DE135880C - - Google Patents

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DE135880C
DE135880C DE1900135880D DE135880DA DE135880C DE 135880 C DE135880 C DE 135880C DE 1900135880 D DE1900135880 D DE 1900135880D DE 135880D A DE135880D A DE 135880DA DE 135880 C DE135880 C DE 135880C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13BPRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B10/00Production of sugar juices
    • C13B10/08Extraction of sugar from sugar beet with water
    • C13B10/10Continuous processes
    • C13B10/102Continuous processes having rotatable means for agitation or transportation

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
- JVl: 135880 KLASSE 89 c.
oder Gerbholz u. dgl.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren der stetigen Diffusion oder Auslaugung besonders der Rübenschnitzel in der Zuckerfabrikation, kann aber auch für andere Zwecke, z. B. Auslaugen und Auswaschen und ebenso für andere Materialien als Rübenschnitzel, z. B. Bagasse, zerkleinertes Farbholz, Gerbholz, Wolle u. dergl., Verwendung finden.
Bisher hat man bei der Zuckerfabrikation die Rübenschnitzel meist in einer Anzahl von Diffuseuren, welche zu einer Batterie vereinigt waren, einer unterbrochenen Diffusion unterworfen, wobei die Flüssigkeit durch die stillstehende Schnitzelmasse bewegt wurde.
Man hat aber auch versucht, diese Arbeitsweise durch eine stetige zu ersetzen, ohne jedoch zu brauchbaren Erfolgen gelangt zu sein.
So hat man einen aus mehreren Gefäfsen bezw. Abtheilungen bestehenden Apparat vorgeschlagen (D. R. P. 99692), bei welchem innerhalb dieser Gefäfse Transportschnecken zur Förderung der Schnitzel während des Diffusionsprocesses angeordnet sind.
Hieraus ergiebt sich jedoch ein Uebelstand, da das fortwährende Maischen bezw. Mischen der Schnitzel in den einzelnen Abtheilungen dem Princip der Diffusion widerspricht, da hierbei die Schnitzelmasse nicht in der gleichmäfsig compacten Lagerung verharrt, wie es für ein systematisches schichtweises Durchdringen der Diffusionsflüssigkeit erforderlich ist.
Ferner findet bei Anordnung von Schnecken eine ungleiche Lockerung des Materials statt, so dafs der Durchtritt der Flüssigkeit auch ungleich leicht erfolgt. Das Hineinbefördern der Schnitzel erfolgt bei einem solchen Apparat mittelst eines zu dem ersten Diffuseur central angeordneten Füllrumpfes, so dais die Schnitzel beim Einfallen einen Kegel bilden, was ebenfalls einer gleichmäfsigen Lagerung entgegensteht. Ein Abschlufs gegen Luftleere läfst sich mit einem, solchen Apparat nur schwer erreichen.
Dann sind auch Vorrichtungen bekannt geworden, bei welchen es sich um eine stufenweise Extraction (Ausziehung) oder Maceration von Rübenschnitzeln unter wiederholter Infusion von Lösungsflüssigkeit handelt (vgl. D. R. P. 49422). Es erfolgt hier ein Auspressen und Wiederauflockern des Materials durch Vor- und Rückwärtsbewegung einer Schaufelwelle. Auch hierbei ist eine systematische Diffusion unmöglich.
Man hat ferner versucht, die stetige Arbeit, jedoch bei gewöhnlichem Atmosphärendruck einzuführen; da man jedoch hierbei höhere Temperaturen nicht vermeiden kann, so konnte unter deren schädlichem Einflufs eine gute Ausbeute nicht erzielt werden.
Einer solchen steht auch das bei diesem Verfahren erforderliche Anheizen der Schnitzel und des Saftes innerhalb des Apparates im Wege, da hierbei leicht schädliche Ueberhitzung der Schnitzelsubstanz eintritt.
Eine gleichmäfsige Vertheilung der Schnitzel ist gleichfalls unmöglich, wenn man, wie vorgeschlagen, Heizröhren oder dergl. in der
Mitte der Diffuseure anordnet (D. R. P. 13526).
