DE1237346B - Verfahren zur Registrierung von zeitlich ablaufenden mechanischen Bewegungsvorgaengen und Vorrichtung zur Durchfuehrung des Verfahrens - Google Patents

Verfahren zur Registrierung von zeitlich ablaufenden mechanischen Bewegungsvorgaengen und Vorrichtung zur Durchfuehrung des Verfahrens

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DE1237346B
DE1237346B DE1963H0048794 DEH0048794A DE1237346B DE 1237346 B DE1237346 B DE 1237346B DE 1963H0048794 DE1963H0048794 DE 1963H0048794 DE H0048794 A DEH0048794 A DE H0048794A DE 1237346 B DE1237346 B DE 1237346B
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    • G01R13/20Cathode-ray oscilloscopes
    • G01R13/204Using means for generating permanent registrations, e.g. photographs

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Description

  • Verfahren zur Registrierung von zeitlich ablaufenden mechanischen Bewegungsvorgängen und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine zu dessen Durchführung dienende Vorrichtung zur Registrierung von zeitlich ablaufenden mechanischen Bewegungsvorgängen, bei dem ein elektronisch &teuerbarer Schreibstrahl auf einem Aufzeichnungsträger Weg-Zeit-Diagramme unter Verwendung von an sich bekannten elektronischen, optischen und filmtech nischen Elementen zeichnet.
  • In der Meßtechnik ist es sehr oft von Bedeutung, den zeitlichen Ablauf eines mechanischen Bewegungsvorganges über der Zeit aufzutragen. Dieses auf einen Aufzeichnungsträger - z. B. einen Papierstreifen - geschriebene Weg-Zeit-Diagramm enthält zwei voneinander unabhängige Koordinaten, die Weg- und die Zeitkoordinate. Bekanntlich wird bei üblichen Registriergeräten die Wegkoordinate dadurch erzeugt, daß ein elektronisch steuerbares Registrierorgan - z. B. der durch elektronische Wandler und Verstärker über eine Galvanometerspule gesteuerte Lichtstrahl in in Richtung der Wegkoordinate abgelenkt wird. Die Zeitkoordinate wird in diesem Fall durch mechanischen Vorschub des Aufzeichnungsträgers erzeugt.
  • In Fig. 1 ist prinzipiell die Durchführung eines solchen bekannten Registrierverfahrens gezeigt, wobei 1 das mechanische Objekt mit dem zu untersuchenden Bewegungsvorgang A (t) sein soll, der nacheinander im Wandler 2 in eine elektrische Größe B (t) und im Registrierorgan 3 in die Wegkoordinate y (t) umgewandelt wird. Gleichzeitig erfolgt der mechanische zeitproportionale Papiervorschub 4 in Richtung der Zeitkoordinate. Durch das Zusammenwirken von 3 und 4 entsteht das Weg-Zeit-Diagramm auf dem Aufzeichnungsträger 5.
  • Jedem Anwender ist klar, daß einerseits die Umwandlung der mechanischen Größe A (t) in eine elektrische Größe B (t) und die anschließende Rückwandlung in die Größe y (t) sehr viele Fehlerquellen (Resonanz, Dämpfung, Eichung) enthält, Andererseits ist der mechanische Vorschub des Aufzeichnungsträgers wegen der Trägheitskräfte sehr schwerfällig und die Höchstgeschwindigkeit sowie die Auf zeichnungsdauer sind nach oben hin begrenzt. Schließlich ist es an sehr kleinen Objel;ten oft gar nicht möglich, einen geeigneten Wandler anzuschließen, ohne den zu untersuchenden Bewegungsvorgang zu verfälschen.
  • Diese hier erwähnten grundsätzlichen Mängel bekannter Geräte werden besonders deutlich, wenn man daran denkt, den Bewegungsablauf eines kleinen Objektesz. B. eines Schrittgetriebes - zu untersuchen, bei dem ein Wandler nur schwer anschließ- bar ist, und bei dem die eigentlichen Bewegungsphasen innerhalb von einigen Millisekunden ablaufen, während dazwischen Stillstandzeiten von einigen Sekunden liegen können. Ein kurzzeitiger, wiederholter Start-Stop des Aufzeichnungsträgervorschub ist oft nicht möglich. Von Wandlerfehlern bei den kurzzeitigen, ruckartigen Bewegungen sei hier ganz abgesehen.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Registrierverfahren und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, bei denen die eben gezeigten wesentlichen Mängel der üblichen Registrierverfahren weitgehend ausgeschaltet werden.
  • Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die elektronische Auslenkung des Schreibstrahles nur in Richtung der Zeitkoordinate des Diagramms durchgeführt wird, während die der Wegkoordinate entsprechende Relativverschiebung zwischen Schreibstrahl und Aufzeichnungsträger unmittelbar durch die zu untersuchende Bewegung des Objektes erfolgt.
  • Der wesentliche Gedanke zur Lösung der Aufgabe liegt also darin, bei der Registrierung von mechanischen Bewegungsvorgängen die elektronische Steuerung zur Erzeugung der Zeitkoordinate und nicht, wie üblich, zur Erzeugung der Wegkoordinate zu benutzen. Die Wegkoordinate dagegen wird rein mechanisch vom Meßobjekt direkt erzeugt, und zwar nicht durch Zwischenschaltung von elektrischen Wandlergliedern (s. F i g. 2) in der derPapiervorschub mit 6 und der Aufzeichnungsträger mit 7 bezeichnet sind.
  • Hierdurch erreicht man gegenüber den üblicherweise mechanisch in Richtung der Zeitkoordinate vorgeschobenen Aufzeichnungsträgern, daß man die zeitliche Auflösung in sehr weiten Bereichen variieren kann von kleinsten bis zu höchsten (300 m/s und mehr) Maßstäben in der Zeitkoordinate. Ferner ergibt sich der Vorteil, daß man wiederum im Gegensatz zu mechanischem Vorschub trotz der sehr hohen Zeitauflösung die Registrierung beliebig oft trägheitslos starten und stoppen kann. Andererseits ergibt sich durch den Fortfall elektromechanischer Wandler der Vorteil, daß Wandlerfehler, Verstärkerfehler und Eichfehler eliminiert werden.
  • Entsprechend einem weiteren Merkmal der Erfindung kann die Zeitablenkung des Schreibstrahls durch eine elektronische Schaltung während der Registrierung nach einem Programm beliebig kontinuierlich oder stufenweise gesteuert werden.
  • Dadurch wird es möglich, Weg-Zeit-Aufzdichnungen in der bekannten Form mit beliebig wählbarem konstanten Zeitmaßstab zu erhalten oder solche, bei denen der Zeitmaßstab sich nach einer vorgegebenen Funktion - z. B. quadratisch, logarithmisch od. ä. -dem zu untersuchenden Vorgang angepaßt, ändert.
  • Ein vorher festgelegtes Programm kann dafür sorgen, daß während ein und derselben Untersuchung zunächst eine und dann stufenweise nacheinander andere vorgegebene Zeitablenkmaßstäbe angewendet werden.
  • Entsprechend einem weiteren Merkmal der Erfindung kann der Aufzeichnungsträger an dem beweglichen Objekt befestigt werden.
  • Die somit direkt am Objekt erzielten Wegaufzeichnungen - z. B. auf einem Filmstreifen - bieten erstens weitgehend die Gewähr für Fehlerfreiheit und zweitens die Möglichkeiten für große zeitliche Auflösung.
  • Entsprechend einem weiteren Merkmal der Erfindung kann der Aufzeichnungsträger ortsfest angeordnet sein, wobei zur Erzeugung der wegproportionalen Auslenkung des Lichtstrahles ein optisches System -z. B. ein Ablenkspiegel - auf dem bewegten Objekt angeordnet ist.
  • Dadurch ergibt sich der Vorteil, daß erstens der ortsfeste Aufzeichnungsträger leichter ausgewechselt werden kann und zweitens der zu untersuchende Vorgang auch während seines Ablaufes auf einer Mattscheibe sichtbar gemacht werden kann.
  • Die Erfindung wird im folgenden an Hand von Zeichnungen näher erläutert. Die Zeichnungen stellen folgendes dar: Fig. 1 eine Prinzipdarstellung zum Zusammenwirken der verschiedenen Glieder bei den üblichen Registrierverfahren, F i g. 2 eine Prinzipdarstellung zum Zusammenwirken der verschiedenen Glieder bei dem erfindungsgemäßen Registrierverfahren, F i g. 3 eine Prinzipdarstellung des Registrierverfahrens und der Vorrichtung in einer Anwendung art, Fig. 4 ein Beispiel für die Anwendung des Verfahrens, Fig. 5 ein Beispiel für die Anwendung des Verfahrens, F i g. 6 eine als steuerbares Registrierorgan verwendete Kathodenstrahlröhre, Fig. 7 einige Beispiele der Vorrichtung zur An wendung des Verfahrens.
