DE1587C - Vorrichtung zum Bewegen von Steuerrudern durch die motorische Kraft des Dampfes oder Wassers unter Benutzung des Magnetismus zum Einleiten und Anhalten der verschiedenen Bewegungsfunktionen - Google Patents

Vorrichtung zum Bewegen von Steuerrudern durch die motorische Kraft des Dampfes oder Wassers unter Benutzung des Magnetismus zum Einleiten und Anhalten der verschiedenen Bewegungsfunktionen

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DE1587C DE000000001587DA DE1587DA DE1587C DE 1587 C DE1587 C DE 1587C DE 000000001587D A DE000000001587D A DE 000000001587DA DE 1587D A DE1587D A DE 1587DA DE 1587 C DE1587 C DE 1587C
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1877.
Klasse 65.
JEAN CASELLI in FLORENZ.
Vorrichtung zum Bewegen von Steuerrudern durch die motorische Kraft des Dampfes oder Wassers unter Benutzung des Magnetismus zum Einleiten und Anhalten der verschiedenen
Bewegungsfunctionen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom II. September 1877 ab.
Der Hauptzweck der vorliegenden Erfindung besteht darin, die Leitung eines Schiffes vermittelst des Steuerruders direct durch den Capitain zu bewerkstelligen, so dafs es keines Steuermannes oder anderer vermittelnder Personen bedarf. Als motorische Kraft wird hierbei Wasser oder Dampf, zum Einleiten und Anhalten der verschiedenen Bewegungsfunctionen jedoch der Magnetismus benutzt.
Die Haupttheile der Vorrichtung sind folgende:
1. Eine Saug- und Druckpumpe eigenthümlicher Construction.
2. Ein System mehrerer mit einander in Verbindung stehender hydraulischer Pressen.
■ 3. Ein electromagnetischer Hülfsapparat.
4." Ein Compafs.
5. Ein Apparat zum Sichtbarmachen der Winkelbewegungen des Steuerruders, vom Erfinder »Pedaloskop« genannt.
6. Ein Marine-Fernrohr.
ν Diese Organe bilden in ihrer Wechselbeziehung und Zusammensetzung die Vorrichtung, welcher der Erfinder den Namen »hydromagnetisches Steuer« gegeben hat.
. Die Construction der Saug- und Druckpumpe zeigen die Figuren 1,2 und 3, Blatt I, in der Ansicht, dem Grundrifs und Schnitt. Die Stange E E bewegt die an einem gemeinschaftlichen Balancier hängenden vier Pumpenkolben abcd, indem sie mit ihrem unteren Ende durch ein Excenter mit der Schraubenwelle des Schiffes verbunden ist. Das Wasser wird aus dem Meere oder einem Reservoir geschöpft und der hydraulischen Presse P P, Blatt II, mittelst der Rohrleitung T T T zugeführt, wo es die verschiedenen Cylinder, sowie den Schieberkasten y ausfüllt. In letzterem befindet sich ein Schieber von derselben Gestalt, wie er bei Dampfmaschinen gewöhnlich verwendet wird. Die hydraulische Presse ist doppeltwirkend und es bedingt, die Stellung des Schiebers die Bewegung des Kolbens und seiner Stange 11 nach rechts oder links.
Das von dem Hauptrohr TT T- (Fig. 2) sich abzweigende Rohr m theilt sich bei η in drei Zweige α b und c. Das Zweigrohr α führt zum Schieberkasten einer Hülfspresse /, das Rohr b zum Schieberkasten einer zweiten Hülfspresse i, das dritte e zum Windkessel F. Der Schieber der kleinen zweiten Hülfspresse i wird nach rechts oder links bewegt durch den verticalen Arm / des Ankers u«1 (Fig. 4), der um den Zapfen x, im Ständer A gelagert, sich drehen kann und von dem Elektromagneten M M' angezogen und abgestofsen wird. Passirt der elektrische Strom die Rolle des Elektromagneten M1 so wird cl angezogen, der Arm / bewegt sich nach rechts, bis er gegen den stellbaren Stift o1 anstöfst und nimmt zugleich den Schieber der Presse i mit nach rechts; der Kolben der letzteren bewegt den Schieber der Hülfspresse / nach links, dessen Kolben u seinerseits den Schieber der Hauptpresse nach links bewegt. Der mit der Kolbenstange /1 verbundene Rahmen RRR1R- nimmt an der nun stattfindenden Bewegung des Kolbens der Hauptpresse ebenfalls Theil und verschiebt sich im Sinne des Pfeils t. Man erhält die entgegengesetzte Bewegung des Kolbens der Hauptpresse, indem man den elektrischen Strom die Rolle des Elektromagneten M passiren läfst.
