DE121997C - - Google Patents

Info

Publication number
DE121997C
DE121997C DENDAT121997D DE121997DA DE121997C DE 121997 C DE121997 C DE 121997C DE NDAT121997 D DENDAT121997 D DE NDAT121997D DE 121997D A DE121997D A DE 121997DA DE 121997 C DE121997 C DE 121997C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
glue
acids
alkalis
neutralized
evaporated
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT121997D
Other languages
English (en)
Publication of DE121997C publication Critical patent/DE121997C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23JPROTEIN COMPOSITIONS FOR FOODSTUFFS; WORKING-UP PROTEINS FOR FOODSTUFFS; PHOSPHATIDE COMPOSITIONS FOR FOODSTUFFS
    • A23J3/00Working-up of proteins for foodstuffs
    • A23J3/04Animal proteins
    • A23J3/06Gelatine

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Nutrition Science (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Food Science & Technology (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Medicines That Contain Protein Lipid Enzymes And Other Medicines (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Man hat bis jetzt aus den Albuminen, Kohlehydraten und auch aus Fetten künstliche Nährpräparate hergestellt.
Die den Albuminen nahestehenden Albuminoide hat man noch nicht zur Darstellung solcher Präparate benutzt.
Die Bedeutung der Albuminoide als Nahrungsmittel ist dahin festgelegt worden, dafs sie aufserordentlich eiweifssparend wirken, mindestens doppelt so stark als Kohlehydrate und Fette, und dafs bei Darreichung des Minimalmafses Eiweifs, welches als Organeiweifs zum Ansatz kommt, die Leimstoffe vollständig als Ersatz, des Circulationseiweifses gelten können.
Die Albuminoide werden vollständig und schnell im Organismus ausgenutzt.
Mit Rücksicht auf das physiologische Verhalten der erwähnten Stoffe und erfahrungsgemäfs spielen die aus Leim gewonnenen Küchenproducte, wie Suppen und Gallerte, eine hervorragende Rolle in der Krankendiät, speciell bei Krankheiten, für welche sich der Genufs von Kohlehydraten und Fetten mehr oder minder verbietet: Magen-, Darm-, Stoffwechselkrankheiten, Fieber.
Vor' 50 bis 100 Jahren ist durch Graf Rumford und Andere der Versuch gemacht worden, die in den Knochen u. s. w. vorhandenen Nahrungsstoffe der Volksernährung zugänglich zu machen. Trotzdem ist es heute noch, auch bei richtiger Einreihung des Leimes unter die Nährstoffe, eine anerkannte Nothwendigkeit, die Albuminoide mehr und in bequemerer Form als zur Zeit in die Volksernährung einzuführen.
Die Leimstoffe eignen sich in natürlicher oder durch bisherige Fabrikation und Küchenzubebereitung gegebener Form nicht zur Aufnahme in gröfseren Mengen, und zwar wegen ihrer Unlöslichkeit in kaltem Wasser, wegen ihres faden Geschmackes, ihrer Gelatinirbarkeit und Klebekraft, und endlich weil. bei nicht ganz schneller Resorption Gährungsvorgänge zu Störungen im Organismus führen können.
Hieraus resultirte die Aufgabe, wenn man die Möglichkeit gewinnen wollte, die Leimstoffe in grofsen Quantitäten der Krankenkost und event, der Volksernährung zugänglich zu machen, einen im Gegensatz zu »flüssigem Leim« wenig klebekräftigen, in kaltem Wasser leicht löslichen, in hohen Concentrationen nicht gelatinirbaren Leim herzustellen.
Es hat sich in zahlreichen Versuchen herausgestellt, dafs man auf zwei Wegen dieses gewünschte Resultat erreichen kann, nämlich indem man Leim in wässeriger Lösung unter Zusatz geringer Mengen von Säuren bezw. Alkalien bei Temperaturen unter ioo° mehrere Stunden erwärmt, die Lösungen sodann neutralisirt und die von den entstandenen Salzen in passender Weise befreiten Lösungen zur Trockne verdampft.
Aus der Litteratur ist es allerdings bekannt (Kühne, Lehrbuch der physiologischen Chemie, 1868, S. 357, Abs. 3), dafs Leim beim längeren Stehen oder schwachen Erwärmen mit sehr verdünnten Säuren oder Alkalien die Gelatinir-
fähigkeit einbüfst.
Es
ergiebt sich aber auch
aus der Abhandlung von Dr. Johann Etzinger (Zeitschrift für Biologie, io., 1874, S. 84 ff.), dafs der nach Kühne behandelte Leim beim Entfernen der verwendeten Säuren seine Gelatinirfähigkeit wieder erlangt.
Andererseits ist es gleichfalls bekannt, dafs durch Erhitzen auf Temperaturen über ioo° und mit starken Säuren eine dauernde Entgelatinirung des Leimes stattfindet. Wie aber aus den Arbeiten von Paal (Ber. d. d. ehem. Ges., XXV, S. 1202 ff.) folgt, führt eine solche energische Behandlung des Leimes zu einer weitergehenden Hydrolysirung unter Bildung bitter schmeckender Peptone bezw. Peptonsalze, welch letztere dadurch charakterisirt sind, dafs sie die Säure so energisch gebunden halten, dafs letztere durch einfache Neutralisation nicht entfernt werden kann.
Im Gegensatz zu obigen bekannten Umwandlungsprocessen des Leims besteht nun die vorliegende Erfindung darin, dafs es nach ihr gelingt, bei Anwendung einer mittleren Temperatur Producte zu erhalten, welche einerseits völlig entgelatinirt sind, und aus denen sich andererseits dennoch durch einfache Neutralisation das die Umwandlung bewirkende Mittel völlig entfernen läfst.
i. 25p g Gelatine werden in 2500 ecm Wasser:'gelöst und nach Hinzufügen von 50 g Salzsäure während 6 Stunden über dem Wasserbade auf 60 bis 700 erhitzt: Nach Neutralisation mit Soda werden durch 24 stündige Dialyse die gebildeten und vorhandenen Salze entfernt. . Die dialysirte Flüssigkeit wird filtrirt und bei gelinder Temperatur eingedampft. Man erhält ca. 180 g eines porösen, leicht pulverisirbaren Productes.
2. 250 g Gelatine werden in 2500 ecm Wasser gelöst und mit 40 g Soda auf 90 ° unter Rühren während 6 Stunden erwärmt, mit Salzsäure neutralisirt und wie oben behandelt.
An Stelle von Salzsäure können in obigem Verfahren auch andere Säuren, wie Schwefelsäure, schweflige Säure, Phosphorsäure bezw. an Stelle der Soda andere schwach alkalische Substanzen verwendet werden.
Die Dialyse kann in geeignetem Falle, z. B. bei Anwendung von Schwefelsäure und Phosphorsäure, durch Fällung (mit Kalk) ersetzt werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Ueberführung von Leim in ein leicht lösliches, wenig klebendes und nicht gelatinirendes Nährpräparat, dadurch gekennzeichnet, dafs der Leim in wässeriger Lösung unter Zusatz geringer Mengen Säuren · oder Alkalien bei Temperaturen unter too0 mehrere Stunden erwärmt, die Lösungen sodann neutralisirt und nach Befreiung von den entstandenen Salzen zur Trockne eingedampft werden.
DENDAT121997D Active DE121997C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE121997C true DE121997C (de)

