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Verfahren zur Registrierung von zeitlich ablaufenden mechanischen
Bewegungsvorgängen und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens Die Erfindung
betrifft ein Verfahren und eine zu dessen Durchführung dienende Vorrichtung zur
Registrierung von zeitlich ablaufenden mechanischen Bewegungsvorgängen, bei dem
ein elektronisch &teuerbarer Schreibstrahl auf einem Aufzeichnungsträger Weg-Zeit-Diagramme
unter Verwendung von an sich bekannten elektronischen, optischen und filmtech nischen
Elementen zeichnet.
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In der Meßtechnik ist es sehr oft von Bedeutung, den zeitlichen Ablauf
eines mechanischen Bewegungsvorganges über der Zeit aufzutragen. Dieses auf einen
Aufzeichnungsträger - z. B. einen Papierstreifen - geschriebene Weg-Zeit-Diagramm
enthält zwei voneinander unabhängige Koordinaten, die Weg- und die Zeitkoordinate.
Bekanntlich wird bei üblichen Registriergeräten die Wegkoordinate dadurch erzeugt,
daß ein elektronisch steuerbares Registrierorgan - z. B. der durch elektronische
Wandler und Verstärker über eine Galvanometerspule gesteuerte Lichtstrahl in in
Richtung der Wegkoordinate abgelenkt wird. Die Zeitkoordinate wird in diesem Fall
durch mechanischen Vorschub des Aufzeichnungsträgers erzeugt.
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In Fig. 1 ist prinzipiell die Durchführung eines solchen bekannten
Registrierverfahrens gezeigt, wobei 1 das mechanische Objekt mit dem zu untersuchenden
Bewegungsvorgang A (t) sein soll, der nacheinander im Wandler 2 in eine elektrische
Größe B (t) und im Registrierorgan 3 in die Wegkoordinate y (t) umgewandelt wird.
Gleichzeitig erfolgt der mechanische zeitproportionale Papiervorschub 4 in Richtung
der Zeitkoordinate. Durch das Zusammenwirken von 3 und 4 entsteht das Weg-Zeit-Diagramm
auf dem Aufzeichnungsträger 5.
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Jedem Anwender ist klar, daß einerseits die Umwandlung der mechanischen
Größe A (t) in eine elektrische Größe B (t) und die anschließende Rückwandlung in
die Größe y (t) sehr viele Fehlerquellen (Resonanz, Dämpfung, Eichung) enthält,
Andererseits ist der mechanische Vorschub des Aufzeichnungsträgers wegen der Trägheitskräfte
sehr schwerfällig und die Höchstgeschwindigkeit sowie die Auf zeichnungsdauer sind
nach oben hin begrenzt. Schließlich ist es an sehr kleinen Objel;ten oft gar nicht
möglich, einen geeigneten Wandler anzuschließen, ohne den zu untersuchenden Bewegungsvorgang
zu verfälschen.
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Diese hier erwähnten grundsätzlichen Mängel bekannter Geräte werden
besonders deutlich, wenn man daran denkt, den Bewegungsablauf eines kleinen Objektesz.
B. eines Schrittgetriebes - zu untersuchen, bei dem ein Wandler nur schwer anschließ-
bar
ist, und bei dem die eigentlichen Bewegungsphasen innerhalb von einigen Millisekunden
ablaufen, während dazwischen Stillstandzeiten von einigen Sekunden liegen können.
Ein kurzzeitiger, wiederholter Start-Stop des Aufzeichnungsträgervorschub ist oft
nicht möglich. Von Wandlerfehlern bei den kurzzeitigen, ruckartigen Bewegungen sei
hier ganz abgesehen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Registrierverfahren
und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, bei denen die
eben gezeigten wesentlichen Mängel der üblichen Registrierverfahren weitgehend ausgeschaltet
werden.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die elektronische
Auslenkung des Schreibstrahles nur in Richtung der Zeitkoordinate des Diagramms
durchgeführt wird, während die der Wegkoordinate entsprechende Relativverschiebung
zwischen Schreibstrahl und Aufzeichnungsträger unmittelbar durch die zu untersuchende
Bewegung des Objektes erfolgt.
