DE105281C - - Google Patents
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Landscapes
- Vertical, Hearth, Or Arc Furnaces (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 18.:-~~EisENERzEU.GUNG. (v1
(Oesterreich).
Verfahren und Vorrichtung zum Frischen von Roheisen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 20. März 1898 ab.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren und die zur Durchführung desselben
dienende Vorrichtung zum Frischen und Raffiniren des Roheisens im directen Anschlufs
an den Hochofenprocefs oder einen anderen Umschmelzprocefs.
Dieses Verfahren besteht im Wesentlichen darin, dafs man das im Hochofen gewonnene
oder in einem Ofen umgeschmolzene flüssige Roheisen nach Abscheidung der Schlacke continuirlich
nach einem geheizten Sammelofen abfliefsen lä'fst und aus demselben auf dem Wege vom Hoch- oder Umschmelzofen zum
Sammelofen durch die Wirkung oxydirender, Wärme abgebender Gase Silicium, Mangan,
Phosphor, Kohlenstoff etc. theilweise oder fast gänzlich abscheidet, wodurch entweder ein für
einen nachfolgenden Vollendungsprocefs gut vorbereitetes Einsatzmaterial oder fertiges schmiedbares
Eisen gewonnen wird.
Der continuirliche Abflufs des Roheisens vom Hochofen oder Umschmelzofen in den Frischraum,
sowie auch die Scheidung von der Schlacke erfolgt in verschiedener Weise, je nachdem der Ofen eine offene oder geschlossene
Brust besitzt.
In den beiliegenden Zeichnungen sind die zur Durchführung des Verfahrens dienenden
Vorrichtungen dargestellt.
Fig. ι zeigt im Verticalschnitt die Anordnung eines Hoch- oder Umschmelzofens mit offener
Brust.
Fig. 2 veranschaulicht im Vertical- und Fig. 3 im Horizontalschnitt die Anordnung eines Hochoder
Umschmelzofens mit geschlossener Brust nebst der Schlackenform und dem Frischraum.
Fig. 4 ist ein Querschnitt durch den Frischraum nach x-x (Fig. 2).
Die Fig. 5 und 6 veranschaulichen im Schnitt zwei Ausführungsformen der Frischbrenner.
Die Fig. 7 und 8 stellen im Vertical- und Horizontalschnitt eine zur Durchführung des
Verfahrens dienende Anlage in Verbindung mit einem oder mehreren Martinöfen dar.
A (Fig. 1) ist ein Ofen mit offener Brust, bei
welchem sich das geschmolzene Roheisen im Eisenkasten α bis zur Oberkante des Wallsteines
a1 ansammelt und hierauf continuirlich
über den Wallstein nach der geschlossenen Leitung b abfliefst. Die Schlacke fliefst durch
die über dem Niveau der Wallsteinoberkante im Ofengestell angebrachte Form ä2 ohne
Unterbrechung ab. Der Tümpelstein a3 verhindert das Ueberfliefsen der Schlacke über
den Wallstein a1.
Der Abschlufs der Abflufsstelle wird nach aufsen hin durch das in einer Armirung gefafste
Gewölbe <z4, welches auf den den Abflufsraum
begrenzenden Mauern α5 aufruht, bewirkt.
Dieses Gewölbe a* ist behufs Zugänglichkeit der Abflufsstelle abnehmbar angeordnet.
Bei Hochöfen mit geschlossener Brust (Fig. 2, 3, 7 und 8) wird zwischen den Eisenkasten a
des Hoch- oder Umschmelzofens A1 und dem Frischraum C in die feuerfest ausgemauerte
Leitung b, welche mit abziehenden Gichtgasen oder eigens erzeugten Gasen, event, mit den
dem Frischraum C entweichenden Abgasen
geheizt wird, ein Schlackenscheider B eingeschaltet.
Das dem Ofen A1 zugewendete Ende der Leitung b wird in die Abstichöffnung a% des
Ofens eingedämmt und dadurch mit dem Eisenkasten a in Verbindung gebracht.
