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Halterung für Bewehrungsbügel od. dgl. Um den Zusammenhang zwischen
Druck- und Zugbewehrung sicherzustellen und zur Aufnahme von Schubspannungen werden
in Balken und Plattenbalken von Stahlbetonbauten stets Bügel angeordnet, die über
die ganze Höhe dieser Balken reichen. Auch bei Platten, bei denen eine Zug- und
Druckbewehrung erforderlich ist, müssen die Bewehrungseinlagen miteinander verankert
werden. Das kann mit sogenannten S-Haken oder durch Bügel geschehen. Insbesondere
bei dicken Platten mit einer über weite Bereiche der Plattenstärke verteilten, mehrlagigen
kreuzweisen Bewehrung, die außerdem infolge einer großen Plattenstützweite und außergewöhnlicher
Belastung aus dicken Stäben besteht, sind entsprechend starke Bügel anzuordnen,
die den Zusammenhalt des Bewehrungsgeflechtes gewährleisten und auch zur Halterung
der in verschiedenen Lagen angeordneten horizontalen, kreuzweisen Bewehrung dienen.
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Die Fixierung der Bügel kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen.
Bei Bügeln mit geringer Schenkellänge, wie sie bei normalen Hoch- und Industriebauten
üblich sind, bereitet deren Verlegung keine Schwierigkeiten. Anders verhält es sich
mit Bügeln für Deckenplatten, die eine außergewöhnliche Dicke, z. B. 2,50 m und
mehr, haben und bei welchen - wie vorstehend erwähnt - eine kreuzweise Bewehrung
erforderlich ist. Die für einen derartigen Fall vorgesehenen Bügel können möglicherweise
bei einer Gesamtlänge von etwa 7,00 m und einem Stabdurchmesser von 26 mm ein Gewicht
von 30 kg haben. Sie sind wegen ihres Gewichtes und ihrer Sperrigkeit nicht nur
schwer zu handhaben, sondern machen auch beim Verlegen hinsichtlich der Fixierung
ihrer richtigen Lage im Bauteil- Schwierigkeiten.
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Natürlich kann man solche langen und schweren Bügel z. B. mit Montagestäben
so miteinander verbinden, daß sie während des Verlegens der übrigen Bewehrung ihre
Lage beibehalten. Beim Einbau der kreuzweisen Tragbewehrung in den verschiedenen
Lagen waren jedoch die erwähnten Montagestäbe oft recht hinderlich.
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Als ebenso nachteilig erwiesen sich Haltestäbe, die parallel zur Plattenunterseite
in einem bestimmten Abstand von der Bügelunterkante in zwei Richtungen angeordnet
und mit den Bügelschenkeln fest verbunden wurden. Dieses aus Bügeln und Haltestäben
bestehende korbartige Gebilde war zwar steif genug, um die Lage der Bügel im Baukörper
zu sichern, es hat jedoch die gleichen Mängel wie die schon erwähnten Montagestäbe.
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Die Erfindung zeigt nun einen Weg, um auf einfache Art nicht nur die
schweren und sperrigen Bügel einwandfrei in der erforderlichen Lage zu halten, sondern
sie auch ohne weiteres so auszurichten, daß eine Verlegung der kreuzweisen Bewehrung
reibungslos vorgenommen werden kann.
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Erfindungsgemäß wird zur Halterung von senkrecht oder geneigt zu einer
Außenfläche eines Betonkörpers angeordneten Bewehrungsgebilden aus Einzeistäben
oder Bügeln ein vornehmlich aus vorgefertigten punktgeschweißten Bewehrungsmatten
gebildeter Standrost verwendet, dessen Querstäbe den gleichen Abstand voneinander
haben wie die zu fixierenden Bewehrungsgebilde und dessen Querstabüberstände derart
aufgebogen sind, daß sie in gleicher Richtung und Neigung verlaufen wie die erwähnten
Bewehrungsgebilde, um sie mit diesen zu verbinden.
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Diese Halterung verursacht zwar zusätzliche Kosten, diese stehen jedoch,
insbesondere wenn berücksichtigt wird, daß die kreuzweise Plattenbewehrung ungehindert
verleb werden kann, in keinem Vergleich zu den Kosten, die bei den recht aufwendigen
Verlegearbeiten nach den bisherigen Methoden anfallen.