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Der wesentliche Gedanke zur Lösung der Aufgabe liegt also darin,
bei der Registrierung von mechanischen Bewegungsvorgängen die elektronische Steuerung
zur Erzeugung der Zeitkoordinate und nicht, wie üblich, zur Erzeugung der Wegkoordinate
zu benutzen. Die Wegkoordinate dagegen wird rein mechanisch vom Meßobjekt direkt
erzeugt, und zwar nicht durch Zwischenschaltung von elektrischen Wandlergliedern
(s. F i g. 2) in der derPapiervorschub
mit 6 und der Aufzeichnungsträger
mit 7 bezeichnet sind.
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Hierdurch erreicht man gegenüber den üblicherweise mechanisch in
Richtung der Zeitkoordinate vorgeschobenen Aufzeichnungsträgern, daß man die zeitliche
Auflösung in sehr weiten Bereichen variieren kann von kleinsten bis zu höchsten
(300 m/s und mehr) Maßstäben in der Zeitkoordinate. Ferner ergibt sich der Vorteil,
daß man wiederum im Gegensatz zu mechanischem Vorschub trotz der sehr hohen Zeitauflösung
die Registrierung beliebig oft trägheitslos starten und stoppen kann. Andererseits
ergibt sich durch den Fortfall elektromechanischer Wandler der Vorteil, daß Wandlerfehler,
Verstärkerfehler und Eichfehler eliminiert werden.
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Entsprechend einem weiteren Merkmal der Erfindung kann die Zeitablenkung
des Schreibstrahls durch eine elektronische Schaltung während der Registrierung
nach einem Programm beliebig kontinuierlich oder stufenweise gesteuert werden.
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Dadurch wird es möglich, Weg-Zeit-Aufzdichnungen in der bekannten
Form mit beliebig wählbarem konstanten Zeitmaßstab zu erhalten oder solche, bei
denen der Zeitmaßstab sich nach einer vorgegebenen Funktion - z. B. quadratisch,
logarithmisch od. ä. -dem zu untersuchenden Vorgang angepaßt, ändert.
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Ein vorher festgelegtes Programm kann dafür sorgen, daß während ein
und derselben Untersuchung zunächst eine und dann stufenweise nacheinander andere
vorgegebene Zeitablenkmaßstäbe angewendet werden.
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Entsprechend einem weiteren Merkmal der Erfindung kann der Aufzeichnungsträger
an dem beweglichen Objekt befestigt werden.
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Die somit direkt am Objekt erzielten Wegaufzeichnungen - z. B. auf
einem Filmstreifen - bieten erstens weitgehend die Gewähr für Fehlerfreiheit und
zweitens die Möglichkeiten für große zeitliche Auflösung.
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Entsprechend einem weiteren Merkmal der Erfindung kann der Aufzeichnungsträger
ortsfest angeordnet sein, wobei zur Erzeugung der wegproportionalen Auslenkung des
Lichtstrahles ein optisches System -z. B. ein Ablenkspiegel - auf dem bewegten Objekt
angeordnet ist.
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Dadurch ergibt sich der Vorteil, daß erstens der ortsfeste Aufzeichnungsträger
leichter ausgewechselt werden kann und zweitens der zu untersuchende Vorgang auch
während seines Ablaufes auf einer Mattscheibe sichtbar gemacht werden kann.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand von Zeichnungen näher erläutert.
Die Zeichnungen stellen folgendes dar: Fig. 1 eine Prinzipdarstellung zum Zusammenwirken
der verschiedenen Glieder bei den üblichen Registrierverfahren, F i g. 2 eine Prinzipdarstellung
zum Zusammenwirken der verschiedenen Glieder bei dem erfindungsgemäßen Registrierverfahren,
F i g. 3 eine Prinzipdarstellung des Registrierverfahrens und der Vorrichtung in
einer Anwendung art, Fig. 4 ein Beispiel für die Anwendung des Verfahrens, Fig.
