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Reibradgetriebe für Diktiergeräte Die Erfindung betrifft ein Reibradgetriebe
für Diktiergeräte, bei welchem der Drehrichtungswechsel und die damit verbundene
Drehzahlerhöhung für den Rücklauf durch Einkuppeln eines Reibrades zwischen das
abgestufte Antriebsrad und den abgestuften Laufkranz des Plattentellers erreicht
wird.
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Es sind zahlreiche Reibradgetriebe bekanntgeworden, die dem Zweck
dienen, den Vorlauf, den Stopp und den schnellen Rücklauf eines Plattentellers zu
ermöglichen. Jedoch haftet den meisten bekannten Getrieben dieser Art der Nachteil
an, daß infolge eines ungünstigen Eingriffswinkels der Reibräder bei Belastung des
Plattentellers die Reibungskräfte kleiner statt größer werden. Dadurch wird insbesondere
beim Rücklauf, bei welchem die Drehzahl des Plattentellers aus betriebstechnischen
Gründen in der Regel größer sein soll, das auf den Plattenteller übertragene Drehmoment
zu schwach, so daß der Antrieb einen zu großen Schlupf bekommt, was zu Funktionsstörungen
führen kann. Nachteilig ist ferner bei bekannten Geräten dieser Art die Verwendung
zweier getrennter Magnete für die Betriebsarten Vorlauf, Stopp und Rücklauf. Zwei
getrennte Magnete bedingen einmal einen größeren wirtschaftlichen Aufwand, andererseits
müssen beide Magnete elektrisch oder mechanisch gegeneinander verriegelt werden,
um durch gleichzeitiges Einschalten beider Magnete infolge einer Fehlbedienung ein
Blockieren des Laufwerkes zu verhindern. Die Erfindung will diese Nachteile beseitigen.
Erfindungsgemäß sind der Hebel und Träger für das Stufenreibrad und der Hebel und
Träger für das Reibrad auf einem gemeinsamen, in drei Arbeitsstellungen verbringbaren
Hebel befestigt, dessen freies Ende an einem gehäusefesten Bolzen schwenkbar gelagert
ist und bei dem derLagerpunkt des Stufenreibrades in allen Arbeitsstellungen, bei
rechtsdrehendem Plattenteller in Laufrichtung des Plattentellers gesehen, vor der
Verbindungslinie von der Achse des Antriebsrades zur Plattentellerachse liegt und
dementsprechend der Lagerpunkt des Reibrades hinter dieser Verbindungslinie angeordnet
ist.
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Durch die erfindungsgemäße Anordnung der Reibräder wird sichergestellt,
daß bei jeder der beiden Betriebsarten Vorlauf bzw. Rücklauf das vom Antriebsrad
übertragene Drehmoment so gerichtet ist, daß die durch das Drehmoment auf die verschiebbar
angeordneten Reibräder ausgeübte Kraft die Einkuppelkraft verstärkt. Dadurch werden
bei wachsender Belastung des Plattentellers und damit auch ansteigendem Drehmoment
die Reibungskräfte der Reibräder vergrößert. Ein weiteres Merkmal der Erfindung
ist die Verwendung nur eines Doppelhubmagneten mit zwei Erregerspulen zum Schalten
des Getriebes. Bei stromlosen Spulen nimmt der Anker des Magneten eine Mittellage
ein, und der Plattenteller befindet sich in Stoppstellung. Beim Schalten des Getriebes
auf Vorlauf wird die eine Spule, beim Schalten auf Rücklauf die andere Spule erregt.
Entsprechend wird der Anker des Magneten einmal in den einen, das andere Mal in
den anderen Teil des Magneten hineingezogen. Beim Abschalten des Stromes bringt
eine Feder den Anker wieder in seine Mittelstellung. Die Erfindung ist an Hand der
Zeichnungen erläutert. Es bedeutet Fig. 1 das erfindungsgemäße Getriebe im Grundriß,
Fig. 2 einen Aufriß in vereinfachter Darstellung; Fig. 3 zeigt einen Antrieb in
der Betriebsart Vorlauf, Fig. 4 einen Antrieb in der Betriebsart Rücklauf, Fig.
5 eine Anordnung der Traghebel für die Reibräder.
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Das Reibradgetriebe gemäß der Erfindung besteht aus dem Motor 1 mit
dem Wellenstumpf 2, dem axial federnd jedoch radial starr auf dem gehäusefestenBolzen
23 angeordneten Antriebsrad 3 mit den Laufkränzen 4 und 5, dem allseitig in radialer
Richtung beweglichen Stufenreibrad 6 mit den Laufkränzen 7 und 8, dem in radialer
Richtung allseitig beweglichen Reibrad 9, dem Plattenteller 10 mit den Laufkränzen
11 und 12, dem Doppelhubmagneten 13 und den Hebeln 14, 15, 16, 17 und 18 sowie der
Mittelfeder 19 und dem im Gehäuse feststehenden Bolzen 20. Der Hebel 18 ist
an einem Ende drehbar im gehäusefesten Bolzen 21 gelagert. Der Hebel 14 ist an seinem
freien Ende im gehäusefesten Bolzen 22 drehbar gelagert. Der Doppelhubmagnet 13
greift fast am Ende
des Hebels 14 an, während ungefähr in der Mitte
des Hebels 14 an einem Bolzen 24 das eine Ende des Hebels 15 drehbar gelagert ist.