Ein anderes Verfahren der continuirlichen Diffusion bestand darin, dafs man die Schnitzel in getrennten Zellen durch Schnecken förderte (D. R. P. 10098). Diese Einrichtung ist schon an sich recht complicirt und weist erst recht die Mangel auf, welche bei der Schneckenbeförderung an und für sich auftreten. Es wurde aber auch hier bei Atmosphärendruck gearbeitet.
Demgegenüber unterscheidet sich das neue Verfahren von den bisherigen durch Folgendes.
Es wird nur in einem Gefäfse ohne Abtheilungen gearbeitet, sofern es sich nicht um verschiedenartige Flüssigkeiten handelt.
Die Schnitzelmasse wird während des eigentlichen Diffusionsprocesses nicht durch Schnecken durch einander gemischt, sondern siebleibt in gleiclimäisig compacter Schichtung" und wird so vorwärts geschoben. Die Entzuckerung der Schnitzel erfolgt bei möglichst geringer Verdünnung, des Rübensaftes.
Damit aber die Diffusionsflüssigkeit durch eine compacte Schnitzelmasse leicht hindurchdringen kann, genügt Luftleere, namentlich eine geringe, nicht.
Es wird deshalb beim vorliegenden Verfahren zwecks Erhöhung des absoluten Druckes für die Flüssigkeit aufser der Luftverdümiung zu Beginn des Diffusionsprocesses erhöhter Druck angewendet.
Die einer guten Ausbeute schädlichen hohen Temperaturen kommen in Wegfall.
Der Abschlufs des Apparates wird nicht nur beim Eintritt der Schnitzel, sondern gleichzeitig auch bei deren Austritt durch Prefswirkung auf mit Saft getränkte Schnitzelmasse besser erreicht.
Das Material bleibt während der ganzen Dauer des Diffusionsprocesses in beständiger compacter Schichtung, ohne wieder ausgepreist oder aufgelockert zu werden.
Die Diffusion findet ohne Lageveränderung der einzelnen Theile zu einander statt.
Das Anwärmen der Schnitzel erfolgt indirect durch heifsen Saft; dies verhindert die Ueberhitzung der Schnitzel an den sehr heifsen Metallwänden, wobei ein theilweises Lösen der Zellsubstanz und damit eine Verunreinigung des Saftes eintritt, abgesehen von ungünstigen physikalischen Abänderungen des Zellgewebes.
Die Entleerung der ausgelaugten Schnitzel erfolgt an der Peripherie des Gefäises, um zwecks sicheren Abschlusses der Diffusions!1-flüssigkeit dieselben in geringer Geschwindigkeit, also aus relativ grofser Oeffnung, mit der erforderlichen peripheral Pressung auszuwerfen.
Alle Transport- oder Heizvorrichtungen im eigentlichen Diffusionsraum kommen in Wegfall, um die gleichmäfsige und compacte Lagerung der Schnitzel nicht zu beeinträchtigen.
In der Zeichnung ist der zur Ausführung des neuen Verfahrens benutzte Apparat dargestellt, und zwar zeigt:
Fig. ι die Anordnung bei Verwendung eines Apparates,
Fig. 2 bei Verwendung zweier hinter einander geschalteter Apparate.
Die Schnitzel werden aus dem Füllrumpfe A mittelst einer kräftigen Fördervorrichtung (hier Schnecke) B stetig in das Diffusionsgefäfs D geschafft. D ist in vortheilhafter Form ein communicirendes Rohr von dem Durchmesser der jetzt gebräuchlichen Diffuseure, dessen ganze Länge aber wesentlich geringer sein kann, als die Summe der Höhen aller Gefäfse einer jetzigen Diffusionsbatterie. Ferner ist das Diffusionsgefäfs D etwas konisch, in der Richtung von B nach E im Durchmesser zunehmend.
Im Gefäfs D werden zunächst die Schnitzel vermittelst der Schnecke B, und vom Vertheiler C gleichmäisig gelagert, in compacter Masse stetig vorwärts geschoben, bis sie von einer geeigneten Prefsvorrichtung E hier nach Art der Schnitzelpressen erfafst, abgeprefst und bei F herausbefördert werden.
Für die Vorrichtung F zur Erzielung der Prefswirkung können mannigfache bekannte Constructionen benutzt werden; so kann z. B. an der Stelle des engsten Zwischenraumes zwischen dem Mantel von D und dem konischen Prefscylinder E ein concentrischer Ring angebracht werden. Dieser schliefst durch Feder- oder hydraulischen Druck den genannten Zwischenraum und öffnet ihn, wenn der Arbeitsdruck der Schnecke B auf die Schnitzel den eingestellten Druck überwindet und so die geprefsten Schnitzel herausbefördert.
