DE17408C - Verfahren zur Herstellung von Holzstoffgegenständen mit oder ohne Fournierüberzug - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Holzstoffgegenständen mit oder ohne Fournierüberzug

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DE17408C
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B. HARRASS in Böhlen bei Grofs-Breitenbach in Thüringen (Fürstenth. Schwarzburg-Rudolstadt
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Description

JBJSIiLIl^ C AieiucKtäcr-Si/V* £ΰ.
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung bezweckt die Herstellung von Gegenständen aller Art aus künstlicher Holzmasse, und können diese wie natürliches Holz behandelt werden, derart, dafs man Ornamente für Bau- und Möbeltischlerei, Bilderrahmen etc. direct durch Pressen der Holzmasse in passende Metallformen herstellen kann.
Die erwähnte künstliche Holzmasse, welche hier »Unterdruckmasse« genannt wird, besteht in der Hauptsache aus Cellulose (oder auch aus Papierstoff, gemahlenen leinenen Lumpen und dergleichen) in passender Mischung mit Weizenstärke und Weizenmehl, überhaupt aus Cellulose mit Stärkemehl beliebigen Ursprungs.
Die gewöhnliche käufliche Cellulose, die im Handel in Form von Papier zu haben ist, wird in Wasser aufgelöst und gut zerkleinert, hierauf die Masse in ein genügend engmaschiges Sieb gebracht und das Wasser, durch Abtropfenlassen entfernt, so dafs man die reine Cellulose (Holzfaser) hat.
Zur Herstellung der Unterdruckmasse nehme ich ungefähr drei Gewichtstheile Cellulose und mische oder menge dazu ein Gewichtstheil Stärkemehl aus Weizen, Roggen, Kartoffeln, Mais oder überhaupt beliebigen Ursprungs. Ferner werden noch zwei Gewichtstheile Mehl (also mit seinem vollen Klebergehalt) aus Roggen, Weizen, Mais oder ein anderes, Kleber enthaltendes Mehl dazugesetzt, und diese Stoffe, wie gesagt, innig mit einander vermengt, und vermischt.
Ich beschränke mich jedoch nicht auf das angegebene Mischungsverhältriifs, sondern führe' an, dafs sich dieses innerhalb gewisser Grenzen variiren lassen mufs, je nach Art der zu pressenden Gegenstände; habe aber bei Versuchen mit obiger Mischung gute Resultate erzielt.
Der auf diese Weise gewonnene Stoff, eine Mischung von Cellulose mit Stärkemehl und einem Kleber enthaltenden Mehl, wird nun in passenden Behältern, am besten aus dünnem Metallblech hergestellten Röhren, im Wasserbade eine Stunde lang gekocht, und werden dann die Röhren herausgenommen und bei gewöhnlicher Temperatur abgekühlt.
Durch das Kochen im Wasserbade hat sich die Masse in einen zähen, faserigen Kleber verwandelt, der in einem genügend grofsen Gefäfs mit einem gleich grofsen Quantum Sägemehl (Sägespäne) innig gemischt wird.
Unter Anwendung von Walzmaschinen wird alsdann diese Masse in passend grofse Tafeln ausgewalzt und diese durch Luft oder Ofenwärme ausgetrocknet, worauf sie zum Gebrauch fertig sind.
Die Formen, in welche diese Masse geprefst wird, sind aus Metall oder Metallcomposition von genügender Härte und Widerstandsfähigkeit, und wende ich vorzugsweise Eisen, Stahl und Rothgufs für diese Zwecke an.
Die künstliche Holzmasse wird, wie schon gesagt, in die Metallformen eingeprefst; dies ist jedoch nur möglich, wenn die Formen und die Pressen stark erwärmt sind und der Druck der Presse hinreichend stark ist.
Bei Versuchen habe ich die Form ungefähr bis auf I2o° C. erhitzt und mit der Presse einen Druck von ungefähr 700 kg pro Quadratcentimeter ausgeübt, wodurch ich gute Resultate erzielte. Man kann jedoch den Druck
auch etwas variiren, indem flache Gegenstände weniger bedürfen als solche mit sehr hohen Reliefs.
Durch den Druck und die Hitze wird die künstliche Holzmasse (Unterdruckmasse) gummiartig und füllt die angewendete Form in allen Theilen scharf aus. Der so hergestellte Gegenstand wird heifs sofort aus der Form genommen und ist nach dem Erkalten holzähnlich, hart und elastisch, welche Eigenschaft mit der Zeit bis zur Knochenhärte zunimmt.
Dergleichen aus Cellulose hergestellte Gegenstände lassen sich wie Holz behandeln, mit Säge, Hobel und Feile bearbeiten, färben, poliren und leimen.
Will man Gegenstände pressen, deren Schauseite (Vorderseite) mit natürlichem Fournier überzogen (doublirt) ist, so wird hierzu noch folgende Manipulation nöthig.
h Man legt in die vorbereitete und erhitzte ^orm, je nach der Tiefe des Reliefs, ein bis ca. sechs Stück dünne Fourniere, wobei zu bemerken ist, dafs diese vorher auf der einen Seite mit einem Klebe- oder Bindemittel, als Leim, Harz und dergleichen, bestrichen und wieder getrocknet sein müssen.
Auf diese so vorbereiteten Fourniere giebt man ebenfalls, je nach Tiefe des Reliefs, eine Schicht 2 bis 20 mm dicke, pulverisirte, trockene Holzmasse, welche Schicht je nach Art des Fourniers eine dazu passende Farbe erhält.
