DE574245C - Verfahren zur Herstellung hydraulischer Zemente von hohem Tonerdegehalt - Google Patents

Verfahren zur Herstellung hydraulischer Zemente von hohem Tonerdegehalt

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DE574245C
DE574245C DEK126955D DEK0126955D DE574245C DE 574245 C DE574245 C DE 574245C DE K126955 D DEK126955 D DE K126955D DE K0126955 D DEK0126955 D DE K0126955D DE 574245 C DE574245 C DE 574245C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B7/00Hydraulic cements
    • C04B7/32Aluminous cements

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)
  • Silicates, Zeolites, And Molecular Sieves (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung hydraulischer Zemente von hohem Tonerdegehalt Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung zementartiger Materialien von hohem Tonerdegehalt.
  • Im allgemeinen werden zementartige Materialien dieser Art durch Erhitzung kalkhaltiger und hochtonerdehaltiger Stoffe, wie Bauxit, unter Bedingungen hergestellt, die zu einer völligen oder doch nahezu vollständigen Schmelgung der Mischung führen.
  • Man hat indessen auch vorgeschlagen, solche Mischungen einer länger währenden Erhitzung bei niedrigeren Temperaturen auszusetzen, wobei man die Schmelzung vermeidet, um eine Masse zu gewinnen, die leichter gemahlen werden kann.
  • In der vollständigen Beschreibung des dem Erfinder erteilten englischen Patents 303 639 ist ein Verfahren zur Herstellung von Zementen der in Frage stehenden Art beschrieben, nach welchem man ein Material von hohem Tonerdegehalt und gebrannten Kalk in Gegenwart von Dampf, vorzugsweise unter erhöhtem Druck, aufeinander wirken läßt, um eine Reaktion zwischen dem Kalk und dem tonerdehaltigen Material herbeizuführen, worauf das entstandene Produkt einer erhöhten Temperatur unterworfen wird, die indes beträchtlich unter der Schmelztemperatur liegt, nämlich bei etwa zooo°.
  • Das so gewonnene Produkt ist ein zementartiger Stoff, der die normale Abbindefähigkeit . eines Tonerdezementes besitzt. Wird andererseits solche Mischung auf beträchtlich niedrigere Temperaturen erhitzt, die nur ausreichen, das gebundene Wasser zu entfernen, so wird ein Produkt erhalten, das eine langsame Abbindung und nur unvollkommen die Eigenschaften eines Zementes besitzt.
  • Die vorliegende Erfindung ist auf die Beobachtung gegründet, daß bei Kohlensäurebehandlung von Massen, die aus Verbindungen von Tonerde mit Kalk in zur Gewinnung hydraulischer Zemente von dem hochtonerdehältigem-Typ geeigneten Mengenverhältnissen bestehen oder sogar einen höheren Kalkgehalt besitzen, gewisse technisch vorteilhafte Ergebnisse erzielt werden.
  • Allgemein gesprochen, besteht die Erfindung darin, Zemente von dem hochtonerdehaltigen Typ zu gewinnen, wobei die bei der Behandlung von tonerdereichem Material und Kalk unter Bedingungen, die Calciumaluminate entstehen lassen, gewonnenen Mischungen der Einwirkung von Kohlensäure in solchem Maße unterworfen werden, daß der in diesen Produkten vorhandene gesamte reaktionsfähige Kalk in kohlensauren Kalk urgewandelt wird.
  • Mit der Kohlensäure wird gewöhnlich so lange behandelt, .bis nichts mehr aufgenommen wird; in diesem Falle kann man annehmen, daß der vorhandene freie Kalk wie der nur lose gebundene Kalk carbonisiert sind. Nach den Versuchen des Erfinders ist es wahrscheinlich, daß durch die Kohlensäure das Tricalciumaluminat unter Bildung von Dicalciumaluminat oder Pentacalciumtrialuminat und Calciumcarbonat zerlegt wird.
  • Im allgemeinen hat das Endprodukt einen Kohlensäuregehalt von z2 bis 170/" aber j e nach den verwendeten Mengen von Kalk und Bauxit kann dieser Gehalt zwischen viel weiteren Grenzen schwanken.
  • Im speziellen wird das Verfahren zur Herstellung hochtonerdehaltiger hydraulischer Zemente zum Beispiel so ausgeführt, daß der Kohlensäureeinwirkung ein Produkt unterworfen wird, welches durch die Behandlung von Kalk und Bauxit oder einem tonerdereichen Material mit Dampf, vornehmlich bei erhöhtem Druck, erhalten ist; dabei wird der Kalk zu einem gewissen Grade in Carbonat verwandelt. Durch Erhitzung auf genügend hohe Temperaturen wird das gebundene Wasser vertrieben. Zweckmäßig wird in diesem Falle die Behandlung mit Kohlensäure und die Erhitzung des Materials, um das Wasser zu vertreiben, gleichzeitig durchgeführt.
  • Beispielsweise werden erfindungsgemäß Kalk und Bauxit in fein verteilter Form und in ungefähr gleichen Gewichtsmengen mit Dampf behandelt, wie es in dem britischen Patent 303 639 beschrieben ist, und die so erhaltene dampfbehandelte Mischung durch ein geneigtes, sich drehendes Rohr, einen Portlandzementofen oder einen rotierenden Trockner, geschickt, durch welches im Gegenstrom zu dem zementartigen Material ein Strom heißer kohlensäurehaltiger Gase geht. Die Temperatur der Gase beträgt an der Stelle, wo sie in das Rohr eintreten, 5oo bis 7oo°. Ein Teil der Kohlensäure wird durch die Mischung absorbiert; das Material, welches aus dem Ofen kommt, bildet nach Abkühlung und nötigenfalls Mahlung einen Zement, der eine genügend lange Abbindezeit hat, um in der gewöhnlichen Weise verwendet zu werden.
