DE15942C - Neuerungen in der Herstellung verschiedener Handelsartikel aus pulverisirten Substanzen und in der Anordnung und Konstruktion von hierzu dienenden Formen - Google Patents

Neuerungen in der Herstellung verschiedener Handelsartikel aus pulverisirten Substanzen und in der Anordnung und Konstruktion von hierzu dienenden Formen

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DE15942C
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English (en)
Original Assignee
J. S. hyatt in Paris
Publication of DE15942C publication Critical patent/DE15942C/de
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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B29WORKING OF PLASTICS; WORKING OF SUBSTANCES IN A PLASTIC STATE IN GENERAL
    • B29CSHAPING OR JOINING OF PLASTICS; SHAPING OF MATERIAL IN A PLASTIC STATE, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; AFTER-TREATMENT OF THE SHAPED PRODUCTS, e.g. REPAIRING
    • B29C33/00Moulds or cores; Details thereof or accessories therefor

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Table Devices Or Equipment (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 39: Horn, Elfenbein und plastische Massen.
ISAIAH SMITH HYATT in PARIS.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 6. April 1881 ab.
Die Erfindung ist anwendbar auf die Behandlung einer grofsen Anzahl derjenigen Substanzen und Compositionen, welche unter dem Einflufs von Hitze plastisch werden und von solcher Natur sind, dafs sie mit Erfolg in Formen unter Anwendung von Druck und Hitze geformt werden können.
Ein Theil meiner Erfindung besteht in der Anwendung von Hitze und Druck mittelst einer Flüssigkeit, wodurch die Anwendung von Formen von nur ganz unbedeutender Stärke und sogar anstatt der Formen die Anwendung dehnbarer oder elastischer Säcke oder Hüllen möglich wird, wie es weiter unten beschrieben ist.
Zur praktischen Ausführung meiner Erfindung ziehe ich vor, Wasser zu benutzen; es können jedoch auch, wenn gewünscht, andere Flüssigkeiten mit gutem Erfolg angewendet werden.
In den beiliegenden Zeichnungen ist:
Fig. ι eine perspectivische Ansicht eines Apparats, der die neuen Züge dieses Theils meiner Erfindung enthält,
Fig. 2 ist ein Längsschnitt desselben, und
Fig. 3 ein Querschnitt.
A ist ein Gefäfs oder Behälter von passender Stärke und Form, in welches die Formen oder Artikel eingeführt werden. Dasselbe ist von einem Dampfmantel B umgeben, in welchen durch das Rohr C Dampf eingelassen wird. Das Condensationswasser wird durch das Rohr D abgeführt. Die Dampfeinströmung und der Abflufs des Condensationswassers kann jedoch auch auf eine beliebige andere Weise angeordnet sein. Ein Ende des Gefäfses A ist mit einer passenden OefFnung versehen, die durch einen Deckel F geschlossen ist, durch welche Oeffnung die Formen bequem in das Gefäfs A eingeführt werden können. Am anderen Ende des Gefäfses befindet sich ein Rohr G, durch welches das Wasser oder eine andere Flüssigkeit in das Gefäfs eingelassen und dort unter Druck gesetzt werden kann, wie es weiter unten beschrieben werden wird.
Wenn eigentliche Formen benutzt werden, so werden dieselben mit dem Material gefüllt und dann in das Gefäfs A eingelegt und hierauf die Oeffnung F gut verschlossen. Das Wasser oder die sonstige Flüssigkeit wird hierauf eingelassen, und man läfst aufserdem Dampf in den Dampfmantel B einströmen. Die Flüssigkeit und der Dampf können nach Belieben gleichzeitig oder eins nach dem anderen eingelassen werden.
Die Hitze wird auf den gewünschten Grad gebracht und hierauf der hydraulische Druck in irgend einer passenden Weise durch das Rohr G angelassen. Hitze und Druck werden auf einen den Bedürfnissen jedes einzelnen Falles angemessenen Grad getrieben, und man läfst beide unter diesen Bedingungen so lange andauern, als nothwendig ist.
Man sieht, dafs auf diese Weise ein vollständig gleichmäfsiger Druck und ein gleichförmiger Hitzegrad erzielt werden, und sowohl Hitze als Druck wirken genau gleich auf sämmtliche Theile der Form oder des Artikels, so dafs das Resultat ein äufserst befriedigendes ist. Die Thatsache, dafs der Druck der Flüssigkeit
auf alle Theile der Form gleich ist, macht die Anwendung einer Form von der grofsen Stärke, die sie haben mufs, wenn der Druck in der üblichen Weise ausgeübt wird, überflüssig. Ich habe z. B. gefunden, dafs Formen, die aus dünnen Metallplatten getrieben sind, benutzt werden können. In vielen Fällen beabsichtige ich, einen dehnbaren oder elastischen Sack oder Hülle zu benutzen und eine eigentliche Form überhaupt nicht anzuwenden. Wenn ich in dieser Weise verfahre, gebe ich erst dem zu behandelnden Material die gewünschte Form, indem ich dasselbe in Formen hinlänglich comprimire, um eine compacte Masse daraus zu machen, so dafs dasselbe gehandhabt werden kann, ohne jedoch eine thatsächliche Erhärtung anzustreben. Hierauf bringe ich den Artikel in einen Sack oder eine Hülle aus Gummi oder anderem elastischen Material oder in irgend eine andere Umhüllung, die sich der Form des Artikels anschmiegen kann und denselben gegen die Einwirkung der Flüssigkeit beschützt, und verfahre dann im weiteren ebenso, als wenn eine eigentliche Form benutzt würde, wie es oben beschrieben ist.
Nachdem Hitze und Druck hinreichend lange gewirkt haben, kann man den Dampf im Mantel absperren und ausströmen lassen und Wasser oder irgend ein anderes Kühlmittel einführen, wodurch die Formen oder Artikel im Gefäfs A nach Belieben des Arbeiters langsam oder rasch abgekühlt werden können. Oder man kann auch, je nach Umständen, das Wasser aus dem Gefäfs ablassen und andere Kühlmethoden anwenden.