Das Wasser tritt bei G durch einen concentrischen Doppelmantel G1, dessen Innenwandung gelocht ist, mit der erforderlichen Temperatur und unter entsprechendem Drucke in stetigem Strome ein, um den Diffusionsprocefs systematisch in der ganzen Schnitzelsäule im Gefäfs D vor sich gehen und den Saft bei N ausfliefsen zu lassen. Die compact geschichtete Schnitzelmasse im Gefäfs D setzt natürlich dem Durchströmen der Diffusionsflüssigkeit einen gewissen Widerstand entgegen, zu dessen Ueberwindung eben Luftleere allein, d. h. ein absoluter Druck von weniger als einer Atmosphäre, nicht ausreicht.
Der erforderliche absolute Druck mufs also entsprechend ergänzt werden, indem das Wasser mit dem noch nöthigen Druck bei G eintritt.
Der Vorgang bezüglich des Druckes im Gefäfs D ist dann etwa folgender: es sei z. B. in dem Behälter T und dem Mantel k1 Vi Atm. Luftleere (Vi Atm. absoluter Druck) und der Mantel G1 stände unter gewöhnlichem Atmosphärendrucke, so würde jener Druck von Vi Atm. absolut kaum den Widerstand der Schnitzelmasse im Gefäfs D zwischen den Mänteln k1 und K2 überwinden, namentlich wenn die Diffusionsgeschwindigkeit eine angemessene sein soll.
Um dann den anderen Theil der Schnitzelsäule von Mantel K2 bis zum Mantel G1 durchdringen zu können, bedarf die Diffusionsflüssigkeit eines entsprechend höheren Druckes, unter welchem das Wasser bei G eintritt.
Der absolute Druck im Gefäis D steigert sich den Widerständen der Schnitzelsäule entsprechend mit deren Höhe vom Mantel Z?1 nach dem Mantel G1 zu; wenn z. B. je nach der Beschaffenheit der Schnitzel bezw. des zu verarbeitenden Materials der Saft beim Mantel k1 mit V* Atm. absolut austritt, wird das Wasser beim Mantel G1 mit mindestens I1Z2 Atm. absolutem Druck eintreten. Der absolute Druck von der Stelle k1 nach G1 wächst entsprechend dem zunehmenden Widerstand (Länge des Weges) der diffundirenden Masse.
Der Mantel G1 ist an der Stelle angeordnet, wo die Prefswirkung der Schnecke E auf die ausgelaugten Schnitzel· derart gesteigert ist, dafs die Flüssigkeit im Gefäfs D nicht nach der Austrittsstelle F durchdrückt.
Zur leichteren Abführung des Preiswassers bezw. zwecks vollkommenerer Abpressung der Schnitzel vor dem Herausbefördern aus der Vorrichtung F können die concentrischen Doppelmäntel H1 und H2 angeordnet werden, deren Innenwandung gelocht ist, und zwar feiner als der innere Mantel G1 für den Wassereintritt.
Das Prefswasser aus H1 und H2 wird event, besonders geklärt, mittelst Pumpen J1 .und P durch den Mantel G1 in das Gefäfs D zurückgedrückt.
Die Anwärmung des Saftes auf seinem Wege durch das Gefäfs D kann erforderlichenfalls in folgender Weise geschehen.
Bei K1 ist ein halbkreisförmiger Doppelmantel mit gelochter Innenfläche angeordnet, durch welchen der Saft nach dem Heizkörper L und von da mittelst Pumpe M durch den anderen Doppelmantel K2 nach dem Gefäis D zurückgedrückt wird.
Während also der Saft aus dem Gefäfs D heraus durch den Mantel K1, den Heizkörper L und die Pumpe M durch den Mantel K2 nach dem Gefäis D zurückgeht, werden die in letzterem ständig vorwärts gedrückten Schnitzel gleichmäfsig angewärmt; auch dieser Vorgang ist eine Eigenthümlichkeit des neuen Verfahrens.
