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Briefordnermechanik Die Erfindung bezieht sich auf eine Briefordnermechanik,
bestehend aus einer am Ordnerrücken zu befestigenden Grundplatte mit zwei aus dieser
herausgebogenen Lagern für die Schwenkachse zweier scharnierartig miteinander verbundenen
Tragplatten für gebogene, seitlich gegeneinander versetzte Aufreihstifte und aus
einem schwenkbar gelagerten zweiarmigen Sperrhebel zum Verriegeln der Tragplatten
mittels eines jedoch in der Schließstellung einen begrenzten Schwenkbereich der
Tragplatten ermöglichenden Widerlagers.
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Bei einer derartigen Briefordnermechanik besteht die Verriegelung
aus an beiden Enden der Tragplatten hochgebogenen kreissektorförmigen Lappen mit
zur Schwenkachse konzentrischen und stufenartig abgesetzten kreisringförmigen Rastenöffnungen
für den Sperrhebel, der die aus der Grundplatte hochgebogenen Lager für die Tragplattenschwenkachse
durchdringt.
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Eine solche Ausführungsform ist zu materialaufwendig, bedingt durch
die insgesamt vier hochgebogenen kreissektorförmigen Lappen. Durch den größeren
Materialaufwand erhöht sich auch das Gewicht einer derartigen Briefordnermechanik.
Ferner bedingen die Lappen einen größeren Arbeitsaufwand bei der Herstellung, wodurch
die Briefordnermechanik verteuert wird. Beim Ausstanzen bildet sich Grat an den
Kanten der Lappen und der darin enthaltenen Rasten. Wird er entfernt, erfordert
das eine erhebliche zusätzliche Arbeit. Wird er nicht entfernt, dann muß damit gerechnet
werden, daß eine reibungslose Wirkungsweise der Briefordnermechanik in Frage gestellt
ist, da die sich gegenseitig reibenden Grate beim Öffnen und Schließen der Briefordnermechanik
hängenbleiben und dadurch den Vorgang hemmen.
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Ebenfalls einen erheblichen Material- und Arbeitsaufwand sowie größere
Kosten weisen zwei andere bekannte Briefordnermechaniken auf, von denen die eine
quer zur Längsmitte einen hakenartigen, in der Schließstellung über die Schwenkachse
greifenden Sperrteil besitzt, der mit einem rahmenförmigen Sperrhebel zusammenarbeitet,
wogegen die andere zwei an einer Seite der Briefordnermechanik angeordnete, aus
den Tragplatten aufgebogene Sperrplatten aufweist. Die eine Sperrplatte ist am Umfang
mit Rasten versehen, und die andere Sperrplatte hat ein hakenförmig aufgebogenes
Ende, das zum Einrasten in die Rasten der anderen Sperrplatte beim Verschwenken
der Tragplatten in die Sperrstellung dient.
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Bei beiden Briefordnermechaniken bilden die Tragplatten den Ordnerrücken.
Sie erstrecken sich also über die gesamte Ordnerhöhe. Dadurch ergibt sich ein großer
Material- und Kostenaufwand sowie ein erhöhtes Gewicht des Briefordners. Ferner
sind diese Briefordnermechaniken im verriegelten Zustand nicht als Ganzes seitlich
hin- und herschwenkbar.
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Außerdem sind die nur an einem Ende der Briefordnermechanik angeordneten
Sperrplatten dadurch erheblich durch das Gewicht des Schriftgutpackens einseitig
belastet, wodurch die Gefahr des Verziehens und Verklemmens besteht.
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In beiden Fällen muß bei auftretenden Schäden an der Briefordnermechanik
der gesamte Ordner weggeworfen werden, da die Briefordnermechanik, weil sie den
Ordnerrücken bildet, nicht auswechselbar ist bzw. ein Austausch gegen eine neue
unwirtschaftlich ist.
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Ferner ist noch eine Briefordnermechanik bekannt, deren Tragplatten
im verriegelten Zustand als Ganzes nach beiden Seiten begrenzt verschwenkbar sind.
Diese Briefordnermechanik besitzt an einem Ende ein Rastengesperre, das aus einer
an der einen Tragplatte sitzenden Rastenscheibe und einem schwenkbar an der anderen
Tragplatte befestigten Hebelarm mit Sperrstift besteht.