Der Rahmen, welcher die beiden Kolbenstangen der Presse verbindet, besteht aus den beiden Traversen und den Verbindungsstangen, von denen die eine R R einen runden Querschnitt besitzt und in den am Presscylinder angegossenen Augen O1O1 geführt wird, während die andere R1R1 T-förmigen Querschnitt besitzt (Fig. 3) und durch die angegossenen Führungen 0 0 (Fig. 2) gehalten wird. An der Verbindungsstange R1R'1 sind bei qq Ketten befestigt, welche sich um die Peripherie der Scheibe AA legen, welche ihrerseits fest auf die Steuerruderwelle d gekeilt ist.
Man sieht leicht ein, in welcher Weise der Capitain des Schiffes, mit Hülfe eines Commutators den elektrischen Strom abwechselnd durch die Rollen der Elektromagneten M und M1 senden, und hierdurch eine entsprechende Bewegung des Rahmens RRR1R1 nach rechts oder links und damit verbundene Drehung des Steuerruders hervorrufen kann. Es mag jedoch noch, bevor zur Beschreibung der übrigen Theile übergegangen wird, eine etwas detaillirtere Beschreibung der Pumpen und Pressen gegeben werden.
Was zunächst die Pumpen (Fig. ι—3, Blatt I) betrifft, so sind dies gewöhnliche Plungerpumpen, und zwar sind die beiden innen gelegenen b und c von der einfachen Construction, wie sie bekannt und gebräuchlich ist, während die beiden äufseren α und d je mit einem Rücklaufventil m (Fig. 2) versehen sind. Dieses Ventil wird durch eine Feder R mit bestimmtem regulirbaren Druck auf seinen Sitz gehalten. Ist der Widerstand dieser Feder durch den von dem Steuerruder auf den Kolben der hydraulischen Presse ausgeübten Druck überwunden, so läuft das durch die Pumpen α und d geförderte Wasser wieder in das Saugrohr .S zurück und übt keine Wirkung auf die Bewegung des Steuerruders aus, so dafs dieses dann nur durch das von den Pumpen b und c geförderte Wasser getrieben wird. Man erhält auf diese Weise eine gröfsere oder geringere Geschwindigkeit der Bewegungen des Steuerruders, je nachdem der zu überwindende Widerstand wächst oder abnimmt; und da dieser Widerstand am geringsten ist, wenn das Steuerruder in die Richtungslinie des Schiffes zurückkehrt, so erfolgt diese Bewegung sehr schnell unter der Wirkung der vier Pumpen.
In Bezug auf die hydraulische Presse, Blatt II, mag noch bemerkt werden, dafs bei V in der Druckleitung TT1 T-, ein Ventil angebracht ist, welches das Zurücktreten des Wassers, nachdem es einmal in die Presse gelangt ist, verhindert. Ein zweites Ventil W hält das Wasser auch in dem Windkessel F zurück.
Eine, in einem cylindrischen Gehäuse B untergebrachte starke Feder, welche mittelst eines Winkelhebels auf das Sicherheitsventil D wirkt (Fig. 3), regulirt auf diese Weise den mehrere Atmosphären betragenden Druck. Dieser Druck wird durch ein Manometer von gewöhnlicher Construction gemessen.