Für flache Artikel, als Schlüsselschieber, Reliefs, Köpfe etc., genügt es, dieselben mit einem Mal fertig zu pressen, wobei das Fournier nach dem Pressen sich so innig mit der Masse verbunden hat, dafs es nur durch Zerstörung des Gegenstandes davon entfernt werden kann.
Bei Gegenständen mit hohen Reliefs, d. h. bei solchen, deren Formen sehr tiefe Höhlungen haben, ist das Verfahren zu modificiren.
Die erhitzte Form wird, wie schon beschrieben, je nach Bedarf mit Fournier ausgelegt und eine genügend dicke Schicht pulverisirter, trockener Holzmasse aufgeschüttet und darauf die nöthige Menge künstlicher Holzmasse (Unterdruckmasse) gelegt, um scharf auspressen zu können.
Hierauf wird die erste Pressung vorgenommen, und zwar so weit, bis sich der herzustellende Gegenstand einigermafsen ausgeformt hat. Nach gegebenem Druck wird die Presse sofort wieder geöffnet und der Abdruck mit dem Gegendeckel der Form, an welcher er fast regelmäfsig haftet, aufgehoben. Etwaige nicht vollständig mit Fournier bedeckte Stellen werden von neuem mit entsprechenden Stückchen Fournier belegt, nachdem die Leimseite derselben etwas befeuchtet wurde. Jetzt wird ein ganzes und trockenes Fournierblatt, welches über die ganze Form reicht, aufgelegt, der Gegendeckel der Form sammt dem Abdruck wieder eingelegt und nun der volle Druck gegeben.
Nach Oeffnung der Presse wird der fertige Gegenstand aus der heifsen Form genommen und kann nach erfolgter Abkühlung zu seinem Zweck verwendet werden.
Um zu verhindern, dafs sich die fertigen Gegenstände ziehen oder werfen, setze ich der pulverisirten, trockenen Holzmasse (Cellulose) weifsen Pfeifenthon zu. Derselbe verleiht ferner der Masse die Eigenschaft, dafs sie schneller und besser in die verschiedenen Vertiefungen der Form eindringt, also plastischer ist.
Man kann auch direct das Kunstholz mit Fournier überziehen, ohne das beschriebene pulverisirte Material anzuwenden, indem man einfach das einseitig geleimte Fournier auf den vorher geformten bezw. roh vorgeprefsten Gegenstand legt und nochmals mit voller Kraft prefst, wie beschrieben.
Bei dieser Art der Doublirung der Gegenstände sind dieselben jedoch dem Werfen sehr ausgesetzt, so dafs ich die erst beschriebene Manier, d. h. die Anwendung einer Schicht trockener, pulverisirter Masse, vorziehe.
Man setzt ferner der pulverisirten, trockenen Holzmasse (Cellulose) noch einen geringen Procentsatz eines Bindemittels, Dextrin, Albumin, Blut, Harz oder einen ähnlich wirkenden Stoff zu, zum Zweck, die Bindekraft desselben zu vermehren und so einen festen Zusammenhang erstens zwischen Fournier und der pulverisirten Holzmasse, andererseits zwischen letzterer und der von mir mit »Unterdruckmasse« bezeichneten künstlichen Holzmasse herzustellen.
Anstatt Cellulose kann man auch Holz schleifen oder mahlen lassen und die auf diese Weise erhaltenen Splitterchen und Fasern verwenden.
Das Blut kann nicht flüssig, sondern nur geröstet und gemahlen angewendet werden.
Eine gute trockene, pulverförmige Masse finden beschriebenen Zweck wird nach folgendem Recept erhalten:
2 bis io 1 reine/Holzfaser (Cellulose),
6 bis 30 1 Sägemehl (Sägespäne),
ι bis 5 1 trockenes Dextrinpulver (auch Blut, Albumin, Harz und andere Bindemittel),
ι bis 5 1 Mehl (kleberhaltiges Mehl aus Weizen, Roggen, Mais, Hülsenfrüchten etc.),
Y8 bis 2 1 Pfeifenthon, trocken, oder ein ähnlich wirkender Stoff, als Kreide, Gyps oder beliebige Erdfarben.
Es wird dieser Mischung zur Hervorbringung der für die Pressung des Fourniers nöthigen Färbung einfach eine kleine Quantität des betreffenden Färbemittels in fein zerkleinerter Form zugesetzt.
Anstatt die Pressung mit Benutzung von Fournieren, wie beschrieben, vorzunehmen, d. h. zuerst die vorbereiteten Fourniere in die heifse Form zu bringen, hierauf trockene Cellulose
nach obengenannter Vorschrift in Pulverform darauf zu schlitten und schliefslich die Pressung derart zu bewirken, dafs der eigentliche Kern der Gegenstände durch die eingangs beschriebene künstliche Holzmasse (Hinterdruckmasse) gebildet wird, kann man auch weniger von der letzteren anwenden, indem man einen rohen, der Form des Gegenstandes angeprefsten Klotz aus Holz oder überhaupt grofse Holzstücke mit einprefst, wodurch bedeutend an Material gespart wird und kleinere, sonst werthlose Holzabfälle lohnende Verwendung finden.
Wenn es gewünscht wird, vielleicht zur Herstellung von besonders schweren geprefsten Gegenständen, kann man beim Herstellen derselben statt der Holzklötze, wie oben beschrieben, Metallstücke einpressen, wodurch deren Gewicht vermehrt wird, z. B. zur Anfertigung von Briefbeschwerern und ähnlichen Gegenständen.

