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Aufreihvorrichtung für gelochtes Schriftgut in Mappen, insbesondere
Sammelmappen Die Erfindung bezieht sich auf eine Aufreihvorrichtung für gelochtes
Schriftgut in Mappen, insbesondere Sammelmappen, bestehend aus zwei biegsamen, ein
einziges Aufreihloch des gelochten Schriftgutes von zwei einander entgegengesetzten
Richtungen durchsetzenden Aufreihzungen.
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Eine solche Aufreihvorrichtung ist jedoch nur für sogenannte Abheftmappen
geeignet, das heißt für Sammelmappen, die mit dem Schriftgutstapel für die Altablage
bestimmt sind. Die Anweisung für die Bedinung der bekannten Aufreihvorrichtung geht
nämlich dahin, daß die jeweils mit einer plattenartigen auf der oberen und unteren
Seite eines Schriftgutstapels auflegbaren Lagerung versehenen Aufreihzungen von
oben und unten eingeführt und bis zum Zusammenpressen des Schriftgutstapels und
Aufliegen der Platten zusammengeschoben werden. Hierauf werden die beiden Zungenenden
um 90° gegen die Platten umgelegt, so daß damit der Stapel zusammengehalten wird.
Eine solche Aufreihvorrichtung gestattet zum Entnehmen oder Einlegen einzelner Schriftstücke
höchstens eine ungleiche Teilung des Schriftgutstapels, wobei dann der eine Stapelteil
auf der oberen und der aridere Stapelteil auf der unteren Aufreihzunge aufgereiht
bleibt. Als Aufreihzungen können hierbei nur solche dienen, die starr genug sind,
um ein Umlegen der Zungen um 90° und ein Verbleiben in dieser Stellung zulassen.
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Diese Aufreihvon-ichtung läßt bei einer Anordnung an zwei Innenfalzen
einer Sammelmappe eine hemmungsfreie Führung der beiden zusammenwirkenden Aufreihzungen
und eine einfache und schnelle Handhabung nicht zu, weil die die Aufreihzunge halternde
Lagerung das Durchstecken der anderen Zunge behindert oder sogar unmöglich macht,
wenn der zugeordnete Innenfalz durch das zunehmende Gewicht des aufzureihenden Schriftgutstapels
gegen die Innenseite des entsprechenden Umschlagdeckels gedrückt wird.
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Ferner ist es bei Schnellhefter und Sammelmappen für gelochtes Schriftgut
bekannt, an Stelle metallischer Aufreihzungen solche aus Kunststoff zu verwenden,
die flach, elastisch und biegsam sind. Diese Aufreihzungen werden einzeln, unter
anderem auch an den Innenfalzen eines Schnellhefters oder eine Sammelniappe mittels
je einer breit angelegten Wurzel in einer Durchbrechung bajonettverschlußartig verankert.
Mit dem frei auslaufenden Ende sind sie in einer weiteren, auf gleicher Höhe liegenden
Durchbrechung des anderen Innenfalzes verschiebbar geführt. Hierbei sind die freien
Enden der Aufreihzungen zum Halten des aufgereihten Schriftgutstapels beim Schließen
des Schnellhefters mit der Flachseite quer zum Heftrand des Schriftgutes umlegbar.
Sie sind auch in Kanäle, Brük= ken, Bügel od. dgl. einsteckbar, die an dem Umschlagdeckel
vorgesehen sind, der gegebenenfalls auch ohne Zwischenschaltung eines Innenfalzes
unmittelbar am Rücken aasgelenkt ist. Dadurch ist zwar ein buch= artiges Umblättern
des aufgereihten Schriftgutes möglich, beim Entnehmen oder Einordnen eines Schriftstückes
bleibt jedoch der abgehobene Teilstapel ohne Führung. Er kann daher ohne weiteres
durcheinandergeraten. Demgegenüber ist es auch bekanntgeworden, an jedem Innenfalz
eines Schnellhefters mit zwei Innenfalzen zwei Aufreihzungen anzuordnen und die
beiden Paare auf ein vorbestimmtes Maß gegeneinander zu versetzen. Die Aufreihzungen
liegen dadurch auf ungleichen Höhen einander gegenüber. Eine solche Aufreihvorrichtung
kann daher nur eine Vierlochmechanik ersetzen, die in jedem aufzureihenden Schriftstück
vier Aufreihlochungen erfordert.
