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Filter für Luftschutzräume od. dgl. Es ist bekannt, zum Belüften von
Luftschutzräumen Außenluft durch ein Filtermaterial anzusaugen und in den Luftschutzraum
zu drücken. Als Filtermaterialien kommen dabei alle diejenigen in Frage, welche
die für die Atmung giftigen Bestandteile der Luft zurückhalten. Als Filtermaterial
wird in erster Linie Aktivkohle verwendet. Daneben werden auch Sand, Schlacke, Erde
oder andere körnige Materialien benutzt, die giftige Stoffe zurückzuhalten vermögen.
Zum Zurückhalten von Schwebstoffen dienen faserige Filtermaterialien unterschiedlicher
Art.
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Das Filtermaterial, insbesondere Sand, Erde od. dgl, wird beispielsweise
an der Außenwand des Luftschutzraumes angeordnet. Zur Aufnahme des Filtermaterials
dient ein oberhalb- oder unterhalb der Erdoberfläche gelegener Behälter. Dieser
kann bei Sand-, Erdfiltern od. dgl. gemauert sein. So ist ein Sand-, Erdfilter od.
dgl. für Luftschutzräume bekannt, bei dem das Filtermaterial in einem zugleich als
Notausstieg dienenden Schacht gelagert ist und von einer von Hand entfernbaren Auflageplatte
gehalten ist. Diese kann horizontal angeordnet sein. Das Filtermaterial ist dann
über der Platte gelagert. Die Auflageplatte kann in diesem Fall als Rost für das
Filtermaterial ausgebildet sein, durch den die Luft hindurchtritt. Eine andere Bauform
besteht darin, daß das Filtermaterial auf der Sohle des Notausstiegs aufliegt. Dabei
kann die von Hand entfernbare Auflageplatte für das Filtermaterial als Wandplatte
zwischen dem Notausstieg und dem Luftschutzraum ausgebildet sein. Die Wandplatte
kann einen Luftförderer tragen oder einen Teil desselben bilden, der seinerseits
mit einer innerhalb des Sandfilters liegenden., vorzugsweise entfernbaren Luftsammelvorrichtung
verbunden sein kann. Diese ist als Rost ausgebildet. Die Wandplatte kann aber auch
selbst als Sieb, Rost od. dgl. ausgebildet sein.
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Die bekannten Filteranordnungen mit Sieben u. dgl. haben den Nachteil,
daß die innerhalb des Filterraumes auf dessen Boden oder in einer bestimmten Höhe
darüber angeordneten Siebe, Roste od. dgl. der Korrosion ausgesetzt sind. Es besteht
weiterhin die Gefahr, daß sich insbesondere am Boden des Filters Feuchtigkeit ansammelt,
die ebenfalls zur Korrosion, zu Verstopfungen od. dgl. führen kann. Infolge der
Korrosion wird die mechanische Widerstandsfähigkeit der Siebe, Filterroste od. dgl.
geschwächt. Der Einbau der Siebe, Filterroste od. dgl. im Filterraum ist auch insofern
nachteilig, als diese nicht leicht zugänglich sind. Auch erfordert die Anordnung
der genannten Bauelemente im Filterraum umständliche Luftableitungskonstruktionen,
die nicht nur aufwendig sind, sondern auch ihrerseits der Korrosion unterliegen.
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Ein weiterer Nachteil der bekannten Bauformen besteht darin, daß die
bei einer Detonation auf das Filter oder Filtermaterial einwirkende Druckbelastung
von den im Filtermaterial angeordneten Sieben, Rosten od. dgl. aufgefangen wird,
wodurch sich die Notwendigkeit ergibt, diese besonders widerstandsfähig auszubilden.
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Bei einem anderen bekanntgewordenen Filter liegt das Filtermaterial
auf der Sohle des Notausstieges auf und ist durch eine Wandplatte von dem Schutzraum
getrennt. Die Wandplatte muß entweder sieb- oder rostartige Teile für die Luftzufuhr
aufweisen, oder es ist in dem Filtermaterial eine zum Schutzrauminneren führende
Luftsammelleitung angeordnet.
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Die Erfindung bezweckt, die Nachteile der bekannten Filter für Luftschutzräume
od. dgl. zu beseitigen. Die Erfindung besteht darin, daß ein an sich bekannter,
außerhalb des Luftschutzraumes angeordneter, mit Filtermaterial, wie Sand od. dgl.,
gefüllter Behälter mit einem innerhalb des Luftschutzraumes angeordneten weiteren
Behälter in gasdichter Verbindung steht und daß das Verbindungsstück ganz und der
innerhalb des Luftschutzraumes angeordnete weitere Behälter wenigstens teilweise
mit luftdurchlässigem Material gefüllt sind. Durch die Erfindung werden die eingangs
beschriebenen Nachteile beseitigt. Der Einbau von luftdurchlässigen Halterungen
innerhalb der Filtermasse entfällt. Weiterhin werden Druckstöße allein vom Erdreich
od. dgl. aufgenommen.
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Die Erfindung kann beispielsweise in der Weise verwirklicht werden,
daß ein auf der Außenseite des Luftschutzraumes angeordnetes Sandfilter mit einem
innerhalb des Luftschutzraumes in gleicher Höhe angeordneten Behälter in Verbindung
steht und daß das
Verbindungsstück und der innere Behälter mit Sand
gefüllt sind.
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Eine einfache Ausführungsform besteht darin, daß das Verbindungsstück
den gleichen oder etwa den gleichen Querschnitt hat wie der innerhalb des Luftschutzraumes
angeordnete weitere Behälter. Dadurch ergibt sich ein geringer Luftwiderstand der
Filterkonstruktion.
