DE15058C - Apparat und Verfahren zur Reinigung und Bleichung von Ozokerit etc - Google Patents
Apparat und Verfahren zur Reinigung und Bleichung von Ozokerit etcInfo
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- C10G—CRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
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Description
KAISERLICHES
(:■■-
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 23|fFETTiNDUSTRiE. -^PIf
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. Juni 1880 ab.
Der Apparat ist in beiliegender Zeichnung gezeigt, in welcher Fig. ι ein Gefäfs darstellt,
in welchem feste Kohlenwasserstoffe und Fette, wie Paraffine, vor dem Reinigungsprocesse gelöst
werden, während Fig. 2 das eigentliche Reinigungs- oder Bleichgefäfs darstellt, welche
beide nachstehend näher beschrieben werden sollen.
Das Verfahren gründet sich auf die entfärbende Wirkung der in einem Filter eingeschlossenen
Reinigungsmittel, durch welche das zu reinigende Material durchgedrückt oder durchgesaugt
wird.
Der Apparat, Fig. 1, bestellt aus einem cylindrischen
Gefäfse, das mit einer Dampfheiz- und einer Rührvorrichtung versehen ist. Das Gefäfs, das, wie schon gesagt, nur den Zweck
hat, bei gewöhnlicher Temperatur feste Fette und Kohlenwasserstoffe, ehe sie behufs Reinigung und Bleichung in den Apparat Fig. 2
gebracht werden, aufzulösen, und auch nur bei solchen in Verwendung kommt, wird mit den
aufzulösenden Stoffen gefüllt, durch ein Rohr G das Lösungsmittel eingeschüttet, das aus irgend
einem der bekannten Stoffe bestehen kann, und durch das Ende E des Schlangenrohres der
Heizvorrichtung wird Dampf in dieses Rohr eingelassen, der bei F wieder austritt. Durch
den mit Löchern versehenen Flügel H und das Kegelvorgelege S wird die Mischung gerührt.
Sind die festen Stoffe gelöst, so wird der ganze Inhalt durch Druck oder Saugen durch das
Rohr J in ein beliebiges Sammelgefäfs oder direct in die Filtrirapparate Fig. 2 geleitet.
Zur Reinigung der auf künstliche Art durch Destillation gewonnenen Paraffine oder endlich
zur Reinigung der in dem Paraffinöle vorhandenen Paraffine werden dieselben zuerst einer
Destillation unterworfen, die bei einer Temperatur bis 20o° so lange andauert, als noch
etwas überdestillirt. Man kann zur Beschleunigung dieser Operation bei Paraffinen dieselben
erst einer Pressung mittelst hydraulischer Pressen aussetzen; ebenso lasse ich aus demselben
Grunde Wasserdampf von bis 2000 Temperatur über die erhitzte Masse streichen, um das Uebergehen
der schweren OeIe zu befördern.
Der Reinigungsapparat, Fig. 2, besteht aus einem gröfseren Gefäfse, das an seinem unteren
Ende ein Filter T trägt. Die Oeffnungen dieses Filters sind durch Filzplatten oder einen anderen
Stoff verschlossen, die wiederum durch ein Gewebe aus Metall vor -allzu rascher Abnutzung
geschützt sind. Der untere Theil des Gefäfses ist mit dem Reinigungsmittel gefüllt, während
der obere Theil zur Aufnahme des zu reinigenden Stoffes bestimmt ist. Nachdem die Füllöffnung
L auf geeignete Weise geschlossen wurde, wird durch die Dampf kochschlänge CD
die Flüssigkeit zum Kochen erhitzt, die hierbei sich bildenden Dämpfe üben einen Druck auf
die Flüssigkeit aus und drücken diese durch das Reinigungsmittel. Die Flüssigkeit durchdringt
das Filter und wird durch eine Röhrenleitung O oder auf andere Art in eine Destillirblase
(Vacuum) oder in einen anderen Apparat gebracht, in welchem das Lösungsmittel, wenn
es eines solchen bedurfte, von dem zu reinigen-
den Stoffe getrennt wird, oder wenn kein Lösungsmittel angewendet wurde, ist das Filtrat
selbst fertiger Handelsartikel.