Die Schlackenform α2 ist in entsprechender
Höhe im Gestell des Ofens A1 oder im Schlackenscheider B, event, an beiden Orten
angeordnet. Ist dieselbe im Schlackenscheider angebracht, so mufs sie sich in entsprechender
Höhe zwischen dem Zufiufsrohr b und der Schlackenschütze b1 befinden.
Die Schlackenschütze bl ist aus feuerfestem
Material hergestellt und reicht bis unter den Spiegel des den Schlackenscheider B durch-Eiefsenden
Roheisens. Sie hält die am Roheisen schwimmende Schlacke zurück, so dafs
dieselbe nicht in den Frischraum C gelangen kann.
Der Schlackenscheider B ist mit einer seitlichen Oeffnung b2 versehen, welche es ermöglicht,
beim Abstich des Hochofens nachzuhelfen. Er besitzt Anschlufsfiantschen b3 für
die Leitung b und kann daher rasch ausgewechselt werden. Sämmtliche Theile der Leitung
b und des Schlackenscheiders B, welche mit dem flüssigen Roheisen in Berührung
kommen, sind mit basischem oder neutralem Material ausgekleidet.
Durch die geschlossene Leitung b gelangt das Roheisen in den Frischraum C. In diesem
geschlossenen, mit feuerfesten Steinen ausgemauerten Raum erfolgt die Oxydirung der
aus dem Roheisen zu entfernenden Elemente durch die Einwirkung von Gasen, welche den
Frischbrennern c entströmen.
Die Frischbrenner c (Fig. 5 und 6) sind wassergekühlte Formen, welche den Windformen
eines Hochofens ähneln. Durch dieselben werden brennbare Gase und Verbrennungsluft
in den Frischraum C eingeprefst.
Den Gas- und Luftströmen wird durch die Lage der Formen oder deren Construction eine
derartige Richtung ertheilt, dafs sie sich unter einem Winkel kreuzen.
Die Anordnung kann derart sein, dafs die Gase durch den mittleren Theil c1 (Fig. 5) der
Form geleitet werden, während die Luft durch die den mittleren Theil umgebende Ringöffnung
c2 strömt und daher die Gase gleichsam umhüllt, oder es ist der Frischbrenner
durch eine mittlere Wand c3 (Fig. 6) in zwei Einströmöffnungen c1 c2 für Gas bezw. Luft
getheilt. Die Zuführung von Gas und Luft kann auch durch paarweise neben einander angeordnete
Formen in der Weise bewirkt werden, dafs die eine Form Luft und die danebenliegende
Form Gas in den Frischraum führt, woselbst sich die beiden Gase mengen und eine Flamme bilden.
Sowohl das Gas als auch die Luft können vor dem Einströmen in den Frischraum erhitzt
werden, und werden entweder beide unter Druck zugeführt, oder es wird nur die Luft
oder das Gas unter Druck zugeführt, während das Gas bezw. die Luft durch Injectorwirkung
in den Frischraum eingeführt wird.
Die Gase können in einem besonderen Generator hergestellt sein, oder es werden die
Gichtgase des Hochofens zum Betriebe des Frischraumes benutzt.
Durch die Verbrennung der Gase mittelst der eingeblasenen Luft wird bei einem entsprechenden
Luftüberschufs eine heifse und stark oxydirende Flamme erzielt, welche, gegen das in dünner Schicht abfliefsende Metall gerichtet,
die beabsichtigte chemische Wirkung erzielen mufs und gleichzeitig das Metall auf
jene Temperatur erhitzt, die nothwendig ist, um dasselbe in theilweise entkohltem Zustand
hinreichend flüssig zu erhalten.
Während das Eisen längs der etwas geneigten Sohle des Frischraumes C abfliefst, wird es
von einer Anzahl, den Brennern c entströmender oxydirender Flammen getroffen.
Zwecks Vergröfserung der von den Flammen berührten Oberfläche des Eisens kann auch der
Frischraum eine abgestufte Sohle (s. Fig. 7) erhalten, längs welcher das flüssige Eisen in
Cascaden herabfällt.
