DE117987C - - Google Patents

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DE117987C
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    • HELECTRICITY
    • H05ELECTRIC TECHNIQUES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • H05FSTATIC ELECTRICITY; NATURALLY-OCCURRING ELECTRICITY
    • H05F7/00Use of naturally-occurring electricity, e.g. lightning or static electricity

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  • Water Treatment By Electricity Or Magnetism (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- Λ* 117987 KLASSE 2\g.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 27. Mai 1900 ab.
Durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen und Beobachtungen ist nachgewiesen worden, dafs durch die festen und flüssigen Theile unserer Erdrinde fortdauernd ■elektrische Ströme verlaufen. L a mont (siehe Lam ο nt, Der Erdstrom und der Zusammenhang desselben mit dem Erdmagnetismus, Leipzig 1862) fand, dafs diese Ströme ersichtlich gemacht werden können, wenn man zwei in einer gewissen Entfernung von einander in der Richtung des magnetischen oder astronomischen Meridians in die Erde eingestellte Metallplatten über der Erdoberfläche durch eine Drahtleitung, in welcher ein Galvanometer eingeschaltet ist, mit einander verbindet. Ebenso hat derselbe, wie auch andere Forscher nachgewiesen , dafs die stärkeren Ströme dieser Art in der Richtung von Süden nach Norden verlaufen.
Auf Grund der in neuerer Zeit von den verschiedensten Seiten gemachten Beobachtungen ist man auch zu der Ueberzeugung gekommen, dafs dieser sogenannte Erdstrom eine ziemliche Gleichmäfsigkeit in seiner Spannung und Stärke aufweist (siehe Weinstein, Ueber neue Forschungen aus dem Gebiete des Erdmagnetismus und der Erdströme, Elektrotechnische Zeitschrift 1898, S. 794).
Aus den bekannten Thatsachen, dafs innerhalb der festen und flüssigen Theile der Erdrinde mit einer mehr oder weniger grofsen Gleichmäfsigkeit ein elektrischer Strom, sogenannter Erdstrom, von Süd nach Nord verläuft, konnte man schliefsen, dafs dieser Strom von einem bestimmten Punkt im Süden aus mit zunehmender Entfernung nach Norden in seiner Spannung wächst, wenn derselbe auf diesem Wege durch einen Leiter geführt wird, welcher dem Strom geringen Widerstand bietet. Trotz des Bekanntseins dieser Thatsache war man bisher doch noch nicht im Stande, diesen sogenannten Erdstrom zu Gebrauchszwecken nutzbar zu machen, weil man dabei ganz richtig in Betracht zog, dafs die mit einander zu verbindenden Punkte Nord-Süd so weit aus einander liegen müssen, falls sie einen für praktische Zwecke in Betracht kommenden Strom ergeben sollen, dafs die Kosten für eine derartige Anlage durch die Verwerthung des so erzeugten Stromes niemals gedeckt zu werden vermögen.
Nach den von dem Patentinhaber angestellten Untersuchungen ist festgestellt worden, dafs, wenn man an einem Punkte eine Elektrode in einer gewissen Tiefe in die Erde oder ins Wasser legt% und in der Richtung nach Norden von dieser eine zweite Elektrode, aber in gröfserer Tiefe als die erstgenannte Elektrode, in die Erde oder in das Wasser einbringt, der durch die Leitung fliefsende Strom, welcher die beiden Elektroden bezw. Metalle mit einander verbindet, in seiner Spannung und Stärke wächst. Je tiefer die nördlich vorgesehene Elektrode angeordnet ist, desto höher wird die Spannung, wobei von dem Patentinhaber angenommen wird, dafs die Spannung ihren Maximalwerth erreicht, sobald die Verbindungslinie zwischen der südlich und nördlich gelegenen Elektrode in der Richtung der Inklinationsnadel liegt.
Durch weiter angestellte Versuche ist festgestellt worden, dafs der in der vorbeschrie-
benen Weise erzeugte elektrische Strom in seiner Spannung dann am stärksten ist, wenn die in der vorbeschriebenen Weise in die Erde gestellten Elektroden oder Metalle in der elektrischen Spannungsreihe weit aus einander liegen, und dasjenige von beiden, welches dem -f Ende (Zink) am nächsten steht, im Norden, das andere Metall, welches dagegen dem — Ende (Palladium) näher steht, von dem ersteren aus gerechnet, im Süden in die Erde oder ins Wasser eingebracht wird. Es handelt sich dann um ein sogen. Erd- oder Seeelement (vergl. Niaudet, Die galvanischen Elemente von "VοIta bis heute, deutsch von W. P. Hauck 1881, S. 59), welches die oben beschriebene Wirkung verstärkt.
Bei einer solchen Lagerung der Metalle werden dieselben in mit Wasser durchsetzter Erde dann nicht bedeutend chemisch angegriffen, wenn dieselben während längerer Zeit durch eine Leitung mit einander verbunden sind.
Nach den hier gemachten Angaben vermag man einen zu technischen Zwecken verwerthbaren Strom zu erzeugen, sofern man die im Norden angeordneten Elektroden tiefer einbettet, als die mit ersteren durch eine Leitung verbundenen, im Süden gelegenen Elektroden. Dabei geht man, um die Wirkung noch zu erhöhen, zweckmäfsig in der Weise vor, dafs die Metalle, Kohle u. s. w. in die Erde oder ins Wasser eingebettet und im Norden von diesen in der ungefähren Richtung des magnetischen Meridians Metalle u. s. w., welche in der elektrischen Spannungsreihe von den ersteren mehr nach dem -f Ende (Zink) stehen, in die Erde oder ins Wasser gelagert werden. Die Verbindungsleitung der Elektroden ermöglicht dann, an verschiedenen Punkten durch die bekannte Theilung der Leitung Strom abzunehmen.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Nutzbarmachung des natürlichen elektrischen Erdstromes, dadurch gekennzeichnet, dafs man Elektroden in der Weise in die Erde oder ins Wasser einbettet, dafs die an der nördlicheren Stelle eingebettete Elektrode tiefer gelegt wird, als die an der südlicheren Stelle vorgesehene Elektrode.
2. Eine Ausführungsform des unter 1. geschützten Verfahrens, dadurch gekennzeichnet, dafs man Elektroden, welche eine verschiedene Stelle in der elektrischen Spannungsreihe annehmen, in der Weise in die Erde oder ins Wasser einbettet, dafs die dem — Ende der Spannungsreihe am nächsten liegende Elektrode an der südlicheren Stelle und die dem + Ende am nächsten liegende Elektrode dagegen an der nördlicheren Stelle eingebettet wird.
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