DE167529C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die erfolgreiche Vertilgung des Unkrauts
auf Getreidefeldern, insonderheit diejenige des Hederichs, ist seit Dezennien eines der
bekanntesten und wichtigsten Probleme, der
Landwirtschaft. . .
Von allen Mitteln, welche bis dahin vorgeschlagen wurden, war das weitaus erfolgreichste, hierzu Lösungen von Eisenvitriol
in Wasser zu benutzen.
ίο Es ist selbstverständlich, daß dieses Mittel,
also Begießen der Felder mit Wasserquanten, denen obiges Produkt zugesetzt war, welches,
wenn mit Aufopferung von Zeit und Mühe angewendet, gute Resultate gab, den Landmann
nicht befriedigen konnte, da das Heranschleppen von Wasser und künstliche Gießen mittels Spritzen zumal auf entlegenen
Ackerstrecken und solchen von großer Ausdehnung mit sehr viel Mühe verbunden war.
Um diesem Übelständ zu begegnen, wurde vorgeschlagen, man solle Eisenvitriol vorsichtig kalzinieren, d. h. wasserfrei machen,
.. und die bei stärkerem Erhitzen leicht eintretende Zersetzung in schweflige Säure und
basisches Eisenoxydulsulfat vermeiden, hierauf die krustige Masse mahlen und allenfalls mit
indifferenten Stoffen, wie Phosphaten, Kalkstein, Tonstaub, also insgesamt Beschwerungsmitteln., welche das rasche Herabfallen der
Masse beschleunigen, vermengen und hiernach auf die Pflanzen streuen.
Ein nach diesem Vorschlag hergestelltes Pulver kam nunmehr seit jener Zeit in den
Handel, aber wie zahlreiche Gutachten erster Sachverständiger bekunden, war die Wirkung
überraschenderweise bei weitem nicht so
durchgreifend wie die Bespritzung mit Eisenvitriollösung und ohne Sonnenschein völlig
unbefriedigend.
Infolge der körnigen Struktur des künstlieh pulverisierten Produkts traf dasselbe
lediglich vereinzelte Stellen, insonderheit nur die Gipfel der Blätter des Hederichs, und
gelangte somit auf die darunter liegenden Blätter so gut wie gar nicht. Da ferner das
Produkt nur mittels hoher Wärmegrade hergestellt werden konnte, war es auch für die
Praxis viel zu teuer. Der Hauptmangel lag jedoch darin, daß Wasser in Form von Tau
nötig war und gerade ältere Pflanzen demselben völlig widerstanden.
Vorstehend beschriebener Mißerfolg beruht nun, wie von dem Erfinder nachstehenden
Verfahrens festgestellt wurde, auf folgenden, mit den Analysenresultaten übereinstimmenden
Vorgängen:
Wenn man kristallisiertes Ferrosulfat kalziniert, so schmilzt es zunächst in seinem
Kristallwasser und es bildet sich eine Lösung. Ist dieser Punkt erreicht, so beginnt an der
Oberfläche der Lösung das Kristall wasser zu verdunsten, die Lösung wird immer konzentrierter,
es entsteht eine sirupöse Masse, die endlich fest wird rind überhaupt kein Kristallwasser,
wenn nicht auf hohe Temperatur erhitzt, mehr abgibt. In diesem Stadium bestehen die so entstandenen Sinterklumpen fast
ausschließlich aus einem Gemisch'von Ferrosulfattri-,
tetra- und pentahydrat. Die.F.olge des Hartgewordenseins der Masse ist nun die, daß die am Boden des Schmelztiegels
liegenden Massen bei nicht vorsieh-
tigern Kalzinieren, d. h. bei allzu starkem Erhitzen auf Temperaturen geraten, wo sie
sich zersetzen, indem die Bildung von schwefliger Säure, Eisenoxydul, Ferrosulfatanhydrid,
basischem' Eisenoxydulsulfat, besonders am
Boden des Tiegels sich bemerkbar macht, während in den oberen Schichten Gemische
von höheren Hydraten erhalten bleiben, so daß ein einheitliches Produkt nicht entsteht.
ίο Diese harte, schwer reagierende Sintermasse
wurde nun gemahlen und auf die Pflanzen geworfen. Infolge der geringen Reaktionsfähigkeit und infolge des Umstandes, daß
das Produkt nicht wie eine Lösung in feiner Verteilung, sondern in einzelnen Körnerchen
den Hederich traf, konnte es nicht in die Poren der Blätter eindringen und daher keine
Osmose einleiten.
Ein Mittel, welches die Vorzüge der Lösung besitzt, dagegen die Nachteile derselben vermeidet,
besteht in Anwendung derjenigen Ferrosulfatverbindung, welche sich dadurch auszeichnet, daß sie ohne künstliches Mahlen
eine Staubmasse ist und ähnlich wie Tau oder Staub sich langsam auf die Saat herabzusenken
und in alle Poren der Pflanzen einzudringen imstande ist. Außerdem besitzt diese Verbindung noch eine den Hederich
ohne Sonnenschein verbrennende latente Wärme, welche die chemische Reaktion und damit die Osmose einleitet.
Dieser äußerst feine Ferrosulfalmonohydratstaub kann, wie bekannt, u. a. dadurch erhalten
werden, daß man kristallisiertes Ferrosulfat (Eisenvitriol) auf dem Wasserbade erhitzt
oder einige Wochen der trocknen Atmo- ■
Sphäre aussetzt, wodurch die Verbindung verwittert und genau sechs Moleküle Kristallwasser abgibt. Ein anderes Verfahren zur
Herstellung dieses Pulvers besteht darin, daß man Eisenvitriol unter Vermeidung des
Schmelzens erwärmt und gleichzeitig ein trockenes (indifferentes) Gas über dasselbe
hinwegleitet.
Ein solches auf chemophysikalische Weise hergestelltes Pulver wird in Zerstäubungsapparate gebracht, und man ist imstande,
mittels 50 kg ι Hektar Ackersaat einzustäuben mit dem Erfolge gründlicher Vernichtung
des Unkrauts, insbesondere des Hederichs.
Claims (2)
1. Verfahren zur Vernichtung von Unkraut
auf Getreidefeldern mittels Ferrosulfatmonohydratstaubs.
2. Verfahren zur Vernichtung von Unkraut auf Getreidefeldern nach Anspruch 1
unter Verwendung von Eisenvitriol, welches bis auf den Gehalt von etwa ein
Molekül Kristallwasser durch vorsichtiges, unter Vermeidung des Schmelzens erfolgendes
Erwärmen und gleichzeitiges Überleiten' von Luft in die Form eines
leichten Pulvers gebracht ist.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE167529C true DE167529C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE167529C (de) |
-
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- DE DENDAT167529D patent/DE167529C/de active Active
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