Will man die Bewegung des Kolbens der Hauptpresse aufheben oder verlangsamen, so dreht man den Schlüssel des Hahnes U, welcher eine Verbindung des Zuflufsrohres T T1 mit dem Abflufsrohr S S' herstellt. Um jedoch noch eine gröfsere Regulirbarkeit zu erzielen, ist es vortheilhaft, den Hahn U durch den in Fig. 6 dargestellten Hahn zu ersetzen. Der "Hahnkegel ist mit einem horizontalen Schlitz j versehen, der ungefähr ein Fünftel des Umfangs des Kegels breit, aber nur 2 oder 3 mm hoch ist. Mit Hülfe des Griffes L kann man die Oeffnung des Hahnes und somit den Durchflufs des Wassers von dem Zuleitungsrohr TT1 nach dem Ableitungsrohr SS1 reguliren und dabei mit Hülfe des Zeigers i und des Gradbogens auf dem Deckel des Hahngehäuses die Stellung des Hahnes ablesen. Die beiden Rohrenden nn, welche an die Rohre T und S gelöthet sind, können auch bis zum Stande des Capitains verlängert werden, so dafs der Hahn in unmittelbarer Nähe des elektrischen Steuerapparates aufgestellt werden kann (siehe Fig. 10, Blatt I).
Das Functioniren des »hydromagnetischen Steuers« kann nicht allein von Hand durch einen elektrischen Commutator bewirkt werden, sondern auch durch die Magnetnadel des Compasses (Fig. i, Blatt III). Das bronzene Gestell A A, der um die Zapfen η η drehbare Ring BB, sowie der durch die im Ring B B gelagerten Zapfen m m getragene Rahmen c c c c bilden ein cardanisches System, dazu bestimmt,' das bronzene Gehäuse DDD mit seiner Magnetnadel immer in horizontaler Lage zu erhalten. Dieses Gehäuse wird in dem Rahmen durch den Zapfen υ und den cylindrischen Aufsatz// (Fig. 2 und 3) gehalten. Mittelst des Griffes M (Fig. 1) kann das Gehäuse um seine verticale Axe gedreht werden, während die Schleiffedern ί s (Fig. 4) am Umfang des Gehäuses gleiten. Die auf dem cylindrischen Aufsatz // befestigte Scheibe R R ist mit einer Windrose versehen, deren Gradbogen an dem festen Zeiger c vorbeigeht, wenn man die Scheibe RR mittelst des Griffes M dreht. Die Magnetnadel m m (Fig. 6) ist aus sehr feinen Stahllamellen zusammengesetzt, welche in Form eines Bündels mit einander verbunden sind. Sie ist in einem cylindrischen Gehäuse mit konischen Enden E E, aus Glas oder vergoldetem Kupfer mit sehr dünnen Wänden, eingeschlossen (Fig. 3, 6, 7 und 8) und mittelst vier Druckschrauben u u (Fig. 8) in einem ringförmigen Rahmen // aus Aluminium befestigt; letzterer ist mit zwei konischen unoxydirbaren Spitzen zz, aus einer Legirung von Gold, Silber und Platin bestehend, versehen, welche in zwei Lagern aus Rubinsteinen an den Enden der Schrauben vl v~ sich stützen, so dafs auf diese Weise die Magrietnadel in dem Rahmen α α α α (Fig. 3 und 8) der in dem Gehäuse D mittelst der Schrauben i i befestigt ist, hängt. Das Gehäuse ist mit einer Mischung aus gleichen Theilen destillirten Wassers und Glycerin angefüllt, welche ungefähr dasselbe specifische Gewicht besitzen mufs, wie das in derselben befindliche System, aus der Magnetnadel m, ihrem Gehäuse E E etc. bestehend. Die Magnetnadel mufs genau äquilibrirt sein, was man dadurch erreicht, dafs man das Rohr E E in dem Rahmen // verschiebt und den dasselbe Rohr EE umfassenden Ring E mit dem Gegengewicht B dreht (Fig. 8). Die Schwingungen des Gehäuses D D, welche durch die Schwankungen des Schiffes entstehen können, werden vermindert durch die aus Aluminium gefertigten Windflügel V W (Fig. 4), welche an den Enden der Axen des cardanischen Systems angebracht sind. Diese Flügel werden mittelst der Schraubenzahnräder i bewegt. Zu diesem Zwecke ist auf dem Rahmen cc (Fig. 10) ein Zahnsegment α angebracht, welches in das Getriebe / greift, das Rad /. und durch dieses das Getriebe η treibt. Die Axe des letzteren trägt auch den Windflügel w, welcher nebst den anderen Rädern in einem kleinen Gestell gelagert ist, das auf dem Ring B befestigt ist. In ähnlicher Weise wird die Bewegung des Ringes B
durch den Flügel v, wie auf der Zeichnung in Fig. ι und 4 zu sehen, moderirt.
