DE110680C - - Google Patents

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DE110680C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P3/00Special processes of dyeing or printing textiles, or dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the material treated
    • D06P3/58Material containing hydroxyl groups
    • D06P3/60Natural or regenerated cellulose
    • D06P3/64Natural or regenerated cellulose using mordant dyes or metallisable dyes

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Lubricants (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
: Es ist bekannt, dafs zur Darstellung eines satten, feurigen, sogen. Türkischroths (Aluminium - Alizarinlacks) gewisse Präparate aus Oelen nothwendig sind, als welche man jetzt fast überall Natrium- oder Ammoniumsulforicinat anwendet. Da ein gutes Sulforicinat sich mit Thonerdenatron (Natriumaluminat) zu einer vollständig klaren Lösung mischen läfst, so ist schon vorgeschlagen worden, diese Mischung in der Färberei zu verwenden, um dadurch die üblichen Verfahren abzukürzen. Bei Anwendung verdünnter Lösungen erhält man auch leidlich gute Resultate, aber die Erzeugung eines wirklich schönen, brauchbaren Türkischroths ist nach diesem Verfahren kaum möglich.
Den Gegenstand der vorliegenden Erflndung nun bildet ein Verfahren, um auf äufserst einfache und billige Weise die bisherigen einschlägigen Verfahren in der Türkischrothfärberei, welche die Fixirung der Thonerde auf der Faser zum Zwecke haben, zu ersetzen. Dasselbe beruht im Wesentlichen auf der Anwendung gasförmiger Kohlensäure, durch welche die Thonerde aus ihren alkalischen Lösungen auf der Faser niedergeschlagen wird. Als alkalische Lösung wird vorzugsweise Natrium- ■ aluminat verwendet.
Das Verfahren wird folgendermafsen ausgeführt. Der Gewebestoff wird einmal in einem Bade aus Thonerdenatron und Natriumsulforicinat geklotzt. Das Thonerdenatron wird beispielsweise aus Thonerdesulfat oder auch Alaun und Natronlauge hergestellt, wobei in letzterem Falle die Lösung natürlich noch Natriumoder Kaliumsulfat aus dem Alaun enthält. Bei den ausgeführten Versuchen war das Thonerdenatron aus Alaun und Natronlauge hergestellt und wog ι 50 B., auf je 5 1 Thonerdenatron kamen 500 g käufliches Natriumsulforicinat. Nach dem einmaligen Klotzen wird der Stoff, ohne getrocknet zu werden, direct in einen mit gasförmiger Kohlensäure gefüllten Behälter gebracht und durch denselben ein Kohlensäurestrom geleitet. Es wird hierbei ausdrücklich betont, dafs es durchaus nicht nöthig ist, den Stoff während der Einwirkung der Kohlensäure breit oder gespannt in den Behälter zu legen, sondern der Stoff kann in zerknülltem Zustande der Einwirkung der Kohlensäure ausgesetzt werden, wobei die spätere Ausfärbung tadellos gleichmäfsig wird. Mit den gewöhnlichen in flüssigem Zustande angewendeten Fixirungsmitteln oder mit Kreidemilch ist die Ausfärbung bei Weitem nicht so gleichmäfsig zu erreichen, wie man sich durch Versuche leicht überzeugen kann. Der chemische Vorgang während der Behandlung mit Kohlensäure ist ganz einfach: Die Kohlensäure verbindet sich mit dem Natron zu Natriumcarbonat, während Aluminiurrihydroxyd auf der Faser niedergeschlagen wird.
Nach der Behandlung mit Kohlensäure wird die Waare bei einer Temperatur von etwa 700 C. in der Hotflue getrocknet, um die nöthige Menge Sulforicinat auf der Faser zu fixiren. Man wäscht dann aus, um die Natronsalze zu entfernen, färbt aus und avivirt.
Besonders einfach gestaltet sich die Türkischrothfärberei nach vorliegendem Verfahren im Grofsen. Von der Klotzmaschine kommt die Waare nafs und zweckmäfsigerweise breit ge-
streckt direct in einen kastenförmigen, im Innern mit Walzen versehenen Behälter, in welchem beständig eine Kohlensäure-Atmosphäre unterhalten wird; von diesem Behälter bringt man die Waare in die Hotflue und von hier in einen Waschtrog mit fliefsendem Wasser. Die Waare ist sodann zum Ausfärben bereit. Die verschiedenen Operationen können also continuirlich (stetig) erfolgen, und es richtet sich der Gang des Betriebs, was die Zeit an-. belangt, nach der Art der.zu beizenden Waare; selbstverständlich ist man mit einem leichteren Stoffe leichter als mit einem schwereren fertig.
Lose und gesponnene Fasern werden von der Kohlensäure natürlich ebenso gut durchdrungen werden wie Gewebe.
Die Anwendung von gasförmiger Kohlensäure weist vor allen bisher angewendeten Verfahren ganz wesentliche Vortheile auf. Die schnellsten, mir bis jetzt bekannten Verfahren zum Beizen von Stoffen für Türkischroth bestehen wenigstens in:
ι. zweimaligem Klotzen (das erste für OeI, das zweite für Thonerdebeize);
2. zweimaligem Trocknen oder Dämpfen zum Fixiren des Oeles;
3. einer Fixirungspassage zum Fixiren der Thonerde;
4. dem Auswaschen.
Vorliegendes Verfahren erfordert demgegenüber sehr wenig Zeit, keine kostspieligen besonderen Einrichtungen, und hat folgende ganz besonderen Vorzüge:
Bedeutende Ersparnifs an Zeit und Brennmaterial;
äufserst gleichmäfsige Ausfärbungen. Obgleich die Faser in nassem Zustande mit Kohlensäure behandelt wird, wird" nichts von derselben hinweggeführt, wie es bei der Fixirung der Beizen mit tropfbar flüssigen Körpern der Fall ist. Die Kohlensäure greift aufserdem weder die Stoffe noch die in den Färbereien gebräuchlichen Maschinen und Apparate an und ist sehr billig zu erzeugen.
Die Mengenverhältnisse der Chemikalien sind natürlich nach den verschiedenen, im speciellen Falle zu erzielenden Farbtönen zu variiren.
Da das Trocknen nur den Zweck hat, das OeI zu fixiren, so braucht die Waare nach der Kohlensäure-Passage nicht getrocknet zu werden, sondern nur gleich gewaschen, sobald keine Oelbeize nothwendig ist, also beispielsweise nur Natriumaluminat angewendet wird.
Aehnlich wie zum Fixiren von Thonerde gestaltet sich auch die Fixirung von Chromoxydhydrat, indem eine. Auflösung von letzterem in Natronlauge sich gegen Kohlensäure ebenso verhält wie Thonerdenafron.
Statt gasförmiger Kohlensäure könnten in gewissen. Fällen auch gasförmige schweflige Säure oder Schwefelwasserstoff angewendet werden, indessen wird ihre Verwendung gegenüber der Kohlensäure aus verschiedenen, leicht zu übersehenden Ursachen sich kaum als praktisch erweisen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zum Fixiren von Thonerde oder Chromoxyd auf Textilfasern als Färbebeizen, namentlich in der Türkischrothfärberei, dadurch gekennzeichnet, dafs die Thonerde und das Chromoxyd aus ihren alkalischen Lösungen vermittelst gasförmiger Kohlensäure auf der Faser niedergeschlagen werden.
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