüssigkeit auf die Trommel A aufgetragen wird. Man kann
dazu gewöhnliche Tinte, der etwas Gummi, Gelatine oder Zucker zugesetzt ist, gebrauchen.
Zwischen den oberen Armen B B des Gestelles BB' und auf einer von ihnen getragenen
Welle c ist ein Schlitten C angeordnet, der horizontal längs c verschoben und um dieselbe
gedreht werden kann. Am vorderen Theil von C ist eine halbe Mutter gebildet,
die auf der Schraubenspindel D ruht, die, im Gestell gelagert, ihre Bewegung durch die Rader
G G' G" von der Welle S empfängt. Auf dem Schlitten C ist die Feder P zwischen
Spitzen schwingend befestigt und trägt an ihrem zweiten freien Arm einen Anker e, der
über den Polen des Magneten E schwebt. Der letztere wird ebenfalls vom Schlitten C getragen
und steht in elektrischer Verbindung mit einem passenden Schlüssel K'. Auf dem
Schlitten C ist ferner der Griffel F drehbar befestigt.
Er trägt am Ende eine Rolle f und liegt, wenn in Thätigkeit, mit dieser auf der
Trommel A auf. Wenn nicht gebraucht, wird der Griffel von der Oberfläche der Trommel
abgehoben und nach oben gedreht.
Auf der Welle S sitzt die lose Riemscheibe 3, die durch einen in der Nuth 4 ihrer Nabe
arbeitenden Ausrücker hin- und hergeschoben werden kann. Wird die Scheibe 3 in Eingriff
mit der auf der Welle S festen Klaue 2 geschoben, so nimmt die letztere, also auch die
Trommel A, dieselbe Winkelgeschwindigkeit an, die die Scheibe 3 durch Riemenverbindung von
irgend einer Kraftquelle her besitzt. Wird die Scheibe ' 3 dagegen mit der auf der Welle S
losen kleinen Scheibe 5 gekuppelt, so wird die Bewegung der Scheibe 3 vermittelst der Schnurscheiben
S, 7, 8 und 10 bezw. durch die Schnüre 6 und 9 aus dem Schnellen ins Langsame
auf die Welle S und die Trommel A übertragen. Die Scheibe 10 ist dann vermittelst
des in Fig. 3 im Detail gezeigten Sperrwerkes mit der Welle 5 gekuppelt, während im
ersten Falle der Sperrzahn r über die Stifte p der Welle 5 fortgleitet und die Scheibe 10
stehen bleibt.
Wird nun die Trommel A nach gehöriger Vorbereitung und nach Füllung der Feder P
(deren Einrichtung weiter unten genauer beschrieben ist) durch Kupplung von 3 mit 5
und 10 in langsame Umdrehung versetzt, so wird die mit ihrer Spitze auf der Trommel A
ruhende Feder eine Schraubenlinie beschreiben, deren Züge isolirt sind. Wird aber der
Schlüssel K' niedergedrückt, so wird die Feder P von der Trommel A abgehoben und
sie wird nichts auf derselben markiren. Wenn also mit dem Schlüssel K1 eine Depesche aufgegeben
wird, so wird dieselbe auf der Trommel in Schraubenwindungen niedergeschrieben, und zwar werden bei Arbeitsstrom die gefärbten
Stellen die Brechungen des Stromes, die leeren Zwischenräume η η die Schliefungen angeben,
Fig. 4 und 6; bei Ruhestrom natürlich umgekehrt. Damit diese Zeichen bestimmt und scharf werden, bekommt der Schlüssel
eine weiterhin zu beschreibende besondere Einrichtung. Sobald die Trommel A vollgeschrieben
oder die Depesche zu Ende ist, wird der Schlitten C von der Schraube D abgehoben
und auf seinen Ausgangspunkt zurückgeschoben, die Feder P aufser Berührung mit der Trommel
A. gebracht, der Griffel F auf die Trommel A niedergelassen und Trommel A wie
Griffel F gehörig mit der Leitung verbunden. Nun wird die während dieser Manipulationen leer
gegangene Scheibe 3 mit 2 gekuppelt und die Trommel in schnelle Rotation gesetzt. Indem
der Griffel F über die beschriebenen Stellen fortgeht, wird der Strom unterbrochen, derselbe
aber geschlossen, wenn er auf den Stellen η in Contact "mit der Trommel kommt.
Es ist also ebenso, als wenn der Operateur direct mit seinem Schlüssel telegraphirte, nur
bildet sich die Depesche auf der Empfangsstation mit der Schnelligkeit, die der Trommel A
entspricht.
Statt den Schlitten C von der Schraube D abzuheben und zurückzuschieben, kann er auch
auf seiner Stelle gelassen und die Bewegung der Trommel umgekehrt werden, so dafs das
zuletzt Geschriebene zuerst telegraphirt wird.
Die Empfangsstation kann dann die Depesche erst lesen, wenn der ganze Streifen abtelegra-.
phirt ist.
Man kann die Localbatterie L B1 den Magneten
E und den Schlüssel K' ganz fortlassen , indem man direct mit der Feder
operirt.