Eine ähnliche Einrichtung ist zwecks sogen. Einmaischens und Anwärmens der frischen Schnitzel vorgesehen, k1 ist ein Doppelmantel mit innerer Siebfläche, durch welche der Saft nach dem Heizkörper i, der Pumpe M und durch einen ebenfalls durchlochten Doppelmantel /e2 nach dem Gefäis D zurückgeführt wird.
Weiterhin ermöglicht es das Verfahren, die längst angestrebte Diffusion unter vermindertem Atmosphärendruck zu beginnen bezw. auszuführen. Zu diesem Zwecke ist am Heizkörper ι der Behälter T angeordnet und mit einer Luftpumpe verbunden. Der Behälter T wird mit bekannter Einrichtung zum Zerstören des Schaumes versehen und der Heizkörper ι mit bekannter mechanischer Vorrichtung zur Reinigung der Heizrohren; zu letzterem Zwecke können natürlich auch zwei solche Heizkörper für abwechselnden Gebrauch angeordnet werden.
Da der Doppelmantel k1 unmittelbar unterhalb der Stelle angeordnet ist, wo die Schnitzel durch die Schnecke B die stärkste Pressung erleiden und dadurch der Rücklauf des oberhalb unter Atmosphärendruck im Gefäfs D nach dem Mantel k2 zu befindlichen Saftes abgesperrt ist, so kann mittelst der Luftpumpe m im Behälter T und Heizkörper ι und unterhalb des Mantels k1 im Gefäis D Luftleere erzeugt werden.
Durch die Arbeit der Schnecke B wird im Gefäis D eine nach den Mänteln k2 und k1 hin sich steigernde Preiswirkung auf die eingemaischten bezw. angefeuchteten Schnitzel und damit zwischen den Mänteln k1 und k2 ein genügender Abschluis gegen den Eintritt der Luft vom Füllrumpf A aus geschaffen.
Es ist hierbei unwesentlich, wenn dennoch unbeabsichtigt vom Mantel k2 aus durch die Schnitzelmasse eine geringe Menge Saft nach dem Mantel k1 zurückfliefst; die Arbeitsleistung der Pumpe in mufs nur entsprechend gesteigert werden, um jenen Theil Saft wiederholt nach dem Mantel k2 zu schaffen.
Da nun zugleich die Luftleere aus dem Apparate T1 durch das Verbindungsrohr nach dem Mantel k1 und dem Gefäis D wirkt, wird der Saft und ebenso die mit ihm gemischte bezw. darin gelöste Luft auf dem gleichen Wege stetig angesaugt. Dafs Flüssigkeit und Luft bezw. Gase gleichzeitig durch dasselbe Rohr abgesaugt werden, findet sich auch z. B. bei den sogen, nassen Luftpumpen. Es handelt sich nur um die aus der Schnitzelmasse sich entwickelnden Gase; der Zutritt von atmosphärischer Luft ist vermieden.
Ferner werden, wie oben erwähnt, die Luft bezw. Gase im Behälter T unter Mithülfe einer Vorrichtung zum Zerstören des Schaumes (d. h. lufthaltigen Saftes) nach der Luftpumpe
geführt, während der Saft durch den betreffenden Stutzen nach der Pumpe m fliefst und nach dem Mantel k2 gedrückt wird.
Unter dem verringerten Druck findet eine gründliche Entlüftung der Schnitzel gleich im Beginn der Diffusion statt, und die während derselben sich entwickelnden Gase können leicht nach dem Behälter T und der Luftpumpe strömen. Der osmotische Effect wird hierdurch wesentlich erhöht.
Während die Pumpe m stetig den ihr aus dem Heizkörper ι erwärmt zufliefsenden Saft durch den Mantel k2 nach dem Gefäfs D schafft, bewirkt die drehende Bewegung der Schnecke B das günstige gleichmäfsige Einmaisch en der Schnitzel.
Die sich hier schon entwickelnden Gase können durch die noch lockeren Schnitzelmassen nach dem; Füllrumpf A entweichen und der entstehende Schaum wird durch die stetig nachfallenden Schnitzel zerstört.
