DE116759C - - Google Patents
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C309/00—Sulfonic acids; Halides, esters, or anhydrides thereof
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
Description
sst säwcä. *S53
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-M 116759-KLASSE 12 o.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 23. März 1899 ab.
Dinitrochlorbenzolsulfosäuren sind bisher in der Literatur noch nicht beschrieben. Es
wurde nun ein Verfahren gefunden, um die Dinitrochlorbenzolsulfosäure folgender Constitution
herzustellen:
Ci
SO3H.
Dieses Verfahren gründet sich auf die Beobachtung, dafs in die o-Nitrochlorbenzol-psulfosäure
bezw. deren Salze sich bei energischer Nitrirung in glatter Weise eine weitere Nitrogruppe, und zwar in die zweite Ortho-Stellung
zum Chlor einführen läfst.
Ein derartiger Verlauf der Reaction war überraschend und der Analogie nach nicht zu
erwarten. Denn bekanntlich werden bei der Nitrirung von Sulfonsäuren leicht Sulfogruppen
abgespalten; so geben z. B. Seelig, Organische Reactionen (1892), S. 398 und S. 403,
ferner Lellmann, S. 258, an, dafs eine schon vorhandene Nitrogruppe den Eintritt einer
weiteren erschwert, sowie dafs der Ersatz von Sulfogruppen durch Nitrogruppen sehr häufig,
namentlich bei energischer Nitrirung, zu beobachten ist. In gleichem Sinne äufsert sich
Noelting (Ber. d. d. ehem. Ges. XXV, S. 785) gelegentlich der Besprechung der Nitrirung von
Phenolsulfosäuren, und der letztgenannte Autor fügt in derselben Veröffentlichung auf S. 786
noch die Bemerkung hinzu: »je mehr Seitenketten aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten,
desto leichter scheint die Abspaltung der Sulfogruppen stattzufinden.«
Wie die vorstehenden und andere Literaturangaben (z. B. von Beilstein & Kuhlberg,
Liebig's Annalen 150, 521, Schwanert, Liebig's Annalen 186, S. 342 etc.) zeigen, ist
denn auch in der That beim weiteren Nitriren, z. B. der Mesitylensulfosäure, der p-Kresolsulfosäure,
der Benzolsulfosäure, der Toluolp-sulfosäure, der Dinitrobutyltoluolsulfosä'ure,
der Dinitrobutyl-m-xylolsulfosäure, der Dinitrom-xylolsulfosäure,
sowie der Phenolsulfosäure ganz oder theilweise eine Abspaltung der Sulfogruppen
erfolgt.
Besonders das. Verhalten der Phenol-p-sulfosäuren,
in welche bei weitergehender Nitrirung die Nitrogruppe in die von ihr bevorzugte
Para-Stellung eingreift unter Eliminirung der Sulfogruppe, hätte erwarten lassen, dafs bei
energischer Nitrirung der Nitrochlorbenzol-psulfosäure
ein Gleiches erfolgt; denn ebenso wie bei dem Phenol die Ortho- und ParaStellung
für den Eingriff der Nitrogruppe bevorzugt sind, ' ist dies auch bei dem Chlorbenzol
der Fall, wie die relativ leichte Bildung von Dinitrochlorbenzol beweist. Trotzdem entsteht
aus der o-Nitrochlorbenzolsulfosäure bei
energischer Nitrirung die Dinitrochlorbenzolsulfosäure ohne Abspaltung der Sulfogruppe.
27,5 kg o-nitrochlorbenzolsulfosaures Kalium
werden in 100 kg Schwefelsäure von 25 pCt. Anhydrid gelöst und dazu 15 kg rauchende
Salpetersäure (87 pCt.) gegeben. Die Mischung wird auf 120 bis 1300 erhitzt und nach beendeter
Nitrirung in Wasser gegossen. Die abgeschiedenen Krystalle werden abfütrirt und
durch !Crystallisation aus Wasser von etwas OeI befreit.
Anstatt von der o-Nitrochlorbenzolsulfosäure
auszugehen, kann man auch von der Chlorbenzolsulfosäure ausgehen und in diese die
beiden Nitrogruppen successive einführen. Man wird sogar vortheilhaft die Herstellung der
neuen Dinitrosäure auf diesem Wege auch mit der Herstellung der Chlorbenzolsulfosäure selbst
34 kg Chlorbenzol werden in ein Gemenge von 72 kg Monohydrat und 30 kg Schwefelsäure
mit 25 pCt. Anhydrid eingetragen und das Gemisch auf dem Wasserbade bis zum Verschwinden des Chlorbenzols erhitzt. Zu
der erkalteten Lösung fügt man 26 kg rauchende Salpetersäure von 87 pCt. und läfst die Nitrirung
sich bei ca. 40 ° vollenden.
Nach zweistündigem Stehen versetzt man die Flüssigkeit mit 100 kg Schwefelsäure von
60 pCt. Anhydrid und mit 40 kg Kaliumnitrat und erhitzt das Gemenge 2 bis 3 Stunden auf
120 bis 1300. Die Aufarbeitung ist die gleiche
wie im obigen Beispiel.
Die freie Dinitrochlorbenzolsulfosäure
stellt derbe Krystalle vor, welche in Wasser aufserordentlich leicht löslich und daher zerfliefslich
sind; die freie Säure löst sich fernerhin leicht in Alkohol und Aceton, während sie in Benzol und Ligroin unlöslich ist.
Das Kaliumsalz der Dinitrochlorbenzolsulfosäure ist ziemlich leicht in heifsem, schwer in
kaltem Wässer löslich Und krystallisirt aus der wässerigen Lösung in farblosen Nadeln; es
schmilzt unter Aufschäumen bei etwa 3000
und verpufft bei höherer Temperatur.
Mit den Metallen bildet die Dinitrochlorbenzolsulfosäure Salze, welche zumeist in
Wasser leicht löslich sind; das Barytsalz scheidet sich aus einer heifsen concentrirten,
mit Chlorbarium versetzten Lösung des Kaliumsalzes beim Erkalten in Krystallnadeln aus.
Die Dinitrochlorbenzolsulfosäure ist sehr reactionsfähig und tauscht das Chloratom mit
aufserordentlich er Leichtigkeit aus; die Säure ist daher ein werthvolles Ausgangsmaterial für
die Synthese einer grofsen Anzahl von organischen Substanzen und kann z. B. Verwendung
finden, um durch Wechselwirkung mit Aminen Diphenylaminderivate darzustellen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Darstellung von Dinitrochlorbenzolsulfosäure, darin bestehend, dafs man die o-Nitrochlorbenzol-p-sulfosäure bezw. die p-Chlorbenzolsulfosäure mit nitrirenden Mitteln behandelt. ;
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE116759C true DE116759C (de) |
Family
ID=386080
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT116759D Active DE116759C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE116759C (de) |
-
0
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