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Schwenkvorrichtung für Fahrgestelle von Steinformmaschinen als Bodenfertiger
od. dgl: fahrzeugähnlichen Baumaschinen Die Fahrgestelle von Baumaschinen, insbesondere
von Steinformmaschinen als Bodenfertiger, tragen bekanntlich vorn eine getriebene
Fahrwelle mit zwei festen Rädern und hinten zwei lose laufende Räder etwa in gleicher
Spur. Diese Fahrgestelle werden mit einem angehobenen Schwenkrad (fünftes Rad) quer
vor der Fahrwelle ausgerüstet, das bei Arbeitsaufwand derart gesenkt werden kann,
daß sich die beiden Z'orderräder etwas heben. Hierbei senkt sich das Schwenkrad
zunächst im Leerlauf auf den Betonboden, und bei weiterem Senken heben sich die
beiden Vorderräder zur Bodenfreiheit. Durch diese bekannte -Maßnahme kann der Vorderteil
des Fahrgestelles nach beiden Seiten geschwenkt werden.
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Für das Senken des Schwenkrades sind einige hand- oder fußhebelbetätigte
Konstruktionen bekannt. Als Lenkmöglichkeit ist auch eine durch Hebelkraft senkbare
Lenkrolle in verschiedenen Ausführungen bekannt. Bei allen diesen Konstruktionen
wird sowohl das Senken des jeweils verwendeten Hilfsrades als auch das Schwenken
von Hand vorgenommen.
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Diese Anordnungen erfordern für die Bedienperson einen erheblichen
Arbeitsaufwand für das Senken des fünften Rades und für das Schwenken. Die Flüssig-],zeit
der Produktion wird durch diese Tatsache sehr unterbrochen.
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Vorliegende Erfindung betrifft ein quergestelltes Schwenkrad und schafft
die Möglichkeit, das Senken des Schwenkrades und das Schwenken selbst motorisch
zu betätigen. Die Arbeit für das Senken des Schwenkrades kann trotzdem wahlweise
von Hand oder hydraulisch erfolgen, während die Arbeit für das Schwenken vom Fahrmotor
abgezweigt wird. Für das alleinige Vonhandsenken des Schwenkrades sind sehr brauchbare
Lösungen bekannt, die bei gegebenem Wunsch jedoch nicht ein motorisches Schwenken
gestatten.
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Erfindungsgemäß soll der Abzweig der erforderlichen Triebleistung
für das Schwenken durch ein Kegelradpaar derart erfolgen, daß ein Kegelrad auf der
Fahrwelle drehgesichert angeordnet ist und das Gegenkegelrad den Leistungsabzweig
vornimmt. Hier kann direkt oder über einen weiteren Übertragtrieb (beispielsweise
Kettenradtrieb) das für das Schwenken erforderliche Drehmoment entnommen werden.
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Fig.l bis 4 zeigen ein Ausführbeispiel für das hydraulische Senken
und mechanische Drehen des Schwenkrades mittels Kegelrad- und zusätzlichen Kettentriebs;
Fig. 1 zeigt das Fahrgestell von vorn im Zustand des gesenkten Schwenkrades, wobei
sich die eigentlichen Fahrräder vom Betonboden abgehoben haben; Fig.2 zeigt das
Fahrgestell von vorn im umgekehrten Zustand und Fig. 3 das Fahrgestell von oben;
Fig.4 zeigt eine Ausführform für die Kettenspannung; Fig. 5 bis 8 zeigen drei verschiedene
Ausführformen von Hand- oder Fußhebelanordnungen mit einfacher Übergangsmöglichkeit
von Hand- oder Fußhebel auf Hydraulik ohne Änderungen der Grundkonstruktion; Fig.
5 zeigt eine Hand- oder Fußhebelanordnung mittels Kurvenbleches, Fig. 6 eine solche
mittels Kniehebels; Fig. 7 und 8 zeigen eine Hand- oder Fußhebelanordnung mittels
Kniehebels mit Arbeitsspeicherung durch Zugfeder; Fig. 9 bis 12 zeigen eine Ausführform
für das Drehen des Schwenkrades direkt von dem Kegelradtrieb aus.
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Bei den Fig. 9 bis 12 wurde auf die Anordnung für das Senken des Schwenkrades
verzichtet. Dieses kann etwa analog der Fig. 1 bis 3 oder 5 bis 8 erfolgen.