  • F i g. 8 ein Beispiel für eine Vorrichtung zur Anwendung des Verfahrens bei Tageslicht in Prinzip darstellung, F i g. 9 eine Prinzipdarstellung des Registrierverfahrens und der Vorrichtung in einer weiteren Anwendungsart.
  • Ausführlich soll die Vorrichtung beschrieben werden, bei der das Verfahren in der Art angewendet wird, daß der Aufzeichnungsträger am Objekt mit Rotationsbewegung befestigt wird.
  • In F i g. 3 ist an dem zu untersuchenden Objekt 1 eine leichte Trommel 2, mit einem strahlungsempfindlichen Film 3 belegt, angebracht. Eine Optik 4 bildet den Lichtpunkt 6 der Kathodenstrahlröhre 5 auf den Film ab bei 7. Das Steuergerät 16 enthält verschiedene, gesondert eingezeichnete Steuereinheiten, deren wichtigste die auf die Platten 8 wirkende Zeitablenkeinheit 10 ist. Eine - beispielsweise optisch wirksame - Marke 15 ist an einer geeigneten Stelle des Objekts 1 angebracht, so daß sie auf den - beispielsweise optischen - Empfänger 14 wirkt und über den - eventuell mit einer zusätzlichen Vorrichtung zur zeitlichen Verzögerung versehenen - Trigger 11 einen Startimpuls an die Zeitablenkeinheit 10 liefert. Hierauf wird der Lichtpunkt 6 über die Platten 8 entsprechend der vorher an 10 festgelegten Ablenkgeschwindigkeit abgelenkt. Der Lichtpunkt 7 bewegt sich entsprechend der Figur durch die Optik 4 über den Film 3.
  • Zu dem Zeitpunkt, zu dem der Startimpuls von 11 an 10 geliefert wird, beginnt auch das meßtechnisch interessante Ereignis, z. B. die Bewegung des Objekts. Mit dem Objekt 1 wird der Film 3 entsprechend dem zu untersuchenden Vorgang bewegt.
  • Durch das Zusammenwirken der Bewegung des Filmes 3 und der Bewegung des Lichtpunktes 7 wird auf dem Film 3 das Weg-Zeit-Diagramm aufgezeichnet.
  • Der Zähler 12 zählt die Zahl der vollführten Zeitablenkungen und kann nach einer vorgegebenen Zahl von Zeitablenkungen die Zeitablenkeinheit 10 stoppen, obwohl sich das Objekt eventuell weiterbewegt und Triggerimpulse über 11 eintreffen. Der Zähler 12 kann auch die Funktion übernehmen, nach Ablauf einer vorgegebenen Zahl von Ablenkungen die Zeitablenkeinheit 10 elektronisch auf eine andere Ablenkgeschwindigkeit umzuschalten, je nachdem, welche Ablenkgeschwindigkeit in den einzelnen Phasen des zu registrierenden Vorganges angebracht und wünschenswert erscheint.
  • Die Ablenkeinheit 13 steuert die Platten 9. Ein Impuls, der über 17 zu einem für die Messung interessanten Zeitpunkt z. B. bei einer Stromabschaltung am Objekt, ankommt, kann über 13 bewirken, daß der Lichtpunkt 6 einen Sprung auf eine andere Zeile macht. Dies macht sich durch eine sprunghafte Parallelverschiebung der durch 7 aufgezeichneten Linie im Weg-Zeit-Diagramm bemerkbar und kann zur Auswertung benutzt werden.
  • In den Darstellungen F i g. 4 und 5 sind Beispiele dafür gezeigt, wie auf diese Art erzielte Aufzeichnungen aussehen und welche Möglichkeiten sich dabei bieten.
