DE170905C - - Google Patents

Info

Publication number
DE170905C
DE170905C DENDAT170905D DE170905DA DE170905C DE 170905 C DE170905 C DE 170905C DE NDAT170905 D DENDAT170905 D DE NDAT170905D DE 170905D A DE170905D A DE 170905DA DE 170905 C DE170905 C DE 170905C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
chlorate
red
dyes
etches
paranitraniline
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT170905D
Other languages
English (en)
Publication of DE170905C publication Critical patent/DE170905C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P5/00Other features in dyeing or printing textiles, or dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form
    • D06P5/15Locally discharging the dyes
    • D06P5/153Locally discharging the dyes with oxidants

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das Verfahren beruht auf der Beobachtung, daß Paranitranilinrot außerordentlich widerstandsfähig gegen die Wirkung der bekannten Chloratätze ist. Bringt man nun zugleich einen mit Chlorat ätzbaren Farbstoff (z. B. Diamingelb, Oxydiaminschwarz, Immedialbraun, Methylviolett usw.) und Paranitranilinrot auf die Faser — sei es, daß man Paranitranilinrot überfärbt, oder auf bereits gefärbtem Material Paranitranilinrot erzeugt — und bedruckt dann mit Chloratätze, so erscheinen beim Dämpfen die geätzten Stellen leuchtend rot. Wendet man gleichzeitig an anderen Stellen eine Ätze an, die wie etwa Hydrosulfit (Hydraldit) beide Farbstoffe weiß ätzt, so erhält man beim Dämpfen zugleich weiße und rote Effekte. Wird diesem zweiten Reduktionsätzmittel ein nicht reduzierbarer Farbstoff, z. B. Thioflavin T zugesetzt, so erhält man statt der weißen beliebig bunte Nebeneffekte.
Des Verhalten des Paranitranilinrots gegen Chloratsätze war nicht vorauszusehen. Es ist zwar bekannt, daß Paranitranilinrot beständig gegen Oxydationsmittel ist. Es gibt jedoch zahlreiche Farbstoffe, die gegen Oxydationsmittel ungemein beständig' sind, wie z. B. das mit Wasserstoffsuperoxyd entwickelte Immedialblau, das mit Chromsäure avivierte Vidalschwarz, viele Beizenfarbstoffe usw., die doch durch Chloratätze weiß geätzt werden. Auch der Indigo ist bekanntlich einer der chlorechtesten Farbstoffe und widersteht trotzdem der Chloratätze nicht. Es ist also keineswegs eine Regel, daß mit der allgemeinen Beständigkeit von Farbstoffen auch das Verhalten gegen Chloratätze parallel läuft; im Gegenteil widerstehen oxydationsbeständige Farbstoffe der Chloratätze fast nie. Auch die Silbermann'sche Angabe (vergl. Fortschritte auf dem Gebiete der ehem. Technologie der Gespinstfasern 1903, Bd. II, S. 224, Zeile 18 bis 22 von unten), daß man mit p-Nitralinrot gefärbte Stoffe durch eine Passage in verdünnter Chloratlösung lichtechter machen könne, lieferte hierfür nicht den mindesten Anhaltspunkt; denn kein einziger der bekannten mit Chloratätze ätzbaren Farbstoffe verändert sich, wenn man damit gefärbte Stoffe nach der Vorschrift von Silbermann imprägniert. Das in L au ber's Handbuch des Zeugdrucks, Bd.III, S. 101 und 102 beschriebene Schmid'sche kombinierte Ätzverfahren von Anilinschwarz und Paranitranilinrot ist wesentlich von dem erfundenen verschieden und technisch von viel geringerem Werte. Zunächst ist es auf die unschöne Nuance »Anilinschwarz plus Pararot« beschränkt, während bei dem vorliegenden Verfahren die ganze Skala der direkt färbenden Baumwollfarbstoffe mit Pararot vereinigt werden kann. Dann kann das Anilinschwarz nicht nachträglich geätzt werden, sondern man muß zuvor eine Reserve aufdrucken, was das Verfahren sehr umständlich macht. Daß das Auffärben eines Diaminfarbstoffs einfacher ist, als die Anilinschwarzfärberei, ist zudem nicht zu be-
zweifeln. Für die Praxis kommt nun noch das weitere Moment in Betracht, daß es nach dem vorliegenden Verfahren möglich ist, beliebige Mengen fertig gefärbter Ware auf Lager zu legen und nach Eingang von Bestellungen auf bestimmte Dessins, diese dann mit den erforderlichen Ätzen sofort herzustellen, was bei dem Schmid'schen Verfahren unmöglich ist. Hierdurch ist eine
ίο rationelle Zeit- und Arbeitseinteilung ermöglicht.
Beispiel: Baumwollstoff wird mit 2 Prozent seines Gewichts Diaminnitrazolschwarz B gefärbt, durch ein alkalisches Bad von .15 g ß-Naphtol im Liter genommen und dann durch eine Lösung von Diazoparanitrobenzolchlorid passiert. Nach gutem Spülen und Trocknen wird das Gewebe mit folgender Ätze bedruckt:
70 g Kaolin werden mit
70 - Wasser gut verrieben, mit einer Lösung von
175 g Natriumchlorat in
240 - Wasser gemischt und unter Zusatz von
250 - Britisch Gummi gekocht; bei etwa
6o° C. werden
125 - fein gepulverte Weinsäure und nach
dem Erkalten
70 - Ferricyanammoniumlösung 25 ° Be.
eingerührt.
Das bedruckte Gewebe wird im Mather-Platt kurz gedämpft, gewaschen und getrocknet. Es zeigt alsdann ein rotes Muster auf braunem Grund.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zum Buntätzen von Baumwollfärbungen, darin bestehend, daß man Paranitranilinrot und einen mit Chlorat ätzbaren Farbstoff auf der Faser fixiert und dann mit Chloratätze bedruckt und dämpft.
DENDAT170905D Active DE170905C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE170905C true DE170905C (de)