5 ein Beispiel für die Anwendung des Verfahrens, F i g. 6 eine als steuerbares Registrierorgan
verwendete Kathodenstrahlröhre,
Fig. 7 einige Beispiele der Vorrichtung zur An wendung
des Verfahrens.
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F i g. 8 ein Beispiel für eine Vorrichtung zur Anwendung des Verfahrens
bei Tageslicht in Prinzip darstellung, F i g. 9 eine Prinzipdarstellung des Registrierverfahrens
und der Vorrichtung in einer weiteren Anwendungsart.
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Ausführlich soll die Vorrichtung beschrieben werden, bei der das
Verfahren in der Art angewendet wird, daß der Aufzeichnungsträger am Objekt mit
Rotationsbewegung befestigt wird.
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In F i g. 3 ist an dem zu untersuchenden Objekt 1 eine leichte Trommel
2, mit einem strahlungsempfindlichen Film 3 belegt, angebracht. Eine Optik 4 bildet
den Lichtpunkt 6 der Kathodenstrahlröhre 5 auf den Film ab bei 7. Das Steuergerät
16 enthält verschiedene, gesondert eingezeichnete Steuereinheiten, deren wichtigste
die auf die Platten 8 wirkende Zeitablenkeinheit 10 ist. Eine - beispielsweise optisch
wirksame - Marke 15 ist an einer geeigneten Stelle des Objekts 1 angebracht, so
daß sie auf den - beispielsweise optischen - Empfänger 14 wirkt und über den - eventuell
mit einer zusätzlichen Vorrichtung zur zeitlichen Verzögerung versehenen - Trigger
11 einen Startimpuls an die Zeitablenkeinheit 10 liefert. Hierauf wird der Lichtpunkt
6 über die Platten 8 entsprechend der vorher an 10 festgelegten Ablenkgeschwindigkeit
abgelenkt. Der Lichtpunkt 7 bewegt sich entsprechend der Figur durch die Optik 4
über den Film 3.
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Zu dem Zeitpunkt, zu dem der Startimpuls von 11 an 10 geliefert wird,
beginnt auch das meßtechnisch interessante Ereignis, z. B. die Bewegung des Objekts.
Mit dem Objekt 1 wird der Film 3 entsprechend dem zu untersuchenden Vorgang bewegt.
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Durch das Zusammenwirken der Bewegung des Filmes 3 und der Bewegung
des Lichtpunktes 7 wird auf dem Film 3 das Weg-Zeit-Diagramm aufgezeichnet.
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Der Zähler 12 zählt die Zahl der vollführten Zeitablenkungen und
kann nach einer vorgegebenen Zahl von Zeitablenkungen die Zeitablenkeinheit 10 stoppen,
obwohl sich das Objekt eventuell weiterbewegt und Triggerimpulse über 11 eintreffen.
Der Zähler 12 kann auch die Funktion übernehmen, nach Ablauf einer vorgegebenen
Zahl von Ablenkungen die Zeitablenkeinheit 10 elektronisch auf eine andere Ablenkgeschwindigkeit
umzuschalten, je nachdem, welche Ablenkgeschwindigkeit in den einzelnen Phasen des
zu registrierenden Vorganges angebracht und wünschenswert erscheint.
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Die Ablenkeinheit 13 steuert die Platten 9. Ein Impuls, der über
17 zu einem für die Messung interessanten Zeitpunkt z. B. bei einer Stromabschaltung
am Objekt, ankommt, kann über 13 bewirken, daß der Lichtpunkt 6 einen Sprung auf
eine andere Zeile macht. Dies macht sich durch eine sprunghafte Parallelverschiebung
der durch 7 aufgezeichneten Linie im Weg-Zeit-Diagramm bemerkbar und kann zur Auswertung
benutzt werden.
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In den Darstellungen F i g. 4 und 5 sind Beispiele dafür gezeigt,
wie auf diese Art erzielte Aufzeichnungen aussehen und welche Möglichkeiten sich
dabei bieten.
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Es sei für das erste Beispiel angenommen, daß das Objekt 1 in Fig.