Der Frischraum ist mit feuerfesten Steinen, derjenige Theil, welcher mit dem flüssigen
Metall in Berührung kommt, mit basischem oder neutralem Material ausgefüttert.
Vom Frischraum gelangt das flüssige Metall durch ein feuerfest ausgemauertes Rohr d, welches
mit den Abgasen aus dem Frischraum oder anderen Gasen geheizt wird, zu einem Sammelofen D, welcher einen entsprechend
grofsen Fassungsraum hat und .nach Art eines Martinofens mit Siemens-Regenerativfeuerung
oder mit einer anderen Feuerung betrieben wird.
Das Material wird entweder in diesem Sammelofen selbst durch Beigabe der beim Martinbetrieb
verwendeten Zusätze fertig gemacht, oder es kann von demselben das Metall nach Bedarf
entnommen und in flüssigem Zustand an jene Martinöfen abgegeben werden, in welchen das
Flufseisen oder der Flufsstahl fertig gemacht werden soll.
In den Fig. 7 und 8 sind E E die Martinöfen , welche vermittelst der umstellbaren
Rinne dl abwechselnd mit dem Sammelofen D in Verbindung gesetzt werden können. Der
Sammelofen D kann zwecks besserer Entleerung seines Inhaltes geneigt werden.
Das beschriebene Verfahren bietet für jene Processe, bei welchen das Roheisen im Flammofen
in schmiedbares Eisen verwandelt wird, den Vortheil, dafs in dem Flammofen ein be-
reits weit vorbereitetes, von einem grofsen Theil der beim Frischen zu entfernenden
Elemente befreites Eisen abgegeben wird. Nachdem der gröfste Theil der beim Frischen
zu leistenden chemischen Arbeit bereits vor dem Aufgeben in den Flammofen erfolgt, so
mufs die für den Verwendungszweck des zu erreichenden Materiales nothwendige Beschaffenheit
des Endproductes im Flammofen in kurzer Zeit erzielt werden. Es wird daher die Leistung
eines Flammofens durch Einschaltung des beschriebenen Verfahrens beträchtlich gesteigert,
und es werden demzufolge bei dem Flammofenprocefs an Einrichtungskosten, Zustellungsund
Erhaltungsspesen, Brennstoffaufwand und an Arbeitslöhnen bedeutende Ersparungen erzielt.
: Wird das flüssige Roheisen für dieses Verfahren
vom Hochofen direct verwendet, so wird das Roheisen, wie die Schlacke aus dem Hochofen continuirlich abfliefsen gelassen, was
im Hochofen ein gleichmäfsiges Niedersinken der Beschickung zur Folge hat.
...Die bisher gepflogene Entnahme eines grofsen Quantums flüssiger Masse während des Abstiches
bewirkt ein plötzliches Niedersinken der Beschickungssäule, wobei nicht allein ungenügend
vorbereitetes Material unter die Formen gelangt, welches später aufgelöst werden mufs,
sondern auch Störungen in der Lagerung der ■Beschickungsmaterialien vorkommen, die den
Gang des Hochofens ungünstig beeinflussen; hingegen wird bei continuirlicher Entnahme des
Roheisens die Beschickung gleichmäfsig niedersinken, der Gang des Hochofens keine Störungen
solcher Art erleiden und infolge dieser Regelmäfsigkeit des Betriebes ein geringerer
Aufwand an Brennstoff zur Erzeugung des Roheisens nothwendig sein, als wenn grofse
Mengen Roheisens angesammelt und während des Abstiches in sehr kurzer Zeit aus dem
Ofen entfernt werden.
Es wird auch die Qualität des im Hochofen erzeugten Roheisens bei gleichmäfsiger Vorbereitung
der Beschickung sehr gleichmäfsig sein müssen.