Ist die Filtration geschehen und dadurch das Reinigungsvermögen des im Filter1 enthaltenden
Reinigungsmittels vollkommen erschöpft, so wird dasselbe für den Fall, als es sich um Stoffe
handelt, die eines Lösungsmittels bedürfen, mit demselben so lange ausgewaschen, bis alle etwa
an dem Reinigungsmittel haftenden Stoffe entfernt sind. Ist dies geschehen, so läfst man
durch die Trockenschlange A B so lange Dampf eintreten, bis das Lösungsmittel vollkommen
verdampft ist und die Dämpfe- durch die Oeffnung K entfernt und auf eine geeignete Art,
wenn nöthig, condensirt wurden. Die Temperatur des Dampfes, der zu dieser Operation erforderlich
ist, wird durch einen geeigneten Dampfüberhitzungs-Apparat erzeugt. Bei sehr
flüssigen Stoffen ist es auch möglich, durch geeignete Dampftemperatur das Reinigungsmittel
im Filter zu regeneriren. Bei anderen Fettstoffen, die weniger flüssig sind, empfiehlt es
sich, die Entleerungsöffhung M zu benutzen, das Pulver, nachdem es durch die Trocken-(.
schlange A B gehörig ausgetrocknet wurde, bei dieser Oeffnung zu entfernen und auf eine geeignete
Art in einem Regenerirapparat bei höherer Temperatur wieder nutzbar zu machen, während man das Filter durch die Füllöffnung L
mit einer neuen Charge Reinigungsmittel anfüllt und die Filtration von neuem beginnt.
Bei kleineren Mengen zu reinigenden Stoffes kann man den Apparat auch derart einrichten,
dafs ein Wechsel des Reinigungsmittels wegfällt, indem man das ganze Filter mobil macht,
es auf geeignete Art ausschaltet und es in einem Erhitzungsapparate so lange erhitzt, bis
das Reinigungsmittel wieder diensttauglich ist.
Als Reinigungsmittel wende ich an: Thonerde- und Magnesiasilicate, sowie Oxyde der
Thonerde, der Magnesia, des Mangans, Eisens
u. s. w. Speciell zur Reinigung und Entfärbung des Paraffins, der Paraffinöle, Schmier- und
Maschinenöle, Petroleum, Photogen, Benzol verwende ich alle Arten von Thon in rohem, geschlemmtem,
ungeglühtem und geglühtem Zustande. Zur Reinigung und Bleichung kann in diesem Apparate auch Knochenkohle oder Spodium
oder die Rückstände der Blutlaugensalzbereitung, die sogenannte »Schwärze« eingefüllt
oder ein Gemisch von Thon- oder Thonerde silicaten etc. mit beiden oder einem dieser
oben angewendeten Reinigungsmittel verwendet werden.
Claims (4)
1. Ein Lösungsapparat für Paraffin und andere bei gewöhnlicher Temperatur feste Kohlenwasserstoffe
und Fette, bestehend aus einem Gefäfse, in welchem sich eine durchlöcherte Scheibe als Rührwerk und eine Dampfheizvorrichtung
befindet, wesentlich wie beschrieben und zu dem beschriebenen Zweck.
2. Ein Filtrirapparat, bestehend aus einem Gefäfse, das an seinem unteren Ende das
Filter trägt, dessen Oeffnungen durch Filzplatten oder Stoff und durch ein über diesen
liegendes Metallgewebe geschlossen sind. Der untere Theil des Gefäfses wird mit dem
Reinigungsmaterial gefüllt, der obere Theil dient zur ■ Aufnahme des zu reinigenden
Stoffes und in jedem Theile befindet sich ein Schlangenrohr, wesentlich wie gezeigt
und beschrieben.
3. Die Combination der beiden in 1. und 2.
genannten Apparate.
4. Das Verfahren, flüssige oder flüssig gemachte Kohlenwasserstoffe mit Ausschlufs
von Ozokerit in einem mit einer Filtrirschicht aus obgenannten Bleichmitteln versehenen
Gefäfse zu erhitzen und selbe durch die infolge der Erhitzung entstehenden Dämpfe
durch die Filtrirschicht. zu pressen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
BERLIN. GEDRÜCKT IN DER REICHSDRUCKEREI. \
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