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Die Fig. 1 bis 3 zeigen ein Ausführbeispiel für das hydraulische Senken
und den Abzweig des Drehmomentes für das Drehen des Schwenkrades. Die Fahrwelle
3 ist bei 4 im Fahrgestell 8 gelagert und wird durch Motor 7 über den Kettentrieb
6 zusammen mit den Fahrrädern 5 gedreht. Mittels Kegelradtriebes 9 wird die Fahrwelle
3 angezapft und das Drehmoment über den Kettentrieb 11 auf das Schwenkrad
12 übertragen. Die Gabel 2 verbindet die Punkte 10. 1 und 13 und kann um den Punkt
10 in bekannter Weise derart gedreht werden, daß ein Senken oder Heben des Schwenkrades
12 ermöglicht wird. Durch die erfindungsgemäße Anordnung des Mittelpunktes für das
Kegelradpaar 9 ebenfalls in dem Punkt 10
entsteht ein planetenähnliches
Getriebe, und es wird eine einwandfreie Drehübertragung auch beim Senken und Heben
des Schwenkrades 12 gewährleistet.
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Nach Fig. 2 wird durch Entfernen des Punktes 13 vom Drehpunkt 15 bei
Wahrung des planetarischen Kreisweges vom Punkt 13 das Schwenkrad 12 gesenkt und
bewirkt eine Bodenfreiheit der Fahrräder 5. Diese letzte Stellung zeigt Fig. 1.
Im Ausführbeispiel nach Fig.l bis 3 übernimmt diese Tätigkeit eine Hydraulikanordnung14.
Nach Fig.3 wird nunmehr beim Drehen des Schwenkrades 12 die Maschine um den Halbierpunkt
17 der beiden Hinterräder 16 geschwenkt. Fig. 2 stellt die Umkehrung dar, d. h.,
es liegen die beiden Fahrräder 5 auf dem Betonboden auf, während das Schwenkrad
12 Bodenfreiheit hat.
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Fig. 4 zeigt eine erfindungsgemäße Möglichkeit, die Punkte 1 und 13
der Fig. 1, also die Gabel 20 der l# ig. 4, derart vom Punkt 21 zu entfernen. daß
für die Kette 11 eine Spannmöglichkeit entsteht. Die Gabel 20 erhält zu diesem Zweck
zwei Langlöcher 22. Über die Augenschraube mit Mutter 23 kann die Gabel 20 nach
links gedrückt und damit die Kette 11 gespannt werden.
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Fig. 5 zeigt eine Hand- oder Fußhebelanordnung für das Senken des
Schwenkrades 34. Der Punkt 33 wird erfindungsgemäß vom Punkt 28 unter Wahrung des
planetarischen Kreisweges vom Punkt 33 dadurch entfernt, daß Punkt 28 eine Rolle
29 erhält, auf der über den Hebel 27 und 32 eine Abwälzkurve 31 wirkt. Beim Abwärtsbewegen
des Hebels 27 und 32 wird der Abstand vom Berührpunkt der Kurve 31 zum Punkt 33
größer, so daß das um Punkt 37 drehbare Schwenkrad 34 heruntergedrückt wird.
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Die Rastung übernimmt eine Vertiefung 30 in der Kurve 31. Bei geringem
Anheben überfährt die Vertiefung 30 die Rolle 29, und es kann unter Zurückhaltung
des Hebels 27 und 32 das Schwenkrad 34 wieder angehoben werden, bis dieFahrräder
5 (Fig.l) wieder den Betonboden berühren. Die Kraft des weiteren Weges für die Bodenfreiheit
des Schwenkrades 12 nach Fig. 1 und 2 übernimmt nach Fig. 5 über Drehpunkt 38 die
Zugfeder 39, die am Festpunkt 40 eingehängt ist. Die Stellung für das gesenkte Schwenkrad
34 wurde in Fig. 5 gestrichelt eingezeichnet.
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Fig.6 zeigt ein Ausführbeispiel als Kniehebelanordnung. Hier wird
der Punkt 47 mittels Kniehebels 43 und 45 bewegt, der seine Drehpunkte bei 42, 47
und 44 hat. Der eigentliche Hand- oder Fußhebel 41 ist die Verlängerung von 45.
Die Rastung erfolgt hier beim Durchdrücken des Kniehebels über den Totpunkt gegen
den Anschlag 46 in gestrichelter Darstellung. Auch hier kann statt des Hebelteils
45 der Hebelteil 43 zur entgegengesetzten Seite als Bedienbebel verlängert werden.
Diese Anordnung wurde nicht gezeichnet.
