DE13528C - Verfahren zur Gewinnung von Chlor und Salzsäure aus Chlorcalcium und Chlormagnesiuni, sowie Verwerthung der dabei entstehenden Nebenprodukte - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Chlor und Salzsäure aus Chlorcalcium und Chlormagnesiuni, sowie Verwerthung der dabei entstehenden Nebenprodukte

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DE13528C
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chloromagnesium
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E. SOLVAY in Brüssel
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B7/00Halogens; Halogen acids
    • C01B7/01Chlorine; Hydrogen chloride
    • C01B7/03Preparation from chlorides

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  • Silicates, Zeolites, And Molecular Sieves (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Nach dem Haupt-Patent gewinnt man Chlor bezw. Salzsäure aus Chlorcaicium, indem man diese Substanz mit Kieselerde oder Thonerde, oder auch mit Silicaten von Thonerde mischt und die Mischung unter Erhitzung derselben einem Luftstrom bezw. einem Strom von Dampf mit oder ohne Hinzufügung von Verbrennungsgasen aussetzt. Der Procefs läfst sich am zweckmäfsigsten in -„gemauerten oder gufseisernen Thtirmen ausführen, welche man von aufsen erhitzt, und in die man bei Erzeugung von Chlor die Luft entweder im kalten oder im erhitzten Zustande einströmen läfst, während man zur Erzielung von Salzsäure unter denselben Umständen die Luft ganz oder theilweise durch Wasserdampf event, durch Verbrennungsgase ersetzt.
An dem zu diesem Processe dienenden Apparat hat nun der Erfinder eine Verbesserung angebracht, welche auf beiliegender Zeichnung dargestellt ist.
A ist der Schachtraum, in welchem die Zersetzung des Chlorcalciums vor sich geht. Derselbe läuft nach unten in einen engeren Theil B aus, welcher mittelst einer Feuerungsanlage D von aufsen erhitzt werden kann. Das zu behandelnde Material wird von oben in den Schacht gefüllt, während die Luft oder der Dampf, oder die Mischung von Luft und Dampf etc., welche die Zersetzung des ersteren bewirken soll, von unten in den Theil B einströmt. Das in B angelangte, bereits zersetzte Material wird von den die Wände von B umspülenden Flammen auf einen geeigneten Temperaturgrad gebracht, um seinerseits die hindurchströmende Luft etc. zu erhitzen, so dafs diese in dem Schachtraum A die verlangte Reaction hervorzurufen vermag. Je nach dem Fortgang des Processes wird das als Rückstand auftretende zersetzte Material bei C ausgezogen.
Die Form des Raumes B läfst sich in verschiedener Weise abändern, doch mufs sich der Raum B dem Schachtraume A gegenüber verengen, um von der Feuerung D aus in der erforderlichen Weise durchwärmt werden zu können.
Behufs Erzielung der nöthigen Temperatur kann man neben oder anstatt der Anwendung der Feuerung D die einzuführende Luft etc. vorwärmen event, auch durch Einführung von Brennmaterial in den Schacht selbst eine Erhitzung von innen herbeiführen.
Der Schacht A, sowie der Theil B des Apparates können aus feuerfestem Material oder auch aus Gufseisen hergestellt werden. ■
Was die praktische Ausführung des Processes anbetrifft, so hat es sich gezeigt, dafs- sowohl das Chlor wie die Salzsäure sich vollständiger und bei niedrigerer Temperatur abscheiden, wenn man Luft oder Dampf etc. in grofsem Ueberfiufs zuführt. Der eine wie der andere der beiden Stoffe wird in solchem Fall rasch
aus der Mischung entfernt, und es kann keine entgegengesetzte Reaction in dem weniger heifsen Theile des Apparates stattfinden. Der Strom von Luft etc., welcher durch den Apparat getrieben wird, hat demnach zwei verschiedene Functionen zu erfüllen, und zwar einerseits die der chemischen Einwirkung, andererseits die der Fortführung der gebildeten Producte. Für die erstere ist ein dem entbundenen Chlor äquivalentes Quantum des wirkenden Agens erforderlich, während die Fortführung eine gröfsere Menge erheischt, und zwar ist es zweckmäfsig, ein Totalquantum anzuwenden, welches wenigstens dem Fünffachen des zur chemischen Reaction erforderlichen gleichkommt. Die gasförmigen Substanzen werden entweder durch Druck oder durch Ansaugen mittelst bekannter Vorrichtungen durch die zu behandelnde Masse getrieben.
Das bei dem beschriebenen Procefs entfallende Nebenproduct ist unter gewissen Bedingungen mit Vortheil für die Fabrikation von Cement zu verwerthen. Um demselben die hierzu nöthigen Eigenschaften zu ertheilen, hat man zunächst einen Thon anzuwenden, welcher Kieselerde und Thonerde in dem sonst bei der Cementfabrikation geforderten Verhältnifs enthält, und dem keine Substanzen beigemengt sind, die später dem Cement schädlich sein könnten. Ferner ist es angezeigt, möglichst wenig Thon im Verhältnifs zum Chlorcalcium anzuwenden, und endlich ist der Procefs bei der möglichst niedrigen Temperatur auszuführen.
Auf diese Weise erhält man ein lockeres Silicoaluminat von Kalk, welches bereits sämmtliche Grundbestandteile des Cements, in der Regel aber noch zu wenig Kalk enthält. Man setzt daher dem Product, nachdem es gemahlen ist, so viel Kalk zu, als für den zu erzeugenden Cement erforderlich wird, und behandelt hierauf die Masse nach irgend einem bei der Cementfabrikation üblichen Verfahren.
Hierbei wird also zum Zweck der Cementfabrikation an Stelle der beiden getrennten Materialien, Thonerdesilicat und Kalk, «ine Kieselsäure-Thonerde-Kalkverbindung und Kalk angewendet.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Zur Erzeugung von Chlor oder Salzsäure nach der beschriebenen Methode die Anwendung eines aus Gufseisen oder Mauerwerk bestehenden Schachtes A, welcher unten in einen engeren Theil B ausläuft, der durch eine Feuerungsanlage D von aufsen zu erhitzen ist, und in den der Strom der gasförmigen Agentien eingeführt wird.
2. Die Verwendung des bei der beschriebenen Behandlung des Chlorcalciums entfallenden Rückstandes, welcher aus einer Verbindung von Kieselerde, Thonerde und Kalk besteht, zum Zweck der Herstellung von Cement.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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