3 ein Schrittgetriebe ist, welches eine Umdrehung in vier Schritten zu je 900 durchführt,
zwischen denen beliebig lange Stillstandszeiten
liegen. Das vollständige
Weg-Zeit-Diagramm für ein solches Getriebe - wie es sich bei Anwendung der üblichen
Registrierverfahren ergeben würde, falls alle vier Schritte aufgezeichnet werden
sollen - ist in F i g. 4 a dargestellt. Nach dem hier beschriebenen Registrierverfahren
ergeben sich für die Darstellung des gleichen Vorganges die Weg-Zeit-Diagramme auf
dem von der Trommel 2 abgewickelten Film 3 nach Belieben in einer der Arten, wie
sie in den Darstellungen Fig. 4b bis 4f gezeigt sind. Die in Fig. 4b dargestellte
Registrierung würde sich ergeben, wenn der Lichtpunkt 7 durch den Trigger 11 bei
jedem Bewegungsbeginn gestartet und für jeden Bewegungsschritt mit gleicher Geschwindigkeit
abgelenkt wird.
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Über den Zähler 12 wird die Zeitablenkeinheit nach vier Ablenkungen
abgeschaltet. Man kann den Zähler auch so schalten, daß er - nicht wie eben beschrieben
vier, sondern - nach einer beliebigen Anzahl von Ablenkungen abschaltet. Auf diese
Art ist in einfacher Weise die Gleichmäßigkeit der sich wiederholenden gleichen
Getriebeschritte zu kontrollieren. Ein solches Diagramm, bei dem der Zähler z. B.
nach der sechzehnten Ablenkung abschaltet, ist in F i g. 4c dargestellt. In beiden
eben beschriebenen Fällen ist die Zeitablenkung für jeden Schritt gleich schnell,
und zwar so vorgewählt, daß gerade nur der vollständige Bewegungs- und Überscliwingvorgang
bis zum Eintreten des Stillstandes erfaßt wird.
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Wenn man beispielsweise annimmt, daß je Schritt die eigentliche Bewegungsdauer
10 ms und die Stillstandsdauer 40 ms ist, so enthält der in F i g. 4b dargestellte
Filmstreifen bei einer Filmbildbreite von 20 mm die gleiche Information, die bei
einem Registriergerät mit kontinuierlichem Papiertransport mit 2 mis auf einer Papierlänge
von 400 mm enthalten ist. Der in F i g. 4 c dargestellte Filmstreifen entspricht
- wegen der vierfachen Wiederholung -einem Papierstreifen von 1600 mm und bietet
einen unmittelbaren Vergleich der einzelnen Schritte, Mittelwertbildung usw.
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Weitere Möglichkeiten der Registrierung sind dadurch gegeben, daß
die Geschwindigkeit der Zeitablenkung während der Registrierung geändert wird.
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Fig. 4 d zeigt eine Art, bei der zunächst vier Ablenkungen mit einer
Geschwindigkeit und entsprechend der Programmierung im Steuergerät unmittelbar darauf
acht weitere Ablenkungen mit doppelter Geschwindigkeit vorgenommen wurden. Hierdurch
ergibt sich eine genauere Darstellung der Einzelheiten des Vorganges. Der Informationsinhalt
entspricht den Aufzeichnungen eines Papierstreifens von 400 mm und eines weiteren
von 800 mm Länge.
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F i g. 4 e zeigt eine Art der Registrierung, bei der -angefangen mit
der in den Darstellungen F i g. 4 b, 4 c benutzten Ablenkgeschwindigkeit - nach
jedem Schritt die Ablenkgeschwindigkeit erhöht wird, und zwar verzwei-, verdrei-
und vervierfacht. Nach zehn Ablenkungen hat der Zähler abgeschaltet. Natürlich wäre
es auch möglich, den gesamten Vorgang in einem Zuge zu registrieren, wie in F i
g. 4 f dargestellt.
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Diese Art der Aufzeichnung kann bequem zur Beurteilung der Schrittweite
- und bei Ubereinanderschreiben in der an Fig. 4c beschriebenen Art zur Beurteilung
der Streuungen der Schrittweiten - verwendet werden.
