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Vorrichtung zum Lösen und Entleeren von Material aus einem Behälter
Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zum Lösen und Entleeren von Material
aus einem Behälter, der teilweise oder vollständig in einem Tragrahmen angeordnet
und mit diesem zusammen drehbar ist und der der Einwirkung eines oder mehrerer Schwingungserzeuger
ausgesetzt wird, welche innerhalb des Tragrahmens mit letzterem fest verbunden sind.
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Es ist bereits eine Reinigungsvorrichtung für Förderwagen in Form
einer motorischen Rüttelvorrichtung bekannt. Hierbei wird der zu reinigende Förderwagen
in einen Kipper gekippt und entleert, mit Hilfe eines motorischen Antriebes hin-
und herbewegt und in der unteren Stellung gegen Anschläge bewegt, wodurch die Rückstände
im Förderwagen gelöst werden.
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Der Vorgang des Lösens tritt hierbei jedesmal dann ein, wenn der Förderwagen
auf die Anschläge auftrifft, also bei einem mechanischen Stoß.
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Ferner ist eine Vorrichtung zum Entleeren von Förderwagen mit Hilfe
eines Rüttelmotors bekannt, der abhängig von der Drehung des Kippmotors mit Hilfe
von durch komprimierte Luft und Federn arbeitende Kolben von im Kippkorb befestigten
Druckzylindern kraftschlüssig gegen die Förderwagenwand gedrückt wird.
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Bei einer anderen bekannten Wagenkippvorrichtung sind auf den Wagen
einwirkende Erschütterungsvorrichtungen vorgesehen, die als Vibratoren ausgebildet
sind, welche mittels ihrer Träger kraftschlüssig gegen die Wände des in den Kippkorb
eingelaufenen Wagens bewegbar sind und während des Entleerungsvorganges mit Hilfe
einer Schaltvorrichtung selbsttätig ein- bzw. ausgeschaltet werden.
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Bei einer anderen bekannten Ausführungsform ist ein Vibrator zwischen
den Blechleisten, zwischen denen der Wagen eingeklemmt werden kann, und einem Schienenpaar
vorgesehen. Bei einer derartigen Vorrichtung kann das zu entfernende Material jedoch
nicht nach unten durchfallen. Es ist auch bereits eine Erschütterungsvorrichtung
zum Entleeren der Behålter von Güterwagen bekannt, bei der eine exzentrisch rotierende
Masse, die durch Distanzstäbe und elastische Körper frei in einem Gehäuse aufgehängt
ist, Erschütterungen erzeugt, die auf die Böden und Wandungen der Wagen und Behälter
übertragen werden.
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Im Falle einer anderen Anordnung ist eine Rüttelbrücke vorgesehen,
bei der die Schwingungserzeuger auf die Seitenwand aufgesetzt werden.
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Bei einer anderen Vorrichtung zum vollständigen Entleeren der Kippmulden
von Förderwagen, bei denen die Rüttelschiene an der Außenfläche der gekippten Fläche
der gekippten Mulde befestigt ist, wird das zu entfernende Material seitlich abgeführt.
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Schließlich sind noch Reinigungswipper bekannt, bei denen unmittelbar
unterhalb des Wipperkorbes ein starkes Vibrationssieb angeordnet ist, auf das der
um 180- gedrehte Wagen durch fest im Wipperkorb gelagerte Preßluftzylinder abgesenkt
wird. Ein derartiger Wipper kann ausschließlich das Reinigen, nicht aber auch das
Leeren besorgen.
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Die Erfindung befaßt sich mit dem Entleeren des Inhaltes von Behältern.
wie z. B. Grubenrohren, Fördergefäßen oder anderen Behältern, insbesondere wenn
der Inhalt sich beim Entleeren verdickt und zusammenballt, wie dies bei hohlförmigen
Gußteilen, die während der Behandlung oder Bearbeitung Bohrschuß, Schleifstaub oder
Gesteinsschutt u. dgl. enthalten, bei Gießkästen, Trommeln, die pulveriges Material
beinhalten, das nicht ausreichend fließfähig ist, usw. der Fall ist.
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Bei Grubenrohren beispielsweise kann eine Zusammenballung von Kohle
oder Erz entstehen, die nicht aus dem Behälter fällt, wenn dieser gekippt wird,
bzw. wenn dessen Boden entfernt wird, wobei der im Behälter verbleibende Teil einen
verhältnismäßig großen Anteil der Gesamtkapazität ausmacht. Dieses Material würde
dann unerwünschterweise wieder an die Beschickungsstelle zurückgeführt werden. Im
Falle von Hohlformlingen ist es schwierig, den Bohrschuß oder den Maschinenschleifstaub,
der entfernt
werden muß, zu beseitigen. In zahlreichen Bereichen
der Industrie treten ähnliche praktische Anwendungsfälle auf, z. B. dort, wo Zement,
Ton, Rohzink und anderes zusammenbackendes Material vorliegt.