Das andere Ende des Hebels 15 ist in einem Bolzen 25 drehbar gelagert, der sich
ungefähr in der Mitte des Hebels 18 befindet. Der Hebel 18 trägt außerdem
am Ende einen zweiten Bolzen 26. In den Bolzen 25 und 26 sind wiederum die Hebel
16 und 17 drehbar gelagert, die an ihren freien Enden das Stufenreibrad 6 bzw. das
Reibrad 9 tragen.
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Diese beschriebene Hebelanordnung zeigt eine platzbedingte Ausführungsform.
Wichtig sind lediglich die Hebel 16, 17 und 18, da man die anderen Schaltelemente,
beispielsweise den Magneten 13, direkt am Hebel 18 angreifen lassen könnte. Zum
besseren Verständnis sind deshalb diese Hebel in der Fig. 5 nochmals gesondert dargestellt.
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Die Anordnung ist ferner nicht allein auf Reibradgetriebe mit horizontal
gelagertem Motor und Antriebsrad mit senkrechter Achse beschränkt. Sie ist vielmehr
auch anwendbar, wenn das Antriebsrad 3 durch einen Motor mit Laufkranz 4 ersetzt
wird.
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Dieses Reibradgetriebe zeichnet sich dadurch aus, daß das Stufenreibrad
6 und das dem Richtungswechsel dienende Reibrad 9 unter Zwischenschaltung von Hebeln
16 und 17 auf dem gemeinsamen einseitig im Bolzen 21 gelagerten Hebel 18
in der Weise angeordnet sind, daß sowohl beim Vorlauf als auch beim Rücklauf die
durch das übertragene Drehmoment auf die allseitig radial verschiebbaren Lagerpunkte
der Reibräder 6 und 9 ausgeübten Kräfte auf den Andruck dieser Räder einwirken.
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In der Stoppstellung des Antriebes gemäß Fig. 1 befindet sich der
Doppelhubmagnet 13 in seiner Mittelstellung, und die Reibäräder 6 und 9 sind außer
Eingriff. Diese Mittelstellung des Magneten wird durch die Kraft der Mittelfeder
19 erzielt, gegen die bei Abweichung aus der Ruhelage, die gleichzeitig der Stoppstellung
des Reibradgetriebes entspricht, der gehäusefeste Bolzen 20 drückt. Der ständig
umlaufende Motor 1 treibt nur das Antriebsrad 3 an. Eine zufällige Berührung des
laufenden Antriebsrades 3 durch das Stufenreibrad 6 ändert nichts am Betriebszustand
des Gerätes.
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Fig.3 zeigt das Getriebe in der Betriebsstellung Vorlauf. Durch Erregen
der linken Spule des Doppelhubmagneten wird der Hebel 14, der mit dem Anker des
Doppelhubmagneten 13 verbunden ist, nach links gezogen. Dadurch wird über die Hebel
15 und 16 der Laufkranz 4 mit dem Laufkranz 8 und der Laufkranz 7 mit dem Laufkranz
12 kraftschlüssig verbunden. Das Reibrad 9 ist außer Eingriff. Die Mittelfeder 19
ist gespannt und zieht den Doppelhubmagneten 13 und die damit verbundenen Hebel
nach Abschalten in die Mittellage zurück.
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Fig. 4 zeigt das Getriebe in der Betriebsart Rücklauf. Durch Erregen
der rechten Spule des Doppelhubmagneten 13 wird der Hebel 14 nach rechts gedrückt.
Dadurch werden über die Hebel 15, 18, 16 und 17 die Laufkränze 4, 8, 9 und
11 miteinander gekuppelt. Der Teller läuft jetzt mit erhöhter Geschwindigkeit entsprechend
dem geänderten übersetzungsverhältnis in umgekehrter Richtung, während der Motor
1 und das Antriebsrad 3 ihre Geschwindigkeit und ihre Drehrichtung beibehalten haben.
Die Mittelfeder 19 ist wiederum gespannt, jedoch in entgegengesetzter Richtung wie
beim Vorlauf.
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Aus den eingezeichneten Drehrichtungen in den einzelnen Figuren ist
zu sehen, daß sowohl im Vorlauf wie im Rücklauf zwischen den jeweilig beteiligten
Reibrädern erhöhte Andruckwirkung eintritt, welche die verschiebbar gelagerten Reibräder
in die An- bzw. Abtriebsräder hineinkeilt und so die Reibungskräfte erhöht.
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Diese Wirkung wird durch die spezielle Lagerung der Achsen der Reibräder
6 und 9 gegenüber der Verbindungslinie der Plattentellerachse 27 und der Antriebsradachse,
dem Bolzen 23 erreicht. Der Lagerpunkt des Stufenreibrades 6 befindet sich in allen
Arbeitsstellungen (bei rechtsdrehendem Plattenteller in Laufrichtung des Plattentellers
gesehen) vor der Verbindungslinie Plattentellerachse 27 und Antriebsradachse, Bolzen
23. Der Lagerpunkt des Reibrades 9 hingegen befindet sich in allen Arbeitsstellungen
hinter dieser Verbindungslinie.