Aus dem Stutzen N fliefst dann der Saft zur Scheidung. Seine Menge wird entsprechend dem Schnitzelgewicht dadurch bemessen, dafs bei dem ständigen Drucke der Wasserzuführung durch den Stutzen G die Arbeit der Pumpen M und m, wie auch der Pumpen P und P genau der Arbeitsleistung der Schnecken B und E entsprechend eingestellt wird. Ferner werden die Pumpen M, m, J1, P und die Schnecken B und E unter einander durch bekannte Einrichtungen derart zwangläufig verbunden und geregelt, dafs die Arbeitsleistungen derselben in angemessenem Verhältnifs zu einander stehen.
Es sei z. B. O die Welle einer Maschine und übertrage durch die Scheiben R1 und R2 die Kraft auf die Pumpen J1, P, M, m, ebenso auf die Fördervorrichtung B und die Schnitzelpresse E vermittelst der Uebertragung P, so bestimmt natürlich der Gang der Maschine die Arbeitsleistung des ganzen Diffusionsapparates selbstthätig. Vorgesehen seien dann noch Kupplungen Q1 und Q2 zum Aus- und Einschalten der entsprechenden Vorrichtungen.
Zur Ausführung des Verfahrens kann der Apparat auch nur senkrecht angeordnet werden, und zwar ebensowohl als ein Ganzes, wie auch in zwei oder mehrere Theile getrennt.
In Fig. 2 ist der Apparat aus zwei Theilen Y und Z bestehend dargestellt; die gleichen Buchstaben beziehen sich auf die nämlichen Vorrichtungen wie in Fig. i.
Das Verfahren wird in gleicher Weise ausgeführt, wie oben bei Fig. ι beschrieben, nur dafs die Schnitzel bei F1 zum ersten Male nach nur theilweiser Entzuckerung geprefst werden, nach dem Füllrumpf A2 fallen und schliefslich bei F2 ganz entzuckert zum zweiten Male geprefst und entleert werden.
Das zur Diffusion benutzte Wasser tritt im unteren Theile von Z bei G in das Gefäfs D ein, der von ihm verdrängte Saft durch den Mantel K1 nach dem Behälter L und wird durch Pumpe M durch den Mantel K2 nach dem oberen Theile des Gefäfses D gedrückt, um durch den Mantel k1 in den Behälter / überzutreten und erwärmt durch die Pumpe m nach dem Mantel k2 und das Gefäfs D zurück durch den Stutzen N zur Scheidung auszuflieisen.
Diese Art der Ausführung kommt besonders in Betracht für Materialien, bei welchen die Anwendung verschiedenartiger Verdrängungsbezw. Auslaugeflüssigkeiten erforderlich ist.
Es ist aber auch zweckmäfsig, die Zuckersäfte der Diffusion, z. B. aus Apparat Y und Z, derart zu trennen, dafs die Säfte aus Apparat Z einer besonderen Reinigung unterzogen werden, um dann erst weiter, gegebenenfalls mit geeigneten Reinigungsmitteln versetzt, wieder in den geschlossenen Betrieb zu gelangen und durch Apparat F zu passiren.
Diese Zwischenreinigung der Säfte kann natürlich auch bei der Ausführung" des Verfahrens nach Fig. ι geschehen, wobei an geeigneter Stelle, z. B. bei X oder zwischen dem Behälter L und der Pumpe M, die Reinigungsstation eingeschaltet wird.
Auch diese Zwischenreinigung ist eine vortheilhafte Eigenthümlichkeit des neuen Verfahrens, da bekanntlich die verdünnteren und zugleich unreineren Säfte eine energischere und bessere Reinigungsbehandlung gestatten.
Bei der Zuckerfabrikation giebt es eine Menge von verdünnten Zuckerlösungen, wie das Absüfswasser der Filterpressen, deren Verwendung für die Diffusion angestrebt, aber in der jetzigen Batterie zu complicirte Armaturen erfordert. Bei vorliegendem Verfahren kann leicht an derjenigen Stelle des Gefäfses D, wo der Zuckergehalt der Verdrängungsflüssigkeit dem des Süfswassers entspricht, letzteres in den Betrieb eingeführt werden.
Das Verfahren beim Beginn des Betriebes ergiebt sich für jeden Fachmann von selbst, bei Beendigung desselben oder bei längeren Betriebspausen ist zur Entleerung des Apparates nach Fig. ι die Oeffnung 51 angeordnet, während der Apparat nach Fig. 2 sich durch die Arbeit der Schnecken E1 und E2 durch die Oeffnungen F1 und P2 von selbst entleert.