Die Magnetnadel des Compasses vermag, wie leicht ersichtlich, keine ganze Schwingung zu machen, sondern kann sich nur um 60 ° um ihre verticale Axe drehen, da eine weitere Abweichung durch den Rahmen a a a a (Fig. 3 und 8) verhindert wird. Die in dem Aluminiumrihge 0 0 (Fig. 6 und 7) gelagerte Stange η η trägt an ihrem oberen Ende einen Zeiger, welcher auf der Scala m die Grade der Abweichung der Magnetnadel anzeigt. Dreht sich letztere nach rechts, so nimmt sie die in einem kreisförmigen Schlitze des Ringes ο ο geführte Stange η η, welche auf dem Rahmen // befestigt ist, mit, bis sie gegen den horizontalen Hebel 0 0, der auf einer sehr feinen, verticalen Axe χ, in Rubinen gelagert, unter rechtem Winkel befestigt ist, stöfst. Der untere Theil dieser Axe χ taucht in Quecksilber ein, welches sich in dem Gefäfs R befindet. Dem Hebel gegenüber ist an der Axe χ ein Platinplättchen i befestigt, welches mit der mittelst einer Spiralfeder a in Contact gehaltenen Schraube ί in Verbindung steht (Fig. 7). Die Schraube s ist durch eine .Elfenbeinplatte von der Platte D D isolirt und ebenfalls mit Platinspitze versehen, welche mit dem Platinplättchen i in Contact ist, wenn die Magnetnadel sich im Sinne des Pfeiles (Fig. 7) bewegt. Dreht sich jedoch die Nadel im entgegengesetzten Sinne, so wird der Contact der Schraube ί und der Platte i infolge der Einwirkung der Stange η η auf den Hebel 0 0 aufgehoben. ;
...·. Ein Leitungsdraht δ ist in der Klemmschraube b des Rahmens AA befestigt, während ein zweiter Draht δ1 an einer durch Ebenholz isolirten Klemmschraube α befestigt und über einen Theil des Ringes B geleitet ist (Fig. 4). Ueber die Aufhängung des Rahmens c c cc (Fig. 2) hinweg steht der letztere in Verbindung mit einer Feder x, welche sich gegen einen kleinen, auf dem cylindrischen Ansatz pp isolirt befestigten Ring legt. Von hier aus gelangt die Leitung zur Schraube s (Fig. 7), gegen welche sich das Platinplättchen i legt, und welche, da dieses nicht isolirt ist, mit dem Apparat, und somit auch mit der Klemmschraube b und dem Draht δ in Verbindung steht. Wenn demnach ein elektrischer Strom durch die Drähte δ δ1 geht, so wird dieser geöffnet oder geschlossen, je nachdem die Magnetnadel des Compasses nach rechts oder links, bezüglich de.s. Nullpunktes der Scala m, abweicht. Wie unter dem Einflüsse dieser Bewegung die selbstthätige Drehung des Steuers vor sich geht, ist weiter unten beschrieben.