Family

ID=390955

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT121997D Active DE121997C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE121997C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69516681T2 (de) Immunopotentiator und Verfahren zu seiner Herstellung
CH646981A5 (de) Verfahren zur herstellung von oligopeptiden.
DE121997C (de)
DE3850262T2 (de) Verfahren zur herstellung einer physiologisch aktiven substanz aus samenschalen von föhren und ein gegen infektionen aktives mittel, hauptsächlich auf der basis von diesem extrakt.
US926280A (en) Process of preparing concentrated hydrated magnesia.
DE288375C (de)
DE202022103484U1 (de) Niedermolekulare Hyaluronsäure zur dermatologischen Verwendung
DE118839C (de)
DE565242C (de) Verfahren zur Herstellung von Pektin
DE437001C (de) Verfahren zur Darstellung von Abbauprodukten aus Keratinsubstanzen
DE405017C (de) Verfahren zur Darstellung komplexer Silberverbindungen schwefelhaltiger Carbonsaeuren
DE222153C (de)
CH619364A5 (de)
JPH0231941B2 (de)
DE739511C (de) Verfahren zur Herstellung von kolloiden Silberpraeparaten
CN1089931A (zh) 全价肥及其生产工艺
DE427275C (de) Verfahren zur Darstellung wasserloeslicher Eiweissderivate
DE120112C (de) Verfahren zur Reinigung von Eiweissstoffen
DE463805C (de) Verfahren zur Darstellung haltbarer, sterilisierbarer Loesungen, die Phosphor in organischer Bindung sowie gebundenes Gold enthalten
DE1065133B (de) Verfahren zur Reinigung von aus Speichel bzw. Speicheldruesen gewonnenem Rohparotin
AT122466B (de) Verfahren zur Behandlung von Bierhefe zwecks späterer Verwendung derselben bei der Brotfabrikation, Zuckerbäckerei u. dgl.
DE657129C (de) Verfahren zur Herstellung von Loesungen oder Extrakten aus Bakterien, Pollen oder sonstigen pflanzlichen Zellen
DE523200C (de) Verfahren zur Herstellung von kaltfluessigem Leim
DE2232949A1 (de) Verfahren zum herstellen von nicht oxydiertem, reinem zuckerrohrsaft
DE320785C (de) Verfahren zur Herstellung von Arzneimitteln gegen Avitaminosen