  • Es sei für das erste Beispiel angenommen, daß das Objekt 1 in Fig. 3 ein Schrittgetriebe ist, welches eine Umdrehung in vier Schritten zu je 900 durchführt, zwischen denen beliebig lange Stillstandszeiten liegen. Das vollständige Weg-Zeit-Diagramm für ein solches Getriebe - wie es sich bei Anwendung der üblichen Registrierverfahren ergeben würde, falls alle vier Schritte aufgezeichnet werden sollen - ist in F i g. 4 a dargestellt. Nach dem hier beschriebenen Registrierverfahren ergeben sich für die Darstellung des gleichen Vorganges die Weg-Zeit-Diagramme auf dem von der Trommel 2 abgewickelten Film 3 nach Belieben in einer der Arten, wie sie in den Darstellungen Fig. 4b bis 4f gezeigt sind. Die in Fig. 4b dargestellte Registrierung würde sich ergeben, wenn der Lichtpunkt 7 durch den Trigger 11 bei jedem Bewegungsbeginn gestartet und für jeden Bewegungsschritt mit gleicher Geschwindigkeit abgelenkt wird.
  • Über den Zähler 12 wird die Zeitablenkeinheit nach vier Ablenkungen abgeschaltet. Man kann den Zähler auch so schalten, daß er - nicht wie eben beschrieben vier, sondern - nach einer beliebigen Anzahl von Ablenkungen abschaltet. Auf diese Art ist in einfacher Weise die Gleichmäßigkeit der sich wiederholenden gleichen Getriebeschritte zu kontrollieren. Ein solches Diagramm, bei dem der Zähler z. B. nach der sechzehnten Ablenkung abschaltet, ist in F i g. 4c dargestellt. In beiden eben beschriebenen Fällen ist die Zeitablenkung für jeden Schritt gleich schnell, und zwar so vorgewählt, daß gerade nur der vollständige Bewegungs- und Überscliwingvorgang bis zum Eintreten des Stillstandes erfaßt wird.
  • Wenn man beispielsweise annimmt, daß je Schritt die eigentliche Bewegungsdauer 10 ms und die Stillstandsdauer 40 ms ist, so enthält der in F i g. 4b dargestellte Filmstreifen bei einer Filmbildbreite von 20 mm die gleiche Information, die bei einem Registriergerät mit kontinuierlichem Papiertransport mit 2 mis auf einer Papierlänge von 400 mm enthalten ist. Der in F i g. 4 c dargestellte Filmstreifen entspricht - wegen der vierfachen Wiederholung -einem Papierstreifen von 1600 mm und bietet einen unmittelbaren Vergleich der einzelnen Schritte, Mittelwertbildung usw.
  • Weitere Möglichkeiten der Registrierung sind dadurch gegeben, daß die Geschwindigkeit der Zeitablenkung während der Registrierung geändert wird.
  • Fig. 4 d zeigt eine Art, bei der zunächst vier Ablenkungen mit einer Geschwindigkeit und entsprechend der Programmierung im Steuergerät unmittelbar darauf acht weitere Ablenkungen mit doppelter Geschwindigkeit vorgenommen wurden. Hierdurch ergibt sich eine genauere Darstellung der Einzelheiten des Vorganges. Der Informationsinhalt entspricht den Aufzeichnungen eines Papierstreifens von 400 mm und eines weiteren von 800 mm Länge.
  • F i g. 4 e zeigt eine Art der Registrierung, bei der -angefangen mit der in den Darstellungen F i g. 4 b, 4 c benutzten Ablenkgeschwindigkeit - nach jedem Schritt die Ablenkgeschwindigkeit erhöht wird, und zwar verzwei-, verdrei- und vervierfacht. Nach zehn Ablenkungen hat der Zähler abgeschaltet. Natürlich wäre es auch möglich, den gesamten Vorgang in einem Zuge zu registrieren, wie in F i g. 4 f dargestellt.
  • Diese Art der Aufzeichnung kann bequem zur Beurteilung der Schrittweite - und bei Ubereinanderschreiben in der an Fig. 4c beschriebenen Art zur Beurteilung der Streuungen der Schrittweiten - verwendet werden.
  • Für das zweite Beispiel sei angenommen, daß das Objekt 1 in Fig. 3 ein kleiner Motor ist, -dessen in F i g. 5 a dargestellter Anlaufvorgang registriert wer- den soll. F i g. 5 b zeigt den gleichen Vorgang, wie er bei Anwendung dieses Verfahrens registriert würde.
  • Die in F i g. 5 a zusätzlich dargestellten Spannungen V, die beispielsweise die Zeitpunkte der Spannungseinschaltungen an einer mit dem Objekt verbundenen Bremse oder Kupplung darstellen können. sind in der in F i g. 5 c gezeigten Art darstellbar. Wie in F i g. 3 beschrieben, werden zu den interessierenden Zeitpunkten über 17 Impulse auf 13 gegeben, und es entstehen über die Platten 9 gesteuerte sprunghafte Ablenkungen des Lichtpunktes 6 bzw. 7.