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Ziel der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, um derartiges
Material aus einem Behälter zu lösen und zu entfernen, das sich im Behälter zusammengeballt
hat und bewegungsunfähig geworden ist, oder das auf Grund einer besonderen, einspringenden
Formgebung (wie bei Hohlformlingen) ein Entfernen sehr erschwert. Dabei soll die
Vorrichtung so beschaffen sein, das die Schwingungserzeuger nachgiebig mit dem Hauptrahmen
verbunden sind und daß das zu lösende und zu entfernende Material bei um 180 verschwenktem
Gestell etwa senkrecht aus dem Behälter fällt und durch Gitter hindurch in ein entsprechendes
Füllgefäß gelangt.
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Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß die Schwingungserzeuger
mit Gittern versehen sind, welche mit dem Tragrahmen über nachgiebige Bauteile verbunden
sind. Die Schwingungserzeuger können dabei in einer Drehstellung oder zwischen Drehstellungen
arbeiten.
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Die Arbeitsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist folgende:
Der Grubenwagen wird auf die Geleise der Vorrichtung aufgefahren und der Elektromotor,
der den Antriebsmechanismus betätigt, eingeschaltet. Das Gestell wird dann um 1800
geschwenkt, und während dieses Schwenkvorganges wird der Grubenwagen um seine Längsachse
gedreht und über Führungen auf die Gitter gebracht. Sobald eine Drehung um 180 erfolgt
ist, werden die Schwingungserzeuger eine bestimmte Zeitdauer lang eingeschaltet.
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Anschließend werden sie abgeschaltet, und das Gestell kehrt in die
Ausgangsstellung zurück. Während des Schwingungsvorgangs wird das gesamte verdickte
und zusammengeballte Material gelöst und fällt durch die Gitter in ein entsprechendes
Füllgefäß. Der Grubenwagen, der nunmehr von dem zusammengeballten Material befreit
ist, wird dann wieder aus dem Gestell herausgefahren.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung sind an Hand der Zeichnungen erläutert.
In diesen zeigt Fig. 1 eine Seitenansicht einer Ausführungsform im Längsschnitt,
F i g. 2 eine Ansicht der Ausführungsform nach Fig. 1 im Querschnitt, F i g. 3 und
4 Seiten- und Endansichten einer weiteren Ausführungsform und F i g. 5 einen Querschnitt
einer dritten Ausführungsform.
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In den F i g. 1 und 2 besteht der Tragrahmen aus mit Flanschen versehenen
Stahlringen 1, 2, 3 und 4, die durch gekreuzte Stahlrohrteile 5 miteinander verbunden
sind. Jeder Stahlring weist einen Plattenabschnitt 6 auf, der zentrisch auf der
inneren Fläche angeschweißt ist, so daß die Kreisform des Stahlringes beibehalten
wird, und der eine rechteckförmige Öffnung 7 besitzt, die gerade groß genug ist,
damit ein Grubenwagen 8 eingefahren werden kann.
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Dieser Tragrahmen ist von vier Stahlrädern 9 auf jeder Seite getragen,
die Räder haben Reifen aus Polyurethan oder ähnlichem Material und passen zwischen
die Flansche der Stahlringe 1, 2, 3 und 4.
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Jeder Rädersatz ist auf einer Leerlaufwelle 10 angeordnet, die auf
vier sich selbst ausrichtenden Kugelrollen-Stehlagern 11 für schwere Belastung abgestützt
sind.
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Der Unterteil des Rahmens weist eine zentrische Laufgang-Gitterplatte
l2 und zwei Schienen 13 für die Räder 15 des Grubenwagens 8 sowie Flanschführungen
14 auf.
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Damit eine Drehung des Tragrahmens möglich ist, sind gewalzte Ringe
16 und 17 mit jedem der Stahlringe 2 und 3 verschweißt, ferner sind Ketten 18 und
19 mit den Ringen 16 und 17 befestigt. Diese Ketten liegen zwischen den Flanschen
der Ringe, so daß sie nach Art von Zahnstangen wirken, und verlaufen etwa über 2202
des Umfanges der Ringe. Jede Kette wird von einem Antriebskettenrad 20 angetrieben;
einKettenrad ist jeweils an einem Ende der Welle 21 befestigt.