Von den zum System des »hydromagnetischen Steuers« gehörenden Apparaten mag zunächst der in Fig. 2 und 12 dargestellte und speciell für den Gebrauch auf Kriegsschiffen bestimmte. Apparat beschrieben werden. Die auf dem hölzernen Dreifufs ABC befestigte Säule Il trägt, ein Fernrohr cc, welche sich mittelst des Scharniers m und der Welle 11, welche sich auf die konische Oeffnung c der Säule stützt, nach allen Richtungen hin bewegen läfst; unterhalb ist die Welle 11 durch den Zapfen ν gestützt und bildet in der Nähe desselben eine Kröpfung η η. Innerhalb derselben befindet sich eine kleine verticale Axe, auf welcher unter rechtem Winkel ein horizontaler Hebel befestigt ist. Die in einer Kapsel e eingeschlossene Spiralfeder zwingt den Hebel, sich mit seinem Ende gegen die Schraube y zu legen (Fig. 12). Wenn infolge eines Verstellens des Fernrohres C C die Welle tt sich rechts dreht, wird das Ende des Hebels von der Schraube y abgehoben und demnach der Contact zwischen Schraube und Hebel aufgehoben. Bewegt sich jedoch das Fernröhr nach links, so verläfst der Hebel die Kröpfung η η der Welle und legt sich wieder gegen die Contactschraube s, welche isolirt und mit dem Leitungsdraht verbunden ist. Indem man das Fernrohr bewegt, kann man also den elektrischen Strom öffnen oder schliefsen und auf diese Weise am Steuerruder dieselbe Wirkung ausüben, wie es durch den vorhin beschriebenen Compafs geschieht, welcher auch in bestimmten Momenten den Strom öffnet und schliefst. Die Hand und das Auge des Schiffsleiters, welcher mittelst des Fernrohres ein bestimmtes Ziel nimmt, üben demnach dieselbe steuernde Einwirkung auf das Steuerruder aus, wie die Bewegung der Magnetnadel. Da die Einschaltung der Leitung bestimmt ist durch die aufeinander folgenden Abweichungen der Längsaxe des Schiffes, so wird der Cours desselben immer parallel der Axe des Fernrohres bleiben.
Die »hydromagnetische« Leitung des Schiffes wird bedeutend leichter und sicherer, wenn der Capitain in jedem Augenblick mit Sicherheit den Ausschlagwinkel des Steuerruders erkennen kann. Dies wird erreicht durch den in den Fig. 4-—8, Blatt I, dargestellten Apparat.
Der durch die Elektromagneten abcd bewegte Zeiger / i folgt genau den Bewegungen des Steuerruders mit Hülfe des Commutators c c. Ein cylindrischer Holzmuff L L (Fig. 7 und 8), concentrisch zur Drehaxe E des Steuerruders, wird durch den eisernen Bügel S unbeweglich gehalten; dieser Holzmuff trägt zwei Messing- · ringe CR CR, zwischen welchen eine Reihe schmaler rechteckiger Platten α β γ δ . . . angebracht ist, welche mit dem Elektromagneten abcd (Fig. 4) in Verbindung stehen durch ein isolirtes Drahtbündel FF. Der auf der Welle E des Steuerruders, befestigte Bügel N ist mit zwei Messingfedern a b versehen, welche durch ein Holzplättchen m von der Wrelle isolirt, unter sich jedoch in metallischer Verbindung sind (Fig. 8). Eine Zweigleitung führt zum Commutator, indem das eine Drahtende g bei ί mit den Federn α b, das zweite mit dem Messingring CR verbunden ist. Die Federn α berühren bei der Drehung der Welle nacheinander die Platten α β γ δ. Diese Platten sind derartig
angeordnet auf dem Muff, dafs die Ausschlagwinkel des Steuerruders von io zu io° auf der Scala Q (Fig. 4) abgelesen werden können.