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Schließlich ist es auch bekannt, an Stelle einer starren Aufreihvorrichtung
aus senkrecht stehenden Röhrchen und einem Rücklegebügel mit starren Einsteckdrähten,
Röhrchen aus verhältnismäßig nachgiebigem Kunststoffschlauch anzuordnen und hierzu
den einsteckbaren Rücklegebügel aus Kunststoff zu verwenden, dessen Einsteckenden
olivenartig abgesetzt sind. Die quer zu den Innenfalzen umlegbaren Aufreihröhrchen
werden unter einer Deckschiene festgeklemmt, wobei jede Zunge eine randoffene Ausnehmung
der Deckschiene überragt. Dadurch wird zwar eine Lesestellung bei geöffnetem Schnellhefter
und Deckschiene ermöglicht, aber doch nur unter der Voraussetzung eines erheblichen
Aufwandes hinsichtlich einer Deckschiene und eines Rücklegebügels, die außerdem
zu ihrer Bedienung zusätzliche Handgriffe erfordern.
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Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, .die bekannte
Aufreihvorrichtung aus zwei biegsamen, ein einziges Aufreihloch des, gelochten Schriftgutes
von zwei einander entgegengesetzten
Richtungen durchsetzenden Aufreihzungen
so weiterzubilden, daß sie bei Andendung in einer'Mäppe bzw. Sammelmappe oder in
einem Schnellhefter ohne besonderen Werkstoffaufwand und Maßnahmen ein buchartiges
Umblättern des aufgereihten Schriftgutes ermöglicht und trotzdem eine sichere Halterung'
des aufgereihten Schriftgutstapels gewährleistet,: . . _ Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß
- i.p, vorteilhafter Weise dadurch gelöst, daß bei einer Sammelmappe mit einem zwei
Innenfalze verb''indenden Rükken jede quer zu diesem umlegbare Aufreihzunge an einem
Innenfalz befestigt ist, und daß zum Niederhalten einer umgelegten Aufreihzunge
am Fußende der jeweils anderen Aufreihzunge am- entsprechenden Innenfalz eine Durchbrechung
vorgesehen ist, derart, daß die beiden aus -flachem, elastisch biegsamem Kunststoff
bestehenden und jeweils in gleicher Höhe liegenden Aufreihzungen für 'ein Aufreihloch
im Schriftgut nach dem Umlegen und Durchsetzen des zugeordneten Innenfalzes durch
Gegeneinanderschieben eine Brücke veränderlicher Länge bilden.
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Bei der erfindungsgemäß ausgebildeten Aufreihvorrichtung wird jedoch
nicht nur das Brückenbilden für die Lesestellung und das buchartige Umwenden der
aufgereihten Blätter ermöglicht, sondern auch das Auf- und Abreihen von Schriftgut
durch Trennen der Brücke durch geringes Anheben des Schriftgutstapels erleichtert.
Dadurch ist eine hemmungsfreie Führung der Aufreihzungen gewährleistet, die eine
schnelle und denkfreie Handhabung zuläßt.
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Es sind allerdings auch Sammelmappen bekannt, die beiderseits des
Mappenrückens in jeweils gleicher Höhe einander gegenüberliegend je zwei Aufreihzungen
aufweisen. Die Aufreihzungen sind drehbar gelagert und werden zum buchartigen Umblättern
des aufgereihten Schriftgutes brückenartig und lösbar miteinander verbunden: Hierzu
haben die Aufreihzungen des einen Umschlagdeckels an den Enden eine Hülse, in welche
das freie Ende der gegenüberliegenden Aufreihzunge hineingeschoben wird. Dadurch
wird jedoch jede Brücke oberhalb der Längsmittellinie des Mappenrückens verdickt.
Es besteht daher die Gefahr, daß beim Umblättern die Aufreihlochungen des Schriftgutes
eingerissen werden. Außerdem haben die Aufreihzungen nur eine kurze Länge und sind
deshalb für Sammelmappen mit großem Füllvolumen nicht geeignet.
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In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
schematisch dargestellt. Es zeigt F i g. 1 eine aufgeschlagene Sammelmappe für gelochtes
Schriftgut in- Draufsicht, Fi g. 2 die Sammelmappe in einem Querschnitt nach der
Linie I1-II in F i g. 1, F i g. 3 zwei miteinander zu einem Aufreihband verbundene
Aufreihzungen in Ansicht, ' F i g. 4 eine geöffnete Sammelmappe entsprechend F i
g. 1 in Draufsicht mit etwas abgeänderten Aufreihzungen,.
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Fig. 5 die Sämmehnappe in einem Querschnitt nach der Linie IV-IV in
F i g. 4,.
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F i g. 6 zwei einzelne: in gleicher Höhe einander gegenüberliegende
Aufreihzungen mit Verankerungsfuß in Draufsicht.
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. Aufreihvorrichtungeri nach der Erfindung bestehen aus flachen, elastisch
biegsamen bandförmigen Aufreihzungen 1 bzw. 2 nach den F i g. 3 und 6. Sie kommen
mit ihrer Flachseite parallel zum Rücken einer Sämmelniappe 3 nach den F i g. .l
-oder 4. zur Anordnung, wobei sie in Ausnehmungen oder Durchbrechungen z. B. von
festen oder losen Innenfalzen 6 verankert sind. Die Durchbrechungen können dabei
eine beliebige Umrißform aufweisen und z. B. schlitzförmig, oval od. dgl. sein.