Der zur Anwendung kommende Druck beträgt 160 bis 320 kg oder mehr pro Quadratcentimeter, je nach der Natur des zu formenden Materials; das innere wie das äufsere Rohr müssen natürlich stark genug sein, um den Druck aushalten zu können. Die Temperatur des Dampfes kann zwischen 100 bis no0 R. variiren.
Der zweite Theil meiner Erfindung bezieht sich auf die Construction von Formen, die sich speciell zur Herstellung kleiner Artikel, wie Knöpfe etc., aus den oben erwähnten Substanzen oder Compositionen eignen, und zwar hauptsächlich, wenn man diesen Artikeln gleich ihre endgültige Form vollständig oder nahezu geben will.
Bisher wurden derartige Formen gewöhnlich construirt, indem man sie in einem Stück aus Stahl oder anderem harten Metall verfertigte und dann die inneren Flächen der Form polirte, oder indem man ein Fütterungsstück herstellte, das im wesentlichen die Gestalt eines Stempels hatte und dessen innere Fläche polirt war. Diese Methoden veranlassen grofse Arbeit, Unkosten und Zeitverlust und sind mit vielen Schwierigkeiten verbunden, deren Beseitigung den Hauptzweck dieses Theils meiner Erfindung bildet. Ich habe entdeckt, dafs es möglich ist, ein plattirtes oder polirtes Stück Blech von Messing oder anderem passenden Metall so zu treiben, dafs es eine Schale oder Form bildet, deren Inneres plattirt oder polirt ist, und dies ohne die Plattirung oder die polirte Fläche irgendwie zu beschädigen, und dafs, wenn man im Eisen oder anderem, leicht bearbeitbaren Metall einen Sitz oder eine Vertiefung für die so construirte Schale bildet, sich mit geringen Kosten und ohne Schwierigkeit eine Form herstellen läfst, die mit Vortheil in allen Fällen angewendet werden kann, wo Formen von der Art, auf die die Erfindung sich bezieht, zur Verwendung kommen. Am besten wird dabei noch ein zweites Stück oder Oberstück angeordnet und so befestigt, dafs es die Schalen in ihrer Lage festhält und deren Kanten beschützt, wie es weiter unten ausführlich beschrieben ist.
In Fällen, wo die Schalen mit unebenen Flächen getrieben werden, wenn man z. B. ein Medaillon oder eine feine Zeichnung benutzt, wird ein entsprechendes, das Medaillon oder die Zeichnung entweder vertieft oder im Relief, je nach dem einzelnen Fall, tragendes Stück aus Weichmetall hergestellt, welches denselben Durchmesser hat, wie der Sitz oder die Vertiefung, und dieses Stück wird in den Sitz eingelegt, so dafs es den Boden oder die untere Fläche desselben bildet.
Unter allen gewöhnlichen Umständen wird diese Scheibe eine hinlängliche Unterlage für die Schale bilden. — Ich beabsichtige, ausschliefslich nickelplattirtes Blech zu benutzen, da ich glaube, dafs dasselbe ganz speciell vortheilhaft ist. — Wenn die Schalen aber in einem Blech getrieben werden, welches, ohne plattirt oder irgendwie belegt zu sein, hoch polirt ist, so läfst sich auch ein gutes Resultat erreichen, doch wird es nöthig sein, vorsichtig zu Werke zu gehen und die Schalen sehr häufig auszuwechseln.
In Fig. 4 und 5 der beiliegenden Zeichnung ist A das Stück aus Eisen oder anderem Metall, in dem die Sitze oder Vertiefungen α für die Form eingedreht oder sonstwie geformt sind.
Dieselben haben eine solche Form, dafs die Schalen B sich daran anschmiegen, und sind den letzteren mit Bezug auf Gröfse und Form so ähnlich, dafs sie dieselben aufnehmen und unterstützen können, ohne sie zu beschädigen, wenn der Apparat im Gebrauch ist.
Es ist nicht nothwendig, die Sitze oder Vertiefungen mit irgend einer besonderen Sorgfalt auszuarbeiten, noch ist es wesentlich, irgend ein anderes Material als gewöhnliches Gufseisen für dieselben zu benutzen.
In Fig. 4 der Zeichnungen sind die Formsitze oder Vertiefungen α so nahe wie möglich
der Gröfse und Form der Schalen oder Formen ängepafst, welche sie aufnehmen sollen, und sind am besten noch in ihrer oberen Kante mit einer Rinne b versehen, in welche der obere Theil der Schale eingedrückt werden kann, um dieselbe festzuhalten, wie es Fig. 4 und 5 zeigen. D ist das Oberstück, dessen Zweck ist, die Schale in ihrem Platz festzuhalten und deren Kanten in wirksamer Weise zu beschützen. Dieses Stück ist mit einer Oeffnung versehen, deren Form und Gröfse der inneren Kante der Schale entspricht, und ist derartig auf dem Stück A befestigt, dafs es die Mündung der Form bildet, wie es Fig. 4 zeigt. Wenn eine Reihe von Formen in dem Stück A eingeschnitten sind, so sind die Oeffnungen in JD so angeordnet, dafs sie die angedeutete Stellung einnehmen und Mündungen für jede Form bilden und dieselbe in wirksamer Weise in ihrer Lage festhalten und beschützen. Das Oberstück wird mittelst Klammern oder in irgend einer anderen passenden Weise befestigt und besteht am besten aus Eisen oder einem anderen Metall.
JB1, Fig. 5, ist die oben beschriebene Scheibe, welche aus Kupfer, Messing oder anderem Metall hergestellt und in irgend einer passenden Weise in den Sitzen oder Vertiefungen befestigt sein kann, um deren untere Flächen zu bilden. Dieselbe ist von passender Gröfse und Gestalt und sowohl mit Bezug auf die Schale als auch auf den Sitz oder die Vertiefung passend construirt. Die Scheibe oder das Stück JB1 kann in bequemer Weise hergestellt werden, indem man einen Gypsabdruck von dem Stempel nimmt, mittelst dessen die Schale hergestellt ist, und dann mittelst dieses Abdrucks eine Scheibe herstellt, die die Vorderseite eines Stempels besitzt, und zwar vertieft oder in Relief, je nach dem einzelnen Fall, und welche in passender Weise eine Unterlage für die untere Fläche der Schale bilden kann. B ist die Schale oder Form, deren Natur und Construction weiter oben hinlänglich beschrieben wurde.