  • Bevor weitere Anwendungsmöglichkeiten und Varianten der Vorrichtung beschrieben werden, sollen zunächst die als Bestandteil des Schreiborgans besonders präparierte Kathodenstrahlröhre, die Steuerung des Schreiborgans und die dadurch erzielbaren Registrierungen näher beschrieben werden.
  • Die Form des Striches in der Aufzeichnung kann durch eine geeignete Maske an dem Schirm der Kathodenstrahlröhre bestimmt werden. In F i g. 6 a ist dargestellt, wie eine solche Maske z. B. aussehen kann. 20 gibt die Richtung der Zeitablenkung an, die durch die Platten 8 (in F i g. 3) gesteuert wird, 21 die Richtung der durch die Platten 9 gesteuerten Ablenkung. Die Maske 26 vor der Kathodenstrahlröhre 27 enthält transparente Linien 22 bis 25, die (wie in F i g. 6 b beispielsweise im Ausschnitt vergrößert dargestellt) nichttransparente Unterbrechungen enthalten können. Durch sprunghafte Spannungsänderungen an den Platten 9 - wie bereits beschrieben - springt der Lichtpunkt von einer transparenten Linie auf die andere über, und es ergeben sich auf dem Film Linienzüge, die die entsprechenden Markierungen enthalten. Diese Markierungen dienen nicht nur zur Linienunterscheidung, sondern auch als Zeitmarken, da sie in gleichmäßigen Abständen in den transparenten Linien enthalten sind. Eine Aufzeichnung, die beispielsweise mit der Linie 25 vorgenommen würde, ist stark vergrößert im Ausschnitt in F i g. 6 c dargestellt. Der gesamte Linienverlauf hat ungefähr den Charakter wie in F i g. 6e dargestellt. Eine typische Markierung durch Sprung auf eine andere Linie ist im unteren Linienzug vom F i g. 6 e angedeutet und in F i g. 6 d stark vergrößert dargestellt. Hier handelt es sich um einen kurzzeitigen Sprung von der Linie 25 in F i g. 6b auf die Linie 24. Eine vor oder in der Ebene der Maske 26 angebrachte Plexiglasleiste 29, die mit Kerben 31 versehen und durch zwei Lichtquellen 30 seitwärts angestrahlt wird, liefert leuchtende Striche, die, wenn sie geeignet lange auf den Film abgebildet werden, auf diesem die in F i g. 6 e dargestellten senkrechten Linien erzeugen.
  • Neben den vorher erwähnten feinen Zeitmarken in den transparenten Linien können diese Linien als grobe Zeitmarken und gleichzeitig als Bezugslinien zu Winkelmessungen an den Aufzeichnungen dienen.
  • Eine Öffnung 28, vor die man ein Zeichen schieben kann, könnte vorgesehen werden, um den Film -allerdings im Stillstand - mit diesem Zeichen zu signieren.
  • Bei größeren Objekten, bei denen die zusätzliche Belastung durch einige Rollen den zu messenden physikalischen Vorgang nicht stört, kann man auch daran denken (wie in F i g. 7 a dargestellt), einen längeren Film durch eine Rolle am Objekt von einer Filmtrommel auf eine andere spulen zu lassen und die Registrierung der Objektbewegung an der Stelle vorzunehmen, an der der Film fest am Objekt liegt und jede Bewegung mitmacht. Oder man läßt einfach (wie in F i g. 7 b dargestellt) ein Stück losen Filmes in einer Rollenvorrichtung zur Registrierung am Objekt vorbeilaufen.
  • Für die Registrierung translatorischer Vorgänge läßt sich dieses Verfahren analog anwenden (s.
  • F i g. 7 c). Es wird sich besonders für Untersuchungen an sehr leichten Teilen eignen und ganz allgemein mit Vorteil zur Untersuchung von ruckartigen Bewegungen und eventuell auch von Stoßvorgängen angewendet werden können.
  • Gemischt translatorische und rotatorische Bewegungen (wie in Fig. 7d angedeutet) können bei geeigneter Wahl der Zeitablenkungsrichtung und vor allem unter Ausnutzung der an F i g. 6 beschriebenen Zeitmarken in den Linienzügen ebenfalls registriert werden.