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Bei dieser Briefordnermechanik kann sich das Gesperre durch das Gewicht
des Schriftgutpackens ebenfalls leicht verziehen und verklemmen, da es nur an einer
Seite der Briefordnermechaiiik liegt und dadurch einseitig belastet wird. Ferner
ist der kurze Sperrhebel schwer zugänglich, da er durch den aufgereihten Schriftgutstapel
verdeckt wird. Die Tragplatten sind nicht durch ein durchgehendes Scharnier miteinander
verbunden, sondern nur mit den Enden an den Lagern angelenkt. Demzufolge ist der
Widerstand
gegen Verziehen und Verklemmen der Scharniergelenke
durch das Gewicht des Schriftgutpackens verhältnismäßig gering.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Briefordnermechanik
zu schaffen, die bei kleinem Konstruktionsaufwand und großer Festigkeit gegen Verziehen
auch bequem bedienbar ist.
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Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß bei einer Briefordnermechanik
mit den eingangs im ersten Absatz erläuterten Merkmalen das Widerlager für den Sperrhebel
mit einer zur Schwenkachse konzentrischen sowie die eine Tragplatte durchsetzenden
Führungsfläche für den zum Verriegeln dienenden, durch eine Feder andruckbaren Hebelarm
des zweiarmigen Sperrhebels versehen wird, welcher an der der Führungsfläche benachbarten
Tragplatte schwenkbar gelagert ist, und daß die Führungsfläche eine zur Schwenkachse
etwa radial verlaufende Anschlagkante als Raststelle für den beim Schließen auf
der Führungsfläche gleitenden Hebelarm erhält.
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Bei einer derart ausgebildeten Briefordnermechanik ist nicht nur die
Bedienung leicht durchführbar, sondern auch das Verklemmen und Verkanten des Gesperres
durch das Gewicht des aufgereihten Schriftgutstapels ist weitgehend unterbunden,
da einmal der Sperrhebel auf dem Rücken des Widerlagers gleitend geführt ist und
zum anderen das Widerlager annähernd in der Längsmitte der Briefordnermechanik sitzt
und daher nicht zu sehr einseitig durch das Gewicht des Schriftgutstapels belastet
wird. Infolge des weitgehenden Fortfalls einer einseitigen Belastung ist das Gesperre
leicht zu lösen und ebenso leicht durch einfaches Zusammenklappen des Ordners wieder
zu schließen. Dieser Vorgang wird noch dadurch erleichtert, daß der Sperrhebel auf
dem Rücken des Widerlagers gleitend geführt ist. Das aufgereihte Schriftgut ist
auch bei geschlossener Briefordnermechanik leicht zugänglich und kann durchgeblättert
werden, weil das Gesperre im verriegelten Zustand in bekannter Weise dehnbar und
auch die Tragplatten als Ganzes kippbar sind. Durch entsprechende Anordnung der
Anschlagkante für den Sperrhebel kann jede Briefordnermechanik leicht bis zur größten
Dehnweite ausgerüstet werden, in welcher sich die Aufreihstifte der Tragplatten
gerade noch überdecken.
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Nach einem bevorzugten Merkmal der Erfindung weist das Gesperre eine
Exzenternuß als Widerlager für den Sperrhebel auf, welche eine die Führungsfläche
bildende, an einem Ende von der radialen Anschlagkante begrenzte und mit dem anderen
Ende in den Umfang der Exzenternuß übergehende Ausnehmung für den Hebelarm des Sperrhebels
vorgesehen ist.
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In diese lose auf der Schwenkachse der beiden Tragplatten sitzende
Exzenternuß greift der Innenrand der sperrhebelfreien Tragplatte formschlüssig ein,
so daß sie beim Verschwenken der Exzenternuß mitgenommen wird.
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Das Widerlager für den Sperrhebel kann auch von einer aus dem Innenrand
der sperrhebelfreien Tragplatte aufgebogenen Zunge gebildet werden, die um die Schwenkachse
der beiden Tragplatten konzentrisch gebogen ist und am freien Stirnende die radial
verlaufende Anschlagkante für den Hebelarm des Sperrhebels aufweist.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Es zeigt F i g.1 die Draufsicht auf eine geöffnete Briefordnermechanik,
F i g. 2 einen Querschnitt durch die geschlossene Briefordnermechanik nach F i g.
1, F i g. 3 eine Seitenansicht der geschlossenen Briefordnermechanik nach F i g.
2, F i g. 4 und 5 je eine Stirnansicht von zwei verschiedenen Ausführungsformen
des Widerlagers für den Sperrhebel.
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Aus einer rechteckförmigen Grundplatte 1 sind im Bereich der beiden
Schmalseiten Lager 2 und 3 als Lager für eine Schwenkachse 4 nach oben herausgebogen.