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Für das zweite Beispiel sei angenommen, daß das Objekt 1 in Fig.
3 ein kleiner Motor ist, -dessen in F i g. 5 a dargestellter Anlaufvorgang registriert
wer-
den soll. F i g. 5 b zeigt den gleichen Vorgang, wie er bei Anwendung dieses
Verfahrens registriert würde.
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Die in F i g. 5 a zusätzlich dargestellten Spannungen V, die beispielsweise
die Zeitpunkte der Spannungseinschaltungen an einer mit dem Objekt verbundenen Bremse
oder Kupplung darstellen können. sind in der in F i g. 5 c gezeigten Art darstellbar.
Wie in F i g. 3 beschrieben, werden zu den interessierenden Zeitpunkten über 17
Impulse auf 13 gegeben, und es entstehen über die Platten 9 gesteuerte sprunghafte
Ablenkungen des Lichtpunktes 6 bzw. 7.
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Bevor weitere Anwendungsmöglichkeiten und Varianten der Vorrichtung
beschrieben werden, sollen zunächst die als Bestandteil des Schreiborgans besonders
präparierte Kathodenstrahlröhre, die Steuerung des Schreiborgans und die dadurch
erzielbaren Registrierungen näher beschrieben werden.
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Die Form des Striches in der Aufzeichnung kann durch eine geeignete
Maske an dem Schirm der Kathodenstrahlröhre bestimmt werden. In F i g. 6 a ist dargestellt,
wie eine solche Maske z. B. aussehen kann. 20 gibt die Richtung der Zeitablenkung
an, die durch die Platten 8 (in F i g. 3) gesteuert wird, 21 die Richtung der durch
die Platten 9 gesteuerten Ablenkung. Die Maske 26 vor der Kathodenstrahlröhre 27
enthält transparente Linien 22 bis 25, die (wie in F i g. 6 b beispielsweise im
Ausschnitt vergrößert dargestellt) nichttransparente Unterbrechungen enthalten können.
Durch sprunghafte Spannungsänderungen an den Platten 9 - wie bereits beschrieben
- springt der Lichtpunkt von einer transparenten Linie auf die andere über, und
es ergeben sich auf dem Film Linienzüge, die die entsprechenden Markierungen enthalten.
Diese Markierungen dienen nicht nur zur Linienunterscheidung, sondern auch als Zeitmarken,
da sie in gleichmäßigen Abständen in den transparenten Linien enthalten sind. Eine
Aufzeichnung, die beispielsweise mit der Linie 25 vorgenommen würde, ist stark vergrößert
im Ausschnitt in F i g. 6 c dargestellt. Der gesamte Linienverlauf hat ungefähr
den Charakter wie in F i g. 6e dargestellt. Eine typische Markierung durch Sprung
auf eine andere Linie ist im unteren Linienzug vom F i g. 6 e angedeutet und in
F i g. 6 d stark vergrößert dargestellt. Hier handelt es sich um einen kurzzeitigen
Sprung von der Linie 25 in F i g. 6b auf die Linie 24. Eine vor oder in der Ebene
der Maske 26 angebrachte Plexiglasleiste 29, die mit Kerben 31 versehen und durch
zwei Lichtquellen 30 seitwärts angestrahlt wird, liefert leuchtende Striche, die,
wenn sie geeignet lange auf den Film abgebildet werden, auf diesem die in F i g.
6 e dargestellten senkrechten Linien erzeugen.
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Neben den vorher erwähnten feinen Zeitmarken in den transparenten
Linien können diese Linien als grobe Zeitmarken und gleichzeitig als Bezugslinien
zu Winkelmessungen an den Aufzeichnungen dienen.
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Eine Öffnung 28, vor die man ein Zeichen schieben kann, könnte vorgesehen
werden, um den Film -allerdings im Stillstand - mit diesem Zeichen zu signieren.