  • Weitere Varianten des hier beschriebenen elektronisch gesteuerten Registrierverfahrens können erzielt werden durch Verwendung von Mehrstrahlkathodenröhren, bei denen die einzelnen Strahlen nach verschiedenen Gesichtspunkten gesteuert werden. Man könnte die Steuerung - im Gegensatz zu den bisher beschriebenen Zeitablenkungen mit konstanter Ablenkgeschwindigkeit - nach einer geeigneten Funktion, beispielsweise der für den zu untersuchenden Vorgang erwünschten Sollfunktion, vorgeben und erhielte dann aus den Aufzeichnungen durch die Abweichungen von beispielsweise einer Geraden oder gar einem Punkt auf den ersten Blick Aufschluß über den Vorgang.
  • Ferner könnte beispielsweise ein Rotationsvorgang auf einem ebenen Film registriert werden, der stirnseitig am Objekt angebracht ist, während die Kathodenstrahlröhre und die Optik in Richtung der Drehachse des Objektes angeordnet sind. Durch radiale oder zirkulare Ablenkung des Lichtpunktes auf einem Kreis oder einer Spirale oder nach einer geeigneten Funktion ergeben sich auch hierbei meßtechnisch interessante Varianten für Registrierungen in Polarkoordinaten. Neben den erwähnten Vorteilen dieses Verfahrens ergibt sich hierbei außerdem, daß das Objekt in diesem Fall nur durch ein kleines Stückchen Film belastet ist.
  • Will man im abgedunkelten Raum bei Rotlicht arbeiten, muß der Film vor Tageslichteinfiuß geschützt werden. In F i g. 8 ist dargestellt, wie ein kameraähnliches Gerät im Prinzip aussehen kann, mit dem auch bei Tageslicht registriert werden kann.
  • Am Objekt 40 ist ein Drehteil 41 befestigt, in welches die Schraube 44 eingeschraubt wird und die Filmtrommel 45 mit dem Film 46 und der darüberliegenden Hülse 43 hält. Die Hülse liegt lose auf der Filmtrommel 45 und schützt nur vor Lichteintritt von außen. Während der Aufnahmen drehen sich nur die Filmtrommel 45 mit Film 46 und die Schraube 44, während durch den Schlitz 42 der Lichteintritt für die Registrierung erfolgt.
  • Nach der Belichtung des Filmes wird der Schlitz 42 geschlossen, und die Teile 42 bis 44 werden zur Entwicklung des Filmes in die Dunkelkammer gebracht.
  • Erforderlichenfalls muß auch der Strahlengang von der Kathodenstrahlröhre bis zur Hülse 43 durch einen Tubus abgedeckt werden.
  • Dieses Verfahren kann auch in einer Art angewendet werden, bei der der Film nicht vom Objekt bewegt wird, sondern das Objekt durch ein kleines optisches System dem bereits mit der Zeitablenkung behafteten Lichtstrahl zusätzlich eine Ablenkung entsprechend dem zu registrierenden Vorgang aufprägt.
  • In Fig. 9 ist beispielsweise eine solche Vorrichtung im Prinzip dargestellt. Der an der Kathodenstrahlröhre 50 durch das in Fig. 3 beschriebene Steuergerät gesteuerte Lichtpunkt wird durch den halbdurchlässigen Spiegel 51 über die Optik 52 und 53 auf den am Objekt 55 befestigten Polygonspiegel 54 abgebildet und von diesem über 53, 52 und 51 aut die Mattscheibe 56 reflektiert. Aus der Überlagerung von Zeitablenkung an 50 und Ablenkung durch den physikalischen Vorgang - hier die Drehung von 54 und 55 - ergibt sich an 56 das Weg-Zeit-Diagramm.
  • Vorteilhaft ist hierbei, daß das Objekt nur durch den Polygonspiegel 54 belastet ist, daß das Diagramm an der Mattscheibe 56 betrachtet und registriert werden kann und daß Tageslicht in dieser Anordnung kaum stört. Der Nachteil, daß bei der Anwendung des Verfahrens in dieser Art der Film nicht - wie bei der Anwendung in der vorher beschriebenen Art durch die starre Verbindung zwischen Objekt und Film bedingt - transportiert wird, wird dadurch aufgewogen, daß mit einer gewöhnlichen Kamera -wegen der Scharfstellung am besten mit einer Spiegelreflexkamera - fotografiert werden kann. Bei geeigneter Steuerung durch das in F i g. 3 beschriebene Steuergerät können auch bei Anwendung des Verfahrens in dieser Art Meßreihen, wie sie in den Darstellungen Fig.4 und 5 beschrieben wurden, registriert werden.