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Die Fig. 7 und 8 zeigen den gleichen Kniehebel, jedoch wird über die
Zugstangen 61 und 67 eine Feder 64 gespannt, die eine beim Heben des Schwenkrades,
also beim Senken der gesamten Maschinenvorderseite, frei gewordene Arbeit speichert
und durch geeignete Maßnahmen beim Senken des Schwenkrades, also Anheben der Maschinenvorderseite,
wieder freigibt. Durch die Kniehebelanordnung wird etwa ein Ausgleich des Federkraftanstiegs
erreicht, so daß das Schwenkrad trotz Federcharakteristik annähernd mit gleicher
Kraft gesenkt wird. Beim Senken des Hebels 58 nähert sich der Punkt 73 dem Anschlag
62 und überschreitet in der Endlage etwas den Totpunkt. Hierbei nähern sich die
Punkte 73 und 66 einander, wobei die gespannte Feder 64 die Kraft teilweise oder
ganz übernimmt. Der eigentliche Bedienhebel besteht hier aus zwei Teilen 70 und
58, wobei die Mitnahme von 70 über die Anschläge 71 und 72 im Drehpunkt 73 mit etwas
totem Gang über den Hebelteil 70 erfolgt. Beim Herabdrücken des Hebelteils
58 schlägt 71 an und beim Hochziehen 72.
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Um beim Spannen der Feder 64, also beim Hochziehen des Hebels 58,
die Feder in der gespannten Stellung zu halten, wird zwischen Kniehebelteil 70 und
Zugstange 67 ebenfalls ein Kniehebel 68 angeordnet, der in gespannter Federlage
mit Hilfe der Blattfeder 69 über den Totpunkt hinaus bewegt wird. Den Anschlag bildet
65, der mit den Anschlägen 71 und 72 und Hebelteil 58 ein Ganzes bildet und
sich um den Punkt 73 drehen kann. Beim Senken des Hebels 58 schlägt 71 an, und 65
drückt den Kniehebel aus der Totlage heraus. Hierdurch wird die Federkraft freigegeben
und kann teilweise oder ganz das Senken des Schwenkrades, also das Heben des Fahrgestellvorderteiles
übernehmen. Fig. 7 zeigt die Anordnung bei gespannter, Fig.8 hei entspannter Feder.
Da eine bestimmte Kraft beirr Senken des Schwenkrades nur von der Stellung des Anliegens
vom Schwenkrad 75 auf den Betonboden an erforderlich ist, wird der Weg zum Anliegen
aller drei Räder bis zum Heben des Schwenkrades auf Bodenfreiheit im Leerlauf, also
nur durch Eigenleistung bewirkt. In dieser Phase wird die relativ geringe Kraft
von der Feder 80 übernommen, die ihren Festpunkt in 81 und ihren Drehpunkt in 79
hat. Die gesamte Anordnung mit aufgespeicherter Arbeit kann sich in dieser Phase
bei leichtem Anheben des Hebels 58 im Festpunktlangloch 59 bis zum oberen Anschlag
frei bewegen. Das Senken des Schwenkrades erfolgt nach Fig.7 ebenfalls über den
Hebel 58. Hierbei kommt 71 und 65 zum Anschlag, wodurch der Kniehebel
68 aus dem Totpunkt gebracht wird. Durch die Anordnung nach den Fig. 7 und
8 kann auch ein großes Gewicht mühelos von Hand gehoben und gesenkt werden, wenn
auf eine hydraulische Kraftquelle verzichtet werden soll. Auch hier wurde die Anordnung
des Hebels 58 zur entgegengesetzten Seite als weiteres Ausführbeispiel nicht gezeichnet.
Der Punkt 74 entsprechend der erfindungsgemäßen Anordnung kann natürlich auch durch
ein zahnradknarrenbetätigtes Spannschloß oder durch eine sonstige Winde von dem
Punkt 60 entfernt werden. Es kann auch das gesamte System durch Vertauschung der
Zugstangen 61 und 67 gegen oben angeordnete Druckstangen mit einer Druckfeder ausgerüstet
werden.
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Die Fig. 9 bis 12 zeigen ein Ausführbeispiel bei Verwendung eines
Kegelradtriebes 85, jedoch bei Verzieht auf einen weiteren Übertragtrieb, wie Ketten-oder
Zahnradtrieb. Hier kann das Schwenkrad 87 bei Erfordernis etwas konisch ausgebildet
werden, da es im Gegensatz zu der Anordnung der Fig. 1 bis 8 nicht um seine Querachse,
sondern um seine Längsachse geschwenkt wird. Der Drehpunkt 81 wird erfindungsgemäß
auch hier in den Mittelpunkt des Kegelradtriebes gelegt. Das Senken des Schwenkrades
kann analog der Anordnung nach Fig. 1 bis 8 erfolgen.