Um die Oberfläche der Trommel für die Aufnahme der Depesche gehörig vorzubereiten,
wird dieselbe, nach gehöriger Reinigung, mit einem Ueberzug von Gummi oder dergleichen
versehen und dann der überflüssige abgewaschen, bis die Oberfläche wieder ganz blank und
rein ist.
Diese Behandlung hindert die Leitungsfähigkeit der Trommel nicht, macht die letztere
aber, da alle Poren etc. ausgefüllt werden, ganz glatt, hindert das Ansetzen von Fett, vermindert
die Reibung mit der Feder und dem Griffel und befördert die Aufnahmefähigkeit der Trommel
für die Depesche, die mit isolirender Tinte geschrieben wird.
Der Stoff, der zur Aufnahme der empfangenen Depesche verwendet wird, ist am besten Papier,
obschon auch andere ähnliche Stoffe verwendet werden können. Dies Papier wird mit einer
Composition von Chemikalien behandelt, die durch den Strom leicht angegriffen wird, so
dafs die Zeichen scharf und deutlich hervortreten. Am besten eignet sich hierzu eine Auflösung
von salpetersaurem Silber, mit der das Papier bestrichen oder auf andere Weise befeuchtet
wird. Soll das Papier noch empfindlicher werden, so wird der Silberlösung etwas Bromsalz zugesetzt, während durch Zusatz anderer
Stoffe das Papier weniger empfindlich gemacht werden kann. Das empfindliche Papier
wird auf die Trommel des Empfanginstrumentes gebracht, welches im übrigen mit dem der
Aufgabe übereinstimmt, und der auf dem schnell rotirenden Papier ruhende Griffel wird die kommende
Depesche in dunklen Strichen oder Stellen sofort auf demselben darstellen.
Wie oben erwähnt wurde, ist der in dem Apparat gebrauchte Schlüssel K' von eigenthümlicher
Construction. Auf einer nicht leitenden Fufsplatte ο stehen zwei Klemmen 3 und 4, an die die Drähte 1, 2 gehen. D ist
ein Lager, in welchem die Schraubenspindel C (mit steilem Gewinde) drehbar befestigt ist.
Der Druckknopf A gleitet mit seinem innen mit Gewinde versehenen Ansatz α auf der
Spindel C, ist aber an der Drehung dadurch gehindert, dafs das Ende der auf der Platte O
befindlichen Feder B an der Hülse α befestigt ist. Diese Feder hält zugleich den Knopf A
stets hoch. Fest mit C verbunden, so dafs er sich mit ihr dreht, ist der Arm E, dessen anderes freies Ende den beweglichen Contact
bildet, indem die Verbindung damit durch die Klemme 4 und den Draht 2, der nach D
Claims (9)
1. Einen Automatapparat, in welchem der
übermittelnden Trommel A vermittelst Riemscheibenübersetzung (oder Räderwerk) zweierlei
Schnelligkeiten ertheilt werden, zu dem erklärten Zweck und ausgeführt wie beschrieben.
2. Die Verbindung einer leitenden Oberfläche, einer Feder zum Beschreiben derselben mit
Vorrichtungen, um die Feder von ihr abzuheben, wenn die Oberfläche zum automatischen
Telegraphiren präparirt wird.
3. Die Verbindung der Trommel A mit einem Griffel F und einer Feder P, von denen
der eine oder die andere mit der ersteren arbeiten kann, wobei die Feder P so construirt
ist, dafs die obere, längere Platte A', über die untere B' vorstehend, die Tendenz
hat, die Oeffnung c' zu schliefsen, sie aber beim Gebrauch sofort öffnet, wie dies in
den Fig. 9, 10, 13 und 16 dargestellt ist.
4. Das Verfahren, die Oberfläche der Trommel A für die Aufnahme einer Depesche
vorzubereiten, indem sie mit Gummi oder dergleichen bedeckt und das Ueberflüssige
abgewaschen wird, zu dem erklärten Zweck.
5· Das beschriebene Verfahren des automatischen
Telegraphirens, indem auf einer gehörig zubereiteten Fläche A die Depesche
mit einem Schlüssel K' vermittelst einer Feder P und Farbe mit isolirenden und
leitenden Marken und Zwischenräumen vorbereitet und die so beschriebene Fläche A
zur raschen, automatischen Uebermittelung durch die Linie benutzt wird.
6. In einem Schlüssel K' die beschriebene Einrichtung, durch Bewegung des Knopfes A
dem Contacthebel E eine raschere und gröfsere Bewegung zu geben als der Knöpft
hat, zu dem erklärten Zweck.
7. Die in Fig. 17 und 18 gezeichnete Ausführung
der Feder.
8. Das Verfahren, Papier mit einer schlüpfrigen Oberfläche zu versehen, wie es in
der Beschreibung näher erklärt wurde.
9. Das Verfahren, das Empfangsmedium durch salpetersaure Silberpräparate und Wichsen
zur Aufnahme der gesandten Depesche zuzubereiten, wie beschrieben.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE17871C true DE17871C (de) |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT17871D Active DE17871C (de) | Neuerungen an automatischen Telegraphen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE17871C (de) |
-
0
- DE DENDAT17871D patent/DE17871C/de active Active
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