Claims (4)

Patent-Ansprüche:
1. Das oben beschriebene Verfahren, ein plastisches Material zu formen, welches darin besteht, die das Material enthaltenden Formen in eine Flüssigkeit einzutauchen, die in einem Gefäfs enthalten ist, welches von einem Dampfmantel umgeben ist, und darm die Flüssigkeit unter Druck zu setzen, während Hitze in Form von Dampf zugeführt wird, der in den das Gefäfs umgebenden Dampfmantel einströmt.
2. Das oben beschriebene Verfahren, Artikel aus plastischem Material zu formen, welches darin besteht, dem Material die gewünschte Form zu geben, indem es in Formen hinreichend zusammengeprefst wird, um ihm eine solche Consistenz zu geben, dafs es gehandhabt werden kann, ohne seine Form zu verändern, und es dann der Einwirkung von Druck und Hitze auszusetzen, während es in eine Flüssigkeit eingetaucht ist, wobei der Artikel mittelst eines Sackes oder in sonstiger Weise gegen die Flüssigkeit geschützt ist.
3. Die Form oder der Stempel, bestehend aus einer Anzahl von Schalen B, hergestellt durch Treiben dünner Stücke von plattirtem Metall, und aus der Grundplatte, versehen mit Vertiefungen oder Sitzen a, in denen die Schalen eingepafst sind.
4. Die Form oder der Stempel, bestehend aus der Schale B, deren Inneres polirt oder plattirt ist und die in den Sitz oder die Vertiefung α eingesetzt ist, und dem Stück D, versehen mit einer Oeffnung oder mit Oeffnungen, welche, wenn das Stück D aufgesetzt ist, eine Mündung oder Mündungen für die Schale oder Schalen bildet.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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