Vorzugsweise sind diese Durchbrechungen rund. Bei jeder Ausführungsart der Durchbrechungen
ist das Aufreihen des Schriftgutes bzw. der losen Blätter 5 mittels der Aufreihzungen
1 oder 2 gesichert. Ein Zungenpaar nach F i g. 3 ist von einem U-förmig gebogenen
Aufreihband gebildet, wobei die als Aufreihzungen 1 dienenden Schenkel durch Verdrehen
um 90° gegenüber dem Steg 1c mit ihrer Flachseite parallel zum Mappenrücken stehen.
Dieses Zungenpaar wird so in den zugeordneten Innenfalz eingesteckt, -daß der Steg
1c mit seiner Flachseite unterhalb dieses Innenfalzes 6 anliegt und -gegebenenfalls
mit diesem fest verbunden werden kann.
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Je ein Zungenpaar nach F i g. 3 wird nach den F i g. 1 und 2 an beiden
Innenfalzen 6 der Sammelmappe, und zwar in gleicher Höhe angeordnet, so daß sich
die durch den Steg 1 c miteinander verbundenen Aufreihzungen 1 a den Aufreihzungen
1 b einander gegenüberstehen. Nachdem das Schriftgut auf dem einen Zungenpaar aufgereiht
ist, werden beide Aufreihzungen durch die Ausnehmungen des gegenüberliegenden Falzes
6 geführt und verwahrt. Nunmehr wird das auf dieser Seite verankerte Zungenpaar
1b gegenläufig über die Oberseite des ersten Zungenpaares la geschoben, so daß je
zwei Aufreihzungen flach aufeinanderliegen und eine zweifache Rufreihung hergestellt
ist. Diese Zungenpaare folgen nun beim Schließvorgang der Sammehnappe selbsttätig
der Bewegung der Mappendeckel bzw. der Innenfalze, wenn z. B. der rechte Mappendeckel
bzw. Innenfalz auf den linken Mappendeckel bzw. Innenfalz umgeschlagen wird. Hierbei
schieben sich alle Aufreihzungen mit ihren Enden durch den gegenüberliegenden Innenfalz
hindurch. Beim Öffnen wird die Brückenstellung selbsttätig durch Herausziehen der
Aufreihzungen aus den jeweils gegenüberliegenden Innenfalzen erreicht. Der Raum
zwischen den Hefträndern zweier Schriftgutteilstapel5 liegt nach dem Öffnen der
Sammelmappe frei.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach den F i g. 3 bis 6 sind zum Aufreihen
einzelne Zungen 2 und 2 a vorgesehen; von denen jede einen eigenen Verankerungsfuß
7 aufweist. Dieser besteht z. B. aus einem kreisförmigen Plättchen, das einen nach
der Kreismitte verlaufenden sektorartigen Ausschnitt 7 a aufweist, der in der Kreismitte
durch die Wurzel der Aufreihzunge 2 bzw. 2 a begrenzt wird. In zwei sich in gleicher
Höhe gegenüberliegenden Durchbruchsstellen, z. B. in Innenfalzen 6 nach F i g. 5,
werden solche Aufreihzungen 2 hindurchgezogen und finden dabei einen unverrückbaren
Sitz. Die Lage der Aufreihzungen ist dabei dieselbe wie bei dem vorherigen Ausführungsbeispiel.
Da nach dem Aufreihen von Schriftgut auch diese Aufreihzungen 2 jeweils gegenläufig
durch die gegenüberliegende zugeordnete Ausnehmung des entsprechenden Innenfalzes
hindurchgeschoben werden, so lassen sie sich beim Öffnen und Schließen der Sammelmappe
bzw. der Innenfalze ohne Widerstand auch aufeinander verschieben. Zur weiteren Erleichterung
dieses Vorganges beim Öffnen oder Schließen der Sammelmappe dienen die kreissektorärtigen
Aussparungen 7 a im Verankerungsfuß 7 der Aufreihzungen als Führungen. Der Verankerungsfuß
kann
auch in einer anderen als kreisrunden Form ausgebildet und auch unmittelbar auf
der Innenseite des zugeordneten Mappendeckels, z. B. durch Aufkleben, befestigt
werden.
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Schließlich ist es noch ein besonderer Vorteil der erläuterten Aufreihvorrichtung,
daß bei einer erforderlichen Zwischenheftung von weiterem Schriftgut, z. B. einer
neuen Preisliste, etwa in der Mitte des aufgereihten Schriftgutstapels die Aufreihzungen
beider Innenfalze senkrecht stehen, so daß das Aufreihen links oder rechts vorgenommen
werden kann, wobei das aufgereihte Schriftgut jedoch unverrückbar durch diese Aufreihzungen
festgehalten wird.