Das im Eisenkasten des Hochofens bei grofsen Abstichen sich sammelnde Roheisen verliert
während der langen Pause zwischen zwei auf einander folgenden Abstichen bedeutend an
Wärme und wird bei der Entnahme aus dem Ofen und beim Transport zu den Raffiniröfen
noch mehr abgekühlt. Bei continuirlicher Roheisenentnahme fliefst dasselbe mit seiner Bildungstemperatur aus dem Hochofen im geheizten
Raum und gelangt daher sehr heifs in den Frischraum. Eine hohe Temperatur ist aber
für die Verbrennung der aus dem Roheisen abzuscheidenden Elemente förderlich, so dafs
das Frischen rasch und auf kurzem Wege erfolgen kann.
Da bei diesen Verfahren durch die oxydirende Frischflamme sehr viel Wärme dem Metall zugeführt
wird, so ist es hierbei möglich, ein Roheisen mit geringem Gehalt an Silicium
oder' Phosphor, welches am billigsten herzustellen ist, für den Frischprocefs zu verwenden.
Claims (3)
1. Verfahren zum Frischen und Raffiniren des Roheisens, dadurch gekennzeichnet, dafs
das Roheisen beim. Abflufs durch einen Herd mittelst einer Anzahl auf die Oberfläche
des Metallbades gerichteter geprefster Flammen, von welchen jede einzelne sich durch Kreuzung getrennt in den Frischraum
eingeführter Gas- und Luftstrahlen bildet, gefrischt wird.
2. Zur Durchführung des unter ι. genannten Verfahrens die Ausstattung eines Frischofens
mit Brennern, durch welche Luft- und Gasstrahlen, die einen mit Pressung, die
anderen durch Injectorwirkung oder beide mit Pressung derart in den Frischraum eingeführt
werden, dafs Gas und Luft sich über dem Metallbad zu einer geprefsten Flamme vereinigen und wobei durch Regulirung
des Gas- und Luftquantums die Möglichkeit geboten wird, in jedem Querschnittstheil
des Frischofens unabhängig von anderen Querschnittstheilen desselben Ofens eine mehr oder weniger oxydirende
Flamme zu erzeugen.
3. Zur Durchführung des unter 1. genannten Verfahrens die Einrichtung zum Zurückhalten
der Schlacke beim Abstich des Roheisens vom Hochofen, Schacht oder Flammumschmelzofen,
gekennzeichnet durch einen leicht ein- und ausschaltbaren Kasten B, der gegenüber dem Abstich des Ofens mit
einer Störöffnung (b2), einem Gasabzug und einem gegenüber dem Zuflufs (b) versetzten
Schlackenabscheider (b1) versehen ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE105281C true DE105281C (de) |
Family
ID=375583
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE105281C (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE911023C (de) * | 1943-01-12 | 1954-05-10 | Hoerder Huettenunion Ag | Kontinuierliches Windfrischverfahren |
| DE966085C (de) * | 1944-03-07 | 1957-07-11 | Fritz Grah Dipl Ing | Verfahren und Vorrichtung zur Umwandlung von kontinuierlich fliessendem Roheisen in Stahl durch Frischen |
| DE1194886B (de) * | 1960-06-24 | 1965-06-16 | Beteiligungs & Patentverw Gmbh | Verfahren zum Frischen von Roheisen, insbesondere solchem mit hohem Phosphorgehalt |
| DE1241562B (de) * | 1956-08-17 | 1967-06-01 | Richard Gerisch | Verfahren zum Beheizen des Vorherdes eines Kupolofens |
-
0
- DE DENDAT105281D patent/DE105281C/de active Active
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE911023C (de) * | 1943-01-12 | 1954-05-10 | Hoerder Huettenunion Ag | Kontinuierliches Windfrischverfahren |
| DE966085C (de) * | 1944-03-07 | 1957-07-11 | Fritz Grah Dipl Ing | Verfahren und Vorrichtung zur Umwandlung von kontinuierlich fliessendem Roheisen in Stahl durch Frischen |
| DE1241562B (de) * | 1956-08-17 | 1967-06-01 | Richard Gerisch | Verfahren zum Beheizen des Vorherdes eines Kupolofens |
| DE1194886B (de) * | 1960-06-24 | 1965-06-16 | Beteiligungs & Patentverw Gmbh | Verfahren zum Frischen von Roheisen, insbesondere solchem mit hohem Phosphorgehalt |
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