DE13358C - Neuerungen an der unter Nr. 2752 patentirten Gas- und Petroleum-Kraftmaschine - Google Patents
Neuerungen an der unter Nr. 2752 patentirten Gas- und Petroleum-KraftmaschineInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Diese Kraftmaschine beruht auf der Anwendung leichtflüchtiger Kohlenwasserstoffe, wie z. B.
Petroleum oder anderer Stoffe, welche durch die Wirkung der Wärme in gasartige Dämpfe
übergehen. Die anfänglich zur Ingangsetzung der Maschine erforderliche Wärme zur Erzeugung
der brennbaren Dämpfe wird entweder durch irgend eine Feuerung, am besten Petroleumfeuerung,
oder durch Verdichtung einer gewissen Menge Luft oder eines anderen permanenten oder nicht leicht in den flüssigen Zustand übergehenden
Gases erzeugt. Um dagegen die Maschine in ihrem Gange zu erhalten, ist die Wärme, welche durch die Verbrennung des
Gasgemenges im Cylinder entwickelt wird, hinreichend grofs, um in einem den Cylinder umgebenden
Mantel die erforderliche Menge Petroleumdampf hervorzubringen. Der Petroleumdampf
wird in dem Motor in derselben Weise ausgenutzt, wie das Gas in einer Gaskraftmaschine.
Er wird mit Luft gemischt und durch einen elektrischen Funken oder sonstwie entzündet.
Damit die Entzündung plötzlich stattfinde, wird die mit dem Petroleumdampf zu mischende Luft zuvor erwärmt; die Condensation
der Petroleumdämpfe kann indessen - auch dadurch verhindert werden, dafs man die Maschine
mit hinreichend grofser Geschwindigkeit arbeiten läfst. Die Luft wird ebenso wie das Petroleum
durch die abgehenden Verbrennungsgase erhitzt.
Der den eigentlichen Betriebscylinder A umschliefsende Mantel d, Fig. 1 und 3, ist beständig
mit Petroleum gefüllt, welches von dem Gefäfse B aus durch die Röhre/ eingeführt wird.
Der ganze Cylinder A ist in einen Ofen M eingeschlossen, welcher mit dem Kamin N, dem
Rost P, dem Aschenfall O und den beiden Thüren R und Rl versehen _ ist. Dieser Ofen
wird nur anfangs, zur Ingangsetzung der Maschine, gefeuert. Das hierzu erforderliche Petroleum
kann von dem Gefäfse E aus durch eine Röhre im Verhältnifs der Verbrennung zugeführt
werden. Die infolge der Erhitzung des Mantels von aufsen durch diese Feuerung gebildeten
Petroleumdämpfe und die Luft gelangen durch die Röhre j j, Fig. 1, in den Schieberkasten B.
Um eine zu grofse Erhitzung der Cylinderdeckel zu vermeiden, sind dieselben mit hohlen
Räumen m, Fig. 3, versehen, durch welche Wasser von dem Gefäfse F aus vermittelst der
Röhren K und / hindurchfliefst.
Die Maschine wirkt in folgender Weise. Das von dem Gefäfse E aus mit Petroleum gespeiste
Feuer im Verbrennungsräume Kx, Fig. 1, wird
angezündet, das im Cylindermantel d befindliche Petroleum, welches ebenfalls von dem Gefäfse E
aus zugeführt wird, verdampft, und die erhaltenen Petroleumdämpfe gelangen in den Schieberkasten
B. Dann läfst man die Maschine durch Drehen am Schwungrade V mit der Hand einige
Umdrehungen ausführen, worauf das in den Cylinder A eingeströmte Gemisch von Luft und
Petroleumdämpfen vermittelst eines elektrischen Funkens entzündet wird. Dieser Funke wird
jedesmal in der Nähe eines der Cylinderdeckel erzeugt. Der Kolben wird gegen das andere
Ende des Cylinders geschleudert, gleichzeitig aber eine hinreichend grofse Menge Wärme entwickelt,
um das in den Mantel d ununterbrochen zufliefsende Petroleum auf die Verdampfungstemperatur zu bringen. Es kann nun die
Feuerung im Verbrennungsräume K1 ausgelöscht
werden.
Eine andere Einrichtung, welche sich durch die gänzliche Ausschliefsung des Feuers von der
beschriebenen unterscheidet, besteht darin, dafs die zur anfänglichen Ingangsetzung der Maschine
erforderliche Wärme vermittelst Verdichtung der Luft durch eine Pumpe erzeugt wird. Diese
Pumpe kann anfangs von Hand und nachher durch den Motor selbst bewegt werden. Die
zu diesem Zwecke bestimmte Pumpe, Fig. 4, ist aus dünnem Metall hergestellt und in ein
Rohr c eingesetzt, dessen innerer Durchmesser nicht viel gröfser als der äufsere des Pumpenkörpers
B angenommen ist, um den zwischen ihnen gebildeten ringförmigen Raum möglichst
klein zu machen. Letzterer dient zur Aufnahme des Petroleums, und da derselbe nur eine kleine
Menge davon enthalten kann, so wird durch einige Hübe des Kolbens α das Petroleum im
Zwischenraum bis zur Verdampfungstemperatur erhitzt. Durch die Röhre d wird das Petroleum
in den ringförmigen Raum eingeführt, die Petroleumdämpfe werden durch die Röhre e aus
demselben abgeführt. Die Luft wird durch die "Röhre/ angesaugt, in der Pumpe verdichtet
und durch die Röhre g fortgetrieben.