  • Auch die vorher beschriebene Anordnung in der Drehachse des Objektes, die vorzugsweise auf Darstellung in Polarkoordinaten führt, ist bei Anwendung des Verfahrens in dieser Art denkbar. Hierzu könnte beispielsweise ein auf der Stirnseite der Drehwelle des Objektes befestigter, schrägstehender Spiegel verwendet werden, die die Strahlen in analoger Weise auf eine rotationssymmetrische Mattscheibe reflektiert und erforderlichenfalls einen dort angebrachten Film belichtet.
  • Die in F i g. 9 dargestellte Anordnung entspricht -wie man zunächst sieht - im wesentlichen dem Aufbau des optischen Systems eines Schleifenoszillographen. Es sind aber demgegenüber in der Wirkungsweise auch hier die grundlegenden Unterschiede vorhanden, die in den Darstellungen Fig. 1 und 2 gezeigt wurden, wobei F i g. 1 für das Grundprinzip des Schleifenoszillographen und F i g. 2 wieder für das erfindungsgemäße Verfahren zutrifft. Der wesentliche Unterschied des in Fig.9 dargestellten Ausführungsbeispiels der Erfindung gegenüber dem Prinzip des Schleifenoszillographen soll stichwortartig angegeben werden: Zeitablenkung beim Schleifenoszillographen durch Papiertransport oder Polygonspiegel, beides mechanisch, trägheitsbehaftet; nach der Erfindung elektronisch, sehr genau, durch Steuergerät programmsteuerbar, trägheitslos.
  • Abszissenablenkung beim Schleifenoszillographen durch Galvanometerspiegel, fehlerbehaftet wegen zweimaliger Wandlung des Meßwertes; nach der Erfindung durch Polygonspiegel keine Wandlungsfehler, weil direkt vom Objekt gesteuert.
  • Wandler beim Schleifenoszillographen mechanischelektrischer Wandler mit Massenrückwirkung auf kleine Objekte; nach der Erfindung kleiner Polygonspiegel mit geringer Massenrückwirkung, berührungslos, statisch eichbar, schnelle Meßbereitschaft.

Claims (6)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Registrierung von zeitlich ablaufenden mechanischen Bewegungsvorgängen, bei dem ein elektronisch steuerbarer Schreibstrahl auf einem Aufzeichnungsträger Weg-Zeit-Diagramme zeichnet, dadurch gekennzeichn e t, daß die elektronische Auslenkung des Schreibstrahles nur in Richtung der Zeitkoordinate des Diagramms durchgeführt wird, während die der Wegkoordinate entsprechende Relativverschiebung zwischen Schreibstrahl und Aufzeichnungsträger unmittelbar durch die zu untersuchende Bewegung des Objekts erfolgt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitablenkung des Schreibstrahles durch eine elektronische Schaltung während der Registrierung nach einem Programm beliebig kontinuierlich oder stufenweise gesteuert werden kann.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitablenkung des Schreibstrahles über eine elektronische Schaltung vom Meßobjekt her gesteuert werden kann.
  4. 4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufzeichnungsträger an dem beweglichen Objekt befestigt ist.
  5. 5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 unter Verwendung eines Lichtstrahles als Schreibstrahl, dadurch gekennzeichnet, daß der Auszeichnungsträger ortsfest angeordnet ist und zur Erzeugung der wegproportionalen Auslenkung des Lichtstrahles ein Ablenkspiegel auf dem bewegten Objekt angeordnet ist.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß hinter der Zeitauslenkvorrichtung im Strahlengang auswechselbare Masken angebracht sind, um die Diagramme von übereinanderliegenden Aufzeichnungen durch unterschiedliche Struktur und/oder Stärke der Schreiblinien unterscheidbar zu machen (F i g. 6).
    In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 889 800, 833 077, 557 350; österreichische Patentschrift Nr. 124 922; USA.-Patentschriften Nr. 2 932 549, 2 606 092; Instruments and Control Systems, 35 (1962), H. 12, S. 83 bis 86.
DE1963H0048794 1963-04-08 1963-04-08 Verfahren zur Registrierung von zeitlich ablaufenden mechanischen Bewegungsvorgaengen und Vorrichtung zur Durchfuehrung des Verfahrens Pending DE1237346B (de)

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