Sie dient als Scharnierachse für zwei gelenkig miteinander verbundene Tragplatten
5 und 6. Die Tragplatten 5 und 6 tragen, wie es die Zeichnung erkennen läßt, je
zwei Aufreihstifte 7 und 8 bzw. 9 und 10. Die Aufreihstifte 7 und 8 sind gegenüber
den Aufreihstiften 9 und 10 seitlich zueinander versetzt, so daß eine Vierlochmechanik
gebildet wird.
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Die Grundplatte 1 wird in bekannter Weise innen auf dem Ordnerrücken
befestigt, der jedoch in der Zeichnung nicht dargestellt ist. Lose auf der Schwenkachse
4 sitzt eine Exzenternuß 11 als Widerlager für den Hebelarm 12 eines zweiarmigen
Sperrhebels 13, der um den Stift 14 verschwenkbar an der einen Tragplatte 6 gelagert
ist. Der Sperrhebel 14 wird durch eine Feder 15 mit seinem Arm 12 gegen den als
Führungsfläche dienenden Umfang der Exzenternuß 11 gedrückt, in welche der Innenrand
der sperrhebelfreien Tragplatte 5 formschlüssig eingreift, wie es F i g. 2 erkennen
läßt, und dadurch beim Verschwenken der Tragplatte 5 um die Schwenkachse 4 gedreht
wird.
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Das freie Ende des Hebelarmes 12 ist ösenförmig ausgebildet und mit
einem quer angeordneten Schlitz 16 an einen Führungs- und Hubbegrenzungsstift
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verschwenkbar geführt, der auf der Tragplatte 6 sitzt. Die Führung des
freien Endes des Hebelarmes 12 kann aber auch in anderer Weise erfolgen.
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Die Exzenternuß 11 hat eine etwa radial verlaufende Anschlagkante
18 als Raststelle für den beim Schließen des Gesperres auf dem als Führungsfläche
dienenden Umfang der Exzenternuß 11 unter der Wirkung der Feder 15 gleitenden
Hebelarm 12 des Sperrhebels 13. Diese Ausbildung lassen die F i g. 2 und 4 erkennen.
Die Führungsfläche wird durch den konzentrisch zur Schwenkachse 4 der Tragplatten
verlaufenden Boden einer Ausnehmung gebildet, die an einem Ende von der Anschlagkante
18 begrenzt ist und mit dem anderen Ende allmählich wieder in den ursprünglichen
Umfang der Exzenternuß übergeht.
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Nach F i g. 5 kann das Widerlager auch als eine aus dem Innenrand
der sperrhebelfreien Tragplatte 5 aufgebogene Zunge 19 ausgebildet werden, die ebenfalls
konzentrisch zur Schwenkachse 4 verläuft.
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Am freien Ende der Zunge 19 sitzt eine radial zur Schwenkachse 4 verlaufende
Platte 20 als Anschlag und damit Raststelle für den Hebelarm 12 des Sperrhebels
13. Der Rücken der Zunge 19 dient als Führungsfläche für den Sperrhebel.
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Gemäß F i g. 1 ist die Briefordnermechanik geöffnet. Soll sie geschlossen
werden, dann werden einfach die beiden Ordnerdeckel des nicht dargestellten Briefordners
zusammengeklappt. Dadurch werden die Tragplatten 5 und 6 durch die Ordnerdeckel
um die Schwenkachse 4 gegeneinandergeschwenkt. Dabei gleitet der Hebelarm 12 des
Sperrhebels 13 unter
dem Druck der Feder 15 auf dem Umfang
der Exzenternuß 11, bis er hinter die Anschlagkante 18 faßt. Jetzt ist das Gesperre
und damit die Briefordnermechanik geschlossen bzw. verriegelt.
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Soll die Briefordnermechanik geöffnet werden, dann wird durch Druck
auf den Sperrhebel 13 in Pfeilrichtung A der Hebelarm 12 aus der Rast so
weit herausgehoben, daß er von der Anschlagkante 18 freikommt und beim Auseinanderklappen
der Ordnerdeckel, was durch ihr Gewicht und das der Tragplatten bedingt ist, auf
dem Umfang der Exzenternuß 11 gleitet. Die Briefordnermechanik ist dann geöffnet
und befindet sich in der Lage nach F i g. 1.
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Die Tragplatten 5 und 6 der Mechanik können im geschlossenen bzw.
verriegelten Zustand als Ganzes nach links und rechts in Blickrichtung auf F i g.
2 verschwenkt werden. Durch entsprechende Wahl der Lage der Anschlagkante
18 bzw. der Platte 20 zur Lage des Hebelarmes 12 kann die Dehnweite
des Gesperres bzw. der Briefordnermechanik im geschlossenen Zustand beliebig gestaltet
werden.