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Die Verbindung zwischen dem außerhalb des. Luftschutzraumes liegenden
Filter und dem Gegenbehälter im Innenraum kann unterschiedlich ausgebildet sein.
Beispielsweise kann der außerhalb des Luftschutzraumes angeordnete Behälter mit
dem innerhalb des Luftschutzraumes angeordneten Behälter durch einen das Verbindungsstück
bildenden, unter dem Fundament des Luftschutzraumes durchgeführten Verbindungskanal
in Verbindung stehen. Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform besteht das
Verbindungsstück zwischen dem außerhalb und dem innerhalb des Luftschutzraumes angeordneten
Behälter aus einem durch einen Durchbruch im unteren Teil der Wand des Luftschutzraumes
geführten Verbindungskanal.
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In allen Fällen ist es zweckmäßig, daß von der tiefsten Stelle des
außerhalb des Luftschutzraumes angeordneten Behälters oder des Verbindungsstückes
oder des innerhalb des Luftschutzraumes angeordneten Behälters eine Wasserabführungsleitung
zu einem Siel gelegt ist.
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Der Anschluß der Armaturen und die Abgrenzung des gleichsam als Gegengewicht
wirkenden Filtermaterials auf der Innenseite des Luftschutzraumes kann auf unterschiedliche
Weise erfolgen. So kann die Oberseite des innerhalb des Luftschutzraumes angeordneten
Behälters durch eine Wand abgeschlossen sein, an der eine Luftfördervorrichtung,
z. B. eine Balgpumpe od, dgl., angeordnet ist. Eine andere Ausführungsform besteht
darin, daß in der Seitenwand des innerhalb des Luftschutzraumes angeordneten Behälters
eine Jalousie derart angeordnet ist, daß das Filtermaterial durch die Jalousie gehalten
ist, und daß an die Jalousie eine Luftfördervorrichtung, insbesondere eine Balgpumpe,
angeschlossen ist.
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In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung in den
Abb. 1 und 2 schematisch im Schnitt dargestellt.
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Bei der Ausführungsform nach Abb. I handelt es sich um einen röhrenförmigen
Luftschutzraum 1, der unter der Erde angeordnet ist und an dessen Stirnseite ein
nach oben führender, mit Filtermaterial gefüllter Notausstiegschacht angeschlossen
ist. Die Stirnwand 3 des Luftschutzraumes weist ein als Mannloch ausgebildetes Verbindungsstück
4 auf. Vor diesem Mannloch ist in dem Luftschutzraum 1 eine Wand 5 angeordnet, die
durch eine wegnehmbare Stütze 6 gehalten ist. Diese kann aus einer Strebe bestehen,
die sich gegen ein Widerlager 7 auf dem Boden 8 des Luftschutzraumes 1 und gegen
ein Widerlager 9 an der Wand 5 abstützt. Der den weiteren Behälter 4 bildende Raum
zwischen der Wand 5 und der Stirnwand 3 ist oben durch eine Wand 10 abgeschlossen,
an die eine Luftfördervorrichtung angeschlossen ist. Die Wand 10 kann aber auch
selbst ganz oder teilweise eine Balgpumpe 11 tragen, mit der die Luft von außen
durch den den ersten Behälter 2 bildenden Schacht und durch das Filtermaterial 12
hindurch in das Innere des Luftschutzraumes gesaugt wird. Die dargestellte Ausführungsform
hat den Vorteil, daß Druckstöße von dem Filtermaterial und von der Wand 5 aufgenommen
werden. Die Anordnung einer den Druckstoß aufnehmenden, luftdurchlässigen Halterungsfiäche
für das Filtermaterial entfällt.
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Wenn der Notausstiegschacht begangen werden soll, wird die Stütze
6 und anschließend die Wand 5 weggenommen, die unten durch ein Lager 13 gehalten
ist. Dann wird der Sand in den Schutzraum hineingezogen, worauf der Notausstieg
begangen werden kann.
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Manchmal wird es aus Gründen des Durchströmwiderstandes zweckmäßig
sein, das Filtermaterial in dem Innenbehälter und dem Verbindungsstück gröber zu
wählen als das Filtermaterial im Außenbehälter. Wegen des gleichmäßigen Durchströmens
des Filtermaterials kann man den Verbindungskanal so breit oder annähernd so breit
machen wie den Außenbehälter oder ihn bis zur Mitte desselben führen.
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Abb. 2 zeigt eine Hauswand 14 und einen innerhalb des Hauses
unterhalb der Decke 15 gelegenen Luftschutzraum 16 mit dem Boden 17. Unter der Abdeckplatte
18 ist ein gemauerter Behälter 19 angeordnet, der ein Sandfilter 20 aufnimmt. Die
Mauer 14 ist mit einem Durchbruch 21 versehen. Im Luftschutzraum 16 ist eine Wand
22 errichtet, durch die ein Behälter 23 gebildet wird, der ebenfalls mit Sand gefüllt
ist.
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Die Sandfüllung reicht in beiden Behältern 19 und 23 etwa bis zur
gleichen Höhe. In die Wand 22 ist ein Durchbruch 24 eingelassen, vor dem eine Balgpumpe
25 angebracht ist.
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Von der tiefsten Stelle des Sandfilters 20 führt eine Wasserabführungsleitung
26 zu einem Siel 27.
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Das Sandfilter 20 kann noch wesentlich tiefer liegen, so daß auch
die Anordnung einer Wand 22 entfällt, wenn nämlich die Oberfläche des Sandfilters
20 etwa in der Höhe des Bodens 17 liegt. Dann kann die Balgpumpe 25 horizontal liegend
im Boden 17 angeordnet sein.