Die zur Verdampfung des Petroleums erforderliche Wärme kann auch durch Reibung hervorgebracht
werden, etwa in der Weise, dafs die Reibung auf der äufseren Oberfläche eines nur
eine kleine Menge Petroleum enthaltenden Metallbehälters vermittelst eines die Wärme nicht
leitenden Körpers hervorgebracht werde. Die Reibung kann je nach den Bedürfnissen durch
eine mit der Hand oder dem Motor hervorgebrachte Bewegung erzeugt werden.
Fig. 5 zeigt einen Mechanismus, welcher zur Entzündung des Gemisches von Luft und Petroleumdämpfen
vermittelst des elektrischen Funkens bestimmt ist. Der Rahmen N N1 ist mit
einem Längsschlitzg versehen, in welchem die beiden Contactstücke X und Y verschoben und
darin festgestellt werden können. Längs dieses Rahmens parallel zu dem Schlitz bewegen sich
die beiden Excenterstangen P und P1.
Auf dem Bolzen, welcher die Excenterstangen P und P1 mit einander verbindet und durch
den Schlitz im Rahmen N hindurchgreift, sitzt ein drittes Contactstück Z, welches an der Bewegung
der Stangen P und Pl theilnimmt und
je nach der Bewegungsrichtung mit X oder F in Berührung kommt.
Dieses bewegliche Contactstück Z trägt an seinem oberen und unteren Ende die von einer
Inductionsspule T herkommenden Leitungsdrähte, welche mittelst Klemmschrauben darin festgehalten
werden. Die beiden in das eine Cylinderende eintretenden Leitungsdrähte stehen mit
dem Contactstück X und die beiden anderen in das entgegengesetzte Cylinderende eingreifenden
mit dem Contactstück Y in Verbindung. Der Inductionsapparat erhält seinen Strom von
der , Batterie S. Alle Leitungsdrähte sind vollkommen isolirt, und die vier Enden der Drähte
endigen im Innern des Cylinders A je mit einem Platinplättchen.
Diese Vorrichtung kann durch eine magnetoelektrische Maschine ersetzt werden, welche zuerst
durch Handkraft und nachher durch den Motor selbst in Bewegung gesetzt wird.
Claims (4)
1. Die Anwendung der im Arbeitscylinder durch
die Verbrennung des explosiblen Gasgemisches erzeugten Wärme zur Erhitzung der inneren
Cylinderwand, um das in dem Mantel befindliche Petroleum zu verdampfen; ,die Benutzung
dieser Petroleumumhüllung zu einer theilweisen Abkühlung dieser Cylinderwand.
2. Die Anbringung eines kleinen Petroleumofens
unter dem Arbeitscylinder zur vorgängigen Erwärmung des letzteren bis auf den Punkt,
wo er im Stande ist, das Petroleum durch die in ihm erzeugte Wärme zu verdampfen;
der Oelbehälter des Ofens, gespeist aus einem Gefäfse, welches sich oberhalb befindet und
das OeI nach Bedarf abgiebt.
3. Bei Petroleummotoren die Anwendung einer
Luftverdichtungspumpe, um durch die Verdichtung die nöthige vorgängige Wärme zur
Verdampfung des Petroleums zu erzeugen, wie in Fig. 4 dargestellt, bis der Cylinder
die zur ferneren Verdampfung des Petroleums nöthige hohe Temperatur angenommen hat.
4. Die in Fig. 5 dargestellten, in einem Schlitze des Maschinenrahmens verschieb- und feststellbaren
Contactstücke X und Y, zwischen welchen sich das an dem Bolzen der Excenterstangen
PP1 befestigte Contactstück Z bewegt,
letzteres mit der Inductionsspule bezw. der Batterie in Verbindung.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE13358C true DE13358C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT13358D Active DE13358C (de) | Neuerungen an der unter Nr. 2752 patentirten Gas- und Petroleum-Kraftmaschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE13358C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1224403B (de) * | 1962-06-13 | 1966-09-08 | John Davis & Son Derby Ltd | Schlagwettergeschuetzte elektrische Grubenleuchte |
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|---|---|---|---|---|
| DE1224403B (de) * | 1962-06-13 | 1966-09-08 | John Davis & Son Derby Ltd | Schlagwettergeschuetzte elektrische Grubenleuchte |
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