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Bei größeren Objekten, bei denen die zusätzliche Belastung durch
einige Rollen den zu messenden physikalischen Vorgang nicht stört, kann man auch
daran denken (wie in F i g. 7 a dargestellt), einen längeren Film durch eine Rolle
am Objekt von einer Filmtrommel auf eine andere spulen zu lassen und die Registrierung
der Objektbewegung an der Stelle vorzunehmen, an der der Film fest am Objekt liegt
und
jede Bewegung mitmacht. Oder man läßt einfach (wie in F i g. 7 b dargestellt) ein
Stück losen Filmes in einer Rollenvorrichtung zur Registrierung am Objekt vorbeilaufen.
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Für die Registrierung translatorischer Vorgänge läßt sich dieses
Verfahren analog anwenden (s.
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F i g. 7 c). Es wird sich besonders für Untersuchungen an sehr leichten
Teilen eignen und ganz allgemein mit Vorteil zur Untersuchung von ruckartigen Bewegungen
und eventuell auch von Stoßvorgängen angewendet werden können.
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Gemischt translatorische und rotatorische Bewegungen (wie in Fig.
7d angedeutet) können bei geeigneter Wahl der Zeitablenkungsrichtung und vor allem
unter Ausnutzung der an F i g. 6 beschriebenen Zeitmarken in den Linienzügen ebenfalls
registriert werden.
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Weitere Varianten des hier beschriebenen elektronisch gesteuerten
Registrierverfahrens können erzielt werden durch Verwendung von Mehrstrahlkathodenröhren,
bei denen die einzelnen Strahlen nach verschiedenen Gesichtspunkten gesteuert werden.
Man könnte die Steuerung - im Gegensatz zu den bisher beschriebenen Zeitablenkungen
mit konstanter Ablenkgeschwindigkeit - nach einer geeigneten Funktion, beispielsweise
der für den zu untersuchenden Vorgang erwünschten Sollfunktion, vorgeben und erhielte
dann aus den Aufzeichnungen durch die Abweichungen von beispielsweise einer Geraden
oder gar einem Punkt auf den ersten Blick Aufschluß über den Vorgang.
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Ferner könnte beispielsweise ein Rotationsvorgang auf einem ebenen
Film registriert werden, der stirnseitig am Objekt angebracht ist, während die Kathodenstrahlröhre
und die Optik in Richtung der Drehachse des Objektes angeordnet sind. Durch radiale
oder zirkulare Ablenkung des Lichtpunktes auf einem Kreis oder einer Spirale oder
nach einer geeigneten Funktion ergeben sich auch hierbei meßtechnisch interessante
Varianten für Registrierungen in Polarkoordinaten. Neben den erwähnten Vorteilen
dieses Verfahrens ergibt sich hierbei außerdem, daß das Objekt in diesem Fall nur
durch ein kleines Stückchen Film belastet ist.
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Will man im abgedunkelten Raum bei Rotlicht arbeiten, muß der Film
vor Tageslichteinfiuß geschützt werden. In F i g. 8 ist dargestellt, wie ein kameraähnliches
Gerät im Prinzip aussehen kann, mit dem auch bei Tageslicht registriert werden kann.
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Am Objekt 40 ist ein Drehteil 41 befestigt, in welches die Schraube
44 eingeschraubt wird und die Filmtrommel 45 mit dem Film 46 und der darüberliegenden
Hülse 43 hält. Die Hülse liegt lose auf der Filmtrommel 45 und schützt nur vor Lichteintritt
von außen. Während der Aufnahmen drehen sich nur die Filmtrommel 45 mit Film 46
und die Schraube 44, während durch den Schlitz 42 der Lichteintritt für die Registrierung
erfolgt.
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Nach der Belichtung des Filmes wird der Schlitz 42 geschlossen, und
die Teile 42 bis 44 werden zur Entwicklung des Filmes in die Dunkelkammer gebracht.
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Erforderlichenfalls muß auch der Strahlengang von der Kathodenstrahlröhre
bis zur Hülse 43 durch einen Tubus abgedeckt werden.