Family

ID=435918

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT170905D Active DE170905C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE170905C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2653418C3 (de) Verfahren zum Bedrucken und Färben
DE4241868A1 (de) Farbstoffmischungen für Grau- und Schwarztöne, enthaltend Küpenfarbstoffe
DE170905C (de)
DE3833194A1 (de) Verfahren zum faerben von textilen materialien aus cellulosefasern
EP0660894A1 (de) Verfahren zum farben und bedrucken von textilen materialien aus cellulosefasern in gegenwart von zyklischen alphahydroxyketonen.
DE912450C (de) Verfahren zum Faerben oder Bedrucken von Acrylnitrilpolymerisaten mit Kuepenfabstoffen
DE4201052A1 (de) Verfahren zum kontinuierlichen faerben von garnen
DE919286C (de) Verfahren zum gleichzeitigen Bleichen und Faerben
DE433146C (de) Verfahren zur Herstellung von echten Faerbungen und Drucken mit Kuepenfarbstoffen
DE121504C (de)
DE562624C (de) Verfahren zur Herstellung von echten Reserveeffekten auf Acetatseide
DE518759C (de) Verfahren zur Oxydation von Kuepenfarbstoffen der Anthrachinon- bzw. Benzanthronreihe auf der Faser
DE894100C (de) Verfahren zum Faerben von Celluloseacetatfasern mit Kuepenfarbstoffen
DE502551C (de) Verfahren zur Erhoehung der Beuchechtheit von Kuepenfaerbungen
DE604014C (de) Verfahren zur Herstellung von Faerbungen auf Gebilden aus Celluloseestern, Celluloseaethern und Polyvinylacetat
DE223109C (de)
DE1444262C (de) Verfahren zur Herstellung von viel farbigem Wollmaterial
DE895743C (de) Verfahren zum Faerben von Textilfasern
DE843838C (de) Verfahren zum Drucken von Leukoestersalzen von Kuepenfarbstoffen auf Zellwolle
DE122284C (de)
DE2052151A1 (de) Verfahren zur Färbung von sauremodifi zierten synthetischen Textilfasern
AT126753B (de) Verfahren zum Reservieren von Küpenfärbungen, insbesondere der Indanthrenküpe.
DE19613251A1 (de) Verwendung von Küpenfarbstoffen zur Erhöhung des Sonnenschutzfaktors von cellulosehaltigen Fasermaterialien
DE94048C (de)
DE532872C (de) Verfahren zur Herstellung echter Toene auf der Faser