  • Die Temperatur, bei der die Behandlung durchgeführt wird, kann innerhalb gewisser Grenzen variieren; im allgemeinen sind Temperaturen zwischen 300° und goo° geeignet. Über dieser letzterwähnten Höchsttemperatur wird Kohlensäure ausgetrieben. Durch Variierung der Temperatur kann eine weitgehende Verschiedenheit des Produktes in Abbindezeit und anderen Eigenschaften erreicht werden.
  • Der Erfinder hat festgestellt, daß unter 500° in der Regel die Wasserabspaltung und Kohlensäureabsorption ziemlich langsam erfolgt, weswegen es meist vorzuziehen ist, bei: Temperaturen zwischen 5oo° und 7oo° zu arbeiten.
  • Es gibt eine ganze Reihe von Wegen, um das Verfahren durchzuführen, und die nur niedrige erforderliche Temperatur erlaubt eine große Auswahl in der Apparatur. " Die Behandlung mit Kohlensäure kann erforderlichenfalls gesondert von der Wasserabtreibung durch Erhitzen erfolgen; aber in der Regel ist es zweckmäßig, die beiden Operationen zusammen durchzuführen, wobei man heiße Verbrennungsgase oder Abgase von Öfen aller Art benutzt, um sowohl die nötige Hitze wie Kohlensäuremenge aufzubringen.
  • Die folgenden Einzelheiten werden als Beispiel gegeben, wie man in geeigneter Weise die Erfindung praktisch ausführen kann Ein Bauxit, der 55°/o Tonerde und 50/0 Kieselsäure enthält, wird so fein gemahlen, daß go°/° ein Sieb mit zoo Maschen auf das Quadratzentimeter passieren, und mit dem x,8fachen seines Gewichtes an Wasser zu einem Schlamm angerührt. Eine dem Bauxit gleiche Gewichtsmenge eines 95% CaO enthaltenden Kalkes wird dem Bauxitschlamm beigemischt, wobei der Kalk gelöscht wird; der entstehende Schlamm ist gerade noch dünn genug zum Pumpen. Dieser Schlamm, 'welcher Calciumhydrat und Bauxit enthält, wird zu einem Druckgefäß gepumpt oder geleitet, das aus einem horizontalen Kesselmantel mit einem sich langsam drehenden, axial angebrachten Rührer besteht. Dampf reit einem Druck vom go Atm. wird von einem Kessel in das Druckgefäß geleitet. Dieser Druck wird unter Rühren 3 Stunden lang aufrechterhalten, wonach er durch Abblasen auf atmosphärischen Drück herabgesetzt wird. Der dampfbehandelte Schlamm wird dann zur Heizvorrichtung gepumpt, welche aus einem geneigten, rotierenden, mit Ziegelsteinen ausgekleideten Zylinder besteht. 65o° heiße Gase treten am tieferen Ende des Zylinders ein und streichen, entgegen dem herabfließenden Schlamm, durch den Zylinder, wobei sie ihn zu einem Pulver trocknen. Die in den heißen Gasen vorhandene Kohlensäure verbindet sich mit dem Zement; außerdem wird auch das chemisch gebundene Wasser ausgetrieben. Der Zement verläßt den Heizzylinder als ein heißes Pulver und wird durch einen anderen kleineren Zylinder geleitet, um abzukühlen. Dann läßt man ihn zum Mahlen durch eine Kugelmühle gehen.
  • Nach dem obigen Beispiel wird eine relativ große Wassermenge verwendet, um das Rohmaterial in Form eines Schlammes, der leicht mit mechanischen Vorrichtungen befördert werden kann, zu erhalten. Man kann indessen auch ebensogut eine halbtrockene Mischung der Rohmaterialien unter Verwendung geeigneter mechanischer- Beförderungsvorrichtungen verarbeiten, in welchem Falle die Behandlung mit Kohlensäure enthaltenden Gasen von geringerer Temperatur durchgeführt werden kann.
  • Die Qualität des gemäß der Erfindung hergestellten Zements kann im allgemeinen verbessert werden, wenn er in beschränktem Maße feuchter Luft ausgesetzt wird. Beispielsweise kann man Feuchtigkeit, etwaAbdampf, der Luft zufügen, welche durch den Kühler streicht, in den der aus dem rotierenden Erhitzungszylinder kommende Zement gebracht wird.
  • Der nach der Erfindung hergestellte Zement ähnelt anderen Tonerdezementen, insofern er in 2,4 Stunden und weniger eine große Härte erreicht. Vor anderen Tonerdezementen hat er den großen Vorteil, bei Mischung mit Wasser in hohem Grade plastisch zu sein, so daß er sich gut ausbreitet oder fließt, wenn er wie Gips, Mörtel oder Beton benutzt wird.
  • Wird, wie es im allgemeinen der Fall ist, die Ausgangsmischung aus Bauxit und Kalk bereitet und nicht übermäßig hohen Temperaturen unterworfen, so behält der Zement die Farbe, meist Rot, des zu seiner Herstellung verwendeten Bauxits.
  • Zum Schluß sei noch betont, daß, wenn sich auch nach den obigen Ausführungen die Erfindung hauptsächlich auf die Behandlung von Verbindungen des Kalkes mit hochtonerdehaltigem Material, die mit Hilfe von Dampf hergestellt wurden, bezieht, doch auch die entsprechenden durch die- Einwirkung von Hitze allein, in Abwesenheit von Dampf hergestellten Verbindungen wie auch die nach dem Verfahren des englischen Patents 303 639 erhaltenen gemäß der Erfindung mit Kohlensäure behandelt werden sollen.
  • In diesem Zusammenhang sei noch darauf hingewiesen, daß, wenn Kalk und Bauxit zusammen auf ungefähr xooo° erhitzt werden, eine Verbindung gebildet wird, die nur unvollkommen abbindet. Wird indessen diese so gewonnene Verbindung mit Kohlensäure behandelt, um eine teilweise Carbonisation des vorhandenen Kalks zu erreichen, so wird ein Produkt gewonnen, das eine normale Abbindezeit hat.