Claims (1)

  1. Patent-AnSprüche:
    i. Das beschriebene Verfahren zur Herstellung von Kunstholz aus einer Mischung von reiner Cellulose (Holzstoff, Holzfaser) mit einem geringen Zusatz von Stärkemehl und kleberhaltigem Mehl beliebigen Ursprungs, welches darin besteht, dafs nach Behandlung dieser Mischung im Wasserbade eine gleich grofse Quantität Sägemehl (Sägespäne) zugemischt wird.
    Das beschriebene Verfahren zum Befestigen von natürlichem Fournier auf den aus künstlicher Holzmasse geprefsten Gegenständen,, welches darin besteht, dafs man zuerst das gewünschte Fournier, je nach der Tiefe der Höhlungen in der Form, in einer bis acht Lagen in die erhitzte Form einlegt, wobei dieses Fournier auf einer Seite mit einem beliebigen Klebe- oder Bindemittel versehen sein mufs, hierauf eine Schicht von pulverisirter, trockener Cellulose nebst Bindemittel aufschüttet, dann die unter i. genannte Unterdruck- oder künstliche Holzmasse zugiebt und die so vorbereitete Masse in heifsen Metallformen unter starkem Druck prefst, zum Zweck, eine innige Verbindung zwischen Fournier und künstlicher Holzmasse herzustellen.
DENDAT17408D Verfahren zur Herstellung von Holzstoffgegenständen mit oder ohne Fournierüberzug Active DE17408C (de)

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