KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 64: Schankgeräthschaften.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 5. Juni 1881 ab.
Durch das Rohr α, Fig. 1, strömt die Flüssigkeit
in den Schwimmerraum, treibt die Luft durch das Ventil O1 und hebt den Schwimmer
s] dadurch schliefst sich Ventil O1 und
Ventil ο wird geöffnet; jetzt kann die Flüssigkeit nach dem Vierwegehahn e fliefsen und
wird je nach der Stellung desselben durch die Rohre rrt rechts oder links in den Mefscylinder c
einströmen. Der Hahn bleibt nun so lange in der einen Stellung, bis der Kolben k im Mefscylinder
c nach der anderen Seite gegangen ist. Durch den Druck auf die eine Seite des Kolbens
wird die Flüssigkeit der anderen Seite durch das Rohr r u und den Hahn b
abfliefsen. Läuft nun keine Flüssigkeit mehr aus dem Hahn b, so ersieht man, dafs der
Kolben in seiner Endstellung angekommen ist; nun wird der Hahn e nach der anderen Seite
gedreht, und das Spiel des Kolbens erneuert sich.
Bei der Drehung des Hahnes wird der Hebel h mit der Sperrklinke η durch einen am
Konus befestigten Stift d, Fig. 5, bewegt und
setzt ein Zifferwerk mit Sperrräderübersetzung in Bewegung, wodurch die bei jedem Doppelhub
vom Kolben verdrängte Flüssigkeit notirt wird.
Jedes Sperrrad g besitzt einen Stift 2, welcher bei jeder Umdrehung das nachfolgende
Rad um Y10 weiter dreht, so dafs man stets
durch die vier Oeffnungen, Fig. 4, nur die Zahl ablesen kann, welche die Zehner, Hunderter
und Tausender angiebt. Die Zahlen sind direct auf den Sperrrädern angebracht, und
besitzt jedes Sperrrad noch eine Sperrklinke η, damit man keines zurückdrehen kann. Der
Hebel h mit Sperrklinke ist so angebracht, dafs letztere eher in den nächsten Zahn eingreift
als der Hahn e die Umsteuerung bewirkt, wodurch ein Betrug der Registrirung ausgeschlossen
ist. Tritt nun, nachdem die Flüssigkeit verbraucht ist, Luft in den Schwimmerraum, so
sinkt die Flüssigkeit in demselben, das Ventil 0 wird geschlossen, Ventil O1 geöffnet und die
Luft kann durch das Rohr rin strömen und
giebt durch die Pfeife / zu erkennen, dafs keine Flüssigkeit mehr im Fafs vorhanden ist.
Auf dem Rost m liegt das zur Kühlung nöthige Eis; dasselbe wird nicht mit den Wänden
des Mefsapparats in Berührung gebracht, sondern nur die kalte Luft soll die Kühlung
bewirken. Damit eine Circulation der Luft eintritt, ist der Kühlraum durch die Wände //,
in drei Theile getheilt. Die Luft soll circuliren, wie die Pfeile andeuten.
Ist eine Reinigung des Apparates und der Rohrleitungen nöthig, so bringe man das Rohr 0,
Fig. 6, mit dem Deckel des Mefscylinders c durch Abnehmen der Schraube p in Verbindung,
nehme zuvor den Kolben heraus und lasse dann das erhitzte Wasser aus einem Rei,-nigungsapparat
einströmen.
Patenτ-Ansprüche:
i. Die Trennung des Vierwegehahnes am Zapfhahn b, um das Abzapfen der Flüssigkeiten
in verschiedenen Quantitäten zu er-
möglichen, damit nicht für jedes Quantum ein besonderer Apparat nöthig ist.
Die Anordnung des Vierwegehahnes über dem Mefscylinder, damit, wenn sich Luft
in letzterem angesammelt hat, dieselbe .beim Einfliefsen des Bieres austreten kann.
Der Schwimmerapparat mit zwei Ventilen, welcher anzeigt, dafs Luft durch das Rohr a
geht und den Zuflufs derselben zum Vierwegehahn abschliefst.
Die Abkühlung des Mefscylinders durch kalte Luft, welche durch Theilung des
Kühlraumes von unten zu- und nach oben durch das Eis abströmt.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.