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Ein weiteres Merkmal des Standrostes nach der Erfindung besteht darin,
daß mindestens zwei Längsstäbe mit paarweise und senkrecht dazu angeordneten Querstäben
verbunden sind. Die mit den aufragenden Schenkeln der Bügel oder mit Einzelstäben
verbundenen, aufgebogenen Querstabüberstände werden dabei so lang ausgebildet, daß
eine einwandfreie Halterung erreicht wird.
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Dabei können die Querstäbe als Doppelstäbe ausgebildet sein, und die
Einzelstäbe eines jeden Doppelstabes können einen lichten Abstand voneinander haben,
der größer oder gleich dem Stabdurchmesser des zu fierenden Bewehrungsgebildes ist.
Zur weiteren
Aussteifung können zwischen diesen Doppelstäben weitere
Querstäbe, insbesondere in Form von Einzelstäben, vorhanden sein.
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Die Längsstäbe sind ferner zur Bildung der Aufstandsfläche vorzugsweise
unterhalb der Querstäbe angeordnet und bei Verwendung von U-förmigen Bügeln als
Bewehrungsgebilde zusätzlich mit den Stegen der Bügel verschweißt.
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Die Verbindung der entweder aus aufrecht gestellten Einzelstäben oder
aus U-förmigen Bügeln bestehenden Bewehrungsgebilde mit dem Standrost, insbesondere
mit seinen aufgebogenen Querstabüberständen, kann in verschiedener Weise hergestellt
werden. In der Regel wird als Verbindung die Schweißeng gewählt werden, wobei diese
als Kehlnahtschweißung oder als gepunktete Schweißeng ausgeführt werden kann. Es
können aber auch andere Verbindungsarten, z. B. Verschraubung, Verlaschung oder
Verbördelung, in Erwägung gezogen werden. Weiterhin kann unter Umständen die Anordnung
auch so getroffen werden, daß bei einem lichten Abstand der Querstäbe, der wenig
größer ist als der Durchmesser des Bewehrungsbügels, die Enden der Querstabüberstände
in einer gewissen Neigung auf die zu fixierenden Schenkel des Bügels zulaufen und
dann nur an der Stelle an die Schenkel angeschweißt sind, an welcher sie diese berühren.
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Ferner ist es nunmehr möglich, Einzelstäbe, die bisher nur als Montagestäbe
für die einzelnen horizontalen Bewehrungslagen Verwendung fanden, mit dem Standrost
kraftschlüssig so zu verbinden, daß die Einzelstäbe in Verbindung mit den Querstäben
1 Bügel bilden. Damit wird das Verbindungsstück zwischen den Schenkeln eines normalen
Bügels eingespart.
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Weitere Merkmale der Erfindung und Einzelheiten der durch dieselbe
erzielten Vorteile ergeben sich aus der Beschreibung eines in der Zeichnung wiedergegebenen
Ausführungsbeispieles der neuen Halterung für Bügel od. dgl.
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Vier Längsstäbe 2 der Matte sind mit den paarweise und senkrecht dazu
angeordneten Querstäben 1 sowie mit dem Verbindungsstück zwischen den Bügelschenkeln
verschweißt. Die U-förmig gebogenen Querstäbe 1 berühren die Bügel, sind mit ihnen
verschweißt und bilden damit Dreifachstäbe. Dadurch wird eine derartige Versteifung
erreicht, daß die stabile Lage der Bügel 3 im Baukörper gewährleistet ist.
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Der Raum zwischen den Bügeln bleibt frei von Montagestäben od. dgl.,
so daß man die über weite Bereiche der Plattendicke verteilte mehrlagige kreuzweise
Bewehrung einwandfrei und ungehindert verlegen kann. Die geschweißte Matte mit den
gebogenen Querstäben kann fix und fertig an die Baustelle geliefert und mit den
Bügeln an Ort und Stelle verschweißt werden.
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Es ist auch möglich, die Bügel mit der Matte vorab zu verschweißen
und dieses vorgefertigte Element als Bewehrungseinheit an die Baustelle zu liefern.
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Ein derartig verschweißtes Gebilde läßt sich in der Schalung einfach
aufstellen, ohne daß aufwendige Maßnahmen für Stützung und Ausrichtung zu treffen
wären.
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Mit einer entsprechend ausgebildeten Matte lassen sich auch mehr als
zwei Bügel 3 zusammenfassen.