Das Zusammenwirken der einzelnen Theile des Apparates ist nun folgendes:
Eine kleine galvanische Batterie aus 3 bis 4 Elementen von constanter Kraft und eine dynamoelektrische Maschine nach dem System Pacinotti-Gramme, welche durch die Dampfmaschine des Schiffes bewegt wird, dienen zur Erzeugung der elektrischen Ströme. Die Zusammenstellung des Apparates zeigt Fig. 10, Blatt I, in Verbindung mit Fig. 7, 9, 11 und 12. Der von der Batterie Fig. B ausgehende Leitungsdraht ι führt vermittelst des Kabels C C zur isolirten . Metallplatte p im Hülfsapparat, Fig. 10. Wird der Knopf S des Apparates mit dem Finger herabgedrückt, so geht der elektrische Strom durch den Hebel 1t zum Draht 2 und schliefst sich, indem er durch den zur Batterie B gehenden Draht 2 strömt, zugleich die Multiplicatorrolle χ des Relais Fig. A passirend. Durch den Druck auf den Kopf D des Commutators wird nun auf folgende Weise eine Bewegung des Steuers nach rechts bewirkt: Der Elektromagnet des Relais χ zieht den Hebel i an, stellt auf diese Weise einen metallischen Contact her, welcher einen Strom in dem Drahte ίί1, von dem durch ein Element, Fig. E, dargestellten Gr amme'sehen Apparat erzeugt, zur Folge hat; dieser Strom geht durch die Rollen y des Relais, dessen Elektromagnet den Hebel c mit dem Ansatz ν anzieht und so den Hauptstrom schliefst, welcher durch den Draht 4 zum Elektromagneten M (Fig. D), durch den Draht 6 wieder zurück zum Apparat A geleitet wird. Dieser Elektromagnet M ist aber derselbe, der oben erwähnt wurde, in den Fig. 2, und 4 auf Blatt II abgebildet ist und durch seine Einwirkung. auf den Hebel / eine Bewegung des grofsen Prefskolbens nach links und des Steuerruders nach rechts bewirkt.
Der vom Generator, Fig. E, kommende Hauptstrom ist auf der Zeichnung punktirt. Zwischen den Punkten 6 und 8, 8 und 9, 10 und 11 in Flg. A sind Widerstandsdrähte angedeutet, welche zickzackförmig angeordnet • sind und zu Zweigströmen Veranlassung geben. Eine dieser Leitungen, welche vom Punkte 6, Fig. A, ausgeht, führt zum Elektromagneten ß, Fig. C, von da zurück zum Punkte 7 und durch das Drahtbündel C C zum Punkte 7 des Hülfsapparates, Fig. 10, dann durch den Theil AB des Apparates, dargestellt in Fig. 9 im Aufrifs, zum Punkte 8 des Apparates Fig. A und vereinigt sich hier wieder mit der Hauptleitung. Der Elektromagnet ß, Fig. C, ist derselbe, der in Fig. 4 auf Blatt II dargestellt ist, woselbst auch zu bemerken ist, dafs sein Anker in einer Aushöhlung η der Kolbenstange der Hülfspresse p liegt. Wenn dies der Fall ist, so wird der Schieber der Hauptpresse PP inmitten seines Laufes aufgehalten werden und infolge dessen das Steuerruder unter dem angenommenen Ausschlagwinkel stehen bleiben.
Uebt man einen Druck auf den Knopf S aus, so wird die erste Folge die sein, dafs die Feder a, Fig. 9, welche durch den Hebel tt zusammengedrückt war, sich abhebt, den Contact mit der Schraube η aufhebt und so den Strom, der zum Elektromagneten β hinführt, unterbricht; der Anker desselben, Fig. 4, Blatt Π, wird abgestofsen, was noch durch eine Feder begünstigt wird, und macht den Kolben der Presse ρ frei, welcher sich jetzt unter demselben Einflufs des Hebels tt des Hülfsapparats, der durch tieferes Herabdrücken die Platte p erreicht und den Strom der Batterie, Fig. B, wieder schliefst, weiter bewegen kann. Das Steuerruder bewegt sich so lange nach links, wie der Finger auf der Taste »S ruht, welche Drehung schliefslich zum Maximum wird. Um die Bewegung des Steuerruders nach rechts zu verstehen, welche entsteht, wenn man die Taste D herunterdrückt, beachte man die Einwirkung der letzteren auf den Hebel W W, Fig. 11, wenn der Hebel //, Fig. 10 herabgedrückt wird. Letzterer ist an seinem Ende mit einem kleinen Platincylinder s versehen, welcher augenblicklich eine Berührung mit dem Hebel W W herstellt, welcher mittelst des Drahtes 1 das Relais χ in Thätigkeit setzt und den Schlufs der Batterie, Fig. A, herstellt. Die Bewegung nach links, welche zugleich der Kolben der Presse / ausführt, gestattet dem Stück m, sich frei zu machen und den Schieber der Hauptpresse PP frei zu geben. Ist jedoch der Hebel ff ganz herabgedrückt, so hört die Berührung mit dem Hebel W W auf, welcher sich infolge der Feder m fixirt. Da der Strom unterbrochen ist, so dreht sich das Steuer nach rechts, infolge des durch den Elektromagneten M coursirenden Stromes. Hört man mit dem Druck bei D auf, so bleibt das Steuer wiederum unter dem angenommenen Ausschlagwinkel stehen.