Ebenso vortlieilhaft erweist sich das neue Verfahren auch bei seiner Anwendung zur Diffusion von Zuckerrohr und Bagasse, ganz besonders für voluminöse Materialien wie letztere.
Auch hier läfst sich leicht ein concentrirter ,Saft gewinnen, wenn man das Verfahren zweckmäfsig etwas modificirt, indem man durch den Stutzen G oder an einer anderen Stelle unterhalb der Austrittsstelle F abwech-
selnd Wasser und Dampf von geringer Spannung oder Druckluft, nöthigenfalls alles zugleich einführt.
Der Vorgang ist dann folgender:
Während das auszulaugende Material, z. B. Bagasse, mittelst der Schnecke B im Gefäfs D als zusammengeprefste . Masse nach der Schnecke E zu stetig gefördert wird, bleiben die ohnehin verringerten Zwischenräume der Bagasse nicht in der ganzen Länge des Gefäfses D mit Verdrängungsflüssigkeit gefüllt, z. B. nur von der Stelle X bis zum Mantel k1, so dafs vom Mantel G1 ab bis zur Stelle X die durch den Stutzen G eintretende geringere Wassermenge von der Bagasse in den Zwischenräumen herabsickert und diffundireiid wirkt. Der Dampf bezw. die Druckluft oder auch die Luftleere, vom Behälter T, dem Heizkörper / und Mantel /e1 aus wirkend, hält die Saftsäüle im Gefäfs D unterdessen auf der gewünschten Höhe, also bei X.
Wie oben ausgeführt, genügt in der Regel Luftleere allein, d. h. absoluter Druck unter einer Atmosphäre nicht, um das ganze Material im Gefäfs D zu durchdringen; das kann nur bei einigen sehr lockeren Materialien der Fall sein, welche in ihrer Schichtung sehr viele kleine bezw. im anderen Falle relativ grofse Zwischenräume bilden und so dem' Durchströmen der Flüssigkeiten wenig Widerstand entgegensetzen.
In den Fällen nun, wo aus ziemlich lockeren Stoffen ein concentrirter Saft gewonnen werden soll, mufs das Verhältnifs der Menge dieses Materials zur Flüssigkeitsmenge günstiger gestaltet werden. Zu dem Zwecke bleiben, wie soeben ausgeführt, die (durch Pressung durch Schnecke B) ohnehin verringerten Zwischenräume der Bagasse nicht in der ganzen Länge des Gefäfses D mit Verdrängungsflüssigkeit gefüllt, z. B. von der Stelle X bis zum Mantel k1, so dafs vom Mantel G1 ab bis zur Stelle X die in dem Mantel G1 eintretende geringere Wassermenge von der Bagasse in den Zwischenräumen herabsickert und diffundirend wirkt.
Hierbei macht die Bagasse ihren Weg mit gröfserer Geschwindigkeit als das entgegenfliefsende Wasser; mit anderen Worten: es wird durch einen Theil Wasser ein Vielfaches von Bagasse gedrückt.
Um nun aber den erforderlichen Druck zu schaffen, müssen die von Flüssigkeit frei bleibenden Zwischenräume vom Mantel G1 bis zur Stelle X durch ein Gas unter höherem als Atmosphärendrucke ausgefüllt werden; es sind dafür geeignet Dampf von geringer Spannung oder comprimirte Luft.
Das mit dem Dampf zugleich — dann natürlich heifse — Wasser kann in den mit Dampf gefüllten Zwischenräumen herabsickern, wenn es die Temperatur des Dampfes angenommen hat.
Die Druckluft, welche in den meisten Fällen zur Anwendung kommt, dient in gleicher Weise als Mittel zum Ausfüllen der von Flüssigkeit frei bleibenden Zwischenräume vom Mantel G1 nach der Stelle X hin und zugleich zur Beschaffung des erforderlichen Druckes, welcher die vom Mantel k1 nach dem Mantel K2 abnehmende Luftleere so weit ersetzt, dafs der Saft, die Widerstände der Masse von der Stelle X bis zum Mantel k1 überwindend, beim Mantel k1 ausfliefsen kann.