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Ein drittes Kettenrad 22 ist in der Mitte der Welle befestigt und
wird von einer Kette 23 über ein Untersetzungsgetriebe über einen Elektromotor angetrieben.
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Zwei elektrische Schwingungserzeuger 24 und 25 sind mit Gittern 26
und 27 versehen, die mit dem Tragrahmen über nachgiebige Bauteile 28 befestigt sind.
Die Schwingungserzeuger weisen jeweils einen Elektromotor auf, der eine Massenunwucht
antreibt.
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F i g. 3 und 4 zeigen ein zweites Ausführungsbeispiel, bei dem der
Grubenwagen um die Querachse geschwenkt wird. Ein Traggerüst weist ein dreieckförmiges
Gestell, bestehend aus zwei geneigten Stützen 29 und 30 an jedem Ende, auf, die
an ihren oberen Enden durch Querbauteile 31, 32 und 33 verbunden sind.
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Ein Traggestell 34 für den Grubenwagen 35 ist innerhalb des Traggerüstes
auf zwei Stahlwellen36 und 37 angeordnet, die in Lagern 38 und 39 laufen, welche
ihrerseits von die geneigten Stützen 29 und 30 verbindenden Trägern 40 getragen
werden. Die Welle 37 erstreckt sich über das Traggerüst hinaus und nimmt ein Kettenrad
41 auf, das über eine Kette 42 von einem Elektromotor 43 angetrieben wird. Der Elektromotor
bewirkt eine Drehung des Traggestelles 34.
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Das Traggestell 34 weist Schienen 44 und Flanschführungen 45 zur
Aufnahme der Räder 46 des Grubenwagens 35 auf. In diesem Falle ist ein einzelner
Schwingungserzeuger 47 mit einem Gitter 48 verbtnden. Das Gitter ist mit dem Gestell
34 über nachgiebige Bauteile 49 ähnlich wie im vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel
verbunden.
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Die Wirkungsweise dieses Ausführungsbeispieles ist ähnlich der der
Anordnung des vorbeschriebenen Beispieles. In beiden Fällen wird die gesamte Vorrichtung
von einem nicht dargestellten Steuerpult aus ferngesteuert, das Steuerpult erhält
einen EIN-AUS-schalter und einen Druckknopf zur Einleitung des Arbeitsvorganges.
Die Schwingungsdauer ist bis zu einem Maximum von 60 Sekunden veränderlich, sie
kann mit Hilfe einer Einstellscheibe auf dem Steperpult geändert werden.
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Fig.5 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel, das besonders zum Entleeren
von Formlingen u. dgl. geeignet ist. Ein Traggestell 50 ist in einem Gerüst 51 über
nachgiebige Bauteile 52 befestigt. Das Gerüst 51 ist so angeordnet, daß es innerhalb
eines starren äußeren Gerüstes 53 drehbar ist, auf welchem ein Elektromotor 54 angebracht
ist. Dieser Elektromotor schwenkt das Gerüst 51 und das Traggestell 50 über Kettenräder
55 und 56 sowie über Ketten 57. In einer abgeänderten Ausführungsform können die
Ketten in der in Fig. 1 gezeigten Welle angeordnet sein. Ein Schwingungserzeuger
58 ist auf dem Traggestell 50 befestigt.
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Der zu entleerende Formling 59 ist mit dem Traggestell 50 zwischen
einer starren Befestigung 60 und einem hydraulischen Kolben 61 festgeklemmt. Die
Energie für den Kolben wird von einer Pumpe 62 geliefert, wobei das hydraulische
Druckmittel durch flexible Leitungen 63 und 64 strömt. Bei einem Formling ist es
oft erwünscht, die Anordnung um mehrere Umdrehungen zu verdrehen, und dies wird
dadurch ermöglicht. daß die flexiblen Leitungen um eine Trommel 65 gewickelt werden,
welche mit dem Gerüst 51 befestigt ist. Das Festklemmen kann auf pneumatischem oder
mechanischem Wege erfolgen.
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Um die Vorrichtung zu betreiben, wird der Formling in seiner Stellung
festgeklemmt und der Antriebsmotor eingeschaltet, so daß das Gerüst 51. das Traggestell
50 und der Formling 59 sich langsam als gemeinsamer Bauteil drehen. Der Schwingungserzeuger
58 kann eine beliebige Zeitperiode lang eingeschaltet werden, entweder während der
Drehung oder wenn der Formling seine oberste Stellung einnimmt und stillsteht. Wie
bereits erwähnt, können mehrere Umdrehungen der Vorrichtung erwünscht sein, die
Richtung der Drehung wird dann umgekehrt.