Um das Steuerruder unter den Einflufs des Compasses, Fig. 1, Blatt III, zu bringen, wird der Handgriff N des Hülfsapparates von M auf B gestellt, Fig. 10. Infolge dessen ist die Feder u von_y getrennt, während andererseits eine Berührung zwischen i und der Feder d entsteht, welche vorher von einander getrennt waren, die von der Batterie kommende Leitung geht alsdann durch Draht 1 nach i, durch d zum Draht 3, welcher zum Compafs, Fig. E, führt und durch Draht 2 und Relais χ wieder zurück zur Batterie. Es braucht wohl kaum bemerkt zu werden, dafs die eben besprochene Zeichnung den Apparat schematisch zeigt und dafs die verschiedenen Organe durch Leitungsdrähte in der angegebenen Weise mit einander verbunden sind. Die frühere Beschreibung des Compasses wird genügen, um die Einwirkung desselben auf die Bewegungen des Steuers und somit auf die des Schiffes zu verstehen. Wie schon erwähnt, wird bei jedem Schlufs und bei jeder Unterbrechung des elektrischen Stromes,

Claims (1)

  1. hervorgerufen durch die Magnetnadel, eine entsprechende Bewegung des Steuerruders nach rechts oder links erzeugt und man wird leicht einsehen, wie die Bewegung des Schiffes von dem Willen des Capitains und der Stellung des Zeigers «auf der Windrose R R, Fig. 4, Blatt III, abhängig ist.
    Es braucht wohl kaum bemerkt zu werden, dafs das frühere System der Bewegung des Steuerruders nicht durch den neuen Apparat behindert wird.
    Auf dem vierkantigen Theile L L, Fig. 1, Blatt II, der Steuerruderwelle E B befindet sich das Kupplungsstück HH, welches mittelst der Schraube Z Z und des Hebels Q Q gehoben und gesenkt werden kann. Dreht man das Handrad α links um, so wird das Kupplungsstück HH mit seinen Vorsprüngen in entspre chende Zähne der Scheibe A A greifen und das neue hydromagnetische System wird in Wirkung treten. Dreht man dagegen das Handrad a rechts herum, so wird das Kupplungsstück HH sich heben und in Verbindung treten mit dem Stück NN, welches hierdurch mit der Welle verkuppelt ist. Dies Stück NN kann aber in alter Weise durch das Steuerrad R R in Betrieb gesetzt werden. Ist endlich das Kupplungsstück HH in seiner mittleren horizontalen Lage, so kann man das Steuerruder durch Stangen regieren, welche in die Löcher des Kupplungsstückes gesteckt werden.
    Patent-Anspruch: Das durch Zeichnung und Beschreibung in seiner Zusammensetzung und Wirkungsweise erklärte System eines »hydromagnetischen Steuerruders«.
    Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
DE000000001587DA 1877-09-10 1877-09-10 Vorrichtung zum Bewegen von Steuerrudern durch die motorische Kraft des Dampfes oder Wassers unter Benutzung des Magnetismus zum Einleiten und Anhalten der verschiedenen Bewegungsfunktionen Expired - Lifetime DE1587C (de)

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