Bei allen diesen Vorgängen geht stetig das Vorwärtsschaffen der zu diffundirenden Massen im Gefäfs D von statten, ein Umstand, den man sich stets vergegenwärtigen mufs.
Ebenso eignet sich das Verfahren auch zur Extraction der . verschiedenen Materialien, welche zusammendrückbar bezw. bei der Schichtung im technischen Sinne prefsbar sind, wie zerkleinerte Pflanzen, Farbhölzer, Gerbstoffhölzer, Faserstoffe, Wolle u. s. w.
Bei allen diesen Materialien bleiben auch unter gröfserer Pressung, als von welcher im vorliegenden Falle die Rede ist, Zwischenräume, und ist wohl auf solche zusammengeprefste, aber doch Zwischenräume enthaltende Massen der Ausdruck »compact geschichtet« anwendbar.
In jenen Zwischenräumen, innerhalb der compact geschichteten Masse kann natürlich die Diffusionsflüssigkeit herabrieseln oder -sickern, sofern die zutretende Menge nur geringer ist, als dafs sich jene Zwischenräume vollständig füllen können.
Für diese Zwecke werden den jeweiligen Materialien entsprechende Fördervorrichtungen B und Pressen E gewählt, namentlich da, wo auf die Schonung des Materials Rücksicht genommen werden mufs.
Es ist für das Verfahren gleichgültig und ebenfalls unter stetiger Diffusion zu verstehen, wenn man es dahin abändert, dafs die Beschickung und Entleerung des Apparates in kürzeren Zwischenräumen, und zwar auch durch andere bekannte Fördereinrichtungen ausgeführt wird.
Das Diffusionsgefäfs kann in bekannter Weise mit einem Heizmantel ausgestattet werden, um so die Anwärmung des Materials zu vermitteln.
Die Zurückführung des A^erdrängungswassers und die Abführung des Saftes kann auch durch hohle Wellen der Schnecken B und E erfolgen.
Die Anwärmung des Saftes im Heizkörper L kann in gleicher Weise wie im Heizkörper / durch Anordnung eines gleichen Behälters wie T erfolgen.
Kurz zusammengefafst bietet demnach das
neue stetige Verfahren folgende Vortheile gegenüber dem unterbrochenen:
Raum und Kostenersparnifs;
leichtere, einfachere und billigere Bedienung ;
Gewinnung eines concentrirteren und reineren Saftes;
gröfsere Leistungsfähigkeit, regelmäfsigere Arbeit und leichtere Controle;
geringeren Wasserverbrauch, da die ausgelaugten Schnitzel weit weniger sogenanntes Schnitzelwasser aus den Apparaten herausnehmen ;
Wiederverwendung der Süfswässer;
bessere Ausnutzung der Wärme und Brennmaterialersparnifs, da concentrirtere Säfte gewonnen werden.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Verfahren zur stetigen Diffusion oder Auslaugung, dadurch gekennzeichnet, dafs das zu behandelnde Material, z. B. Rübenschnitzel, Bagasse, zerkleinertes Farbholz, Gerbholz oder dergl. mechanisch der Verdrängungs- bezw. Auslaugeflüssigkeit entgegen bewegt wird, wobei der Diffusionsprocefs in der gleichmäfsig compact geschichteten Masse innerhalb eines von Förder- und Heizvorrichtungen freien Diffuseurs unter Luftleere beginnt und im weiteren Verlauf unter Druck vor sich geht. Eine besondere Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, dafs als Absehlufsmittel sowohl für die unter vermindertem als auch erhöhtem Drucke stehende Flüssigkeit im Auslau gegefäf se die Preis wirkung auf das zu behandelnde Material dient, und zwar gleichzeitig auf das eingemaischte Material beim Eintritt wie beim Austritt, wobei die Austrittsgeschwindigkeit des Materials nicht wesentlich gesteigert wird.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DE1900135880D 1900-11-08 1900-11-08 Expired - Lifetime DE135880C (de)

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Application Number Priority Date Filing Date Title
AT14899D AT14899B (de) 1900-11-08 1902-11-28 Verfahren zur stetigen Diffusion oder Auslaugung von Rübenschnitzeln, Bagasse, Farbholz oder Gerbholz u. dgl.

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1300078B (de) * 1962-08-17 1969-07-24 Honolulu Iron Works Company Verfahren zur Gewinnung von Zuckersaft

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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