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Dieses Verfahren kann auch in einer Art angewendet werden, bei der
der Film nicht vom Objekt bewegt wird, sondern das Objekt durch ein kleines optisches
System dem bereits mit der Zeitablenkung
behafteten Lichtstrahl zusätzlich eine Ablenkung
entsprechend dem zu registrierenden Vorgang aufprägt.
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In Fig. 9 ist beispielsweise eine solche Vorrichtung im Prinzip dargestellt.
Der an der Kathodenstrahlröhre 50 durch das in Fig. 3 beschriebene Steuergerät gesteuerte
Lichtpunkt wird durch den halbdurchlässigen Spiegel 51 über die Optik 52 und 53
auf den am Objekt 55 befestigten Polygonspiegel 54 abgebildet und von diesem über
53, 52 und 51 aut die Mattscheibe 56 reflektiert. Aus der Überlagerung von Zeitablenkung
an 50 und Ablenkung durch den physikalischen Vorgang - hier die Drehung von 54 und
55 - ergibt sich an 56 das Weg-Zeit-Diagramm.
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Vorteilhaft ist hierbei, daß das Objekt nur durch den Polygonspiegel
54 belastet ist, daß das Diagramm an der Mattscheibe 56 betrachtet und registriert
werden kann und daß Tageslicht in dieser Anordnung kaum stört. Der Nachteil, daß
bei der Anwendung des Verfahrens in dieser Art der Film nicht - wie bei der Anwendung
in der vorher beschriebenen Art durch die starre Verbindung zwischen Objekt und
Film bedingt - transportiert wird, wird dadurch aufgewogen, daß mit einer gewöhnlichen
Kamera -wegen der Scharfstellung am besten mit einer Spiegelreflexkamera - fotografiert
werden kann. Bei geeigneter Steuerung durch das in F i g. 3 beschriebene Steuergerät
können auch bei Anwendung des Verfahrens in dieser Art Meßreihen, wie sie in den
Darstellungen Fig.4 und 5 beschrieben wurden, registriert werden.
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Auch die vorher beschriebene Anordnung in der Drehachse des Objektes,
die vorzugsweise auf Darstellung in Polarkoordinaten führt, ist bei Anwendung des
Verfahrens in dieser Art denkbar. Hierzu könnte beispielsweise ein auf der Stirnseite
der Drehwelle des Objektes befestigter, schrägstehender Spiegel verwendet werden,
die die Strahlen in analoger Weise auf eine rotationssymmetrische Mattscheibe reflektiert
und erforderlichenfalls einen dort angebrachten Film belichtet.
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Die in F i g. 9 dargestellte Anordnung entspricht -wie man zunächst
sieht - im wesentlichen dem Aufbau des optischen Systems eines Schleifenoszillographen.
Es sind aber demgegenüber in der Wirkungsweise auch hier die grundlegenden Unterschiede
vorhanden, die in den Darstellungen Fig. 1 und 2 gezeigt wurden, wobei F i g. 1
für das Grundprinzip des Schleifenoszillographen und F i g. 2 wieder für das erfindungsgemäße
Verfahren zutrifft. Der wesentliche Unterschied des in Fig.9 dargestellten Ausführungsbeispiels
der Erfindung gegenüber dem Prinzip des Schleifenoszillographen soll stichwortartig
angegeben werden: Zeitablenkung beim Schleifenoszillographen durch Papiertransport
oder Polygonspiegel, beides mechanisch, trägheitsbehaftet; nach der Erfindung elektronisch,
sehr genau, durch Steuergerät programmsteuerbar, trägheitslos.
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Abszissenablenkung beim Schleifenoszillographen durch Galvanometerspiegel,
fehlerbehaftet wegen zweimaliger Wandlung des Meßwertes; nach der Erfindung durch
Polygonspiegel keine Wandlungsfehler, weil direkt vom Objekt gesteuert.
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Wandler beim Schleifenoszillographen mechanischelektrischer Wandler
mit Massenrückwirkung auf kleine Objekte; nach der Erfindung kleiner Polygonspiegel
mit geringer Massenrückwirkung, berührungslos, statisch eichbar, schnelle Meßbereitschaft.