Claims (6)

  1. PATENTANSPRÜCHE: z. Verfahren zur Herstellung hydraulischer Zemente von hohem Tonerdegehalt, dadurch gekennzeichnet, daß in bekannter Weise durch die Behandlung von hochtonerdehaltigem Material und -Kalk unter Bedingungen, bei denen Calciumaluminate entstehen, erhaltene Produkte der Einwirkung von Kohlensäure in einem solchen Grade unterworfen werden,, daß der in solchen Produkten vorhandene Kalk in einem beschränkten Grade in Calciuincarbonat umgewandelt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung mit Kohlensäure fortgesetzt wird, bis sie nicht mehr aufgenommen wird und der freie wie der löse gebundene Kalk in der Mischung in Calciumcarbonat umgewandelt sind.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch. z und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das in bekannter Weise durch die Behandlung einer Mischung von Kalk und Bauxit oder einem anderen hochtonerdehaltigen Material mit Dampf, vornehmlich bei erhöhtem Druck, erhaltene Produkt der Einwirkung von Kohlensäure und von Hitze unterworfen wird, letzteres bei einer Temperatur, die zur Austreibung des gebundenen Wassers genügt. q..
  4. Verfahren nach Anspruch g, dadurch gekennzeichnet, daß Kohlensäure- undHitzebehandlung gleichzeiti, vorgenommen werden.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch i bis q., dadurch gekennzeichnet, daß die Hitzebehandlung innerhalb des Temperaturgebietes von 3oo° bis goo° vollzogen wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Hitzebehandlung zwischen 500' und 7oo ° vorgenommen wird.
DEK126955D 1931-09-14 1932-09-14 Verfahren zur Herstellung hydraulischer Zemente von hohem Tonerdegehalt Expired DE574245C (de)

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